gut-rasiert
08. August 2020, 05:29:25 *
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Autor Thema: 3017er-Behandlung  (Gelesen 2758 mal)
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Weihschäumer
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« am: 12. Januar 2020, 20:47:53 »

Angeregt durch den Beitrag des Mitglieds "Faust des Nordstern" und die Ermunterung, einen Thread zu starten, fange ich hier an.
Es geht beim 3017 um die Nutzung einer Creme / Seife, bis sie aufgebraucht ist. Genutzt wird (fast) ausschließlich ein Produkt zum Schäumen.
Warum das?
Ich zitiere hier "Faust des Nordsterns":
Zitat
Nun der Text zur 3017er Behandlung. Ich finde den tragisch-komischen Ursprung dieser Methode, mit der sich die meisten in unserer Anstalt zu einem guten Teil identifizieren können, in Kombination mit dem äusserst pragmatischen und selbstdisziplinierten Aspekt, schlicht faszinierend.
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Die Legende
Es gab mal im angelsächsischen Raum einen Verrückten, der hatte dermassen viele Seifen angehäuft, dass ihm diese exakt (!) bis ins Jahr 3017 gereicht hätten. Um nun seinen Bestand an Seifen möglichst schnell und effizient zu verringern, musste ein spezielles Verfahren her. So wurde die 3017er Behandlung geboren.

Die Wirklichkeit
Ende der Nuller-Jahre hatte ein Gleichgesinnter soviele dreifach gefräste Seifen angehäuft, das ihm diese für viele Jahre gereicht hätten. Ein weiser und visionärer Mod hatte aber spasseshalber den Titel von 2017 auf 3017 geändert und seitdem heisst diese Behandlung auch so. Der Thread-Ersteller, dessen Benutzername 'der Goldene Johann' war, konnte dermassen viele Jünger überzeugen, dass eine regelrechte Bewegung entstand.

Worum geht es genau?
Es geht hier um ein Verfahren, das simpler nicht sein könnte. Wenn man einer Rasierseife die 3017er Behandlung verabreicht, dann wird sie ohne jeglichen Unterbruch verwendet bis sie komplett alle ist und nichts mehr von ihr übrig bleibt! Punkt. Es ist kein Streunen, kein Vagabundieren gestattet.

Der Bestand in Gewicht bleibt logischerweise gleich, bei der 3017er Methode geht es einzig und allein um die effizienteste Verringerung der diskreten Anzahl an Seifen.

Vorteile der 3017er Behandlung
Man lernt eine Seife wirklich gut kennen. Es gibt zickige Rasierseifen, die einen recht kleinen Toleranzbereich bei der Wasserzugabe haben. Es ist schon mal vorgekommen, dass ich eine Seife erst nach über einer Woche wirklich perfekt aufschäumen konnte, davor war sie zwar mehr als solide, aber erst als ich den richtigen Dreh raushatte respektive das perfekte Mischverhältnis von Wasser zu Seife intus hatte, konnte die Seife ihr ganzes Potenzial ausschöpfen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass man mit angenehmeren Rasuren belohnt wird, wenn man die Seife nicht ständig rotiert. Meinem Empfinden nach tut es der Haut gut, wenn sie sich an einer Seife gewöhnen kann. Selbiges gilt auch für den Rasierer und der Klinge. Zu häufiges Wechseln bekommt der Gesichtshaut nicht gut. Auch habe ich bei manchen Seifen den Eindruck, dass sie besser performen tun, wenn sie täglich verwendet werden.

Nicht zuletzt braucht es hierzu enorm viel Selbstdisziplin. Vor allem bei dreifach gefrästen Seifen, die eine Ewigkeit zu halten scheinen, wird die Geduld echt auf die Probe gestellt. Handkehrum sorgt diese Methode, das einem die Nerven garantiert gestählert werden.  Smiley

Nachteil
Es liegt in der Natur der Sache, dass diese Methode nicht viele Anhänger finden wird. Viele Mitglieder haben gewaltige Bestände angehäuft und tun gemächlich rotieren, da sie auch eine Riesenfreude an der Abwechslung zu haben scheinen. Aus deren Perspektive dürfte die 3017er Behandlung in höchstem Grade ketzerisch sein, denn man kann von der allgemeinen Norm in unserer Anstalt – der gewaltigen Rotation -- nicht mehr abweichen als mit dieser Methode.

