gut-rasiert
26. August 2019, 08:52:34 *
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Autor Thema: Razorine DE-Rasiermesser  (Gelesen 5156 mal)
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owlman
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Eine Woche hat auch nur sieben Rasuren.


« am: 27. Januar 2019, 19:13:04 »



Die Razorine ist ein Wechselklingenmesser aus Messing für ganze DE-Klingen. Der Kopf ist mit einem Rasierhobel der Form nach halbwegs vergleichbar, allerdings wird die Klinge nicht gebogen. Laut dem italienischen Hersteller stammt das Design aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wurde aber lange Zeit nicht mehr produziert. Angeblich werden für die heutige Produktion teilweise die alten Maschinen verwendet.

Erhältlich ist sie in verschiedenen Online-Shops; auf der Hersteller-Website www.razorine.com findet sich eine Händlerliste. Es werden zwei verschiedene Varianten angeboten, einmal golden für 38 EUR und einmal silber verchromt für 42 EUR.

In diesem Video führt Gianni, seines Zeichens der Hersteller, sein Produkt selber vor:
https://www.youtube.com/watch?v=pe2caOgXqbI

Ich habe die Razorine durch einen Pass-Around testen können und insgesamt dreimal benutzt. Leider habe ich keine Möglichkeit mehr, weitere Fotos zu machen.

Beim ersten Einsatz fühlte ich mich bei der Verwendung zunächst sehr an Zahnseide erinnert, damit habe ich nämlich ähnliche Koordinierungsprobleme...  Augen rollen Es braucht schon etwas, bis halbwegs klar ist welcher Winkel und welche Handhaltung an welcher Stelle nötig ist, um die Klinge korrekt führen und dabei auch etwas sehen zu können. Diese Eingewöhnung hatte ich (trotz des Videos von Gianni) auf jeden Fall unterschätzt, so dass ich es bei einem Durchgang belassen und für den Rest zum Hobel gegriffen habe.

Die Handhabung ist grundsätzlich sicher, ich fand den Griff zumindest nicht rutschig. Beim Einsetzen der Klinge stand sie zunächst an einer Seite weiter heraus als an der anderen (die Verschraubung hat Spiel, das Loch ist klar zu groß), das lässt sich aber rasch korrigieren; man sollte aber wohl schon darauf achten.

Nach ein paar Trockenübungen ohne Klinge ist mir die Handhabung beim zweiten Einsatz etwas besser gelungen, sie bleibt aber umständlich. Entsprechend habe ich mich da mit zwei Durchgängen rasiert, einmal mit und einmal quer, und während der erste Durchgang dank der Übung besser verlief, zeigte sich die Quer-Rasur gerade im Halsbereich sehr schwierig weil mir dort immer der Stiel irgendwie im Weg war. Augenscheinlich muss man sich hier auf "aufwärts" und "abwärts" beschränken. Im Ergebnis war ich leidlich glatt.

Im dritten Einsatz ist mir der erste Durchgang wieder etwas leichter gefallen, der zweite Durchgang mit der Quer-Rasur blieb aber schwierig. Am besten ging es, wenn ich die Razorine recht weit hinten angefasst habe und - wie auch Gianni es im Video tut - viele sehr kurze Züge machte. Der Nachteil ist, dass dies meine Haut doch spürbar beansprucht; das After Shave hat jedenfalls gut gebissen, und einen kleinen Cut gab's auch.

Da mir eingefallen war, dass ich vor einiger Zeit bei einem Tauschhandel mal eine Halbklingen-Shavette als Zugabe erhalten hatte, habe ich diese für einen dritten Durchgang verwendet (es war mein erster Einsatz einer Shavette überhaupt). Vom Fleck weg erschien mir die Handhabung zwar auch aufwändig aber intuitiver, was ich insbesondere auf die andere Gewichtsverteilung zurückführe. Die Razorine ist naturgemäß kopflastig, die Shavette hingegen ist ausgewogen und durch den schmäleren "Kopf" übersichtlicher; zudem hat man mehr Manövrierraum für die Hand. Aus meiner Sicht sind beides daher recht unterschiedliche Werkzeuge.

