gut-rasiert
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Autor Thema: Alternative Riemenmaterialien  (Gelesen 15056 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
EasyRider
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« Antworten #30 am: 22. Februar 2021, 17:41:57 »

@Paula

Vielen Dank für diesen interessanten und vor allem auch inspirierenden Testbericht.  Daumen hoch
Meine Leinenriemen sind alle unbehandelt. Bei den Top-Vier werde ich es auch so belassen, denn die performen alle auf "Cordovan-Niveau". Dass das mit (dem richtigen!) Leinen möglich ist, hat mich dann doch sehr erstaunt. Vor allem der Franzose liefert eine Arbeit ab, die mit jedem Spitzenleder (Cordovan, Horsehide, Yak, Bison, Känguru und Elch) in Wettbewerb treten kann.

Das eine oder andere Leinen böte sich aber für eine Behandlung an. Da werde ich sicher auf deine Versuche mit dem Graphit zurückkommen. Vor allem aber möchte ich etwas wirklich Verrücktes versuchen: Habe von einem Kollegen im französischen Forum, der hier zuweilen mitliest, gestern noch eine PM bekommen, in der er mir seine "Leinen-Methode" vorstellte. Und die sieht so aus: Ochsenklauenöl erhitzen, etwas Zahnpaste untermengen und dieses Gemisch dann dünn auf dem Leinenriemen auftragen und sodann kräftig einwalken. Der Bretone, der im französischen Forum in hohem Ansehen steht, schwört jedenfalls auf diese Methode und meinte, damit lasse sich "eine Klinge so scharf machen, wie Brigitte Bardot einmal gewesen" sei... Grinsend

Das ist doch wirklich Grund genug, diesen Versuch zu wagen... Grinsend
 
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Paula
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« Antworten #31 am: 22. Februar 2021, 20:37:36 »

....Meine Leinenriemen sind alle unbehandelt...
.... bis auf den Pink Lavender von BalticFlax, der ist nämlich Stone Washed. Das ist wahrscheinlich mit meiner Bimssteinrubbelei vergleichbar.

Ich habe noch ein paar Fotos von der Bastelei. (Da ich den Stoff zu einem Schlauch genäht und zur Stabilisierung einen Streifen Sicherheitsgurt hinein geschoben habe, schimmert der dunkle Gurt etwas durch.)

Ich habe auch das Klauenöl benutzt. Das Bild trügt ein wenig, als das Öl eingezogen war, konnte man nichts mehr davon sehen und der Stoff wurde viel weicher.
Click:

Einen ähnlichen Stein, nur viel kleiner, hatte ich mal vor Jahren in einer neuen Jeans gefunden.
Dieser ist aus der Drogerie.
Click:

Man kann einen leichten Flaum erkennen, der vorher nicht da war.
Click:


. .. Ochsenklauenöl erhitzen, etwas Zahnpaste untermengen und dieses Gemisch dann dünn auf dem Leinenriemen auftragen und ...Versuch zu wagen...
Das ist ja mal eine gute Idee, meine Pasten auf Textil gefallen mir ohnehin. Da bin ich mal gespannt, was bei Deinem Versuch herauskommt.
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Tim Buktu
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Mensch sei großzügig oder stirb! K.Brenner


« Antworten #32 am: 23. Februar 2021, 08:34:14 »

Sehr interessante Berichte!
Einen Leinenriemen mit französischem Grundmaterial werde ich mir wohl bei Gelegenheit einmal basteln.
Vielen Dank für den Motivationsschub!

Edit: @EasyRider: Hast Du über die Internetseite von Lemaitre Demeestere per Mail Kontakt aufgenommen und ein Stück des Leinens bestellen können? Einen großen Ballen des Materials will ich ja nicht unbedingt abnehmen.
« Letzte Änderung: 23. Februar 2021, 08:39:27 von Tim Buktu » Gespeichert

Tranquilo - In der Ruhe liegt die Kraft...

PS: Alles nur meine persönliche Meinung, die sich durchaus beeinflussen lässt und sich deshalb gelegentlich auch ändert!
EasyRider
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« Antworten #33 am: 23. Februar 2021, 13:53:51 »

@Tim Buktu

Ja, ich habe sie per Mail angeschrieben und um ein Muster des von mir ausgewählten Stoffes in der Größe 40x40 cm gebeten. In dieser Größe deshalb, weil mir die Textilingenieurin sagte, das sei die genormte Serviettengröße und von dieser hätten die Leinenwebereien stets Musterexemplare zur Verfügung. Hat bestens geklappt, bekam das gute Stücke erstaunlich rasch, nämlich innerhalb von zehn Tagen.

