gut-rasiert
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Autor Thema: Natursteine, Teil 1 der Belgische Brocken wie komme ich zu einer guten Schneide.  (Gelesen 19912 mal)
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BastlWastl
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« Antworten #60 am: 12. M?rz 2016, 10:26:32 »

Servus Waldi,

der Rasiermesserformatstein.... Sieht tatsächlich wie mein Les Petas aus, etwas härter kein Autoslurry, sollte ein toller Finisher sein! Es gibt halt Belgier (vorallem La Veille Rouge) die fühlen sich beim schärfen eher nach 80`er Schleifpapier an (etwas überspitzt ausgedrückt), hat aber nichts mit den feinen Ergebnissen zu tun. Mein Les Petas hat ebenfalls ein etwas rauheres Schärfgefühl.

Die Ergebnisse mit verschiedenen Anreibern können variieren allerdings nur wirklich spürbar auf extrem harten Steinen die keinen eigenen Schlamm freisetzen beim anreiben.

Der Brocken sieht mir nach einem schnelleren, teils sehr weichem Exemplar der La Grise Schicht aus. Diese röteren Steinschichten kommen nah an dem BBB vor.

Grüße Wastl.
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Waldi
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« Antworten #61 am: 13. M?rz 2016, 01:28:32 »

N'Abend Männer,

auch wenn mein Ego gerade einen eigenen thread fordert, stelle ich es mal hier ein. Kurz gesagt: es hat geklappt! Ich habe mich gerade das erste Mal mit einem selbstgeschärften Messer rasiert und die Rasur war top! Yippieh Grinsend Grinsend Grinsend!!!

Achtung der Bericht wird länger. Für eilige (Anfänger-)Leser mein Fazit vorweg: klammert Euch nicht zu sehr an den Haartest, auch nicht ans Armhaare rasieren. Mindestens genauso wichtig war es für mich, die Schneide immer wieder unter dem Mikroskop anzuschauen, um zu sehen, was passiert. Das ist aus dem Zusammenhang gerissen etwas pauschal, am besten also doch weiter lesen Zwinkernd.

Also im Detail: in den letzten Tagen habe ich mit zwei absolut runtergerockten Messern und einem noch recht ordentlichen Regilo aus einem Frisörnachlass experimentiert. Zunächst auf einem (im Nachhinein zum Rasiermesserschärfen eher unbrauchbaren) Zische Edelkorung, dann, nachdem ich diese in Händen hielt, auf dem allseits beliebten Naniwa Chosera 1000 (zum Setzen der Facette) und zumindest beim Regilo habe ich dann versucht, auf dem weichen belgischen Brocken weiter zu schärfen. Eigentlich sollte das unnötig zu sagen sein aber: natürlich wurden alle Steine als erstes geplant! Die Messer wurden am Rücken mit einer Lage Isoliertape aus dem Baumarkt (15mm) abgeklebt. Als Mikroskop habe ich übrigens ein günstiges Schülermikroskop verwendet in 100facher Vergrößerung. Da dieses nur mit Licht von unten ausgestattet ist, habe ich als Lichtquelle eine alte Ikea-Schreibtischlampe dazu benutzt, den Tisch des Mikroskops zu beleuchten.

Kurz gesagt war das alles trotzdem nicht von Erfolg gekrönt. Das lag v.a. daran, das alle Messer mehr oder weniger rund geschliffen waren, also tendenziell inzwischen "lächelnde" Klingen haben. Dementsprechend bekam ich - wenig überraschend - mit geraden Schüben keine ordentliche Facette gesetzt. Bei den zwei erwähnten, runtergerockten Messern war das so extrem, daß ich weitere Schärfversuche zunächst abbrach. Soetwas zu schärfen fordert ein gerüttelt Maß an Erfahrung, da man zusätzlich eine wiegende Bewegung machen muss. Damit wollte ich mich bei meinen ersten Versuchen nicht frustrieren.

