So habe ich das Messer geschärft

Begonnen von alvaro, 12. März 2020, 14:05:40

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Ombel

Wow, so viele Steinchen :o Klasse! dh:
Neuer bedeutet selten besser.

DailyDriver

#676
Zitat von: MRetro in 30. Juli 2026, 16:40:50@DailyDriver
Wow, mit Ausstellungsvitrine ... sehr schön anzusehen. 👍
[Obwohl die vorherige Lagerung im Garten auch etwas hatte ... 😁]
Vielen Dank für die schönen Worte! dh:

Das mit ,,Vitrine" trifft es nicht ganz. Obwohl es nicht unbedingt hier in den ,,Schärfen"-Faden
gehört und ich zugegebenermaßen auch ein wenig prahlhaft wirke, möchte ich dennoch das
besagte Möbelstück in Gänze (und mit ein wenig Stolz) zeigen.

Es handelt sich um mein Gesellenstück (Bau- u. Möbeltischler), eine Anrichte aus dem Jahr 1984. 
Leider bieten die baulichen Vorraussetzungen in meinem Flur kein besseres Bild. Es ist eine Anrichte in
Esche und das, was darüber hinter Glas gerahmt zu sehen ist, ist die dazugehörige, handgefertigte
technische Zeichnung.



Danke und Gruß
Gregor
LIEBER HABEN OHNE ZU BRAUCHEN ALS GAR KEIN SPASs! 😎

DailyDriver

Zitat von: Ombel in 30. Juli 2026, 17:23:54Wow, so viele Steinchen :o Klasse! dh:
Vielen Dank!  dh:

Aber soooo viele sind dass jetzt auch nicht. Ich bewege mich da unter den ,,Verrückten" Wohl
eher noch im unteren Drittel. Aber wie sage ich da immer...

Man hat nie genug Steine, immer nur zu wenig Vitrine!  ;D

Gruß
Gregor
LIEBER HABEN OHNE ZU BRAUCHEN ALS GAR KEIN SPASs! 😎

Tim Buktu

Zitat von: MRetro in 30. Juli 2026, 16:40:50[Obwohl die vorherige Lagerung im Garten auch etwas hatte ... 😁]
Sieht ja eher nach einem Garten inklusive eines Steinbruchs aus.   ;)
Tranquilo - In der Ruhe liegt die Kraft...

PS: Alles nur meine persönliche Meinung, die sich durchaus beeinflussen lässt und sich deshalb gelegentlich auch ändert!

alvaro

Zitat von: DailyDriver in 30. Juli 2026, 18:37:20Man hat nie genug Steine, immer nur zu wenig Vitrine!  ;D
;D  ;D  ;D  ;D  ;D