Modifikationen
Die Methode kann logischerweise bei jeglicher Software angewandt werden. Auch bei den Seifen kann man es so handhaben, dass man zwei oder drei Seifen rotiert, bis sie alle sind. Man muss zwar nicht starr nur eine einzige Seife verwenden, sollte es mit dem Modifizieren aber auch nicht übertreiben, da der Sinn der Methode ansonsten flöten geht und so die 3017er Behandlung untergraben wird.

Beschleunigungsmittel
Die Seife mit dem heissesten Hahnenwasser einweichen und dazu eine Sauborste verwenden, kann die Sache ungemein vorantreiben. Grinsend

Da ich in diesem Jahr genau dieses vorhabe und den Worten oben voll zustimme, lade ich alle dazu ein, dieses zu versuchen, zu starten und dabei ihre Erfahrungen mit dem Dauergebrauch einer Seife / Creme zu teilen.
Wer teilnehmen möchte, schreibt hier, wann er starten, welche Seife / Creme er nutzen will, vielleicht auch, ob es ein jungfräuliches Stück ist oder vielleicht ein Rest einer Seife, den er / sie beim Aufräumen ganz hinten im Schrank gefunden hat; ob es eine Premiere ist oder ein altbekanntes Produkt. Am Ende, wenn der Tiegel / die Tube nichts mehr hergibt, können wir ja eine abschließende Bewertung zum Rasurprodukt abgeben.
Also Leute, keine Scheu, der Genuss liegt in der Beschränkung, wir lernen immer wieder Neues - und wir haben endlich ein gutes Gewissen, wenn wir dann die entstandene Lücke im Bad mit neuen schönen Sachen auffüllen können.
Ich freue mich auf die "Gemeinschaft des Ringens"!
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Weihschäumer
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« Antworten #1 am: 13. Januar 2020, 21:55:04 »

Nachdem meine Extro Cosmesi Barocco letzte Woche erfolgreich geleert wurde, meine Meißner Tremonia Warm Woods Paste, die eigentlich mein 3017er-Jahr starten sollte, nicht zum Schäumen zu bewegen war, nun mein erster Kandidat zu Komplettleerung im Stück:







Seitz-Kreuznach ist mir unbekannt. Also Premierenfieber!
Ersteindruck: ist der niedlich der Tiegel, so klein ...
Geruch: Ananas? Kokosnuss? Ananas entfernt im Hintergrund; und Kokosnuss, ja, aber außen  Grinsend, riecht holzig, beim zweiten Schnuppern etwas cremig-süß ...
Das Schäumen mit dem Hipsteria-Rosshaarmonster gelang relativ schnell, zunächst etwas trocken, aber da werde ich noch mit dem Wasser spielen müssen. Wir beide haben ja Zeit.
Zur ersten Rasur heute: Gleiteigenschaften durchschnittlich, Einweichwirkung gut, Hautpflege kann ich erst beurteilen, wenn ich sie eine Woche in Benutzung habe.
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herzi
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« Antworten #2 am: 14. Januar 2020, 09:00:27 »

Da bin ich gespannt. Die Seitz Kreuznach ist mir auch schon aufgefallen, ich kenne sie aber nicht.
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Gruß,
Stefan
Faust des Nordsterns
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« Antworten #3 am: 14. Januar 2020, 15:54:56 »

Recht herzlichen Dank für das Eröffnen des Fadens. Sehr nett von dir.

Ich hatte letztes Jahr etwa 200 Proben getestet. Alles, was Rang und Namen hat, war mit dabei. Als ich mit dem Testen fertig war, begann ich sämtliche Seifen im Bestand, die nicht nachgekauft werden, am Stück zu leeren. Die 3017er Behandlung ist sozusagen die letzte Möglichkeit für eine Seife zu überzeugen, bevor sie in den Ruhestand versetzt wird. Und sollte sie negativ überraschen, kann sie auch zur Bade- oder gar zur Handseife degradiert werden. Letzteres wäre dann die ultimative Demütigung.

