Zeigt her Eure Hobel

Begonnen von henning, 23. September 2007, 19:34:40

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Rockabillyhelge

Nene, GEM ist eine alte Amerikanische Firma aus NewYork die aus dem Kampfe Brothers, ebenjener Firma die die ersten Sicherheitsrasierapparate mit Keilklinge in den USA produzierte und was das Design anging über 2 Jahrzehnte (zumindest in den USA) wegweisend blieb. Der Heljestrand folgt genau diesem Design und ums zu präzesieren dem des GEM Junior, bei dem zuerst der Sicherheitsköfig zum halten der Klinge eingeführt wurde.
Das zweite Design welches neben dem GEM die Keilklingenhobel auszeichnete war das von Wilkinson, was uns durch die Henckels RAsierer Wotan & Rapide bekannt ist und später um Klemmverschlüsse (oft mit Federn) anstatt der Schraubverschlüsse erweitert wurde.
Auch mit Bart immer gut rasiert :)

Adam

Dann darf ich auch mal vorstellen:

Familie Harke:

Mühle R101     Merkur 15c

Familie Gillette:

Gillette adjustable slim (H 4) aus dem MH     Gillette Slim Twist

Der Slim Twist ist meine "Heilige Kuh":
Nicht hübsch, aber mein Vater bekam diesen Hobel von seinem Vater für seine erste "richtige" Rasur, als er als junger Mann zum Militär musste...
Ein kleines Stück Familiengeschichte im Bad...

"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." Loriot

Izrahvil

den twist hatte ich mal einer frau geschenkt :D

schöner Hobel finde ich. Aber Hobel mit Geschichte ist schon klasse.. Leider besitze ich sowas nicht. Eher umgekehrt.. ich bringe meinem Vater das Rasieren bei.. sogar ICH muss ihn rasieren.. einiges läuft verkehrt :D

Adam

Zitat von: Izrahvil am 16. Oktober 2011, 22:43:08
den twist hatte ich mal einer frau geschenkt :D

Ist zumindest aus meiner Sicht auch besser für zarte Frauenbeine geeignet...
Mir ist er einfach zu sanft und im Vergleich zum Rest der Bande zu ungründlich.
"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." Loriot

Oldshaver

Hier mein Hobel Siebentagessatz von Heljestrand, Eskilstuna. Verkauft durch Kindal, Paris. New old Stock.
Rasurbereit, sanft und gründlich. Grüße von Jürgen Oldshaver








Lu-Ku

Mann, Jürgen,
irgendeinen Beitrag von dir zu öffnen
ist ja beinahe schon ein Garant für Herzklopfen! dh:
Ist ja unglaublich, was du alles Schönes hast!
Das schönste aller Geheimnisse: ein Genie zu sein und es als einziger zu wissen. (Mark Twain)

metus

Hallo,

angeregt von einem "Club-Beitrag" eines Kollegen habe ich meinen "caged" Zahnkammhobel mal wieder ausgepackt. Mein Exemplar wurde als "Autofix" vom Solinger Hersteller Böntgen & Sabin (BONSA - Made in Germany) verkauft, in der alten Blechbox befindet sich aber auch ein "Famex - Made in France", der Griff ist aber als Autofix signiert (Gewicht: 54 g):







Grüsse, Thomas
- Klassische Nassrasur est. 2009 -

Tim Buktu

Meine Herrn, Ihr habt Hobel, da tränen mir die Augen.  :-*
Sahnestückchen!
Tranquilo - In der Ruhe liegt die Kraft...

PS: Alles nur meine persönliche Meinung, die sich durchaus beeinflussen lässt und sich deshalb gelegentlich auch ändert!

henning

Ein ausgesprochen schöner Hobel, Thomas. Herzlichen Glückwunsch.

Ciao

Honka

Zitat von: Tim Buktu am 23. Oktober 2011, 23:18:53
Meine Herrn, Ihr habt Hobel, da tränen mir die Augen.  :-*
Sahnestückchen!

ich hätte es nicht treffender sagen können  dh: dh: dh:

egmac

Prachtvoller Prunk! ;D dh: (frei nach R. Wagner)
"....das Schicksal setzt den Hobel an und hobelt alles gleich." (Ferdinand Raimund: "Der Verschwender")

Standlinie

Hallo Metus,

als Eigner des von Dir angesprochenen Famex-Hobels kann ich mich meinen Vorrednern nur anschließen. Mein Famex hat denselben Hobelkopf wie Dein Hobel; allerdings ist der Griff anders (siehe nachfolgende Bilder). Henning meinte, dass mein Teilchen aus den 20er oder 30er Jahren stammen könnte. Das würde dann auch für Deinen Hobel gelten. Der Griff Deines Hobels paßt von seiner Erscheinung her gut zu Deinem alten Hobel. In meinem Fall muss ich inzwischen annehmen, dass mein Griff nicht mehr ursprünglich ist sondern später angefertigt wurde. Er besteht aus Messing. Abriebspuren/Polierspuren fehlen. Nirgends irgendwelche Spurenelemente einer ursprünglichen Versilberung oder Vernickelung.

Nach diesem Hobel habe ich nicht gezielt gesucht. Er ist mir - wie der Zufall so mitspielt - eben durch Zufall unter die Augen geraten und ich habe daraufhin zugeschlagen, da ich die Le Coq Hobel mag. Erst bei der Reinigung fiel mir auf, dass es ein Famex-Hobel war. Ich habe mich sehr gefreut.