DailyDriver

#680
Es gibt Neues aus dem Natursteingarten ...
,,Eine belgische Geduldsprobe"
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oder auch
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,,Schärfen auf einer Fensterbank"
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Nachdem der Schwerpunkt der letzten 14 Tage eher in der Fahrradwerkstatt als in meinem Natursteingarten zu finden war, bin ich nun froh, dass die Räder endlich vernünftig rollen und ich mich endlich wieder den lieben Steinchen widmen kann. Bei der letzten Progression war ja alles (außer das Messer) aus Japan und ich dachte mir, es wird wieder einmal Zeit, sich mit einem der Belgier zu beschäftigen, die ich noch nicht genutzt habe. Die Wahl fiel auf einen ungleichmäßig geschnittenen, naturverwachsenen Belgier, der wohl aus einer ehemaligen Tischlerei kommt. Rein optisch und haptisch ein sehr feiner, aber scheinbar auch sehr harter Stein, der aber in einem Teilbereich schon sehr dünn geworden ist. Hier hat es den Eindruck, als ob dort schon das Trägermaterial ,,durchscheint".
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Diesmal ist eine klassische, also vollumfängliche 1-Stone-Progression geplant, inkl. dem Setzen der Facette. Als Messer habe ich mein Gallito in 5/8 gewählt, eines der ersten Messer, mit dem ich angefangen habe.
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Die Progression (1 × Tape):
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- GBB angerieben mit einem GBB-Anreiber, 2 kompl. Durchgänge nach der ,,Dilucot-Methode"
- GBB mit klarem Wasser, stationär
- GBB unter fließendem Wasser, zum Finish dann mit 2 × Tape
- Zwischen- und finales Ledern mit dem QUERCUR Shell Cordovan
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Nachdem ich mich dazu entschieden hatte, auch die Facette neu zu setzen, war der erste Schritt das ,,Nullen" der Schneidkante durch ein geschmeidiges, langsames Ziehen selbiger über eine Kante der Trägerschicht vom Belgier, anschließend eine Lage Tape drauf und es konnte losgehen. Doch vorher noch ein unbedarfter Blick auf die Uhr, es war 15.25 Uhr.
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Um geeigneten Slurry für's Grobe zu erhalten, nutzte ich heute mal nicht meine sonst bevorzugte 1200er DMT-Diakarte, sondern einen natürlichen Anreiber, ebenfalls ein GBB. Nach den ersten Wechselschüben habe ich mir das Messer unterm Mikro angesehen und das Schliffbild entsprach meinen Erwartungen, also ging es mit der ,,Dilucot-Methode" weiter nach Plan. Auf den ersten Durchgang folgte ein gleicher, zweiter Durchgang, der mit einem Zwischenledern und einem ersten HT abschloss. Allerdings funktionierte der HT nicht wie erwartet, dieser war nur partiell am Ende der Klinge erfolgreich. Der prüfende Blick durch das Mikro zeigte zwar ein gröberes Schliffbild, aber für diese Vorgehensweise ein durchaus normales Schliffbild. Nun, gut oder eher nicht gut? Es ging nach der Reinigung des Steines & der Klinge mit klarem Wasser weiter.
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Angerieben mit Slurry

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Wie sagte da schon Mr. Miyagi: vor und zurück, vor und zurück, vor und zurück ...
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Nach den ersten Sätzen zeigten Wechselschübe und immer wieder der Blick durchs Mikro schnell, dass hier ganz und gar nix schnell ist. Ich habe nicht gezählt, aber nicht nur gefühlt dauerte es ewig, bis sich das Schliffbild in Richtung feiner veränderte. Ein kurzer, verstohlener Blick auf den Zeitmesser bestätigte unmissverständlich mein Gefühl, dass es heute wohl länger dauern wird. Immer wieder zwischendurch eine Kontrolle und ein HT, der sich nur mäßig erfolgreich zeigte. Irgendwann sagte ich mir, warum nicht endlich unter fließendes Wasser? Vielleicht zeigt die ,,Fensterbank" da endlich ihr tief im Inneren schlummerndes Potenzial. Also los, trau dich ... Neues Tape, neues Glück.
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Unter fließendem Wasser

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Unter fließendem Wasser hatte ich schon ein besseres Gefühl, die Wechselschübe liefen deutlich geschmeidiger, dennoch konnte auch diese Variante dem Belgier keine Geheimnisse oder schlummernden Talente entlocken. Das Schliffbild änderte sich zwar in Richtung ,,feiner", dennoch fast unmerklich. Irgendwann muss es aber auch gut sein, irgendwann muss man sich mit dem Gedanken abfinden, dass dieser Stein nicht für Rasiermesser geeignet ist. Dieser Punkt war dann auch erreicht. Ich schloss die Progression dann aber doch mit einem 2. Tape auf dem Stein ab und es folgte ein schier endloses Ledern auf dem Spanier. Am Ende funktionierte zumindest der HT einigermaßen, ein sehr kurz gefasstes Haar wurde zumindest über 3/4 der Klinge geteilt. Nicht mehr geteilt war dann letztendlich meine Meinung, die sagte nach grob 2 Stunden ... nu' ist es genug.
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Angerieben mit Slurry