Die 3017er Behandlung wende ich auch bei AS an. Stand heute wird nichts mehr ausser Thayers, Tüff Nr. 1, Agua Balsamica und LPL Oud-Santal nachgekauft. Alles andere wird nach und nach in den Ruhestand versetzt.

Sogar bei Rasiermessern wende ich eine Art 3017er Behandlung an: Ein neues Messer wird solange benutzt, bis es wieder -- von einem Schärfeprofi -- geschärft werden muss. Weil ich eine bestimmte Anzahl RM nicht überschreiten möchte, führe ich über jede Messerrasur Buch. Nebst der Sanftheit und Schärfe schaue ich dabei vor allem auf die Schnitthaltigkeit, welches Messer weiterziehen muss. Das tut aber alles andere als eilen, so dass ich es gemächlich angehe.
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Nemo me impune lacessit.
Faust des Nordsterns
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« Antworten #4 am: 14. Januar 2020, 16:53:01 »

Geleert wurden die folgenden Seifen. Die Fazite werde ich noch in den jeweiligen Threads übertragen. Und eines könnt ihr sicher sein: Wenn ihr eine Seife am Stück leert, wird jede Seife irgendeinen Eindruck hinterlassen.

Schmiere Abschaum von Rumble59
Grandioser Duft, wenn man auf Waschküchen-Duft steht. Duftet irgendwie nach Badewasser und weckt definitiv Kindsheitserinnerungen. Performt solide, auch wenn nicht überragend. Die üppige Menge von 250ml täuscht etwas: die weiche Seife leert sich schneller als ein dreifach gefrästes 60g Seifenstück. Nachkauf einzig des Duftes wegen.

Wilkinson Shave Stick
Der billige Duschgel-Duft alleine reicht fast schon, um diesen Stick nicht zu gebrauchen. Performt in jeder Hinsicht (Duft, Gleitfilm, Post-Shave) schlechter als der Speick Stick. Kein Nachkauf.

MONSAVON Bol à Raser (abgebrochen)
Performt und duftet dafür, dass sie im Land der Franken keinen Euro kostet, überraschend gut. Gleitfilm am Messer konnte leider nicht getestet werden, wurde sie mir doch von einem jahrzehntelang ausschliesslich Arko nutzenden Besucher quasi geklaut!

Haslinger Ringelblume
Gefiel mir sowohl duftmässig als auch was die Performance anbelangt. Der Duft von Erdnüssen könnte manchen aber zu aufdringlich sein. Und bei zu langem Einweichen könnte im letzten Durchgang ein leichtes Brennen wahrnehmbar sein, das aber ohne Folgen bleibt. Ein Nachkauf nicht ausgeschlossen, drängt nach den negativen Erfahrungen mit den anderen Haslinger Seifen aber auch nicht.

Haslinger Schafmilch
Obwohl keine Allergie gegen Lanolin vorliegt (Musgo Real funktioniert), löste die Seife eine heftige Hautreaktion aus. Musste umgehend zur Handseife degradiert werden. Irgendwann test ich noch die Zwillingsseife MFW.

Hawkins & Brimble RC
Solider Gleitfilm und sehr gut im Post Shave. Duft zwar angenehm, aber recht neutral und auf die Dauer fast schon langweilig. Brannte die ersten paar Male sehr stark auf die Lippen, was aber ohne Folgen blieb und dürfte wohl am Ginseng oder Elemi gelegen haben. Kommt insgesamt nicht an die Speick heran, ist dafür preislich um so teurer. Ergo kein Nachkauf.

Haslinger Sandelholz
Zur Badeseife degradiert. Verträglichkeit war zwar gut, der Gleitfilm konnte aber nicht wirklich überzeugen. Mit Hobeln fiel dies kaum auf, die Rasur war sanft und gründlich. Aber sobald das Rasiermesser oder WKM zu Werke gingen, konnte der Gleitfilm nicht mit den Spitzenseifen mithalten.

