gut-rasiert
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Autor Thema: Offener Zahnkamm  (Gelesen 73059 mal)
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zuppi
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« am: 24. Januar 2008, 11:58:33 »

Liebe Brüder im Schaume

Kann mir mal jemand die Vorzüge eines offenen Zahnkammhobel erklären?
Meinen Bart will ich ja nicht kämmen, sondern in einem Schnitt die Haare kappen.
Ich komme mit diesem Teil nicht zu recht.
Die Rasur selber ist sanft.....aber dafür muss ich zehn mal über die selbe Stelle hobeln bis ich das gleiche Ergebniss habe wie bei einem geschlossenen Hobel.
Es sieht aus wie beim Butterschmieren mit einem Messer mit Wellenschliff. Also immer Berg und Tal. Bei einem normalen Messer wird die Butter auch schön gerade abgehobelt.
Mit dem 34c keine Problem. Aber mit dem offenen Hobel will es einfach nicht klappen.

Frage an Radio Eriwan: Bin ich einfach ein Bewegungsdepp oder hat jemand das selbe "Problem".

Lieber Gruss

Zuppi
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Diejenigen, die immer sagen "es geht nicht", sollen jene nicht aufhalten, die's schon längst tun ...
Eugen Neter
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« Antworten #1 am: 24. Januar 2008, 12:13:11 »

Hallo zuppi,
die Vorzüge liegen klar auf der Hand, wenn man sich z.B. 2-3 Tage nicht rasiert hat. Dann geht das Ding durch den Bart wie eine Sense. Wichtig beim Zahnkammhobel (und nicht nur bei dem) ist, daß man immer den richtigen Winkel draufhat. Also erstmal mit dem Strich probieren. Außerdem sollte die RC/RS einen guten, gleitfähigen Schaum bilden. Welchen Zahnkamm verwendest Du denn? Wer sich an so einen Hobel gewöhnt hat, möchte ihn nicht mehr missen, denn er schafft (wenn’s nicht grade ein Montagsprodukt ist) wirklich sehr saubere, gründliche Rasuren.
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zuppi
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« Antworten #2 am: 24. Januar 2008, 12:31:56 »

Vermutlich ist es ein Hobel der für die CH-Armee hergestellt wurde.

https://www.gut-rasiert.de/forum/index.php?topic=8.msg7375#msg7375
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Drei
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« Antworten #3 am: 24. Januar 2008, 12:32:41 »

Ich kann lediglich für den 25c sprechen. Dieser ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, liefert dann aber hervorragende Ergebnisse. Die durch den Zahnkamm teilweise offen liegende Schneide lässt sich sehr gut manövrieren, mit einiger Übung spürt man die Klinge regelrecht. Der 25er ist der einzige Hobel, mit dem ich mir Nasen- und Ohrenhaare rasieren kann, ohne ins Fleisch zu schneiden.

Allerdings hatte ich auch so meine Startschwierigkeiten. Den wahren Wert erkannte ich erst, als die Anzahl der Hobel zunahm.
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henning
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« Antworten #4 am: 24. Januar 2008, 13:35:05 »

Der Sinn des Kammes war wohl, die Barthaare der Schneide ordentlich zuzuführen, was bei längerem Bartwuchs durchaus Sinn machen kann, da aine Gleitkante diese ja eher niederdrückt. Wohlgemerkt meine ich Barthaare, nicht Stoppeln.
Ciao
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zuppi
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« Antworten #5 am: 24. Januar 2008, 14:06:22 »

Gute Erklärung Henning !

Vermutlich bin ich immer zu gut rasiert, so dass der Kamm nichts zu packen hat  Grinsend
Am Haltewinkel arbeite ich dann noch ein bisschen.....

Gruss, Zuppi
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Eugen Neter
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« Antworten #6 am: 24. Januar 2008, 14:49:55 »

Offene Zahnkammhobel waren ursprünglich durchaus nicht nur für längere Bärte konzipiert, sondern als Allroundrasierer, die den täglichen Ansprüchen, ob mit längerem, kürzerem oder 1-Tag-Bart, genügen sollten. Der offene Kamm dient, wie Henning richtig bemerkt hat, der klareren Linienführung im (Voll)Bart, soll aber auch (und das war bei der ursprünglichen Konzeption wesentlich wichtiger!) dafür sorgen, daß bei und nach der Rasur möglichst wenig Seifenreste im bzw. am Hobel hängenbleiben. Hobel dieser Art haben sich weltweit lange gehalten, ja sie wurden von den meisten Bartträgern favorisiert, bis schließlich mit den verstellbaren Rasierern eine Wende eintrat.
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kretzsche
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« Antworten #7 am: 24. Januar 2008, 15:09:09 »

Ich hab einen New Type, der sich sehr gut für schnellste Rasuren unter "schlechten Rasurbedingungen" eignet. Also 3 Tage-Bart, kaltes Wasser und keinen Pinsel, nur RC ins feuchte Gesicht schmieren, warten und los. Qualitativ nicht mit den richtigen VP vergleichbar, aber glatter und heller im Gesicht als die Anderen Grinsend Unter diesen Bedingungen schlägt er jeden Wegwerf-Rasierer um Längen, und es hat Stil...

