gut-rasiert
16. August 2022, 05:42:10 *
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Autor Thema: Der Naßrasierer als Umweltsau: Wegwerf- und Einwegrasierer  (Gelesen 1805 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
Onkel Hannes
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« am: 13. Januar 2022, 14:36:57 »

Ich bin -zumindest meiner eigenen Einschätzung nach- weder eine Umweltsau noch ein Umwelterbsenzähler, sondern irgendwas zwischen den beiden Polen. Ich versuche, nicht vollkommen hirnlos Müll zu produzieren und voluminöse Verpackungen und nicht recycelbare Produkte zumindest vor einem Kauf zu hinterfragen, aber auch nicht mit aller Gewalt alles zu vermeiden; und das, was eben anfällt, wird gewissenhaft getrennt.

Ich denke, wir können uns als klassische Naßrasierer ohne Dosenprodukte, insbesondere mit Hobeln oder gar Messern, schon rühmen, uns ziemlich ressourcenschonend den Bart zu entfernen. Und auch Systemrasierer-Griffe halten wir üblicherweise teils jahrzehntelang in Ehren, ebenso Rasierpinsel, egal ob aus Synthetikfaser oder aus dem Pelz irgendjemandes anderen gewonnen.

Dieser Haufen Gillette Blue 3-Reste hier aber, nachdem ich die Klingen entnommen und in meiner Vorratskiste verstaut habe, gibt mir in diesem Lichte schon zu denken, denn das hätte ich zwar wissen können, aber hatte es nicht auf dem Radar:



Dazu kommen noch später die benutzen Klingen und deren Plastikschutz, den ich sehr schätze (ich hebe da sogar welche zur Weiterverwendung auf meinen originalen Sensorklingen auf, die ohne einen solchen Schutz kommen).

Gut, sie sind schon produziert, also nicht mehr wegzukriegen, und hätte ich sie nicht gekauft und verwendet, wäre es eben jemand anderes gewesen. Wer weiß, wo sie da geendet wären, und wie oft oder wie wenig sie benutzt worden wären. Ich hole wenigstens das Maximum aus den Klingen heraus, und mache mir um die Entsorgung Gedanken.

Die Tüte ist Verpackungsmaterial Duales System, also gelbe Tonne zum recycling, ebenso (wohl?) der Plastikschutz, und die Klinge gehört in den Restabfall. Kann ich mit leben.

Was aber mit dem Haufen Griffe, die nicht einmal benutzt werden? Schließlich habe ich genug, hebe nur ein paar davon auf, und verwende diese nur unter der Dusche und für ultraleichtes Reisegepäck, denn ansonsten nutze ich meine Sensorgriffe.

Es ist irgendein Kunststoff, dieser wiederum teilweise mit einer rutschfesten Beschichtung (?) aus Gummi (?) versehen. Das hat rechtlich in der gelben Tonne nix verloren, weil kein Verpackungsmaterial, und ich befürchte, man würde das auch technisch schlecht recyceln können? Also Restmüll, der in die Verbrennung kommt? Das ärgert mich, das müßte nicht sein.



Kennt sich jemand aus? Kann ich die Teile in der gelben Tonne entsorgen und hoffen, daß sie sinnvoll recycelt werden? Oder kontaminiere ich damit bloß  ansonsten besser recyclingfähiges Plastik?

Ideen, was man draus machen kann? Neulich hätte ich wenigstens aus so einem Ding einen Handgriff für irgendetwas anderes basteln können, aber natürlich fällt mir nicht mehr genau ein, was das war - und dann wären es auch nur ein, höchstens zwei Griffe gewesen.

Ich habe noch ein paar andere Einwegrasierer, eigene Uraltbestände und ein paar von meinem Vater, die eigentlich keine konkrete Zweckbestimmung mehr haben, aber -um es mal mit prominenten Worten auszudrücken- nun sind sie nun mal da...

