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Autor Thema: Hobelgriff, Selbstbau mit einfachen Mitteln  (Gelesen 13000 mal)
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Nassrasur? Nein danke? Aber ja doch!


« am: 08. Juni 2018, 21:53:40 »

Hobelgriff, Selbstbau mit einfachen Mitteln

Dieser Beitrag richtet sich an diejenigen Leser, die schon immer einmal einen individuellen Hobelgriff für ihren Rasierhobel haben möchten und sich zutrauen, diesen gegebenenfalls auch selber zu bauen. Hierfür sind kein besonderes handwerkliches Geschick und spezielle Werkzeuge zwingend erforderlich, da sich der Aufwand in überschaubaren Grenzen hält.

Benötigtes Material und Werkzeuge
Für den zu bauenden Hobelgriff werden lediglich eine Griffhülse, ein Stück Rundmaterial aus Messing/Aluminium oder ein ähnliches Teil, ein 4 mm Metallbohrer, ein M5-Gewindeschneider, eine Metallfeile, Schmirgelleinen und Metall- oder Sekundenkleber benötigt. Die Vorgehensweise für den Selbstbau wird über die nachfolgenden Abbildungen erläutert.

Bauanleitung
Wer schon einmal auf einem Schießstand gewesen ist oder aber einen Jäger oder Sportschützen kennt, kann – wie in der Abbildung 1 gezeigt – als Griffhülse eine abgeschossene Patronenhülse verwenden. Diese sollte möglichst lang sein. Um diese Griffhülse später auch an einen Hobelkopf anschrauben zu können, muss die Griffhülse mit einem passenden Gewindestück ausgestattet werden, das in ihren Hülsenmund geschoben und mit der Griffhülse verklebt wird.

 

Abbildung 1:  Bestandteile für den Selbstbauhobelgriff, eine Patronenhülse und ein Stück Rundmaterial für das Hobelkopfgewinde.


Das Gewindestück sollte rund 40 mm lang sein und aus Messing oder Aluminium bestehen. Diese Werkstoffe lassen sich relativ leicht bearbeiten. Steht für dieses Rundstück nur Vollmaterial zur Verfügung, muss mit einem 4 mm Metallbohrer eine etwa 12 mm lange Bohrung möglichst zentrisch in Längsrichtung gebohrt werden. In diese Bohrung wird anschließend mit dem Gewindeschneider ein M5-Gewinde geschnitten. Die Gewindegröße M5 reicht in der Regel aus, um die gängigsten Hobelköpfe von Merkur, Mühle und Edwin Jagger u.a. aufschrauben zu können. Ich habe mir bei meinem Hobelgriff die Bohrerei erspart und auf vorgefertigte Gewindehülsen zurückgegriffen (siehe Abbildung 1), die im gut sortierten Baumarkt zu bekommen sind. Das Einschneiden des Gewindes war so besonders leicht und die Gewindebohrung saß direkt zentrisch.

In der Regel wird der Durchmesser des Rundstückes größer sein als der Innendurchmesser des Hülsenmundes, in den das Gewindestück eingeklebt werden soll. Hier ist eine Durchmesseranpassung erforderlich. Diese Anpassung kann auf einer Drehbank erfolgen oder aber mit einer Bohrmaschine vorgenommen werden. Hierzu wird der Rundstab in das Bohrfutter eingespannt, die Bohrmaschine eingeschaltet und die Anpassung mit einer Metallfeile und Schmirgelleinen am sich drehenden Rundstab ausgeführt. Anschließend wird das so angepasste Gewindestück in den Hülsenmung geschoben und mit diesem verklebt.

 

Abbildung 2:  Griffhülse mit eingeklebtem Gewindestück.


Für die Optik habe ich das abgeschlagene Zündhütchen bei meinem Hobelgriff mit dem Metallbohrer ausgebohrt. Dieser Schritt ist aber nicht unbedingt erforderlich.

Man kann den selbstgebauten Hobelgriff zur Verfeinerung des äußerlichen Erscheinungsbildes zusätzlich noch farblich anpassen. Ich habe hierfür schwarzen Schrumpfschlauch aus dem Elektrohandel verwendet und meinen Hobelgriff so damit überzogen, wie es die Abbildung 3 zeigt. Es würde sich hierfür auch Sprühlack eignen, den es in jeder gewünschten Farbe gibt. Welche Farbe zu Anwendung kommen mag, bleibt allerdings jedem selber überlassen. Sehr wahrscheinlich würden Frauen die Farbe rot vorziehen.