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Fließend Wasser

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Endergebnis

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Ach ja...die Uhr zeigt jetzt 17.35h
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Die RdT:

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Das frisch geschärfte Messer kam dann auch an die üblichen 2-Tage-Stöppelkes und bereits die ersten Züge zeigten, dass der Begriff ,,geschärft" in diesem Fall etwas differenzierter gesehen werden muss. Das Messer ist (wie leider erwartet) zwar rasurbereit, es fehlt aber deutlich an Schärfe und somit Gründlichkeit. Man kann sich mit dem Messer rasieren, ja, aaaber mit Abstrichen. Nur mit kurzen Zügen geführt und zwingend darauf achtend, nicht zu oft über die gleichen Bereiche zu gehen, wird es am Ende schon glatt, aber halt nicht gründlich. Vor allem gegen den Strich habe ich letztendlich mit dem bereitstehenden VECTOR nachgeholfen. Wie heißt es bei der Beurteilung neuer Steine und/oder Progressionen immer so schön: Nur die Rasur zählt ...
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Kleines Fazit:
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Ich muss leider sagen, dieser Stein ist nicht wirklich für Rasiermesser geeignet. Ein sehr feiner, schöner Stein mit sehr schöner Haptik, ja, aber ich sehe ihn eher im Bereich von Hobelklingen und/oder Stechbeiteln. Das tut der Freude über diesen Stein aber keinerlei Abbruch, denn er funktioniert ja, nur halt nicht mit Rasiermessern.
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Zur RdT bitte hier entlang...
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... Immer neugierig bleiben!
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Danke und Gruß
Gregor
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Tim Buktu

Tranquilo - In der Ruhe liegt die Kraft...

PS: Alles nur meine persönliche Meinung, die sich durchaus beeinflussen lässt und sich deshalb gelegentlich auch ändert!

MRetro

@DailyDriver

Optisch auf den Fotos tat sich, glaube ich, noch nie so wenig wie bei diesem Stein. Aber da du genügend Werkzeuge für Holzarbeiten haben solltest, ist die weitere Verwendung ja gesichert. 😀
Sag einmal, wo treibst du denn deine Steine so auf: Verkaufsplattformen, Shops, Foren, ...?

alvaro

Zitat von: MRetro in 13. August 2026, 06:58:10Optisch auf den Fotos tat sich, glaube ich, noch nie so wenig wie bei diesem Stein.
Also hart und fein

DailyDriver

Zitat von: MRetro in 13. August 2026, 06:58:10@DailyDriver

Optisch auf den Fotos tat sich, glaube ich, noch nie so wenig wie bei diesem Stein. Aber da du genügend Werkzeuge für Holzarbeiten haben solltest, ist die weitere Verwendung ja gesichert. 😀
Sag einmal, wo treibst du denn deine Steine so auf: Verkaufsplattformen, Shops, Foren, ...?
Richtig, nur weil der zickige Belgier nicht mit Rasiermesser möchte, muss ich ihn ja nicht
gleich in einen Pappkarton verbannen. Ganz im Gegenteil, wie Du richtig bemerkt hast,
Bekommt er seine Chance in der Tischler-Werkstatt.  :D

Was das wie und woher meiner Steine angeht, schöpfe ich aus der gesamten Bandbreite
der Möglichkeiten, u.a. sind da die üblichen und unüblichen Verkaufsplattformen, auch
schon mal über einen lieben Mitforisten direkt in Japan, natürlich der MH, nicht zu Ver-
gießen sind die entsprechenden Händler. 