Beim Regilo, das noch nicht so stark abgenutzt ist, war das nur auf den letzten 20mm der Schneide zum Erl hin der Fall (und auch nur wenig). Gleichwohl war unter dem Mikroskop deutlich zu sehen, daß deswegen zumindest auf einer Seite kein Kontakt zum Stein bestand. Trotzdem habe ich (Neugierde und Ungeduld) das Messer auf dem weichen Belgier weiter bearbeitet. Dabei habe ich im Nachhinein verschiedene Fehler gemacht:

Zum einen habe ich es versäumt, den Schleifschlamm des Anreibers, der ja nur 600 JIS hat, vollständig zu entfernen, was zu ziemlich tiefen Riefen geführt hat. Dann habe ich vergessen, nach dem 1000er die Reste des Schleifgrates zu entfernen. Das hat, so vermute ich, beim weiteren Bearbeiten zu kleineren Ausbrüchen vorn an der Schneidekante geführt. Außerdem habe ich nicht lange genug gearbeitet, so daß (im Nachhinein) beim Polieren noch reichlich Riefen vom 1000er (bzw. sogar 600er) in der Facette waren. Ganz mutig habe ich mich mit dem Ergebnis vor den Spiegel gestellt, die Rasur aber nach einer Gesichtshälfte mit dem Strich abgebrochen. Zwar Schnitt das Messer so leidlich, fühlte sich aber schlicht unangenehm an.

Also nochmal Denk- und Lesepause. An dieser Stelle möchte ich mal all den geduldigen, erfahrenen Foristi für ihre zahlreichen Tips und Erklärungen danken, aber auch den Anfängern, die hier mutig Ihre ersten Schritte zur Diskussion gestellt haben und viele Probleme beschrieben haben, die sich mir auch stellten. Das hat mir enorm geholfen!

Ich habe mich dann heute Abend relativ spontan noch einmal dran begeben und erstmal eine radikale Entscheidung getroffen: ich bin mit dem Regilo - vorsichtig und mit ganz wenig Druck - auf der feinen Seite des Zische Edelkorund "Schlittschuh gelaufen", um die Schneide zu begradigen. Viel war, wie gesagt nicht nötig, daß Messer hat nicht spürbar an Substanz verloren.

Dann bin ich wieder auf den Chosera gegangen. Und zwar mit dem nicht abgeklebten Messer. Ich habe immer wieder gelesen, daß man (fast) ohne Druck arbeiten soll. Das hat beim ersten Mal aber dazu geführt, daß ich wohl eine Stunden auf dem Stein herumgeschoben habe, bis Nennenswertes passierte. Das zusammen mit den Angabe von Wastl, daß er mit ca. 600g auf dem Belgier anfängt und mit ca. 20 Schüben pro Seite auf dem 1000er die Facette setzt, hat mich stutzig gemacht. Ich habe deshalb dieses Mal durchaus Druck ausgeübt. Ich schätze etwa 500g (ex post geschätzt, die 600g auf der Küchenwaage habe ich später getestet). Dabei habe ich das Messer mit einer Hand am Erl gehalten und versucht, den Druck etwas nach vorn, auf die Schneide zu lenken, um den Rücken des Messers zu schonen. Dabei muss man sehr aufpassen, das dieser nicht hochkippt und alle Bemühungen zunichte macht! Den Zeigefinger der anderen Hand habe ich möglichst wenig benutzt, diesen aber dann und wann (tatsächlich nahezu drucklos) zum Mitführen benutzt (eher als psychologische Unterstützung Zwinkernd).

