So habe ich das Messer geschärft

Begonnen von alvaro, 12. März 2020, 14:05:40

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Paula

Zitat von: DailyDriver in 21. Oktober 2026, 13:49:34
..erschreckende ,,Lochfraß" setzte sich, wie in kleinen Nestern verteilt..
.
Bsp. der ,,entdeckten" Schäden

.
Ich hätte da mal eine Frage, wie es zu diesen Rostnarben kommen konnte. Ich gehe davon aus, daß sie bei Deiner ursprünglichen Schärfung des Messers nicht vorhanden waren und erst im anschließenden Gebrauch enstanden sind.

Welche Ursache vermutest Du, eine zu hohe Luftfeuchtigkeit, dort wo Du Deine Messer aufbewahrst oder eine Unachtsamkeit beim Reinigen und Trocknen der Schneide nach einer Rasur oder was ganz anderes?


Der Fall war zwar ganz anders gelagert, aber ich habe mich auch schon neulich bei deinem anderen Messer mit der Bismarckklinge gefragt, wie es zu dem "Wellenschliff", so wie Du es genannt hast, kam. Vielleicht wäre es interessant gewesen, statt dem "brachialen" Setzen einer neuen Facette mit einem 1k, das Messer damals zuerst "minimalinvasiv" auf Leinen- und Lederriemen abzuziehen und mit dem Mikroskop ein Vergleichfoto zu machen. Ich habe es absichtlich etwas überspitzt formuliert. :)

DailyDriver

#691
Hallo @Paula,

zuerst einmal ein ,,Sorry" für die späte Antwort, ich war das WE unterwegs und bin jetzt erst wueder daheim. ;)

Zu deiner Frage...

Das Abraham (A.) Schnittert habe ich ja als gebrauchtes Messer bekommen und hatte bereits
einige dieser ,,Flecken" auf den Flächen, allerdings konnte ich diese seinerzeit recht ein-
fach mit Politur entfernen, so dachte ich zumindest. Ich kann mir diesen ,,Lochfraß" eigentlich
dadurch erklären, als dass der vermeintlich entfernte Rostbefall sich wieder ausgebreitet hat.
Ein äußerst kundiges Mitglied im Nachbaruniversum hat das mit dem Rost beschrieben, man kann
ihn bekämpfen, ja, aber einmal befallene Objekte gänzlich davon zu befreien, ist für den Laien
nahezu unmöglich. Die Symptome lassen sich bekämpfen und temporär verhindern, aber die Krank-
heit als solche, lässt sich nicht oder nur sehr schwer erfolgreich bekämpfen.

An was es nun gelegen hat, dass sich der Befall wieder so stark ausgebreitet hat, kann ich nur
mutmaßen, Feuchtigkeit, unsachgemäße oder evtl. nur oberflächliche Reinigung möchte ich trotz
entsprechenden Bemühungen nicht ausschließen. Ich lagere meine Messer eigentlich trocken und
geschützt auf, entweder in einer Kiste (für Stifte) oder in rollbaren Filztaschen. Ein genutztes
Messer lasse ich nach der Rasur und entprechender Reinigung & Trocknung noch mind. 24h in der
Stube liegen, bevor ich sie wieder verstaue.

Ich werde beginnen, das jeweilig ausgewählte Messer für die RdT unter dem Mikro zu prüfen und
wenn ich eins mit den gleichen öder ähnlichen ,,Symptomen" entdecke, werde ich es zuerst mit
Ledern versuchen und werde ich es entsprechend auch dokumentieren.

Danke und Gruß
Gregor

Die erwähnte Stiftebox


Eine der erwähnten Rolltaschen aus Filz
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Paula

Vielen Dank für die Aufklärung. Ich war davon ausgegangen, du hättest zumindest auf der Facette alle Rostnarben bei Deiner ersten Schärfung entfernt.

Manchmal hat es mir in der Vergangenheit richtig wehtgetan, wenn ich ein Messer auf dem Flohmarkt gekauft habe und es auf dem 1k Stein zuhause nach und nach immer schmaller wurde, bis ich mit der Lupe auf der Facette keine Rostnarben mehr sehen konnte.

Ich würde nicht sagen, daß es für einen Laien unmöglich ist, ein gebrauchtes Messer mit Pitting wieder angemessen aufzupolieren. Dazu braucht es einfach nur etwas mehr als Polierwolle und Autosol. Mit einem elektrischen Werkzeug wie einem Dremel, feinen Nasschleifpapieren, etwas Zeit, Bastelei und Geschick kriegst Du das auch locker hin.