Ein ganz besonderes Spektrum bieten Flohmärkte, da kommt noch der Überraschungs-
moment hinzu.Ein wahrer Tipp sind freundliche Mitmenschen (wie mein Bruder), die man
in mühevoller Geduld für das eine oder andere Objekt der Begierde ,,sensibilisiert" hat... ;D

Gruß
Gregor 
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DailyDriver

Zitat von: alvaro in 13. August 2026, 12:34:13
Zitat von: MRetro in 13. August 2026, 06:58:10Optisch auf den Fotos tat sich, glaube ich, noch nie so wenig wie bei diesem Stein.
Also hart und fein
YEP! Fensterbank halt... ;D
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DailyDriver

#686
Es gibt Neues aus dem Natursteingarten...
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Ein Solinger ist reif für die etwas von der Insel

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Letztmalig im Juni diesen Jahres mit einer NAGURA-Progression auf einem jNat ,,Catfish" geschärft, darf das Messer heute wieder auf die Steine. Der Grund ist nicht unbedingt ein ,,Stumpf geworden", sondern eher das Bild, dass sich mir bei einer spontanen Kontrolle unter dem Mikroskop bot. Neben einigen Rostpunkten konnte ich erkennen, dass sich die Schneidkannte z.T. in eine Art ,,Wellenschliff" gewandelt hat. Ja, ich weiß, unter dem Mikroskop sieht alles sehr viel dramatischer aus und die eine oder andere ,,Macke" ist während einer Rasur wohl auch kaum zu merken, dennoch rebelliert da mein innerer Monk lautstark und minder heftig...
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Ich muss zugeben, dass, was ich bei der Kontrolle unter dem Mikro da gesehen habe, hat mich schon ein wenig überrascht, denn nachdem ich das Messer zuletzt im Juni diesen Jahres geschärft habe, kam es lt meinen Unterlagen gerade 2 x zum Einsatz und ich kann mir nicht erklären, wie diese doch recht ,,imposanten" Veränderungen der Schneidkannte zustande gekommen sind.
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Der nicht erklärbare ,,Wellenschliff"...
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Die Progression (1 x Tape):
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- SHAPTON Glass 1K - setzen einer neuen Facette
- SHAPTON Glass 4 & 8K
- Chainly Forest als Finisher
- geledert mit meinem SelfMade-Riemen Nr.IV (Cordovan/Rind)
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Zu Beginn der Progression hatte ich eigentlich gedacht, dass einige Doppelschübe auf dem 4k ausreichen würden, um diesen ,,Wellenschliff" zu egalisieren, aber weitgefehlt, diese Wellen wanderten mit jedem Schub auf dem Stein gleichsam mit in Richtung Rücken, auch ein mehrmaliges Ziehen durch den Korken brachte da nichts. Also, was tun? Ganz einfach...Tabula Rasa, ich habe die Schneidkannte auf der Kannte des 1K ,,genullt", und zwar mehrmals. Einerseits waren diese ,,Wellen" nun endlich Geschichte, andererseits bedeutete das aber auch eine Planänderung, nun muss die Facette eben auch neu gesetzt werden.
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Was nun folgte, entspricht meiner ,,normalen" Vorgehensweise, wie ich sie schon einige Male erfolgreich umgesetzt habe. Ab dem 1K ging es mit dem ersten Durchgang ,,16⇅ & 3⇅" los, bedeutet:
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16 Schübe/Züge auf einer Seite, dann Seitenwechsel und 16 Schübe/Züge auf dieser Seite. Dann geht es alternierend jew. -2 Schübe/Züge bis runter auf die 0, die 3 bedeutet 3 Sätze á 10 Wechselschübe/-Züge. Das Ganze ging 2-3x, bis letztendlich die spärlich vorhandenen Armhaare bei aufgelegtem Klingenrücken gekappt wurden. Auf dem 4k ging es nach dem ersten kompletten Durchgang nur mit Wechselschüben weiter, bis nach einem Zwischenledern ein HT durchgängig funktionierte. Bei dem 8k habe ich nur Wechselschübe gemacht, auch hier funktionierte der HT am Ende zu meiner vollen Zufriedenheit.
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Als Finisher habe ich mir diesmal weder einen jNat noch einen Thüri ausgesucht, sondern es kam ein Stein von der Insel auf den Halter, mein Charnley Forest. Selbiger ist ja bekanntlich ein Ölstein, allerdings habe ich da den Kompromissweg gewählt, anstatt ein vorgesehenes Schleiföl zu nutzen, habe ich mich für meine Lieblingsmische entschieden, dem Glycerin/Wasser-Gemisch im Verhältnis ½ : ½. Bei der geringen Größe des Steines, die nutzbare Fläche misst nur ca. 6,5x9cm, hieß es ab jetzt Geduld haben. Ich weiß auch nicht, wieviel Doppelschübe es insgesamt waren, es dauerte halt doch ein wenig länger...am Ende stand wie immer der HT, der auch diesmal bereits vor dem finalen Ledern funktionierte.
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Das Endergebnis