Die Nachhaltigkeit einer gründlichen Nassrasur zeigt sich 24 Stunden später an nur gering und gleichmäßig nachgewachsenen Bartstoppeln.

Adam

Zitat von: Tim Buktu am 23. Oktober 2011, 23:18:53
Meine Herrn, Ihr habt Hobel, da tränen mir die Augen.  :-*
Sahnestückchen!

Was soll man da noch hinzufügen...
Herrlich!
"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." Loriot

metus

Guten Abend, die Herren!

vielen Dank, freut mich :D  Mein Exemplar habe ich vor längerem auf einem Flohmarkt entdeckt, damals hat mir die tolle Blechdose (und natürlich auch der passende Hobel innen) auf Anhieb sehr gefallen. Besonders toll war auch, dass der Hobel in einer alten "Papierserviette" mit aufgedruckter Kurzgeschichte einwickelt war: der Schrift und den Figuren nach auch zeitgenössich aus den 30er oder 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts.

Grüsse, Thomas
- Klassische Nassrasur est. 2009 -

Standlinie

Heute kam dieser Hobel aus China bei mir an. Habe ihn aus Neugier bestellt, denn er kostete nur 3,07 €, worin der Postversand enthalten war. Die Sendung erreichte mich innerhalb einer Woche. Nach dem Öffnen des übergroßen Briefumschlages zeigte sich folgender Rasierer in seiner Verpackung:



Auf der Verpackung ist die Marke ablesbar: ,,Horseman" oder auf deutsch ,,Reiter". Die Herstellung erfolgt in Shanghai



Und so zeigt sich der ausgepackte Hobel. Er besteht ganz aus Plastik und ist teilweise verchromt. Die Verarbeitung ist aus meiner Sicht nicht hochwertig ausgefallen. Einige Gussgrade sind noch vorhanden. Der Verpackung liegt ein Päckchen Rasierklingen der Marke ,,Horseman" bei. Tatsächlich enthielt diese Verpackung auch nur zwei Rasierklingen.



So sehen die Einzelteile des Hobels aus. Seine Abmessungen lauten 85 x 45 x 24 mm.



Die Einzelteile erinnern an einen bekannten alten Wilkinsonhobel. Der chinesische Hobel taugt aber nicht mehr für eine Rasur, da er auf dem Transportweg irreparabel beschädigt wurde.



Beide Schaumkanten sind an mehreren Stellen gebrochen. Besonders deutlich ist das auf der linken Seite des abgelegten Hobelkopfes zu sehen.



Hier habe ich den chinesischen Hobel neben einen alten Wilkinsonhobel gelegt. Sie sehen weitestgehend gleich aus, unterscheiden sich aber wesentlich durch folgende Merkmale:

- Verarbeitung: Die Wilkinsonausführung ist im Vergleich zur chinesischen Kopie absolut hochwertig,
- Grifflänge: Der Wilkinsongriff ist um 20 mm länger,
- Gewichtsunterschied: Wilkinson (33 gr.); Horseman (9 gr.),
- Gewinde des Hobelkopfes: Die Gewinde sind unterschiedlich; die Hobelköpfe sind nicht austauschbar.







Der Horseman-Hobel und seine postalische Versendung kosteten mich nur 3,07 €. Das brachte mich erst auf die Idee, diesen chinesischen Rasierer zu erwerben; ich wollte einfach wissen, was sich dahinter verbergen könnte. Bin ich hierdurch klüger geworden? Diese Frage kann ich nur teilweise mit ,,ja" beantworten. Der Hobel ist aus meiner Sicht ein für den europäischen Markt unbedeutendes Massenprodukt in einfacher Ausführung. Die Konstruktion wurde nicht selber entwickelt sondern eine mindestens 15 Jahre alten Hobelkonstruktion von Wilkinson kopiert und billig nachgebaut. Ist das aus unserer Sicht verwerflich? Die Frage könnte mit einem ja beantwortet werden, wenn durch den Nachbau eine Patentrechtsverletzung begangen wurde. Die Antwort könnte aber auch nein bedeuten, wenn die Käuferschicht näher betrachtet wird. Der eigentliche Käuferkreis für diesen Hobel dürfte mit Sicherheit im fernöstlichen Raum zu suchen sein. Dort werden sehr geringe Löhne und Gehälter gezahlt, so dass ein Hobel wie der Horseman nicht viel kosten darf. Das würde den Nachbau schon rechtfertigen. Wie hoch mögen dann noch die tatsächlichen Herstellungskosten ausgefallen sein? Unter welchen Umständen wird der Hobel wohl in Shanghai produziert? Chinesische Verhältnisse lassen sich von uns Europäern nicht unbedingt nachvollziehen. Also gibt es auf die gestellten Fragen keine Antworten. Und liefert dieser chinesische Hobel zufriedenstellende Rasurergebnisse? Diese letzte Frage kann ich auch nicht beantworten, da eine Rasur mit dem vorliegenden beschädigten Exemplar unmöglich ist.

Für mich habe ich abschließend folgendes Resumee gezogen: Hände weg von chinesischem Billigkram. Qualität gibt es nun einmal nicht zum Nulltarif. Aber das wusste ich ja schon vorher.
Die Nachhaltigkeit einer gründlichen Nassrasur zeigt sich 24 Stunden später an nur gering und gleichmäßig nachgewachsenen Bartstoppeln.