Natursteine Teil 2 Arkansas, wie komme ich zu einer guten Schneide.

Begonnen von BastlWastl, 03. April 2015, 17:09:48

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BastlWastl

@Der Hein: Das trockene Abstumpfen ist sicher keine schlechte Idee, vorallem weil dadurch der STein noch recht schnell bleibt (also der Arkansas). Du merkst bestimmt Unterschiede beim Metallabtrag, bei dieser Methode.

Bei meinem schwarzen Arkansas, habe ich das ja auch irgendwo hier schon geschrieben, war auch die erste Schärfung nach dem zwar nassen Abstumpfen mittels Naniwa Nagura (glaube ich), auch davon geprägt dass sich relativ schnell schwarzer Abrieb im Öl gebildet hat. Und die resultierende Schneide war wirklich gut. Das wird dann immer weniger und irgendwann polieren sie nur noch.

Ich denke ich werde meinen schwarzen wieder etwas aufrauen.... Dann geht da mehr.

P.S.: Danke für die Vorstellung deiner Versuche hier im Thread.

Grüße Wastl.

doorsch

Kann mich Wastl nur anschließen !! Toll das Du so ausgiebig berichtest, auch wenn eine Rückmeldung bzw. Feedback in den Foren manchmal etwas länger dauert oder man denkt selbst das es irgendwie keinen Interessiert....sei dir sicher das solche Berichte mit großem Interesse gelesen werden..

Auf jeden Fall zeigt es wieder einmal das Arkansas Steine im Allgemeinen auf Rasiermesser bezogen leider wirklich zu sehr vernachlässigt/unterschätzt werden. Ich empfinde eine Rasur immer als sehr ausgewogen und gut wenn ich mit meinem eingearbeiteten Translucent Arkansas als Abschlusstein gearbeitet habe. Den von Dir beschriebenen "Charakter" kann ich nur voll
und ganz unterstreichen, das ist ebenfalls etwas was ich bei dem Arkansas zu schätzen gelernt habe.

Borsif

Grüß Euch!

ich habe mir gestern einen black arkansas in 6" x 3" x 1/2" bestellt. Sobald dieser ankommt werde ich ihn erstmal abrichten.

Dazu habe ich eine Frage: Es scheint so als ob "so fein wie möglich" nicht ganz zutrifft, da es offenbar auch "zu fein" gibt -> Stein trägt fast nichts mehr ab und ist sehr lahm.

Ich habe vor den Stein überwiegend wohl nach NSS10k dann als finalen Finisher zu nutzen. Wie fein soll ich diesen dann abrichten? Besitzen tue ich: Nassschleifpapier F1200; F2000; F5000 (kostet 5€ das Blatt XD) ?

Liebe Grüße
Borsif

doorsch

Nun zu fein gibt es eigentlich nicht, und beim Arkansas Abrichten würde ich eher als Bearbeitung sehen. Man muss nicht bis zum 5000er hoch NS Papier hoch gehen. Final geht es darum die Oberfläche mit einem Metallteil so zu bearbeiten, das die Oberfläche geglättet wird. das kann man mit einer Hobelklinge machen, ich nehme eine japanische Klinge (Kanna). Mit zunahme einer gleitenden Lotion wie zb. Öl oder Seifenwasser und Druck arbeitet man dann sehr lange auf dem Stein bis sich eine spiegelnde Oberfläche gebildet hat die die Umgebung reflektiert.

Die Steine sind dann sehr langsam man kann durchaus 200-300 Züge auf den Steinen machen

BastlWastl

Sehr gut beschrieben von Doorsch!

Ich richte mit SiC Pulver Korn 100 ab bis es Plan ist, dann DMT 325`er, dann Atoma 600 und im Anschluss diesen Naniwa Dressing Stone. Damit hat der Stein schon ausreichend Feine Eigenschaften, ist aber noch recht schnell... Dann mit nem Stechbeitel/Küchenmesser etc. gut einarbeiten...

Grüße wastl.