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Eine kurze Anmerkung/Erfahrung zum Thema Ölstein...
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Der deutlichste Nachteil bei Ölsteinen und der daraus resultierenden Notwendigkeit ein Schleiföl oder vergleichbares zu nutzen, liegt darin, dass es eine durchaus heftige ,,Sauerei" geben kann. Zumindest beim Blick durchs Mikro, hier zeigt sich dann der Vorteil des Glycerin, welches nämlich wasserlöslich ist, hier fällt die Reinigung der Klinge ggü. einem reinen Schleiföl recht einfach aus, mit genügend Wasser abspülen und trocknen, schon kann man die Schneidkannte ohne Tropfen- und Schlierenbildung unterm Mikro betrachten und kontrollieren. Genauso kann am Ende das gesamte Equipment sehr einfach, schnell und problemlos gereinigt werden, bei der Verwendung von Svhleiföl muss man höllisch aufpassen, dass jegliches Öl vollständig entfernt ist, sonst kann es passieren, dass man sich seine ,,Wassersteine" kontaminiert.
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Die RdT
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Ich bin sehr zufrieden, das Messer bietet ein wirklich sehr sanftes und gründliches Rasurverhalten. Der kleine Engländer arbeitet hervorragend mit dem Glycerin-/Wassergemisch und steht einem Ergebnis mit herkömmlichem Schärföl in nichts nach. Ich werde mit Sicherheit in Betracht ziehen, diese Kombination bei etwaigen ,,Problemmessern" als Möglichkeit zum Finish zu probieren.
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...immer neugierig bleiben!
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Danke und Gruß
Gregor
LIEBER HABEN OHNE ZU BRAUCHEN ALS GAR KEIN SPASs! 😎

alvaro

Schön, wieder einmal ein Engländer

DailyDriver

#688
Es gibt Neues aus dem Natursteingarten...ein Solinger sieht rot eh grün.
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Der
Green Welsh Slate (?)
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Warum die Steinbezeichnung mit einem Fragezeichen?
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Als ich den Stein letztes Jahr bekommen und auch hier im Forum vorgestellt habe, war mir nicht klar, um welchen Stein es sich überhaupt handelt. Natürlich hatte ich diese Frage auch im Zuge der Vorstellung gestellt und ein Forumskollege aus dem Nachbaruniversum hatte ihn als möglichen walisischen Schiefer, sprich einen Welsh Slate, erkannt. Mittlerweile habe ich ,,ein wenig" Recherchen angestellt und ich bin gleicher Meinung in Bezug auf die Herkunft und Bezeichnung des Steines, allerdings gibt es immer noch keinen 100%igen Beweis bzw. Nachweis. Sei's drum ... Er ist grün, er ist (wohl) ein Schiefergestein und er liegt in meinem Natursteingarten auf der linken Seite. Das alles ist mir Englisch genug.
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Bei meinen Recherchen zum Walisischen Schiefer als Schärfstein bin ich immer und immer wieder darauf gestoßen, dass (nicht nur) diese Steine sowohl mit Wasser als auch mit Öl betrieben werden können. Heute werde ich da wieder meinen oft angewendeten Kompromiss eingehen und das eigentliche Finish mit einem Glycerin/Wasser-Gemisch (½ : ½) absolvieren.
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Die Progression (1 × Tape):
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- SHAPTON Glass 1K → neue Facette gesetzt
- SHAPTON Glass 4 & 8k
- Green Welsh Slate mit klarem Wasser als Pre-Finish
- Green Welsh Slate mit Glycerin/Wasser-Gemisch (½ : ½) als Finish
- geledert auf meinem Self-made-Riemen IV (Cordovan/Rind)
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Eigentlich hatte ich nicht vor, eine neue Facette zu setzen, denn in meinen Erinnerungen hatte das Messer bisher immer gute Rasurergebnisse abgeliefert. Als ich dann aber wie immer vor dem ersten Steinchen eine Kontrolle der Schneidkante mit Hilfe des Mikros mache, hat sich mein Plan sehr schnell geändert. Der Grund dafür ist auszugsweise in den u. a. Bildern zu sehen. Dieser erschreckende ,,Lochfraß" setzte sich, wie in kleinen Nestern verteilt, über die gesamte Breite der Klinge fort. Also ging es anstatt zur Auffrischung auf dem 4K zuerst einmal auf den SHAPTON Glas 1K.
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Bsp. der ,,entdeckten" Schäden