Aber ich nehme mir vor, keine solchen Produkte mehr zu kaufen. Die mögen in gewissen Situationen wie im Krankenhaus vielleicht irgendeine Daseinsberechtigung haben, bei mir als normalem Nutzer aber nicht.

Wie sieht es bei Euch aus? Nutzt Ihr Wegwerfrasierer?
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Hungrig vom schlafen und müde vom essen.
titanus
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« Antworten #1 am: 13. Januar 2022, 14:47:28 »

Nein.
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Es ist sinnlos, von den Göttern zu fordern, was man selber zu leisten vermag.

Epikur
herzi
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« Antworten #2 am: 13. Januar 2022, 15:05:01 »

Vielleicht Nähgarnhalter für die Frau daraus bauen?
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Gruß,
Stefan
El Hopaness Romtic
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So viel Zeugs, so wenig Zeit.


WWW
« Antworten #3 am: 13. Januar 2022, 15:24:39 »

Wie sieht es bei Euch aus? Nutzt Ihr Wegwerfrasierer?

Ich nutze keine Wegwerfrasierer. Alleine schon aus haptischen Gründen, und weil ich diese Dinger auch schon rein optisch als Zumutung empfinde.

Im medizinischen oder klinischen Bereich mögen diese ja ihre Berechtigung haben, aber für mich persönlich gilt: auf Reisen, oder selbst Bergwanderungen, habe ich bisher noch immer die Möglichkeit gefunden, einen Merkur 34c und ein Päckchen Klingen bequem mitzunehmen. Da erschließt sich für mich der Sinn solcher Produkte nicht.

Meine 2 Cts.
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Wanderer, es gibt keinen Weg, der Weg bahnt sich beim Gehen.
Burlador
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« Antworten #4 am: 13. Januar 2022, 17:23:40 »

In der Steinzeit meiner Rasurentwicklung habe ich die BIC-Einwegrasierer ein paar mal verwendet. Sie waren gelb mit weißem Klingenschutz, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht. Ohne ordentliche Vorkenntnisse zur Vorbereitung, Schaumerzeugung usw. Das Ergebnis war kläglich und blutig mitunter. Ein Wunder, dass ich dennoch später bei der gepflegten Nassrasur gelandet bin. Zwinkernd
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"Er läuft ja wie ein offenes Rasiermesser durch die Welt..." (Büchner, Woyzeck)
Onkel Hannes
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« Antworten #5 am: 13. Januar 2022, 17:42:03 »

Wer hat die nicht am Anfang mal ausprobiert  Smiley Ich wäre sogar mal wieder neugierig darauf. Aber kaufen würde ich keine mehr.
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Hungrig vom schlafen und müde vom essen.
harrahalmes
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Freude schöner Telefunken Töchter aus Silizium


« Antworten #6 am: 13. Januar 2022, 18:57:01 »

Ui, das ist ein schöner Haufen. Das tut fast schon weh, vor allem wenn man weiß was eine Spritzgießform kostet...

Wegen der Entsorgung: Eigentlich gehörts unfrei zum Hersteller geschickt. Wenn er meint solch einen aufwendigen (aufwändigen?) Wegwerfgriff auf den Markt zu bringen, dann kann er sich meiner Meinung nach auch Gedanken um die Entsorgung machen. Ansonsten gelbe Tonne, im Prinzip ist's ja die Verpackung der Klinge.
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Hab ich einen Durscht... Ich könnt a halbe Sau ess, so müd bin ich.
Onkel Hannes
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« Antworten #7 am: 13. Januar 2022, 20:38:58 »

Es ist irgendein Kunststoff, dieser wiederum teilweise mit einer rutschfesten Beschichtung (?) aus Gummi (?) versehen. Das hat rechtlich in der gelben Tonne nix verloren, weil kein Verpackungsmaterial, und ich befürchte, man würde das auch technisch schlecht recyceln können? Also Restmüll, der in die Verbrennung kommt?
[...]
Kennt sich jemand aus? Kann ich die Teile in der gelben Tonne entsorgen und hoffen, daß sie sinnvoll recycelt werden? Oder kontaminiere ich damit bloß  ansonsten besser recyclingfähiges Plastik?