Borsif

#65
Servus,

der Stein ist (nach nur ca 1 Monat, davon 1 Woche von US nach AT, 2 Wochen im Zoll und 1 Woche von Wien nach Wien ...  :o dr: ??? o) ) vorgestern angekommen.

Zum Stein selbst (Dans): ich hatte mich ja schon vor der Abrichterei gefürchtet, aber das Ding kam wirklich SEHR SEHR plan an, nur eine "leichte Mulde" im Zehntelmillimeterbereich. Diese hat sich beim "glatt machen" bemerkbar gemacht, da ich mit dem Schleifpapier zuerst die Ränder, dann erst die Mitte erreicht habe.

Alles in allem habe ich 3-4 Blätter 320er verwendet, dann 400, 600, 800, 1200 (jeweils 2 Blätter, wobei das Zweite wohl eher nur zur Sicherheit war - wollte vermeiden etwas am Anfang schleißig zu sein und später alles wiederholen zu müssen)

Etwas doof: nachdem der Stein bereits ziemlich poliert war, muss ich irgendwo abgerutscht sein und vll an einem Flieseneck relativ tiefe, aber kleine Kratzer in einem der äußersten Ecken des Arkansas verursacht haben. Diese habe ich dann aber nur "geglättet" - wollte mir die gesammte Prozedur nicht nochmals geben und sie sind ohnehin an einer Stelle wo das Messer beim Schärfen nicht hin kommt.

Was mich dann doch überrascht hat war wie viel sich noch mit dem "Einbrechen" mit einem Metallteil getan hat. Hier hatte ich mir persönlich nicht mehr so viel erwartet, aber man hat doch eine ziemlich starke Veränderung bemerkt. Zuerst hatte ich ein Ikea-Küchenmesser mit relativ viel Druck und Spüli-Wasserlösung darauf herumgeschoben (hier hat mich beeindruckt wie unempfindlich der Stein ist, das Messer hat glaube ich durchaus einige Scharten, einen Belgier hätte ich damit -vor allem mit dem Druck - ins Jenseits befördert). Im Anschluss kam mein Opfer-Golddollar mit Öl dran. Hier hat mich überrascht wie "schwarz" das Öl im Anschluss war (also auf dem Stein nicht sichtbar, aber auf der Küchenrolle danach), wobei ich nicht weiß, ob es Metallabrieb oder Steinabrieb war. Auch das GD habe ich mit recht viel Kraft darauf herumgeschoben, hier dann definitiv Öl statt Wasser, da es mit Wasser ganz schlimm gequietscht hat. mit beiden Messern habe ich etwa jeweils 10 Min verbracht.

Der Stein glänzt jetzt und spiegelt auch. Es ist halt keine perfekt durchgehend glatte Oberfläche (wie Glas), sondern eine sehr glatte glänzende Oberfläche, die eben von ganz vielen kleinen etwas weniger glänzenden Bereichen übersät ist. Passt das so? Außerdem haben sind durch das ganze polieren vereinzelt wie kleine Glitter-"Einschlüsse" offenbart.

Jetzt würde ich gerne ein WB darauf abziehen, dieses hat eine (NSS 8k + danach:) Belgier-Schneide drauf, die mir nicht gelungen ist. Soll ich hier zwischendurch noc hauf den NSS10k gehen und dann auf den Arkansas? oder 5k, 10k, dann Arkansas oder gleich auf den Arkansas, was meint ihr?

Fotos und Bericht werde ich vll noch reinstellen.

Liebe Grüße
Borsif

BastlWastl

Mach die Vorarbeit so fein wie möglich, also Naniwa 10k.

Ein Anderer Ansatz währe vor dem Arkansas einen BBB (nur mit Wasser und ohne Druck!) ......zu nehmen.

Grüße wastl.

Manni

Meine Arkies sind vor ein paar Tagen gekommen und nach einigen sehr interesanten Emails mit Dave von der Naturalwhetstonecompany will ich meine Erfahrungen mit euch teilen.