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Es bedurfte dann doch einiger Schübe, um diesem Lochfraß einigermaßen Herr zu werden. Angefangen mit alternierendem Vorgehen standen am Ende vorzugsweise die Wechselschübe. Letztendlich konnte ich zumindest eine durchgängig ,,saubere" Schneidkante/Facette erzeugen, welche am Ende auch die angestrebte Schärfe (Armhaare) hatte. Die Kritiker unter uns werfen jetzt natürlich ein, dass die Größe und Ausdehnung dieser Schäden wohl bei der Rasur nicht störend seien. Die knapp 300-fache Vergrößerung des Mikroskops lässt das alles schlimmer aussehen, als es in der Realität sei. Da mögen sie Recht haben, allerdings, und das weiß ich aus Erfahrung, breitet sich bei ,,Nichtbehandlung" solcher Schäden selbiges unweigerlich weiter aus und kann ganz schnell zu größeren, dann sehr wohl bemerkbaren Schäden führen. Aus dieser neuerlichen Erfahrung heraus kann ich nur jedem empfehlen, seine Messer öfters einmalig kontrollieren, vor allem, wenn der Bestand etwas größer ist und somit eine Rotation länger dauert.
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Nach dem 1K (li.) und dem 4k (re.)
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Der weitere Weg vom SHAPTON Glass 1K nach dem Setzen der neuen Facette bis zum SHAPTON Glas 8 war dank des ,,willigen" Stahls und der nahezu perfekten Messergeometrie ohne weitere Probleme recht zügig und mit gutem Ergebnis abgearbeitet. Ich wäre ja nicht ich, wenn ich nicht zu den optischen Kontrollen unter dem Mikro auch meinen Lieblingsindikator, den Haartest, probiert hätte. Selbiger war nach dem 4k bereits möglich, allerdings noch nicht wirklich durchgängig über die gesamte Länge. Das änderte sich aber im Zuge der Wechselschübe auf dem 8k. Nun sollte es zum Finish auf den walisischen Schiefer gehen, zuerst, quasi als Pre-Finish, nur mit klarem Wasser (nur stationär) und zum eigentlichen Finish dann mit meiner Lieblingsmische, dem Glycerin/Wasser-Gemisch (½ : ½).
Nach dem 8k (li.) und dem Pre-Finish mit klarem Wasser (re.)

