gut-rasiert
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Autor Thema: alte "Kuriose" Geschichten, Ratschläge und Literaturquellen  (Gelesen 8696 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
alvaro
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Mit sanfter Schärfe glatt!


« Antworten #30 am: 20. Oktober 2020, 16:55:17 »

Lieber @Paula mein Dank ist dir gewiss.
Wie bekannt lautet mein Motto "gelobt sei was scharf macht", und dabei ist es mir total egal mit was das geschieht.
Ich denke man muss hier viel mehr gegen "denk Schranken" kämpfen.
Ich finde es sehr seltsam wenn man selbst heute noch die Funktion von Paste leugnet, als fast 200 Jahre nach den oben beschriebenen Verfahren.
Ich finde es immer toll wenn man ohne Paste auskommt, aber deswegen die Funktion zu leugnen, oder es als Unvermögen des Schärfers dar zu stellen ist für mich ein "No go".

@EasyRider trink ein Bier für mich mit, das hilft bei dem Test  Grinsend
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Paula
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« Antworten #31 am: 20. Oktober 2020, 18:59:58 »

Damit hast du dir einen Ehrenplatz in der erlauchten Schar der (Fach-)Literaturhistoriker gesichert! Daumen hoch Smiley
Das ist jetzt aber eindeutig zu viel der Ehre, schließlich sitze ich hier nur auf der Couch herum und stöbere in alten Büchern, weil es mir Spaß macht.

Lieber @Paula mein Dank ist dir gewiss.
Gern geschehen, ist mir doch eine Ehre, hier etwas zur Unterhaltung beizutragen.


.... Ich finde es sehr seltsam wenn man selbst heute noch die Funktion von Paste leugnet, als fast 200 Jahre nach den oben beschriebenen Verfahren. Ich finde es immer toll wenn man ohne Paste auskommt, aber deswegen die Funktion zu leugnen, oder es als Unvermögen des Schärfers dar zu stellen ist für mich ein "No go".
So seltsam ist das eigentlich gar nicht. Es wird mit Sicherheit auch historische Quellen geben, die vom Einsatz des Pastenriemens abraten oder ihn nur als Notlösung betrachten. Das ist heute, im 21Jh trotz SEM Beweisen so und dann wird es früher auch so gewesen sein. Augen rollen
 
.... @EasyRider trink ein Bier für mich mit, das hilft bei dem Test  Grinsend
Grinsend Grinsend Ich mach' mir gleich in die Hose....

...Die "Urin-Methode" muss umgehend ausprobiert werden... Grinsend
Ich wusste genau, daß die Urin-Methode ein Knaller wird und habe dieses Zitat ganz bewusst zuerst gebracht um den geneigten Leser zum Weiterlesen zu animieren, um ihn sozusagen bei der Stange zu halten. angel


Am meisten wundere ich mich eigentlich über die Glasplatten, die mit Polierrot "mattiert" wurden. Ich hätte nicht gedacht, daß Eisenoxid in der Lage ist, Glas zu ritzen. Hat da jemand eine Erklärung für die Aussage des Autors, oder muss ich das am Ende selbst probieren? Kremer grün u. rot hätte ich da, ich brauch nur ein entsprechendes Stück Glas.
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doorsch
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« Antworten #32 am: 05. November 2020, 22:15:51 »

Schön das der Faden hier weiter gestrickt wird...das freut mich...auch wenn ich mal wieder sehe das es mit wöchentlichen Updates hierzu eher nichts war....aber das bringt mich dazu mal wieder in alten abgelegten Quellen zu stöbern  Smiley
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Paula
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« Antworten #33 am: 27. Dezember 2020, 11:51:56 »

Hier haben wir ein sehr schönes Exemplar für eine historische Quelle, mit Bildern, Beschreibungen und allem Drum und Dran Daumen hoch.

Das "Essay on barber's razors, razor hones, razor strops and razor honing", Autor und Herausgeber Napoleon LeBlanc, Juli 1895.

Die Kuriosität befindet sich im Kapitel über die belgischen Ölsteine, oben auf S.15.
Öl und Rasierschaum sind mir als Gleitmittel bekannt, aber welches besondere Öl dort empfohlen wurde, erschien mir zunächst kurios. Aufklärung fand ich in Wikipedia. Die englischen und deutschen Begriffe "Sperm Oil" und "Walrat" waren mir nicht geläufig. 