Bestellt habe ich den black translucent und den black Ark. Laut Angabe 1400 und 1200 grid, der Unterschied hier ist nicht nur fühlbar, sondern mit dem Usb Mik auch sehr deutlich zu sehen. Der translucent hat bei NWC übrigens die gleiche Körnung (oder Feinheit) wie der black trans. sagt Dave. Ich habe die Steine in 10x3x3/4" bestellt, ist meine bevorzugte Größe. Einen trans. hätte Dave mir auf Wunsch auch auf die Länge geschnitten, hat mir aber davon abgeraten, weil er bei den trans. ab einer gewissen Größe Einschlüsse festgestellt hat.

By the way: Mich würde mal ein direkter Vergleich zwischen dem black trans und dem surgical black von Dan interessieren  ;)

Eine Seite habe ich unbehandelt gelassen und die andere jeweils abgerichtet ( bin noch nicht 100% durch, die sind echt fies hart >D)

Der black trans hat noch eine kleine Ecke die etwas tiefer liegt als der Rest, das lasse ich so, stört bei der Größe nicht. Nach dem Abrichten habe ich mit einigen Küchenmessern getestet, und war von dem Stein sofort überzeugt, die Facette spiegelt sehr schön. Danach habe ich ihn mit einem Maulschlüssel weiter eingebrochen, wie lange ich das noch weiter mache muss ich mal sehen, ich denke der wird noch feiner.

Der black ist auf der unbehandelten Seite sehr schnell mit den Küchenmessern, die abgerichtete Seite ist schon deutlich feiner und etwas langsamer.  Die beiden Steine habe ich mit dem 250x75 100/400 sica von Zische abgerichtet, geht, ist aber kein Spaß  o)

Für mich ist der black trans. eine Basis für diverse Anreiber, darauf kann ich nach Lust und Laune testen, unter immer den gleivhen Grundvoraussetzungen.

In einem Alten Thema von 2008 habe ich folgendes gefunden, hat dazu jemand schon einmal Erfahrungen gemacht?

Aus einem alten Faden, nebenschauplatz eines anderen Themas:
[...der Arkansas wird sehr wohl angerieben, und zwar mit einem zweiten Stück Arkansas, und das mit Petroleum. Das gibt einen schleimartigen Anrieb, auf dem ein sehr feiner und zügiger Abzug möglich ist.

Oskar, diese Info stammt von Willi Peter. Ohne Anreiben passiert beim Arkansas garnichts. Vorausgesetzt es handelt sich um einen Natur-Arkansas.]

Da der black trans ja wenn er eingebrochen ist, wirklich sehr langsam ist, fand ich diese Aussage extrem interessant.

Gruß Manni

Manni

Leider muss ich meine vorherige Aussage revidieren, mit einem anderen Sica Stein den Ark abzurichten war doch nicht erfolgreich, habe mir jetzt doch eine Glasplatte geleistet, mit Sica Pulver. Jetzt sehe ich leider, dass ich mir mit dem andern Stein den Trans Ark bauchig gemacht habe  :P


Paula

Vor ungefähr einem Jahr hatte ich mir im Sonderangebot bei Taytools einen der ultrafeinen Black Arkansas geschnappt. Seitdem kam er immer mal wieder zum Einsatz. Mal mit, mal ohne Paste danach, mal im Vergleich zu einem tranclucent Ark und auch mal bei einem Messer, welches zuvor mit einem Grey-Slate / 15k Walisen gefinisht und proberasiert war. Es dauert halt eben, bis man alles hin&her probiert und getestet hat.

Zuletzt habe ich den Stein eigentlich nur noch zum Auffrischen benutzt. Weil mein schwarzer breiter als mein translucent ist und ich auch keinen entscheidenden Unterschied bei der Rasur ausmachen kann, hat er aus Bequemlichkeit, diesen letztlich bei meiner "Auffrischerei" abgelöst.