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Um die Veränderungen der Facette/Schneidkante besser und genauer im Blick zu haben, habe ich auf dem Stein sowohl mit dem klaren Wasser als auch mit der Mischung nur mit Wechselschüben gearbeitet. Was mir bereits nach den ersten Wechselschüben aufgefallen ist, war der doch etwas ,,metallische", fast schon spröde Klang, der sich mir da bot. So hatte ich den Stein gar nicht mehr in Erinnerung. Sei's drum, das Ergebnis am Ende zählt. Ich habe nicht gezählt, aber eine Veränderung der Schneidkante war recht zügig zu erkennen. Die Flanken wiesen ggü. dem Ergebnis vom 8k feine Kratzspuren auf. Auch war ich der Meinung, dass sich an der vordersten Schneidkante eine leichte ,,Zahnung" entwickelte, wie sie auch u. a. bei einem Thüringer zu erkennen ist. Tja, nun stellt sich aber ein kleines Problem ... Wann ist das Messer soweit, um zum eigentlichen Finish, sprich auf das Glycerin/Wasser-Gemisch, umzuschwenken? Der Engländer ist stumm wie ein Fisch (& Chips), gibt keinerlei Rückmeldung, außer diesen leicht blechernen Klang ...
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Ich entschied, mich ungefähr an dem LaLune zu orientieren. Dieser bietet ungefähr das gleiche Gefühl und mit dem habe ich schon gleiche Finishes höchst zufrieden hinbekommen. Nach gut 5–6 Sätzen (ca.-Angabe) ging es mal zum Zwischenledern mit anschließendem Haartest. Letzterer funktionierte ganz gut, aber da geht mehr, also noch mal das Ganze und siehe da, der HT war definitiv besser. Nu' ist es soweit, es erfolgt der Wechsel vom klaren Wasser zu meiner Mischung. Das Handling auf dem Stein wurde nicht nur angenehmer, samtiger, sondern vor allem ruhiger. Unterm Mikro konnte ich nach den ersten ,,Runden" nicht unbedingt eine klar erkennbare Veränderung feststellen, vielleicht ein bisserl ,,polierter", ja, das kann aber auch nur einem gewissen Wunschdenken geschuldet sein. Ähnlich wie beim LaLune, hier sind doch deutlich Parallelen festzustellen, dauerte es. Wie sagt da Mr. Miyagi ... vor und zurück ... vor und zurück ... vor und ...
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Nach gut 10–12 Sätzen reinigte ich die Klinge unter fließendem Wasser und es folgte, was folgen musste ... Richtig, ein Haartest, und siehe da, ohne Ledern klappte selbiger mit einem Haltepunkt von gut 2–3 cm über die gesamte Länge. Das genügte mir, habe fertig ...
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Final folgte ein ausgiebiges Ledern und natürlich eine mit Spannung erwartete RdT.
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Das Endergebnis
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Die RdT
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Wow, das war schon eine Überraschung! Ich hatte zwar ein vernünftiges Rasurergebnis erwartet, das war mir einfach der HT schuldig. Dass es jedoch so gut ausfiel, hatte ich nicht erwartet. Da passte alles ... scharf, sanft, gründlich. Ich behaupte auch einmal, dass das Ergebnis dem meiner Thüris absolut gleichwertig ist. Ich bin sehr gespannt, wie lange sich dieses tolle Rasurverhalten halten wird.
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Zur RdT bitte hier entlang...
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Kleines Fazit
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Dieser grüne Engländer lag wohl zu lange eher unbeachtet in meinem beschaulichen Natursteingarten, das tolle Ergebnis schreit quasi nach mehr. Ich werde das Steinchen definitiv auch mit anderen Messern probieren und vergleichen, allen voran mind. ein FRIODUR, welche sich ja auf manchen Steinen doch eher als etwas zickig erweisen. Im Zuge dessen könnte ich auch mal am Mischungsverhältnis meiner Lieblingsmische Glycerin & Wasser experimentieren ... schau ich mal.
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... Immer neugierig bleiben!
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Danke und Gruß
Gregor
LIEBER HABEN OHNE ZU BRAUCHEN ALS GAR KEIN SPASs! 😎

Tim Buktu

Zitat von: DailyDriver in <strong>Gestern</strong> um 13:49:34... und er liegt in meinem Natursteingarten auf der linken Seite. Das alles ist mir Englisch genug.
;D
Tranquilo - In der Ruhe liegt die Kraft...

PS: Alles nur meine persönliche Meinung, die sich durchaus beeinflussen lässt und sich deshalb gelegentlich auch ändert!