Nach je 20 Schüben pro Seite und je fünf Wechselschüben mit weniger Druck hatte ich eine wunderschöne, durchgehende Facette mit einzelnen, feinsten Splittern an der Schnittkante (im Nachhinein: Reste vom Schleifgrat). Schockiert. Kann nicht sein, dachte ich. Trotzdem das Messer mit dem eigenen Gewicht durch einen Sektkorken gezogen. Splitter weg, Schneidekante wie mit dem Lineal gezogen. Ein bisschen auf der Jeans abgezogen und Armhaartest versucht. Ein, zwei Haare, nicht berauschend. Ok, dachte ich, klar, noch nicht durchgeschärft. Also wiederholt. Selbes Ergebnis. Dritter Versuch. Gleiches Resultat. Ich habe das Messer beim vierten Mal dann nach 20 Schüben auf einer Seite unter das Mikroskop gelegt: deutlich sichtbarer Schleifgrat an der oberen Kante. Weiter im Text, Armhaartest: etwas besser aber weit entfernt von dem, was man erwartet. Dann habe ich mir mal meine Armhaare angeschaut. Ich habe welche. Aber ich kenne Frauen, die haben mehr. Und dickere Haare Augen rollen.

Und das ist genau das, was ich oben ansprach: nicht nur Kopfhaare unterscheiden sich von Mensch zu Mensch! Insofern halte ich inzwischen auch den Armhaartest für Interpretationsbedürftig. Bei den meisten Geschlechtsgenossen wir der klappen. Wenn er klappt ist das prima, wenn nicht, muss das nicht heißen, das etwas falsch läuft! Wenn beim Setzen der Facette auf der Schneidekante ein Grat aufgeworfen wird, ist sie auf der Seite Durchgeschliffen, Punkt. Mehr geht nicht und führt u.U. dazu, daß es zu Ausbrüchen kommt. Die Schneidkante war nach meiner 1000er-Orgie ok, am besten sah sie aber nach den ersten 20 Schüben pro Seite aus... . Beim nächsten Mal werde ich nach einer Seite nachschauen und mich hier auf das Mikroskop verlassen.

Zum Schluss habe ich zwei oder drei Wechselschübe im 45°-Winkel gemacht, um zu sehen, wann die Riefen des 1000ers ausgeschliffen sind. Weiter ging es auf dem weichen belgischen Brocken. Wenig Wasser, wie das in Wastls Videos gut zu sehen ist, Sprühflasche rulez, übrigens auch beim 1000er (der allerdings vorher gewässer wurde, wie auch der Nagura). Vorher Messer auf eine kleine, elektronische Küchenwaage gelegt (die praktischer Weise eine Kunststoffoberfläche hat) und ausprobiert, wie sich (in derselben Haltung, wie auf dem 1000er) 600g und 300g Druck anfühlen.

Ich habe dann mit 40 Schüben pro Seite angefangen, 30, 20, 15, 10... Prinzip wird klar sein. Zum Schluss ein paar Wechselschübe, Messer abgespült, auf der Jeans mit ein paar Mal Abziehen gereinigt (das habe ich jedes Mal vor dem Nachschauen gemacht, bisschen aufpassen, daß sich da nicht Staub von gröberen Steinen sammelt...) und unters Mikroskop. Schräge Spuren des 1000ers waren weg. Also Slurry halb abgespült und dasselbe nochmal mit wenig Slurry und halbem Druck. Wieder unters Mikroskop. Mh, wenig Unterschied zu erkennen. Nochmal 20, 15, 10... mit mehr Slurry und zum Schluss erst ein paar normale Wechselschüben und dann noch zwei, drei im 45°-Winkel. Wieder mit verdünntem Schlamm, bis auch diese Spuren beseitigt waren. Zum Schluss dasselbe nochmal unter einem dünnen Wasserstrahl, hier am Schluss etwa 40-50 Wechselschübe.
Ich wartete an diesem Punkt darauf, daß sich das von Bastl beschriebene Gefühl einstellt, daß der Widerstand weniger wird, bis man das Gefühl hat, das Messer über eine nasse Glasplatte zu schieben. Dazu ist dieser spezielle Stein aber wohl zu weich.