Heute habe wieder ein Messer aufgefrischt und bin dabei wie folgt vorgegangen:



- Grey Slate, "Der Stein des Alvaro" von Angerieben (> 50xHalf-Strokes u. etliche Spiralen) bis auf Wasser (>50xFull-Strokes)
- Leinenriemen (> 50x) -> Haartest
- Black Arkansas mit dünner Wasser/Spüli/Babyöl Mischung (>10min nur Full-Strokes)
- Leinenriemen (> 50x) -> Haartest
- Yaklederriemen (> 50x)
- Rasur -> prima  :)

Einerseits hatte ich mit Babyöl auf meinem translucent ganz gute Erfahrungen gemacht (Klinge gleitet samtig über den Stein), hatte aber bei dem Black Arkansas immer wieder den Effekt, daß sich die Klinge regelrecht an den Stein festsaugte und der Haartest nach dem Blk. Ark teilweise sogar schlechter wurde als z.B. nach einem Schieferstein zuvor. Ich vermute, das Babyöl ist in diesem Fall zu dickflüssig und nicht geeignet.

Eingangs wurde hier im Thread schon "Petroleum" erwähnt, weil das Schmiermittel dünnflüssig sein soll und an das Sperm-Oil / Walrat konnte ich mich auch erinnern. Beides habe ich aber nicht und auf WD40 & Ballistol hatte ich keine Lust. Die "Emulsion" aus Öl, Spüli und Wasser ist schnell selbst gemacht und funktioniert bestens. Das "Festkleben" kam seither nicht mehr vor und die Resultate sind auch gut. Beim Schärfen ist es zwischendurch allerdings nötig, immer mal wieder etwas Wasser nachzutropfen, weil die dünne Milch leichter an den Rändern herunter läuft und es sonst auf dem Stein trocken wird.


alvaro


Tim Buktu

Vielen Dank für den Bericht. Arkansas' sind sehr lange in den Foren stiefmütterlich behandelt worden. Seit einiger Zeit widmet die Forscherfreude einiger engagierter Schärfer diesen Steinen wieder deutlich mehr Aufmerksamkeit und beschreibt deren Vor- und Nachteile.
Auch diesen Aspekt der Entwicklungen finde ich interessant und beobachte die Entwicklungen gern, auch wenn ich nicht zu den begeisterten Forschern gehöre.  :D
Tranquilo - In der Ruhe liegt die Kraft...

PS: Alles nur meine persönliche Meinung, die sich durchaus beeinflussen lässt und sich deshalb gelegentlich auch ändert!

Paula

Anfang hat es mit einem Zufallsfund eines translucent Arkansas auf dem Flohmarkt genommen. Ich hatte diese Steine nie auf der Liste. Dazu kamen mehrere Beiträge EasyRiders u. Philip78 im FdR bzw viele Beiträge in den US Foren und auf Youtube, die mich motiviert haben, mich etwas mehr mit den Steinen zu beschäftigen. Als "Forscher" will ich mich aber nicht bezeichen. Dann lieber "Spielkind".

Irgendwann will ich natürlich auch mal die zweite Seite des Steins planen und ihn nicht nur für das Finish benutzen, sondern wie es weiter oben beschrieben ist, eine ganze Sequenz abarbeiten.

Geier0815

@Paula,

versuch mal als "Schmiermittel" dünnflüssiges Weißöl (Parafinum Perliquidum) in Arzneimittelqualität. Verwende ich inzwischen schon etwas länger und hab damit bisher gute Erfahrungen gemacht. Ist mit 13€ der Liter recht günstig und kannst Du auch zum Gängigmachen und auch zur Konservierung verwenden. Auch wenn es als lebensmittelsicher angegeben ist, achte ich darauf Überschuß zu entfernen, gerade auch bei Messern die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen.

Paula

Danke für den Tipp. Das von mir benutzte Penaten Ultra Sensitiv besteht zwar nur aus Paraffinum Liquidum und Isopropyl Palmitate aber die Klinge haftete teilweise so stark am Stein, daß sich die Klinge beim Wenden mit einem hörbaren "Schnalzen" vom Stein löste.