Absoluter Beginner...

Begonnen von hecki, 11. Januar 2021, 21:27:50

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hecki

Hallo Rasuristen!

Ich möchte mich kurz vorstellen.

Ich heiße Christian, bin 39 Jahre alt, komme aus der Nähe von Fulda und bin was das Thema Rasiermesser betrifft blutiger Anfänger. Bis dato war ich ein überzeugter Schnellrasierer, also Dosenschaum und 4 Klingen Aldirasierer.
Mit der Zeit ändert sich dann altersbedingt die Lebensphilosophie und Alles wird ein wenig ruhiger...man sieht bestimmte Dinge einfach anders.

Daher möchte ich nun auch bei der Rasur etwas verändern und mir etwas gönnen. Ich habe mich die letzte Zeit immer mal wieder am Rande mit Rasiermessern beschäftigt...nun wirds eben konkret.
In ein paar Sachen habe ich mich schon etwas eingelesen und hier einige interessante Infos durchs Stöbern bekommen.

Ich habe mir heute von der Fa. Aust ein 5/8 Rasiermesser mit spanischem Kopf und Cocoboloheft gekauft. Wobei ich sagen muss, dass ich auch mit der Fa. Wacker telefoniert habe. Die Dame am Telefon hat einige gute Tips gegeben. Leider sind die "Allround" Messer mind. ca. 6 Wochen nicht lieferbar. Und auch danach ist nicht sicher, wann geliefert werden kann.
Daher viel die Entscheidung wie oben schon geschrieben auf das Aust Messer.

Einen Pinsel von Mühle (Dachshaar) und ein Riemen von Herold (480x60) wurden dann auch gleich bestellt. Dazu noch Rasierseife von Tabac mit Tiegel und ein Aufschäumbehälter. Wenn noch etwas fehlt oder ihr mir ein paar Anfängertips geben wollt...Atacke!

Jetzt freue ich mich schon riesig auf mein neues Messer und kanns kaum abwarten loszuscharben... ;D


Viele Grüße
Hecki






alvaro

Erst einmal ein "Herzlich Willkommen"

Wichtigster Anfängertip: Lass dir Zeit, und überfordere dich nicht.

Der Rest kommt von selbst, es kann etwas dauern, aber es wird kommen.

MRetro

Willkommen hier.  :)

Deine Ausstattung ist gut gewählt.
Hast du auch schon die Anleitung hier gelesen? 2 Rasurvideos anschauen, kann auch nicht schaden.
Wir drücken die Daumen, und berichte wieder.  dh:
Das Leben könnte so einfach sein ... muss es aber nicht.

Tim Buktu

Herzlich willkommen hier hecki!
Mit der Wahl Deiner Utensilien hast Du erst einmal nichts falsch gemacht. Wie oben schon erwähnt kommt es jetzt auf Ruhe und Geduld an. Alles kein Hexenwerk. Schön, dass Du das Abenteuer wagst. Die Chance auf eine signifikante Steigerung Deiner Lebensqualität steht vor der Tür. Lass sie rein!  dh:
Tranquilo - In der Ruhe liegt die Kraft...

PS: Alles nur meine persönliche Meinung, die sich durchaus beeinflussen lässt und sich deshalb gelegentlich auch ändert!

herzi

Willkommen, hecki.

Eigentlich wurden Dir schon alle guten Tips gegeben. Deswegen nur ein Toitoitoi von mir.

Und: Immer quer zur Schneide rasieren. Mit der Schneide tuts weh ;)
Gruß,
Stefan

Paula

Hi Hecki, Willkommen. Ich kann mich nur anschließen. Alles richtig gemacht.

Für den Einstieg in die Messerrasur habe ich damals die Rasur von morgens auf abends verlegt. Ich bin bis heute dabei geblieben und ich denke es war eine gute Idee, weil ich abends mehr Zeit u. Ruhe hatte und mich beim Erlernen der Messertechnik nicht hetzen brauchte.