Korrektur: 45 x 45 cm
Sorry, wieder mal zu schnell getippt. Smiley
« Letzte Änderung: 23. Februar 2021, 14:06:21 von EasyRider » Gespeichert
Tim Buktu
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« Antworten #34 am: 23. Februar 2021, 23:26:52 »

Danke!
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EasyRider
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« Antworten #35 am: 24. Februar 2021, 23:21:46 »

Poliertuch Hoffmann

Dieses Tuch aus Reinleinen von der alteingesessenen Leinenweberei Hoffmann in der Lausitz, wo seit 1905 in klassischer Webtechnik (Manchester Weaving) hochwertiges Leinen produziert wird, ist von allerbester Qualität und eignet sich somit hervorragend für das Abziehen von Rasiermessern. Wie ein Schnelltest an vier Messern (extrahohl mit Wall, vollhohl, viertelhohl und derb) gezeigt hat, kommt das Leinen aus der Oberlausitz zwar nicht ganz an das französische von Lemaitre Demeestere ran, schlägt aber eindeutig alle anderen von mir getesteten Leinenarten.

Gekauft habe ich das Tuch bei Manufactum,

https://www.manufactum.at/poliertuch-a12030/?adword=PLA/g_g/PLA_Generisch//330076124530&gclid=Cj0KCQiAj9iBBhCJARIsAE9qRtASdxdofS1-N4mNAzFkRB5s3q7p8uHdVaTqfPQuQcJ6zsfZE-EibyoaAphQEALw_wcB

wo es wie folgt beschrieben wird:  

"Poliertücher aus Leinen wurden früher für den professionellen Einsatz gemacht, bis Mikrofasertücher sie verdrängt haben. Dieses Poliertuch kommt aus der Leinenweberei Hoffmann in der Lausitz, die dafür trocken gesponnenes Rohleinengarn leinwandbindig verwebt. Dadurch ist das Garn nicht so fest und glatt, sondern eher voluminös, und mit einer Feinheit von Nm 9,5 auch recht kräftig. Das Tuch ist entsprechend robust; durch die rauere Oberfläche in Kombination mit der Fähigkeit des Leinens, viel Feuchtigkeit aufzunehmen, eignet es sich perfekt zum Trocknen und Polieren von glatten, glänzenden Oberflächen aus Glas wie Spiegel oder Fenster, aus Keramik, Metall oder Chrom. Nicht für empfindliche Lackflächen geeignet."

Nähere Informationen zur Leinenweberei Hoffmann gibt es hier:

http://www.hoffmann-leinen.de/

« Letzte Änderung: 24. Februar 2021, 23:26:20 von EasyRider » Gespeichert
alvaro
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Mit sanfter Schärfe glatt!


« Antworten #36 am: 24. Februar 2021, 23:29:50 »

@Easy Rider

Dir würde ich gerne mal 3 Leinen aus Hessen spenden, genauer gesagt die die @Paula auch hat.
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EasyRider
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« Antworten #37 am: 24. Februar 2021, 23:44:08 »

@alvaro:

Hättest mir dieses Angebot nicht früher machen können?!  Smiley
Ich hab das sündteure Schlitzer-Leinen nämlich mit dem Hoffmann-Leinen mitbestellt, um bei Manufactum auf den Mindestbestellwert zu kommen... Weinen
Scheint aber allerfeinste Sahne und somit den hohen Preis wert zu sein.
Bin schon gespannt, wie sich das Nobelleinen aus Hessen macht.

Gekauft hab ich das da:

https://www.manufactum.at/geschirrtuch-schlitzer-leinen-a84187/?adword=PLA/g_g/PLA_Generisch//330092130887&gclid=Cj0KCQiAj9iBBhCJARIsAE9qRtC83-oSu3VJ3W8vnmqPsAps8psKW1nW-NT_rPMXjcY0SpBDdSqga-gaArybEALw_wcB

« Letzte Änderung: 24. Februar 2021, 23:50:15 von EasyRider » Gespeichert
DeSchulz
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Gruß aus der Pfalz


« Antworten #38 am: 19. M?rz 2021, 09:44:17 »

Mich beschäftigt noch immer da Thema "Feuerwehrschlauch" ein Standart-Feuerwehrschlauch ist innen gummiert und außen mit Polyestergarn umwebt. Denkt Ihr, dass man das nutzen kann? Es werden hier auch gerne Autogurte zum abziehen verwendet, da sollte man doch auch einen Feuerwehrschlauch nutzen können.
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alvaro
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Mit sanfter Schärfe glatt!