Ich selbst hatte nie den Anspruch, alle Rostnarben auf einem Messer perfekt herauszuschleifen und zu polieren, bis eine glatte Oberfläche entsteht. Für mich reicht es, daß die Facette sauber ist. Der Rest mach eben den Charakter eines alten Messers aus.

Diese Stifeboxen gefallen mir sehr gut. Das sieht wenigstens ordentlich aus. Ich hebe meine Messer einfach nur in Kosmetikorganizern, Lippenstiftständern und Zehenspreitzern auf. :P

DailyDriver

Zitat von: Paula in 25. Oktober 2026, 19:11:29Ich war davon ausgegangen, du hättest zumindest auf der Facette alle Rostnarben bei Deiner ersten Schärfung entfernt.

Diese Stifeboxen gefallen mir sehr gut. Das sieht wenigstens ordentlich aus. Ich hebe meine Messer einfach nur in Kosmetikorganizern, Lippenstiftständern und Zehenspreitzern auf. :P
Ich achte schon darauf, dass ich beim Setzen der Facette da auch alle Rostnarben etc. entferne,
wahrscheinlich habe ich aber nicht genug in die Tiefe gearbeitet, d.h. nicht sorgfältig genug in
Richtung Rücken und so hat sich wohl aus kleinsten, nicht beachteten Punkten diese ,,Pest" wieder
ausgebreitet. 

Ich hadere seit der letzten Schärfung auf dem Green Welsh Slate mit mir, wie ich da weiter vorgehen
werde. Als eine Option steht da eine ,,Petroleum-Kur" als Grundlage für weitere Maßnahmen, hier ist
dann die Frage ob die Klinge entnieten wird oder nicht. 

——

Diese Stifteboxen (Holz) sind, ein wenig Qualität vorausgesetzt, leider nicht ganz billig und die Messer
haben sehr viel Platz, sind also nicht wirklich fixiert und bei Transport fliegen die dann schon mal durch
die Box. Anders dagegen die Rolltaschen aus Filz, kosten beim satten China-Mann so um die 2.-€/Stk.,
sind aber bei weitem nicht so repräsentativ und bei einem guten 6/8 wird es auch bereits eng, dafür 
volle Punktzahl bei einem Transport. 
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Tim Buktu

Ein Transport in den Stifteboxen stelle ich mir schwierig vor. Aber man zieht ja in der Regel nicht wöchentlich um. Und für den Transport dann geeignete Stoff-, Leder-, oder Filztaschen zu haben genügt doch, oder? In meinen Holzboxen, die auch den Blick auf die Messer freigeben gibt es keine Unterteilung für die einzelnen Messer. Ein Transport darin wäre nicht möglich/sinnvoll. Dafür habe ich eine Rolltasche. Die Lösung mit den Stifteboxen gefällt mir gut. Die Können gestapelt werden und die Messer ruschen nicht in der Box umher wenn man die Boxen bewegt. Meine Kisten könnte ich nicht stapeln.
Tranquilo - In der Ruhe liegt die Kraft...

PS: Alles nur meine persönliche Meinung, die sich durchaus beeinflussen lässt und sich deshalb gelegentlich auch ändert!

Paula

Meine Messer transportiere ich nur einzeln und dann auch nur rein ins Bad und wenn ich fertig bin, wieder zurück. Einen Umzug habe ich auch nicht mehr vor, jedenfalls keinen freiwilligen soweit ich in die Zukunft sehen kann. Aber alleine weil es so schön ordentlich ausschaut, gefallen mir die Stifteboxen sehr gut.

Ich denke, die Tütchen mit Silica Gel kann man sich sparen, es sei denn, man erneuert sie regelmäßig alle paar Wochen. Manche dieser Tüten kann man im Backofen trocknen und wiederverwenden, aber je nach Umgebungsbedingungen haben sie sich nach ein paar Wochen (mehr oder weniger) wieder mit der Feuchtigkeit der Raumluft vollgesaugt. Sinnvoll wäre das nur, wenn man die Messer längerfristig konservieren will und sie zum Beispiel zusammen mit den Silica Tüten in Plastikbeuteln einschweißt. Aber selbst das ist keine Lösung für die Ewigkeit, denn man soll es kaum glauben, die Feuchtigkeit diffundiert, wenn auch sehr langsam, durch normale Kunststofffolie durch.