 

Abbildung 3:  Verwendung von Schrumpfschlauch zur Verbesserung des Erscheinungsbildes des Hobelgriffes.


Die nachfolgende Abbildung 4 zeigt meine zwei selbstgebauten Hobelgriffe. Ich habe am Ende dieser Griffe einen O-Ring zusätzlich noch aufgeschoben, der ein Wegrutschen auf den glatten Fliesen im Badezimmer behindern soll.

 

Abbildung 4:  Ansicht meiner zwei selbstgebauten Hobelgriffe im fertigen Zustand.

 

Abbildung 5:  Ansicht der Hobelgriffe von oben mit Blick auf das leider unscharfe Hobelkopfgewinde.


Die folgenden Abbildungen 6 und 7 zeigen meine selbstgebauten Hobelgriffe, die ich probeweise an einen Fendrihan Hybrid- und einen Windrose Torsionshobel angeschraubt habe. Aus meiner Sicht passen diese Griffe recht gut zu den von mir ausgewählten Hobeln.

 

Abbildung 6:  Fendrihan Hybrid- und Windrose-Torsionshobel mit neuen Hobelgriffen.

 

Abbildung 7:  Fendrihan Hybrid- und Windrose-Torsionshobel mit neuen Hobelgriffen.
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alvaro
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« Antworten #1 am: 08. Juni 2018, 22:09:01 »

Das ist ja mal eine geile Idee!
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« Antworten #2 am: 11. Juni 2018, 19:11:44 »

Anhebung des Hobelgriffgewichtes zur Verbesserung der Rasureigenschaften

An und für sich bin ich mit meinem selbstgebauten Hobelgriff recht zufrieden. Der Griff sieht für mein Empfinden gut aus, er liegt mir ausgezeichnet in der Hand und selbst wenn die Finger einmal nass sind, rutscht mir der Hobel nicht aus den Fingern. So weit und so gut, aber der Griff war mir irgendwie doch noch zu leicht. Und da ich bei den meisten meiner Rasierhobel bessere Rasurergebnisse mit schwereren Griffen erziele, habe ich diesen Griff zusätzlich beschwert.

Zuvor habe ich das Gewicht meines selbstgebauten Hobelgriffes mit dem Griffgewicht anderer bewährter Rasierhobel verglichen, die mit ihren schweren Hobelgriffen bei mir sehr gute Rasurergebnisse bewirken. Der Vergleich zeigte, dass mein Griff mit 22 gr. tatsächlich sehr leicht ausgefallen ist.

- selbstgebauter Hobelgriff:      22 gr.
- Ikon OC, erste Serie:              68 gr.
- Blackbird:                                60 gr.
- Fendrihan Hybrid:                   81 gr.

Im Anschluss daran befüllte ich den hohlen Griff mit feinen Bleikügelchen. Die Befüllöffnung dazu befindet sich im Griffhülsenboden. Ich hatte ja das abgeschlagene Zündhütchen der ehemaligen Patronenhülse ausgebohrt. Die Abbildung 8 zeigt den Befüllvorgang mit einem kleinen Trichter. Danach wurde die Befüllöffnung mit einem Gummipfropfen verschlossen (Abbildung 9).

 

Abbildung 8:  Befüllung des hohlen Griffes mit kleinen Bleikügelchen über einen Trichter.

 

Abbildung 9:  Gummipfropfen zum Verschließen der Befüllöffnung.

 

Abbildung 10:  Gewicht des mit Bleikügelchen beschwerten Hobelgriffes.


Durch die Befüllung mit Bleikügelchen vergrößerte sich das Gewicht des Hobelgriffes von ursprünglich 22 Gramm auf nunmehr 41 Gramm. Dank des Gummipfropfens kann ich die Befüllung auch jederzeit rückgängig machen, falls das höhere Gewicht des beschwerten Hobelgriffes sich negativ auf das Rasurergebnis auswirken sollte.

 

Abbildung 11:  Vergleich der Gewichte des beschwerten Hobelgriffes mit den Griffen bewährter Edelstahlhobel.


