gut-rasiert
16. August 2022, 05:38:52 *
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Autor Thema: Semogue-Rasierpinsel, Umbau vom Schweineborstenpinsel zu einem Synthetikpinsel  (Gelesen 1406 mal)
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Nassrasur? Nein danke? Aber ja doch!


« am: 11. M?rz 2022, 22:24:03 »

Semogue-Rasierpinsel, Umbau vom Schweineborstenpinsel zu einem Synthetikpinsel


Rasierpinsel mit einem Knoten aus Synthetikhaaren oder Synthetikfasern haben bei meinen Rasuren meine Schweineborsten- und Dachshaarpinsel verdrängt. Was aber nicht gleichbedeutend heißt, dass ich meine übrigen Pinsel überhaupt nicht mehr nutze. Von Zeit zu Zeit – und da kann schon mal ein halbes Jahr verstreichen – verwende ich auch wieder einmal einen der anderen Rasierpinsel, zuletzt einen Schweineborstenpinsel von Semogue.

Für die RdT am 21.02.2022 hatte ich meinen Semogue-Schweineborstenpinsel verwendet, weil er mich angelacht und zur Benutzung eingeladen hatte. Allerdings hatte mich seine Nutzung dann sehr enttäuscht, da er mich beim Einschäumen kratzte und ich die Schweineborsten auf meiner Gesichtshaut als unangenehm empfand. Ich mag halt mehr die weichen Synthetikfasern. Deshalb war der Entschluss schnell gefasst, meinen Semoguepinsel einer Transplantation zu unterziehen. Das heißt, ich wollte den zum Rasierpinsel gehörenden Schweineborstenknoten gegen einen Synthetikknoten austauschen. Im nachfolgenden Text beschreibe ich die einzelnen Arbeitsschritte dazu.

Während der Transplantation konnte ich folgende Erkenntnisse zu Rasierpinseln der Marke „Semogue“ gewinnen. Diese Pinsel sind sehr sauber verarbeitet. Die für diese Rasierpinsel verwendeten Knoten sind alle in eine Hülse aus Aluminium eingeklebt. Diese Aluminiumhülse wird danach in den dafür vorgesehenen Pinselgriff eingeklebt. Die Qualität dieser Einklebung ist so gut, dass sich der Knoten nicht mehr mit einfachem Mitteln entfernen lässt, was einem späteren und jahrelangen Betrieb sehr entgegen kommt.

Und so sah der Semogue-Schweineborstenpinsel vor der Transplatation aus.




Abbildung 1:  Ansicht des noch unbearbeiteten Semogue-Schweineborstenpinsels.


Als ersten Arbeitsschritt wollte ich den Knoten mal eben schnell nach oben aus dem Griff heraus stemmen. Die Idee war eigentlich nicht schlecht, das Vorhaben scheiterte allerdings an der festen Verklebung, so dass ich nur den ursprünglich umgebördelten Rand der Aluminiumhülse hochstemmen konnte.




Abbildung 2:  Versuche, den Knoten aus dem Pinselgriff zu stemmen, führten nur zur Hochbiegung des Hülsenrandes des Pinselknotens.


Als weiteres Hilfsmittel diente mir dann ein Schraubstock, in den ich dann den Schweineborstenknoten einfach eingespannt habe, um ihn dann von Hand herauszudrehen.




Abbildung 3:  Ansicht des in einen Schraubstock eingespannten Rasierpinsels.


Eigentlich hätte sich der Knoten nun allmählich durch ein Drehen des Pinselgriffes lösen können, dachte ich zumindest. Aber selbst mit der Kraft meiner Hand bewegte sich der Griff nicht einen Millimeter.




Abbildung 4:  Die Verklebung des Pinselknotens mit dem Pinselgriff ist so gut, dass sich der Griff mit Handkraft nicht verdrehen lässt.


Aber es gibt ja noch weitere Hilfsmittel, zum Beispiel eine Wasserpumpenzange. Ein ziemlich schweres Geschütz, welches ich aufgefahren habe. Aber selbst mit dieser schweren Zange ließ sich der Pinselknoten weder lösen noch aus dem Pinselgriff herausdrehen.