Dann - Trommelwirbel - der Haartest (HT): nix. Violine (ich konnte auf dem Haar herumgeigen, ohne daß etwas passierte). Nun sind meine Haupthaare erwartungsgemäß auch nicht eben aus Draht und außerdem auch nicht frisch gewaschen (gestern Abend zuletzt geduscht). Ich habe das Haar, wie man das tun soll, mit Speichel befeuchtet. Half aber alles nix. Dabei sah die Schneide für mich ganz gut aus: ohne Vergrößerung spiegelte sie bereits das Licht, unter dem Mikroskop - tja, wie sieht eine gut Schneide unter dem Mikroskop aus?

Die Bilder, die ich im Forum gesehen habe, halfen nur bedingt. Also mein von Bartisto geschärftes und seit einem halben Jahr von mir geledertes Fromm und mein gestern eingetroffenes und von mir erst einmal benutztes (und vorher geledertes) Aust unters Mikroskop gelegt. Mh, sieht schon noch etwas feiner aus. Ersteres schafft aber ebenfalls selten einen Haartest (rasiert aber prima), letzteres schafft ihn (mit meinem Haar) so gerade (eher einen halben cm über der Haltestelle und mit etwas ziehender Bewegung). Also nochmal auf den weichen Brocken und das Ganze von vorn. Joa, sieht besser aus, eigentlich kein großer Unterschied mehr zu den scharfen Messern. V.a. wenn man darauf achtet, die Klingen bei gleichem Lichteinfall zu vergleichen. Das musste ich auch erst lernen. Haartest: mh, eher nicht. Einmal ein Schnitt längs durchs Haar, so dass sich das Ende hübsch kräuselte, wie Geschenkband, das über eine Klinge gezogen wird.

Ich habe mir dann meinen anderen Belgier (den deutlich härteren Bankstein) geschnappt und auf diesem weiter gemacht. Erst ganz leicht angerieben, dann die beschriebene Routine durch. Zum Schluss etwa 100 Wechselschübe nur mit dem Gewicht der Klinge. Das fühlte sich dann zum Schluss wirklich an, wie auf einer Glasplatte. Unter dem Mikroskop ähnelte die Klinge dann eher dem länger gelederten Messer. Aber Haartest? Etwas besser, zwei, dreimal Geschenkband. Puh, watt nu? Weiter machen (es waren ca. zweieinhalb Stunden rum)?

Und dann habe ich es einfach gut sein lassen, habe dem optischen Eindruck vertraut, bin ins Bad gegangen und habe mich rasiert. Da ich heute Morgen mit dem Aust nur einmal mit dem Strich rasiert hatte (und das Ergebnis nicht berauschend war), hatte ich leichte Stoppeln, am Hals, wo es bei mir aufgrund der Wuchsrichtung eh schwierig ist, auch etwas mehr.

Das Messer fühlte sich auf der Haut super an, meine sanfteste Rasur bisher. Es folgte ein Durchgang gegen den Strich (soweit bei mir möglich), bei dem ich kurz pausieren musste, um das breite Grinsen in den Griff zu bekommen. Das Messer schnitt hervorragend. Ich traute mich sogar erstmals, an meinen Problemstellen ganz vorsichtig ein drittes Mal drüber zu gehen. Ergebnis ist: nicht nur meine sanfteste (ein, zwei kleine Blutpunkte und man bedenke bitte, daß ich mich gestern Abend und heute morgen bereits mit dem Aust rasiert hatte), sonder auch meine gründlichste Rasur bisher - und das nach meinem zweiten, ernsthaften Schärfversuch und mit einem dreiviertelholen Messer, das alles andere, als elegant wirkt!

Ich bin platt. Und sehr happy. Und auch ein kleines bisschen stolz.

Alle, die bis hierher durchgehalten haben sind wahrscheinlich zumindest ebenfalls platt und ich bitte nocheinmal um Verständnis für den langen Bericht. Aber ich wollte versuchen, die von mir aus diversen threads zusammengetragenen Erkenntnisse, die mir natürlich sehr geholfen haben, hier zusammen zu tragen - und nocheinmal zu unterstreichen, daß die verschiedenen Überprüfungsmethoden nicht isoliert betrachtet werden dürfen. Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen.