Nebenbei bemerkt, Wasser, heutzutage sozusagen Standard für belgische Steine, wird nicht aufgeführt. Hat da irgendeiner eine Erklärung für diesen Wandel? Waren das damals andere Steine als sie heute verwendet werden, oder wussten es die Leute damals einfach nicht besser, was ich mir nicht vorstellen kann oder benutzt man heutzutage mit der Uni- / Dilucot Anreiberei die Steine anders als sie "traditionell" vor 150 Jahren verwendet wurden?Huch

Hinweis: Wer mit dem Link oben nicht zurecht kommt, der findet das Buch auch an anderen Stellen im Netz, z.B.: https://books.google.de/books?id=9dbKBgAAQBAJ&pg=PA1



@EasyRider Schau' mal auf S.30. Da gibt es die nächste Kuriosität, passend zu Deinem Gummihai, den original "Shark Hide Razor Strop."
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doorsch
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« Antworten #34 am: 27. Dezember 2020, 13:27:17 »

Nun ja die Belgier wurden gerade in alten Zeiten als „Öl Steine“ als „Belgische Ölsteine verkauft. Sicherlich war das Wissen über die Belgier selbst vielleicht noch nicht so ganz ausgeprägt wie heute. Ich denke man kann mit einem Belgier als Abschluss mit Öl sehr fein arbeiten, also gab es vielleicht damals gar nicht den Bedarf viel mit Schleifschlamm und Wasser zu arbeiten. Man verwendete als andere Steine in der Vorbereitung für die gröbere Arbeit und erst dann den Belgier im Abschluss mit Öl....
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EasyRider
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« Antworten #35 am: 27. Dezember 2020, 14:06:43 »

@Paula: Vielen lieben Dank! Hoch interessant! Woher bekomme ich jetzt bloß eine Haihaut?  Huch  Grinsend
Nun, der Lederladen in Berlin wird mir eine besorgen können, da bin ich mir sicher... Grinsend
Und dieser Wunsch wird die nicht mal überraschen, denn die halten mich ohnedies schon für ziemlich bekloppt... Grinsend
Zur Frage Belgier/Öl: Der Junker aus der Uckermark hat beim Nachbarn mal geschrieben, dass früher die belgischen Brocken nicht mit Wasser, sondern mit Öl betrieben wurden. Er hat damals aber nur Häme und Spott (bezeichnenderweise von Leuten, die an Jahren jünger sind als er sich mit Messern und Schärfen beschäftigt, dafür für sich aber das Renommee reklamierten, forenprominente Facetten-Physiker zu sein) geerntet...
Wie schrieb doch gleich Leopold von Ranke: "Der Hybris Ende ist die historische Quelle."


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Paula
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« Antworten #36 am: 27. Dezember 2020, 14:43:42 »

Mich beeindruckt immer wieder die Kreativität der Menschen damals, was sich auch z.B. im Kapitel zur Vorbereitung von Leinenriemen zeigt. @Alvaro Da habe ich ein paar Anregungen gefunden, die ich testen möchte. Zwinkernd
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alvaro
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Mit sanfter Schärfe glatt!


« Antworten #37 am: 27. Dezember 2020, 15:21:20 »

Wenn du Material brauchst sag bescheid
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Paula
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« Antworten #38 am: 27. Dezember 2020, 20:10:25 »

@Alvaro Danke für das Angebot. Von Deinem Stoff habe ich noch genug da Daumen hoch, um die Vorschläge im Buch zu testen.

@Paula: Vielen lieben Dank! Hoch interessant! Woher bekomme ich jetzt bloß eine Haihaut?  Huch  Grinsend...
In einer chinesischen Apotheke oder beim nächsten Zoobesuch, vielleicht???

...Er hat damals aber nur Häme und Spott.....geerntet....Wie schrieb doch gleich Leopold von Ranke: "Der Hybris Ende ist die historische Quelle."
In diesem Fall kann man sich nur damit trösten, daß man es eben besser weiß, aber ärgerlich ist sowas trotzdem immer wieder.

Am besten, man testet es selbst aus. Was der Eine mag, muß dem anderen nicht auch gefallen. Der Autor des Buchs sieht es ebenso und meint, daß nicht jeder Barbier mit jedem Stein gleich gut zurecht kommt und einfach probieren sollte, welches Gleitmittel und welcher Stein seinen Bedürfnissen und seiner Arbeitsweise am besten entspricht.
So 100% glücklich bin ich mit meinem belgisch geölten Messer nicht. Bei Öl, statt fließendem Wasser bleibe ich, aber Ich will noch weiter testen.



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Paula
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« Antworten #39 am: 06. Juli 2021, 08:15:11 »

Es hat zwar nicht unmittelbar mit der Rubrik "Messerpflege - Instandhaltung" zu tun aber mit "alten Geschichten".

Auf der Seite 10 haben wir die "RULES OF THE WISCONSIN STATE BOARD OF HEALTH GOVERNING THE SANITARY REGULATION OF BARBER SHOPS" mit 18 Regeln, an die sich die Barbiere Anfang des 20Jh. in den USA zu halten hatten, wenn sie einen Barber Shop betreiben wollten. In erster Linie geht es natürlich um Ordnung, Sauberkeit und Hygenie.

https://books.google.com/books?id=hf4fAQAAMAAJ&pg=PA10#v=onepage&q&f=false

Wie man nachlesen kann, waren Abhängen, Rumlümmeln, Zeitung lesen und sich einen Drink zu genehmigen nicht verboten, was bestimmt auch zum Erfolg beigetragen hat und auch heute wieder tut.
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alvaro
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« Antworten #40 am: 07. Juli 2021, 06:40:04 »

Wieder einmal eine sehr interessante Info
Danke
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