Abbildung 5:  Die Verklebung des Pinselknotens widersteht sogar dem Krafteintrag durch eine Wasserpumpenzange. Unfassbar.


Nachdem auch dieser Versuch gescheitert war und sich der Knoten seiner Entfernung erfolgreich widersetzt hatte, blieb nur noch eine Möglichkeit übrig. Die Entfernung der Schweineborsten durch Abschneiden und das dann erst mögliche Ausbohren des mit dem Griff verklebten Knotenfußes.




Abbildung 6:  Ansicht des im Schraubstock eingespannten Pinselgriffes, bei dem die Schweineborsten alle weggeschnitten wurden.


Danach ging es ans Ausbohren des Knotenfußes aus dem Griff, eine ziemlich staubige Angelegenheit. Hierbei habe ich den Pinselgriff in einen Maschinenschraubstock eingespannt. Damit der Kunststoffgriff durch die Einspannung nicht beschädigt wurde, habe ich ihn zuvor mit einem Stück Fahrradschlauch umwickelt.




Abbildung 7:  Ansicht des in einen Maschinenschraubstock eingespannten Pinselgriffes.




Abbildung 8:  Über viele kleine Löcher wird der ursprüngliche Knotenfuß Loch für Loch entfernt.


Die vielen kleinen Löcher haben den ursprünglichen Knotenfuß in Summe soweit geschwächt, dass dieser dann stückchenweise herausgebrochen werden konnte. Beim anschließenden Entfernen der noch verbliebenen Aluminiumhülse ließ es sich nicht umgehen, hierbei den originalen roten Farbauftrag auf der Innenseite der Pinselgriffbohrung an einzelnen Stellen nicht zu beschädigen. Denn der ursprüngliche Klebstoff hatte auch hier für eine feste Verbindung mit der Aluminiumhülse gesorgt. Die dann entstandenen unregelmäßigen „Fenster“ habe ich daraufhin zunächst vollständig ausgeschliffen und so entfernt. Die Außenseite des Griffes wurde danach mit feinem Schmirgelpapier mattiert, da mir der mattierte Griff im Vergleich zum ursprünglich durchsichtigen Original besser gefällt. Anschließend habe ich die Innenseite der Knotenbohrung mit roter Revellfarbe aus dem Modellbaubereich bestrichen, denn mein transplantierter Rasierpinsel sollte ja wieder einem Semoguepinsel ähneln. Den Synthetikknoten (ein 24er Knoten) habe ich mit Pattex Kraftkleber Classic in den Pinselgriff eingeklebt und danach mehrere Tage austrocknen lassen. Das Resultat meiner Bemühungen ist in den nachfolgenden Abbildungen gut erkennbar. Mein neuer Semogue-Synthetikpinsel ist durch den Austausch des ursprünglichen Schweineborstenknotens gegen einen Synthetikknoten zu einem Hautschmeichler geworden und schäumt sehr gut auf.




Abbildung 9:  So sehen der vorbereitete Pinselgriff und der noch einzusetzende Synthetikknoten vor ihrem Zusammenfügen aus.   




Abbildung 10:  Ansicht des transplantierten Rasierpinsels kurz nach seiner Verklebung.




Abbildung 11:  Ansicht des fertigen Synthetikpinsels.
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Die Nachhaltigkeit einer gründlichen Nassrasur zeigt sich 24 Stunden später an nur gering und gleichmäßig nachgewachsenen Bartstoppeln.
Tim Buktu
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Beiträge: 10.909


Mensch sei großzügig oder stirb! K.Brenner


« Antworten #1 am: 12. M?rz 2022, 09:43:21 »

 Schockiert Was für eine Baustelle!
Durch die Mattierung und den schwarzen Besatz ist ein völlig neuer Pinsel entstanden.
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Tranquilo - In der Ruhe liegt die Kraft...

PS: Alles nur meine persönliche Meinung, die sich durchaus beeinflussen lässt und sich deshalb gelegentlich auch ändert!
MRetro
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Beiträge: 3.038


« Antworten #2 am: 12. M?rz 2022, 10:02:07 »

Die Mattierung gefällt mir gut. Daumen hoch
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Das Leben könnte so einfach sein ... muss es aber nicht.
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