Den beschwerten Hobelgriff habe ich dann an die Hobelköpfe der in den Abbildungen 8 und 11 aufgeführten Rasierhobel geschraubt und einige Testrasuren durchgeführt. Die darüber erzielten Rasurergebnisse waren insgesamt erfolgreich. Und der beschwerte Hobelgriff liegt jetzt noch besser in meiner Hand.
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Rockabillyhelge
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« Antworten #3 am: 11. Juni 2018, 19:54:19 »

Affengeil, das ist mal ein wirklicher Military Griff und männlich obendrein, ganz großes Kino  Lächelnd Daumen hoch Daumen hoch Daumen hoch
Wenn du einen über hast, ich würd dir einen abnehmen  Augen rollen
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« Antworten #4 am: 11. Juni 2018, 19:57:49 »

Affengeil, das ist mal ein wirklicher Military Griff und männlich obendrein, ganz großes Kino  Lächelnd Daumen hoch Daumen hoch Daumen hoch
Wenn du einen über hast, ich würd dir einen abnehmen  Augen rollen

Sollst Du kriegen, Helge.   Zwinkernd
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alvaro
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« Antworten #5 am: 11. Juni 2018, 20:08:48 »

Da muss ich doch wirklich mal meinen Schwager fragen ob er noch ein paar Hülsen übrig hat.

Gefällt mir immer besser.
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Lu-Ku
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« Antworten #6 am: 11. Juni 2018, 20:11:56 »

Kompliment, sehr schöne und überzeugende Arbeit!! Daumen hoch
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« Antworten #7 am: 11. Juni 2018, 20:55:58 »

Sehr schöne Arbeit  Daumen hoch

Ich muss mal sehen, ob eine .50cal als Griff für Hobel taugen würde...
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Ocrana
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« Antworten #8 am: 11. Juni 2018, 21:08:08 »

Tolle Idee, tolle Umsetzung!
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« Antworten #9 am: 11. Juni 2018, 21:17:29 »

Sehr schöne Arbeit  Daumen hoch

Ich muss mal sehen, ob eine .50cal als Griff für Hobel taugen würde...

Diese Hülse ist in jedem Fall zu dick - es sei denn, Du wolltest sie für eine Taschenlampe verwenden. Dort könntest Du eine Batterie unterbringen. Oder aber Du würdest Dir einen Elektrohobel selber bauen.        Zwinkernd

Folgende Hülsen sind zum Beispiel für Hobelgriffe besonders geeignet: 8x57, 7x64, 7x65, 7,62x63, 8x68
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« Antworten #10 am: 11. Juni 2018, 21:23:44 »

@Standlinie: Juhuuuu  Lächelnd Lächelnd Lächelnd Lächelnd

Was ich mir gerade vorstellen muss, in einem Antikladen in NL stehen 12,5mm Hülsen herum, das wären dann echte FatBoy Griffe  Lächelnd
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« Antworten #11 am: 12. Juni 2018, 22:32:22 »

Anhand der nachfolgenden Abbildung könnt ihr die Größenverhältnisse zwischen einigen Patronenhülsen sehen, die fast alle für den Selbstbau eines Hobelgriffes geeignet sind.





Von links nach rechts lauten die Kaliberangaben der Patronenhülsen:
7,62x51 (Natokaliber),
30x30 Winchester,
7,62x63 (Kaliber 3006),
7x65,
Kaliber 50 (überschweres Maschinengewehrkaliber)                         => die Übergröße dieser Hülse schließt sie für Hobelgriffe aus.
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Rockabillyhelge
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« Antworten #12 am: 13. Juni 2018, 22:43:25 »

Dank Standlinie habe ich nun einen Patronengriff und ich kann euch nur sagen, das ist was feines!
Sieht klasse aus, hat ein gutes Gewicht und ist prima Rutschfest.
Morgen kommt die erste Rasur zusammen mit einem New Type Kopf und ein kleines Review dazu.
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« Antworten #13 am: 14. Juni 2018, 12:33:06 »

Falls ich mal viel Zeit habe, könnte ich einen DDR-Hobel der 60er Jahre mit Mini-Alugriff in eine .50cal Hülse, Waldfund, Fertigung USA 1943, versenken:






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Rockabillyhelge
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« Antworten #14 am: 14. Juni 2018, 21:10:31 »

Junge Junge, das ist im wahrsten Sinne ein Kaliber, da dürfte eine Gewindehülse doch schon in Gänze hineinpassen oder?
Habe mal im SRP ein Mod eine wohl ca. 30mm Patrone gesehen die zuerst mit Epoxy ausgegossen wurde um anschließend
die Seite in ca. 3-4mm Stärke abzuschneiden und ein Messerheft daraus zu machen, sah Klasse aus.
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