Haslinger Aloe Vera
Der Duft gefällt trotz seiner Einfachheit. Duftet seifig-frisch nach Aloe Vera. Gleitfilm ähnlich der Sandelholzseife. Wird aber nicht degradiert, da sie mit dem Hobel nicht nur eine sanfte und gründliche Rasur liefert, sondern vor allem im Post-Shave überzeugt.

Mühle Sandelholz
Beide Mühle Seifen waren ein Geschenk eines netten Forummitglieds. Ich hatte vor Jahren mal schlechte Erfahrungen mit der hjm Aloe Vera gemacht, sodass ich seither einen Bogen um die Seifen von Mühle respektive EJ gemacht hatte (gilt nicht für deren RC!). Die Performance war ähnlich der Haslinger Sandelholzseife. Mit dem Hobel bekommt man zwar eine gründliche Rasur hin, mit dem Messer fallen aber die Defizite im Gleitfilm auf. Zur Badseife degradiert.

Mühle Aloe Vera
Auch dieser Duft ist recht angenehm. Gleitfilm ähnlich der Mühle Sandelholz, im Post-Shave überzeugt aber auch diese Seife dermassen, dass sie in den Ruhestand gehobelt wird.

Arko Sensitive RC
Die habe ich als eine ausgezeichnete RC in Erinnerung und ist diesbezüglich mit der Speick vergleichbar. Im Urlaub eine supergünstige Alternative, wenn sie lokal verfügbar ist.

Viking Sensitive RC
Auch die habe ich sehr ähnlich wie die Arko in Erinnerung. Ich hatte die in Bulgarien hergestellte Version. Die russische Version kenne ich (noch) nicht.

Speick Men
Ich hatte vom Stick und der RC Reste übrig, die noch vor dem grossen Probenkauf stammten. Duft, Gleitfilm und Postshave allesamt 1A. Die müssten sich vor keiner Spitzenseife verstecken. Zudem noch sehr preiswert und quasi sauber. Zusammen mit dem Doktor Dittmar die unterbewerteste Seife (Crème) Deutschlands. Zum Stick besteht aber eine fast schon emotionale Beziehung, diente er mir doch jahrelang als meine Hauptseife während dem Studium, als ich mir die Kriegskasse für die spätere Exit-Hardware und RM auffüllte. Ein loyaler Begleiter, der jahrelang stets lieferte.

Razor Master Absinth (aktuell)
Der Duft gefällt sehr. Eine überaus süsse Interpretation des grünen Absinthes und dem typischen und etwas aufdringlichen und schweren Razor Master Duft im Hintergrund, das fast zum Träumen verführt. Die Rasuren mit dem Hobel sind wirklich in jeder Hinsicht angenehm. Mit dem Messer offenbaren sich aber Defizite beim Gleitfilm. Da sie bereits eingestellt ist, erübrigt sich die Frage nach einem Nachkauf, wäre aber wohl negativ ausgefallen.

Als nächstes kommen ein paar Seifen von Le Père Lucien, die Musgo Real RS und die Mister Tonic von La Maison du Savon de Marseille.

Neben 20-30 übriggebliebenen Proben, deren Düfte mich nicht umhauen und ich die Seifenbasis bereits kenne, der Musgo Real RC, die als Reise-RC verwendet wird und ein paar Raritäten (Cliven RC) und eingestellte Seifen (I Coloniali), die sehr selten verwendet werden, blieben dann nur noch meine Top Sieben übrig, die stets nachgekauft werden und die mich vollends zufriedenstellen.

Der EXIT naht. Denn bald habe ich sowohl hardware- als auch softwaretechnisch mein Reiseziel erreicht. Auch bei den Messern habe ich die maximale Anzahl erreicht, so dass kein neues Messer hinzukommt, ohne dass eines geht.

Wie hiess es doch so schön auf dem Schild von Rorschach in Alan Moores Meisterwerk 'Watchmen'? The end is nigh. Life goes on.