Ich will nicht sagen, daß es mein größter Fehler war, aber der allzu schnelle Kauf mehrerer Messer ist in der Anfangszeit (zwar sehr verführerisch  ;) aber) nicht unbedingt die beste Idee. @EasyRider empfiehlt sogar, sich im ersten Jahr mit nur einem Messer zu rasieren. Es ist zwar etwas extrem aber im Prinzip würde ich auch es auch empfehlen.

alvaro

Die Empfehlung des "Messer für das erste Jahr" hört man ja öfter.
Es macht auch wirklich Sinn da man das Messer als Schwachstelle irgendwann ausschließen kann.
(Schärfe ist natürlich ein anderes Thema)

EasyRider

#7
Auch von mir zunächst ein herzliches Willkommen am Lagerfeuer der Messerschwinger!
Halte dich an die Ratschläge, die die hier gegeben wurden, und schon ist die halbe Miete bezahlt.
Die andere Hälfte besteht aus Geduld, Durchhaltevermögen und vor allem aus einem: üben, üben und immer wieder üben. Das ist bei der Messerrasur das Alpha und das Omega.

Zur zitierten Ein-Messer-Theorie ein wenig Statistik:

In den letzten anderthalb Jahren sind neun Freunde von mir in die Messerrasur eingestiegen.
Allen habe ich dringend geraten, im ersten Jahr nur ein Messer zu verwenden.
Vier haben sich daran gehalten. Sie haben - mit den unterschiedlichsten Messern - erstaunlich schnelle Fortschritte gemacht und können sich jetzt mit Messern der unterschiedlichsten Schliffarten gekonnt rasieren. Denn als das "Hunger-Jahr" vorüber war, haben sie sich allesamt in den Messerkauf gestürzt... ;D

Die anderen fünf haben den Ratschlag nicht befolgt. Ihre Karrieren verliefen so:

Einer gab schon nach drei Wochen auf, weil auch die Rasur mit dem fünften Messer, das er sich in dieser Zeit gekauft hatte, "einfach nicht klappen" wollte.

Zwei hielten ungefähr ein Dreivierteljahr durch, kauften sich in dieser Zeit 8 bzw. 11 Messer. Der eine rasiert sich jetzt wieder mit seinem Hobel (R41), der andere ließ sich aus lauter Frust gleich einen Vollbart stehen... ;D

Und die restlichen zwei sind Spezialfälle:

Der eine stand nach gut einem halben Jahr kurz vor dem Aufgeben, weil er es in dieser Zeit nicht geschafft hatte, sich auch nur mit einem seiner 18 (!!) Messer auch nur halbwegs ordentlich zu rasieren. Ergo Frust pur. Erst als er sich auf mein Anraten hin auf sein 5/8 Aust mit Rundkopf beschränkte, machte er plötzlich fast schon progressive Fortschritte. Das hielt er dann 8 Monate durch. Endergebnis: Seit ca. 3 Monaten kann er sich mit (fast) jedem seiner 18 Messer problemlos rasieren. Probleme bereitet ihm nur noch ein derbes Breitschwert, was mich nicht weiter wundert, denn solche Messer haben m. M. n. in den Händen von Anfängern nichts verloren.

Der zweite war ein klassisches Strohfeuer: Mit allergrößter Begeisterung in die Messerei eingestiegen, nach wenigen Monaten alle Messer auf den Markt geworfen, nachdem er sich mit einem derben 8/8 Koraat am Kinn eine böse Verletzung zugezogen hatte. Auf meine Vermittlung hin kaufte ihm @alvaro seine Messer ab und nahm sich den Jungen dann zur Brust, indem er ihm per Fernunterricht mit unendlicher Geduld das Messern und vor allem das richtige Ledern beibrachte.  dh: Ich hab dazu leider nicht die Nerven... ;D
Ergebnis: Nachdem alle seine Messer bei alvaro waren, hat er sich wieder eins gekauft, ist zurück an den Start gegangen und hat mit einem Messer neu begonnen. Das erwies sich für ihn als der goldrichtige Weg. Er blieb bei der Messerrasur, hat jetzt auch schon wieder vier Messer, wenn ich mich nicht ganz täusche, und kann sich mit jedem davon recht anständig rasieren.



hecki

Erst einmal herzlichen Dank für die Antworten!!  dh:

Das mit dem schnell schnell kenne ich nur zu gut!
Daher habe ich mich bewusst für ein gutes Messer entschieden mit dem ich das Rasieren erlernen möchte, damit nicht nach ein paar Wochen der Wunsch nach einem besseren Messer entsteht...und es gibt wirklich ein haufen schöne Messer am Markt!  ;D ;D
Hat aber alles noch viel Zeit. Und da ich mich nur alle 3 Tage rasiere, passt das mit einem Messer ja sowieso.