Unterm Strich ist die Razorine ein schönes Spielzeug für Leute, die Spaß an einer technischen Herausforderung haben. Ich bin allerdings eher jemand, der das Rasur-Ritual gemütlich genießt, von daher geht die Razorine glaube ich leider an meinen Bedürfnissen vorbei, auch wenn ich das Ding an sich sehr interessant finde.
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DrYad3
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« Antworten #1 am: 27. Januar 2019, 20:01:35 »

Danke für den schönen Bericht. War kurz vorm bestellen, hatte es seinerzeit aber sein lassen. Dein Bericht bestätigt meine Zweifel am „nutzen“. Somit sind gänzlich alle haben-wollen Gefühle verflogen.
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Gruß D
Onkel Hannes
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« Antworten #2 am: 27. Januar 2019, 20:13:45 »

Danke für die Vorstellung! Daumen hoch Mir war das Ding vollkommen neu.

Selbst bei den italienischen Schaumesbrüdern, bei denen ich ab und zu vorbeischaue, habe ich noch nie etwas darüber gelesen. Eine Suche in deren Forum ergibt wenige, wenig ergiebige Treffer.

Gestern habe ich schon mit einem italienischen Freund darüber sinniert, der das Ding auch nicht kannte, obwohl er älteren Baujahres, sehr gebildet und affin gegenüber allem ist, was alt ist und mit Stil zu tun hat.
Wir kamen zu dem Schluß, daß das Ding wohl eher für den Barbier gedacht sei, um damit den Nacken oder um Konturen zu rasieren, anstatt für die eigene Naßrasur. Auch den Gedanken, daß es sich in Wirklichkeit vielleicht gar nicht um ein altes Design handeln könnte, sondern um den Versuch, mit einem auf alt gemachten Produkt auf den Retro-Design-Zug aufzuspringen, haben wir diskutiert... Dazu müßte man sich einmal das Patent angucken.

Egal, jedenfalls ein schönes Objekt im Kuriositätenkabinett der Naßrasur.
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That's my secret, Cap. I'm always angry. (Dr. Bruce Banner, The Avengers)
Tim Buktu
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Mensch sei großzügig oder stirb! K.Brenner


« Antworten #3 am: 27. Januar 2019, 21:09:22 »

Wenn der Hersteller noch etwas am "Kopf-Design" feilt und die Klinge gebogen würde, könnte ich da auch schwach werden .Allein schon weil die Dinger gut aussehen. Bin jetzt schon angetriggert, kann mich aber dank des Berichts von owlman noch zurückhalten.
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Tranquilo - In der Ruhe liegt die Kraft...

PS: Alles nur meine persönliche Meinung, die sich durchaus beeinflussen lässt und sich deshalb gelegentlich auch ändert!
Perikles
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« Antworten #4 am: 28. Januar 2019, 16:17:01 »

Schöne Vorstellung  Daumen hoch Als ich das Bild sah, dachte ich sofort: Das musst Du haben/probieren. Nach dem Bericht aber lasse ich es aus praktischen Gründen besser bleiben, auch wenn das Teil an sich auf mich einen Reiz ausübt, weil es so puristisch wirkt.
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ander
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« Antworten #5 am: 28. Januar 2019, 17:56:12 »

Als ich das Bild sah, war mir gleich klar: damit kann ich mich nicht rasieren  Zwinkernd
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owlman
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Eine Woche hat auch nur sieben Rasuren.


« Antworten #6 am: 28. Januar 2019, 18:38:50 »

Wir kamen zu dem Schluß, daß das Ding wohl eher für den Barbier gedacht sei, um damit den Nacken oder um Konturen zu rasieren, anstatt für die eigene Naßrasur.

