Hurra, endlich beschützt uns die EU mal wieder

Begonnen von Onkel Hannes, 24. Juni 2026, 10:11:26

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Onkel Hannes

Diesmal unter anderem Gegenstand der Regulierung: Citral, in so einigen unserer Produkte enthalten, wie eine Forumssuche ergibt.

https://www.ruhr24.de/service/supermaerkte-discounter/verbot-eu-gesetz-kosmetik-inhaltsstoffe-dm-nagellack-sonnenschutz-deo-haarfarbe-zahnpasta-94321698.html

Paßt mir bloß auf, daß Ihr nicht von Eurem Lieblings-AS oder der Lieblings-RC dahingerafft werdet! Oder Euer Lieblingsprodukt dahingerafft wird...

Eine recht interessante Aufstellung und Quellensammlung auf einer Schweizer Seite:
https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/gebrauchsgegenstaende/rechts-und-vollzugsgrundlagen/gesetzliche-anforderungen-kosmetika/geregelte-stoffe-kosmetische-mittel.html
Hungrig vom schlafen und müde vom essen.

RalfB

Wenn freiwillige Selbstkontrolle dem Profitgedanken zum Opfer fällt, sollte jemand eingreifen.
Ich finde gut, dass man den Herstellern Auflagen macht. Von alleine wird sich nichts ändern.
Die Folgeschäden zahlt sonst die Allgemeinheit.

Interssant wäre den ersten Entwurf mit dem verabschiedeten Gesezt zu vergleichen. Da könnte man bestimmt erkennen, wer seine Lobbyarbeit im Griff hat  :-\

alvaro

Zitat von: RalfB in 24. Juni 2026, 10:20:07Da könnte man bestimmt erkennen, wer seine Lobbyarbeit im Griff hat  :-\
Und ich dachte immer die Lobbyisten schreiben die Gesetze inzwischen selbst

Ombel

OK, ich nutze zukünftig kein Produkt mehr das Citral und Benzylsalicylat enthält.
Neuer bedeutet selten besser.

Südfilm

... alle Jahre wieder, fällt denen was neues ein. In meinem beruflichen Bereich ist es auch nicht anders, da werden einem regelmäßig aufs Neue die Hände auf die eine oder andere Art und Weise gebunden, zuletzt in der Pharmakologie, allein desshalb bin ich für solche Regelungen schon "vorgereizt".
Ich ereinnere mich noch, als 2022 Zink Pyrithion und Butylphenylmethylproprional verboten wurden, das hatte die Einstellung einiger von mir sehr gerne genutzter und schon Jahrzehnte lang verfügbarer, günstiger und wirkungsvoller Drogerieartikel zur Folge.

Aber, was reg ich mich auf, diese Entwicklungen lassen sich nicht aufhalten, und die Spreu vom Weizen lässt sich wohl nur privat trennen.

heikok

Naja gut.. also wenn das Zeug Erbgut schädigen und/oder Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen kann, finde ich es nicht soooo schlimm, davor geschützt zu werden.

In dem einen Link stand ja, die Industrie sollte Gegenbeweise liefern. Dem sind sie nicht nachgekommen, da bleibt doch die Frage im Raum: Warum nicht?

Südfilm

Zitat von: heikok in 02. Juli 2026, 14:38:58In dem einen Link stand ja, die Industrie sollte Gegenbeweise liefern. Dem sind sie nicht nachgekommen, da bleibt doch die Frage im Raum: Warum nicht?

Könnte mir vorstellen, dass der Kosten-Nutzen Faktor da nicht passt, wäre ja nichts untypisches für die Industrie.

Es stimmt schon, war Erbgutschädigendes oder Krebserregendes will man jetzt an sich nicht gerade, aber irgendwie bin ich da immer etwas skeptisch, ob das wirklich so ist, auch wenn ich z.B. an das kürzlich erlassene Talkumverbot denke. Oft ist nicht alles so wie es dargestellt wird, sondern die entscheidenden Faktoren liegen abseits der Autobahn auf einer Nebenstraße, wodurch zum Teil ein verfäschtes Bild abgegeben wird, bei genauester Betrachtung gestalten sich die Tatsachen anders und ein Verbot wurde unter falschen Vorraussetzungen geschaffen.

Anderes Beispiel (das zwar noch nicht mit einem Verbot einherging aber meinen Ansatz verdeutlicht): Mineralöl sei krebserregend. Bei genauer Untersuchung stellte sich heraus, dass nicht das Mineralöl selbst krebserregend ist sondern eine zum Teil vorhandene Verunreinugung das Potential hat, sich bei Sauerstoffeinwirkung zu einer möglicherweise krebserregenden Subsanz zu wandeln.
Der Wissenschaftler in mir sieht da halt einen erheblichen Unterschied, auch wenn das praktische Ergebnis möglichweise auf das Gleiche hinausläuft. Das ist der Grund, warum ich solch generellen Verboten oft skeptisch gegenüberstehe.