Videos habe ich mir schon Einige angeschaut und lerne gerade "theoretisch" die Rasur und das Ledern.

Noch eine Frage zum Abschluss bezüglich des Kopfes...die eine Manufaktur riet mir zum runden Kopf und die Andere zum spanischen Kopf da man besser das Messer abschätzen kann.
Was stimmt denn nun? Oder ist Beides irgendwie richtig?

Grüßle

DeSchulz

Zitat von: hecki am 12. Januar 2021, 16:22:51

Noch eine Frage zum Abschluss bezüglich des Kopfes...die eine Manufaktur riet mir zum runden Kopf und die Andere zum spanischen Kopf [...]


Als Anfänger würde ich dir zu einem Rundkopf raten, da ist das Verletzungsrisiko geringer. Wenn die Rasur sicher beherrschst, spricht nichts gegen einen spanischen Kopf.  :angel:
Gruß aus der Pfalz

hecki

Hmm...Herr Aust riet mir zum spanischen Kopf als auch auf der Wacker Seite (Modell: Allround) werden spanische Köpfe für Anfänger beworben...

alvaro

Wenn die Spitze entschärft ist wird das auch gut gehen, wenn nicht eben nicht.



hecki

Ich werde auf jeden Fall berichten...

Standlinie

Der Einstieg in die Rasiermesserrasur ist eine ganz tolle Entscheidung, aber es scheiden sich an ihr auch gleich die Geister. Wie EasyRider schon sagte gehört das Üben, Üben und nochmalige Üben immer dazu, es ist das kleine Einmaleins der Messerrasur. Das Kopfrechnen lernt man ja auch nicht einfach dadurch, dass man sich mal einige Zahlen ansieht.

Wir haben hier im Forum übrigens eine kleine Rassiermesser-Rasuranleitung. Dort werden bestimmt viele Deiner Fragen beantwortet. Mit welchem Messer Du letztendlich beginnst, welche Kopfform es hat, wie lang der Erl sein soll, usw. ist eigentlich unerheblich. Das Allerwichtigste bei der Messerrasur ist, dass Du Dein Rasiermesser bei der Rasur absolut sicher und verwackelungsfrei in der Hand hälst. Nur dann wird es sicher geführt und tut das, was es auch soll, nämlich Bartstoppeln stilvoll und verletzungsfrei entfernen. Das sichere Halten eines Rasiermessers in der Hand will erst einmal erlernt sein. Und ein leichteres und kleineres Rasiermesser ist anfangs leichter festzuhalten.
Und als nächstes kommt hinzu (das muss jeder lernen), dass Du Dich im Spiegel siehst. Jede Bewegung Deiner Hand ist zwar sichtbar, aber spiegelverkehrt. Im Kopf muss diese Tatsache erst einmal umgesetzt werden. Und das Abschätzen von Abständen ist auch sehr wichtig. Willst Du Deine Gesichtsfläche direkt vor dem Ohr rasieren, solltest Du schon abschätzen können, wie nah sich die Messerspitze dem Ohr nähern darf. Andernfalls führt ein falscher Abstand sonst zu gewissen Cuts. Ein Rasiermesser mit Rundkopf mag das ja noch halbwegs verhindern, Ein Rasiermesser mit geradem Kopf oder mit einem französischen kopf lässt sich aber nicht aufhalten und dringt dann leider etwas in die Haut ein. Das wird jedem Rasiermesserliebhaber mindestens einmal in seinem Leben passieren, denn "Shit happens". Für einen Anfänger kann diese Situation aber schon sehr entmutigend wirken.

Ich wünsche Dir zunehmende und anhaltende Freude bei Deinen stilvollen Rasiermesserrasuren.  dh:
Die Nachhaltigkeit einer gründlichen Nassrasur zeigt sich 24 Stunden später an nur gering und gleichmäßig nachgewachsenen Bartstoppeln.

TeaTime

Ich hab jetzt nicht so die große Ahnung von Messern, habe jedoch gesehen, dass bei Austs spanischen Köpfen die Ecken abgerundet sind. Sollte also kein Problem sein. Und ja, vielleicht ist es schon einfacher, weil man trotzdem sieht, wo die Klinge aufhört oder so. Ich wünsch dir neben einem Hallo und Willkommen im Forum viel Freude bei den ersten Versuchen.