Die Theorie halte ich für durchaus plausibel. Eigengebrauch ist zwar möglich (siehe Video von Gianni), aber die verschiedenen Probleme die ich damit hatte dürften tatsächlich keine große Rolle mehr spielen sobald man nicht mehr sich selbst sondern jemand anderem damit zu Leibe rückt, das ganze also mit mehr Überblick und Bewegungsfreiheit angehen kann.
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kretzsche
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« Antworten #7 am: 06. Februar 2019, 16:19:36 »

Meine Friseuse (ü70) setzt so etwas zum Ausrasieren des Nackens und der Kotletten ein, sehr geschickt und mit Erfolg. Seit meinem Wunsch auch mit etwas Wasser, dann rutsch es doch merklich besser...

cu Uwe
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Ocrana
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« Antworten #8 am: 06. Februar 2019, 17:21:35 »

Optisch gefällt mir das DE-Rasiermesser ganz gut, aber ich glaube, die Art der Handhabung ist nichts für mich. Aber danke für die Vorstellung dieses Stücks!
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heikok
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Frisch, fromm, fröhlich, frei!


WWW
« Antworten #9 am: 06. Februar 2019, 18:04:20 »

Das erinnert mich doch glatt an die Kamette, von der mein Arbeitskollege eine Kleinserie aufgelegt hatte  Grinsend
Das Teil habe ich noch immer im Bestand.

https://www.gut-rasiert.de/forum/index.php/topic,17479.0.html

Das Teil verrichtet seine Arbeit sehr gut  Daumen hoch
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OldSalt
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« Antworten #10 am: 25. M?rz 2019, 21:34:25 »

Hab auch mit dem Ding geliebäugelt und im Netz Videos geschaut. Als einer sagte, das Ding sei wie ein R89, war mein Interesse vorbei. Dazu kann ich mir nicht vorstellen, dass es sich damit besser rasiert als mit einem DE Sicherheitsrasierer. Im Moment nehme ich den R41 oder Shavette.
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alvaro
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Mit sanfter Schärfe glatt!


« Antworten #11 am: 25. M?rz 2019, 22:00:35 »

Ich durfte das teil testen.
Eine Rasur, und auf mehr verzichte ich freiwillig.
Egal welcher Hobel, Shavette oder Messer, alles lag mir besser wie dieses Teil
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SaschaK
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« Antworten #12 am: 26. M?rz 2019, 09:54:32 »

Um mal eine positivere Stimme beizutragen:
Für Bartkonturen kann die Razorine in ihrer Nicht-Fisch-noch-Fleisch-Haftigkeit durchaus genau das Gerät sein, das man braucht.

Ich sage kann, weil ich nur kurz getestet habe. Aber bei der ersten Rasur hat sie mich schlichtweg begeistert. Die andere Handhabung (Winkel, wie setze ich an, "wenden"...) ging vom Fleck weg einfach und intuitiv. Gut, das war an den Wangen, am Hals quer hatte auch ich Probleme. Aber die habe ich genau dort und genau in die Richtung mit Messer/Shavette auch (bei denen mir immer noch die Routine fehlt). Vermutung: Ist eben ein anderes Rasurgerät, man muss sein spezifisches Handling damit finden und trainieren.

Das macht die Razorine ggf. überflüssig, wenn man keinen Anlass hat, etwas an seiner (vollständigen) Rasur zu ändern.

Wenn einem aber mit anderen Rasurgeräten etwas fehlt, wie z.B. Präzision und/oder Manövrierfähigkeit bei Bartkonturen, lohnt es sich, die Razorine anzuschauen, gerade WEIL sie etwas anders funktioniert und für mich genau im (teil-)bärtigen Anwendungsbereich Vorteile bietet.
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« Antworten #13 am: 26. M?rz 2019, 19:53:14 »

Ich fand das Teil höchst interessant. "Interessant" mag sich vielleicht negativ anhören, aber so ist es nicht gemeint! Die Rasurqualitäten sand ich toll, Handhabung als Messerer war auch nicht wirklich ungewohnt. Daa Einlegen der Klinge und die Verabeitungsqualität wären zwei Sachen, die mich eventuell etwas stören würden. Ansonsten hatte ich bei den beiden Testrasuren Spaß!!!  Daumen hoch
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Viele Grüße, Christoph
efsk
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« Antworten #14 am: 29. M?rz 2019, 20:02:47 »

Wie habt ihr diese Rasierer testen können?
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Verzeih mir mein Deutsch. Ich bin ein Holländer.
lG - Richard
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