« Antworten #39 am: 19. M?rz 2021, 10:57:38 »

Probieren, einfach probieren.
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EasyRider
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« Antworten #40 am: 23. September 2021, 13:08:44 »

Bin auf ein Material gestoßen, das, wie ich meine, eine Vorstellung verdient.

Es handelt sich dabei um das CaraFin Diamant-Poliertuch der Hoffmann Group, das, wie sich herausgestellt hat, sich hervorragend zum Abziehen und/oder Auffrischen eines Rasiermessers eignet.

https://www.hoffmann-group.com/DE/de/hom/Schleif-und-Trenntechnik/Schleifmittel/CaraFin-Diamant-Poliertuch-mittel-180%C3%97180-mm/p/552790-D0%2C25?wayIntoCart=PDP&tId=

Die Besonderheit dieses Tuches besteht darin, dass es einseitig mit monokristallinem Diamantkörnern beschichtet ist, die, da gebunden, einen ungleich höheren Nutzungseffekt haben als die Diamantkörner in den herkömmlichen Diamantpasten oder –sprays.  Dieses Tuch gibt es in mehreren Stärken, und zwar von grob bis ganz fein. Ich habe mich für Letzteres entschieden und das 0,25 µ genommen.

Daraus habe ich mir einen XXL Kombi-Stoßriemen (30 x 8 cm Arbeitsfläche) gebastelt, der auf der anderen Seite mit klauengeöltem Bisonleder bespannt wurde.
 
Als Testmesser diente mir ein  ZY 430 „Pro Extra Sharp“, das nur noch mit Müh und Not die Unterarmhaare rasierte.
Dieser fast schon als stumpf zu bezeichnende Chinese schaffte nach nur 10 DZ auf dem CaraFin – ich traute meinen Augen nicht – einen Haartest auf fast 3 cm.

Der anschließende Versuch, mich vom Tuch weg zu rasieren, verlief wenig erfreulich: Die Schneide war zwar scharf wie der sprichwörtliche Teufel nach der Jungfrau, aber so aggressiv, dass ich den Test bereits nach dem zweiten Zug abbrach.
Also ging’s zurück auf den Riemen, diesmal auf die Bisonlederseite. 30 DZ ohne jeglichem Druck und dann wieder HHT. Der hat sich nun um gut ein Drittel auf rund 2 cm vom Haltepunkt entfernt reduziert.

Ein erneuter Rasurversuch hat mich dann höchst positiv überrascht: Das Messer war immer noch rattenscharf, rasierte aber unglaublich sanft, und zwar so, als ob ich es auf einem sehr guten Naturstein gefinisht hätte…

Heute habe ich mein Wacker red Head, das ebenfalls schon dringend einer Auffrischung bedurft hätte, über diese Kombination gelassen. Diesmal nur 5 x auf CaraFin und danach 15 x auf dem klauengeöltem Bisonleder. Ergebnis: Ein perfekt rasurscharfes Messer.

Ich bin von diesem Poliertuch vollends überzeugt, weshalb es von mir auch eine uneingeschränkte Kaufempfehlung bekommt.
 
 
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Tim Buktu
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Mensch sei großzügig oder stirb! K.Brenner


« Antworten #41 am: 23. September 2021, 19:57:38 »

Hört sich gut an!
Hast du das Tuch unterlegt? Und wie befestigt?
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EasyRider
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« Antworten #42 am: 23. September 2021, 20:16:16 »

Hast du das Tuch unterlegt? Und wie befestigt?

Ja, mit vier Lagen Bastelfilz.
Und befestigt habe ich es an den Kopfenden mit ganz normalen Reißnägeln. Weil das nicht gerade schön aussieht, habe ich sodann das Leder drübergezogen und mit Lederkleber befestigt.
 
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Tim Buktu
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« Antworten #43 am: 23. September 2021, 21:35:02 »

Das riecht verdächtig nach einer Methode für Schärffaule.   Unentschlossen
Womöglich lasse ich mich zum Testen hinreissen...   Zunge
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EasyRider
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« Antworten #44 am: 23. September 2021, 22:49:42 »

Das riecht verdächtig nach einer Methode für Schärffaule.   Unentschlossen

 Daumen hoch Du hast das sehr gut erkannt.  Grinsend
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