Ich habe recherchiert - es scheint vom Wohnort und dem dort für den Plastikabfall beauftragten Recyclingunternehmen abhängig zu sein.
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/abfall/muell-richtig-trennen-gelber-sack-restmuell-papier-oder-wohin-sonst-10580

Hier bei mir, der Abfallberatung der Stadt zufolge leider Restmüll, sprich: Landet in der Verbrennung. Ärgerlich, das.
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MRetro
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« Antworten #8 am: 13. Januar 2022, 22:34:42 »

Wie sieht es bei Euch aus? Nutzt Ihr Wegwerfrasierer?

Nöö.  Zwinkernd
Zu Systemie-Zeiten bin ich nie auf die Idee gekommen, dass die Einwegrasierer auch nur annähernd an diese herankommen würden. Später mit den Hobeln war das dann sowieso kein Thema mehr.
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MRetro
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« Antworten #9 am: 13. Januar 2022, 22:44:45 »


Ich habe recherchiert - es scheint vom Wohnort und dem dort für den Plastikabfall beauftragten Recyclingunternehmen abhängig zu sein.


Das Thema ist anscheinend ziemlich undurchsichtig.

Unser Abfallentsorger startet mit dem Satz „In die gelbe Tonne gehören nur leere Verkaufsverpackungen mit dem „Grünen Punkt“ aus Metall, Kunststoff und Tetra Pak.“

Später zählt er Sachen auf, die definitiv nicht alle mit dem „Grünen Punkt“ gekennzeichnet sind.  Huch
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flash
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« Antworten #10 am: 14. Januar 2022, 10:24:53 »

Es ist irgendein Kunststoff, dieser wiederum teilweise mit einer rutschfesten Beschichtung (?) aus Gummi (?) versehen. Das hat rechtlich in der gelben Tonne nix verloren, weil kein Verpackungsmaterial, und ich befürchte, man würde das auch technisch schlecht recyceln können? Also Restmüll, der in die Verbrennung kommt?
[...]
Kennt sich jemand aus? Kann ich die Teile in der gelben Tonne entsorgen und hoffen, daß sie sinnvoll recycelt werden? Oder kontaminiere ich damit bloß  ansonsten besser recyclingfähiges Plastik?

Ich habe recherchiert - es scheint vom Wohnort und dem dort für den Plastikabfall beauftragten Recyclingunternehmen abhängig zu sein.
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/abfall/muell-richtig-trennen-gelber-sack-restmuell-papier-oder-wohin-sonst-10580

Hier bei mir, der Abfallberatung der Stadt zufolge leider Restmüll, sprich: Landet in der Verbrennung. Ärgerlich, das.

Es kommt wirklich auf den Entsorger an. Meiner hat eine automatische Sortieranlage für die Restmülltonne, die Metalle, unterschiedliche Kunststoffe etc. automatisch aussortiert. Somit landet nur in der thermischen Aufbereitung, was nicht sortier- und damit recycelbar ist. Das erleichtert hier vieles.

Gruß
flash
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Onkel Hannes
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« Antworten #11 am: 14. Januar 2022, 11:30:05 »

Das gibt es hier auch; das hat mir der nette Herr von der städtischen Müllverbrennungsanlage, an den mich die Abfallberatung weiter verbunden hat, auch stolz ausführlich erläutert, und daß sogar die Schlacke der Verbrennung noch weiter verwendet werde.