Und nur Mut: ich denke, daß neben guter Recherche, Nachdenken und Verstehen und etwas handwerklichem Geschick auch eine große Portion Glück dabei war (dankbarer Stahl, etc.). Ob ich das so ohne Weiteres reproduzieren kann, muss sich erst zeigen! Also: ran an den Speck! Ich bin kein Überflieger und das Ganze ist keine Raketenwissenschaft. Vielleicht ist der beste Tip, zwar ernsthaft, aber auch nicht zu verbissen ans Werk zu gehen.

Guets Nächtle!

Waldi

Edit: es finden sich nach dem Abschicken ja immer noch ein paar Kleinigkeiten...
 
« Letzte Änderung: 13. M?rz 2016, 01:47:19 von Waldi » Gespeichert
Waldi
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« Antworten #62 am: 13. M?rz 2016, 11:42:22 »

Hups, gestern im Eifer des Gefecht ganz vergessen: bevor das Messer auf die Wange durfte, musste es natürlich erst 30x pro Seite aufs "Leinen" (mangels Leinenriemen in dem Falle die Wastelsche Hosenmethode) und dann 60x pro Seite aufs Leder. Nicht das der Eindruck entsteht, ich hätte mich damit direkt vom Stein weg rasiert... .
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Stratocaster
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« Antworten #63 am: 14. M?rz 2016, 12:10:15 »

na bitte, geht doch. Liest sich zwar etwas übermotiviert, doch das ist am Anfang ganz normal. Siehste, gerade du hattest mal geschrieben, dass du eigentlich gar keinen Bock auf Schärfen hattest und nun das....  Grinsend
In einem Punkt möchte ich dir aber noch etwas zum Bedenken geben, nämlich beim Armhaartest. Ok, du hast besonders wenig Armhaare und ich kann nicht genau beurteilen, ob das einen so grossen Einfluss haben könnte. Ich glaube jedoch, dass gerade dieser Test ganz wichtig ist. Meine Erfahrung und die vieler anderer hat gezeigt, dass man im Regelfall gar nicht erst versuchen braucht, auf einen feineren Stein zu wechseln, solange die Armhaare nicht gut und sauber rasiert werden können. Das geht übrigens besser, wenn man z.B. die Hand so abwinkelt, dass die Haut am Unterarm leicht gespannt wird. Zu beachten ist auch der richtige Winkel der Klinge zum Arm und der fein und gering dosierte Druck.
Na mach' ma' weiter so.....  Daumen hoch
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BastlWastl
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« Antworten #64 am: 14. M?rz 2016, 14:56:32 »

na bitte, geht doch. Liest sich zwar etwas übermotiviert, doch das ist am Anfang ganz normal. Siehste, gerade du hattest mal geschrieben, dass du eigentlich gar keinen Bock auf Schärfen hattest und nun das....  Grinsend
In einem Punkt möchte ich dir aber noch etwas zum Bedenken geben, nämlich beim Armhaartest. Ok, du hast besonders wenig Armhaare und ich kann nicht genau beurteilen, ob das einen so grossen Einfluss haben könnte. Ich glaube jedoch, dass gerade dieser Test ganz wichtig ist. Meine Erfahrung und die vieler anderer hat gezeigt, dass man im Regelfall gar nicht erst versuchen braucht, auf einen feineren Stein zu wechseln, solange die Armhaare nicht gut und sauber rasiert werden können. Das geht übrigens besser, wenn man z.B. die Hand so abwinkelt, dass die Haut am Unterarm leicht gespannt wird. Zu beachten ist auch der richtige Winkel der Klinge zum Arm und der fein und gering dosierte Druck.
Na mach' ma' weiter so.....  Daumen hoch

Das kann ich voll unterschreiben!, Glückwunsch zum Erfolg Waldi!