cu Uwe
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soapopera
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« Antworten #8 am: 24. Januar 2008, 20:53:32 »

Ich besitze den Merkur 15c und benutze ihn in letzter Zeit gerne. Die Rasuren sind gründlich und sanft. Ich habe ihn mit einer Derby-Klinge bestückt und finde ihn in dieser Kombination empfehlenswert. Auch ist es mir mit diesem Hobel leichter möglich, über ein Muttermal hinweg zu rasieren. Bei den Hobeln mit geschlossenem Kamm bleibt die Klinge machmal hängen und reißt das Mal auf. Dabei kommt es zu kleinen Blutungen.
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Eugen Neter
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« Antworten #9 am: 24. Januar 2008, 21:45:40 »

Hier mal zur Veranschaulichung ein älterer offener Zahnkammhobel:

Man sieht sehr schön die zupackenden Zähne, die aber gleichzeitig dafür sorgen, daß sich Bart- & Seifenreste nicht am Hobel festsetzen.
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Bartagame
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Valeriana Celtica -Fan


« Antworten #10 am: 24. Januar 2008, 21:56:37 »

wo wir schon dabei sind:
kann mir jemand den Unterschied zw. old type und new type erklären?
Ich dachte bis jetzt das die New-type eine Bezeichnung für die Rasierer mit geschlossener Seifenkante wären.
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Eugen Neter
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« Antworten #11 am: 24. Januar 2008, 22:10:26 »

@bartagame,
"old type" sind alle Rasierer, die nach dem 3-Stück-Verfahren hergestellt wurden, also z. B. ein Merkur 23c ist imgrunde ein Old-Type-Rasierer. Ein Gillette-Adjustable z. B. ist ein "new type", da ein Butterfly-Hobel. Alles, was nach den 3-Stückern kam, ist "new type".
« Letzte Änderung: 24. Januar 2008, 22:13:33 von Eugen Neter » Gespeichert

henning
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« Antworten #12 am: 24. Januar 2008, 23:05:39 »

Das ist komplett falsch, Eugen.
Old/New Type hat ausschließlich eine Beziehung zu Gillette. Andere Marken spielen hier keinerlei Rolle. Der Old-Type Kopf (ab ca. 1903) ist ein einfacher abgerundeter Zahnkamm-Kopf und stellt die ersten Köpfe des Gillette-Hobels dar. Ihn gab es sowohl als Zwei- als auch als Dreiteiler.
Der New- Type (New Gillette, ab ca. 1930) unterscheidet sich vom Old-Type im wesentlichen durch gekröpfte Zinken, die verhindern, daß die Klingenschneide auf den Zinken aufliegt. Zudem war der Kopf profilierter und hatte nicht mehr diese einfache abgerundete Form. Weiteres Hauptmerkmal ist die vorgesehene Verwendung für die damals eingeführten Langschlitz-Klingen, wie wir sie heute noch kennen. Auch den New Type gab es als Zwei- und Dreiteiler und zumindest als "Sheraton" sogar mit Butterfly-Öffnungsmechanismus.
Wichtig ist, Old und New beziehen sich immer nur und ausschließlich auf diese zwei Gillette-Köpfe. Quasi abgelöst, wurde der New dann vom Tech-Kopf, der eine ähnliche Geometrie hatte, aber mit geschlossener Kante, also ohne Zahnkamm.

Patentschrift der Urform des Gillette (Urtype) der so nie richtig in Serie ging:


Frühe Werbung für den Old-Gillette, wobei man schön den einfachen abgerundeten Kopf sieht:


Patentschrift zum New-Gillette, wobei man schön die gekröpften Zinken sieht:


Und nochmal erklärende Fotos, die sich hoffentlich selbst erklären. Der New ist jeweils rechts und man kann auch den Seifenspalt erkennen:






Harzer hat sogar einmal ein Übergangsmodell mit zwei verschiedenen Köpfen vorgestellt.
Ich hoffe das erklärt nun genügend den Unterschied.
Ciao
« Letzte Änderung: 29. Januar 2008, 08:20:46 von matjes » Gespeichert
Eugen Neter
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« Antworten #13 am: 24. Januar 2008, 23:23:51 »

Du hast vollkommen recht, Henning (und ich danke Dir für die detaillierte Schilderung) - nur, in der englischsprachigen Welt haben sich die Begriffe mittlerweile längst verschoben; da unterscheidet man tatsächlich zwischen dem alten "old type" 2-bzw. 3-Teiler und dem "new type", also dem, was nach dem ursprünglich eingeführten 2- bzw. 3-Stück-Rasierer kam. Und dazu gehören z. B. Butterfly- sowie sämtliche verstellbaren Hobel. Das Ganze bezieht sich heute nicht mehr ausschließlich auf Gillette-Rasierer.
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henning
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« Antworten #14 am: 24. Januar 2008, 23:36:47 »

Gut das wir nicht in der englischsprachigen Welt leben. Wer keine Verwirrung erleben oder stiften will, sollte sich das oben gezeigte merken. Amerikanische Foren sind auch immer mit Vorsicht zu genießen. Auch dort wird Halbwissen verbreitet, durchmischt mit patriotischer Gillette-Lobhudelei. Nicht unbedingt ein Maßstab, wie ich meine.
Ciao
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