Dennoch bin ich unzufrieden. Ich habe interessehalber, auch wenn das an der Einstufung als Restmüll nichts ändert, einmal versucht, den Gummi und den Kunststoff des Griffs zu trennen. Das ist mechanisch kaum oder nur schwer möglich, der Gummi scheint aufvulkanisiert.
Dann habe ich versucht, einen Griff zu zerbrechen; weder das Joch oben für die Klingenbefestigung noch den Griff selbst bekommt man mit normalen Handkräften kaputt - da muß man wirklich rohe Gewalt anwenden. Der feine Aufrichter mittig, der für die Federfunktion der Klinge sorgt, ist etwas empfindlicher. Den kann man verbiegen, aber kaum abreißen. Ich kann also dem Griff eine außergewöhnlich gute, aber wohl weitestgehend überflüssige Qualität bescheinigen.
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ElDirko
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« Antworten #12 am: 18. Januar 2022, 19:32:04 »

Ja schön ist das nicht, aber noch echt harmlos verglichen mit dem Rest der Welt.

In den Philippinen wird z.B. Shampoo, Waschmittel, Duschbad usw nahezu ausschließlich in Plastik Tütchen - die nur eine einzige Portion enthalten - verkauft.

Sieht so aus:
https://www.campaignasia.com/article/science-a-selling-point-in-mature-philippines-haircare-market/338397

In den Supermärkten steht das Zeug kistenweise. Zur Entsorgung kippt es der durchschnittliche Philippino wahlweise ins Meer, auf die Straße oder verbrennt es vor seiner Haustür.
Traurig aber wahr, 90% der Menschen schert Umwelt einen Dreck. Sie wissen / verstehen die Problematik gar nicht. Wenn man die Fragt warum sie ihren eigenen Strand vermüllen kann man ihnen ansehen das sie nicht mal die Frage verstehen.

Und hier klappt es doch auch nicht, Strohhalme und Plastik an Ohrenreiniger werden verboten. Aber Einwegrasierer oder der ganze Verpackungswahnsinn interessiert keinen.
Oder diese bescheuerte Flüssigseife, was da vollkommen unnütz an Wasser durch die Gegend gekarrt wird. Sollte m.E. mit 500% Umweltsteuer belegt werden, kein Mensch braucht Flüssighandseifen, Weibszeug.  Zunge
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Onkel Hannes
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« Antworten #13 am: 18. Januar 2022, 20:31:24 »

[...] Philippinen [...]

Interessanter Einblick.  Schockiert

Zitat
Oder diese bescheuerte Flüssigseife, was da vollkommen unnütz an Wasser durch die Gegend gekarrt wird. Sollte m.E. mit 500% Umweltsteuer belegt werden,

Ja, das stört mich auch schon lange! Ich denke, wir wissen den Grund:

Ein Schelm, wer böses dabei denkt, in Zeiten, wo man nun endlich auch Scheibenwaschmittel fürs Auto "Neu: jetzt gebrauchsfertig" (also bereits mit Wasser verdünnt) zum höheren Preis als die gleiche Menge Konzentrat kaufen kann.
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Nightdiver
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« Antworten #14 am: 18. Januar 2022, 23:27:46 »

Die Entsorgung der Griffe kann grundsätzlich, wie eigentlich jeglicher Plastikmüll, auch über die gelbe Tonne/den gelben Sack erfolgen, nicht nur bei Verpackungsmüll an sich.

Ein großes Fragezeichen sollte man allerdings hinter das Thema gelber Sack / gelbe Tonne und Recycling machen. Es geht tatsächlich ein nicht zu unterschätzender Teil der gelben Säcke bzw. Tonneninhalte in die Müllverbrennung statt zum Recycling.

Die Deutschen trennen den Müll inzwischen so gut, dass der verbleibende Restmüll zu mager für die Verbrennung ist und die Müllverbrennung allein nur mit Restmüll nicht mehr funktionieren würde. Daher muss zusätzlich hochenergetischer Müll der Verbrennungsanlage zugeführt werden, um die Anlagen am laufen zu halten. Und dieser Müll kommt aus unseren gelben Säcken/Tonnen.
Somit kann es sein, dass die Griffe später mit einer guten Chance in der Verbrennung landen, egal ob sie in der Restmülltonne oder in der Recyclingtonne gelandet sind.
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Gruß Kay

Es heißt: MOIN! – Moin Moin ist schon Gesabbel. - Norddeutsche Weisheit

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