Alternative Tests zum Armhaar, währen Nageltest (nicht zu verwechseln mit der Nagelprobe, bzw. dem Nagelgängigkeitstest), den habe ich in diesem Strang bereits erklärt (ca. 45 Grad zum Daumennagel, die Klinge sollte bei leichtem Druck sofort einschneiden, bzw. hängenbleiben!), oder auch der von den Amerikanern angewante Cherry Tomato Test, also einschneiden einer Kirschtomate, den ich allerdings nicht für gut befinde, da bereits ein grober Grad reicht um eine Tomate einzuschneiden.

Grüße Wastl.
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The_Fear
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« Antworten #65 am: 20. Februar 2017, 08:27:17 »

Auch wenn der Thread schon etwas angestaubt ist, so hat er mir sehr geholfen bei meinem Vorhaben.

Der reiz, meine Messer selbst wieder auf eine brauchbare Schärfe zu bringen war einfach zu groß...
So hab ich mir nun einen GBB mit Anreiber, in einer guten Größe zugelegt.

Das letzte Messer, dass ich ergattert habe, war ein Wade & Butcher, welches noch auf die Steine musste. Das Messer rasierte keine Armhaare mehr.
Na dann woll mer mal...

Als erstes bin ich auf einen 1000er Naniwa Chosera gegangen, um die Facette etwas aufzufrischen.
Zur Überprüfung, dass ich auch komplett durch bin und alle Bereiche erwischt habe, hab ich die Schneidkante mit Edding angepinselt.
So konnte ich sicher stellen auch wirklich komplett durch zu sein.
Als das erledigt war, hab ich eine Lage Tape aufgeklebt und bin auf den GBB gegangen.
Slurry angerieben und los gings. Immer weiter verdünnt bis fast nur noch Wasser auf dem Stein war.
Stein abgewaschen, Messer gereinigt und weiter nur mit Wasser und ohne Druck gearbeitet.

Danach gings noch für eine Runden auf einer alten Jeans als Leinen-Ersatz und dann aufs blanke Leder.

Ergebniss war eine angenehme Rasur.
Sicher noch ausbaufähig! Nicht so sanft als meine anderen Messer, die ein Bekannter geschärft hat, der sich auskennt.
Aber immer noch sehr angenehm.

Als nächstes ist ein kleiner Thüringer unterwegs. Mal schauen was der noch rausholen kann.

Soweit bin ich jedenfalls mehr als zufrieden mit dem ersten Ergebnis!

Gruß Fear
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aleister
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« Antworten #66 am: 26. Juli 2019, 20:20:29 »

Heute habe ich nach langer Zeit,wieder mal ein Messer geschärft.In Sachen schärfen habe ich nicht viel Erfahrung,weil ich einige Messer habe, die shave ready gekommen sind.Mit den Steinen konnte ich auch noch keine richtige Kaufentscheidung finden.War mir bis jetzt immer zu teuer. Geschärft werden sollte ein Gebr.Dittmar 5/8,was stumpf aus Litauen,vor 2 Jahren zu mir kam.
Mangels Equipment ging es los,mit 1000er Naniwa Prof..Die Fazette war nach Lupen Kontrolle nicht gleichmäßig,mußte aber so reichen.Dann kam ein kleiner GBB zum Einsatz.Diesen Stein hatte ich schon einige Jahre im Küchenschrank liegen.Er kam mal in einem Konvolut,mit einem Bohin aus Frankreich.Das es ein GBB entdeckte ich erst vor kurzem,da er ziemlich schwarz war.
Mit dem GBB habe ich das Dittmar dann frei Hand geschliffen.Am Anfang angerieben,zum Schluß nur noch mit Wasser.
Dann 30x Leinen Riemen und 30x Pferde Riemen.Sollte halt schnell gehen.Unterarm Haare rasierte es dann gut.

Die Rasur eines 5 Tage Bartes anschließend war gut!Und ich bin sehr zufrieden,das frei Hand ,ohne anderen Finisher geschafft zu haben.Sicher gibt es noch reichlich Potenzial nach oben.


« Letzte Änderung: 26. Juli 2019, 20:30:54 von aleister » Gespeichert
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