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« Antworten #5 am: 14. Januar 2020, 22:16:33 »

...
Ich hatte letztes Jahr etwa 200 Proben getestet. Alles, was Rang und Namen hat, war mit dabei.
...

Wow, wie kommt man denn an 200 Proben? Hast du da eine Bezugsquelle?
„Proben“ bedeutet dann aber, kleinere Portionen, die dann am Stück auch schneller durchgebracht sind, oder?

P.S.: Schön dass du mit uns deine Erfahrungen zu „3017“ teilst.  Smiley  Daumen hoch
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Faust des Nordsterns
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« Antworten #6 am: 14. Januar 2020, 23:18:10 »

NRF-Shop: Myrsol AS Proben
Maggards: Ami-Seifen
Connaught Shaving: UK-Seifen & Nuavia
Shavedash: die allergrösste Auswahl!

Soviele Proben sind nicht gerade billig. Allerdings konnte ich einen Teil im MH weiterverticken. Meist waren das diejenigen Seifen, deren Duft mich überhaupt nicht anmachte und die Seifenbasis ich bereits gekannt hatte. Und im Vergleich zum Kauf der ganzen Seife habe ich Unmengen an Ressourcen gespart (Geld und Zeit). Oftmals ging es schlicht darum, die Neugier über den Duft zu befriedigen. Das Ziel war meine Top 3 bis 10 zu finden. Von anfänglich 10 konnte ich es nun auf sieben reduzieren, die auch langfristig verwendet werden.

Die meisten Ami-Seifen machten mich nicht an. Vor allem die typisch penetrante Kommunikation der Amis und das Riesen-Tamtam bei neuen Seifenbasen, die viel zu häufig vorgenommen werden und einzig das Ziel haben, das gesättigte Geschäft anzukurbeln, stiessen mir sauer auf. Auch die übertrieben vielen Limited Editions finde ich völlig sinnfrei. Wenn mir eine Seife richtig gut gefällt, möchte ich sie auch länger nutzen und nicht gleich bunkern müssen. Das weniger dynamische Umfeld im traditionelleren Europa gefällt mir da wesentlich besser. Unter meinen Top Sieben ist nicht eine Ami-Seife dabei. Allerdings trifft diese Kritik nicht auf alle zu, bspw. werde ich noch Verbena Lime (Eisenkraut) von Mystic Water testen müssen und zu Tallow & Steel hätte ich auch viel Positives tu berichten. Von den UK Artisans taugt (vor allem duftmässig) für mich einzig Wickham's.
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« Antworten #7 am: 17. Januar 2020, 23:53:26 »

... Und eines könnt ihr sicher sein: Wenn ihr eine Seife am Stück leert, wird jede Seife irgendeinen Eindruck hinterlassen.

Hallo @Faust des Nordsterns.

Was ich noch nicht begreife ist, warum kann man diese Erfahrung erst mit kompletten Entleeren einer Seife/ Creme machen?
Das ist für mich halt extrem lang.

Was wäre denn bei täglicher Anwendung so deine Durchschnittsdauer, dass du meinst eine Seife kennen gelernt zu haben?
Und wenn es dann darüber hinaus geht, warum? Masochismus?  Zwinkernd
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« Antworten #8 am: 18. Januar 2020, 16:39:08 »

Die starre 3017er Methode wende ich wie bereits erwähnt dann an, wenn ich meinen diskreten Bestand verringern möchte. Meist handelt es sich um Seifen, die nicht nachgekauft werden. Wenn dann nur noch meine Top-Seifen übrig sind, werden 2-3 Seifen benutzt.


Hallo @Faust des Nordsterns.

Was ich noch nicht begreife ist, warum kann man diese Erfahrung erst mit kompletten Entleeren einer Seife/ Creme machen?
Das ist für mich halt extrem lang.

Man kann diese Erfahrung nicht nur "erst mit kompletten Entleeren einer Seife" machen. Das sollte auch nicht der wichtigste Beweggrund sein. Vielmehr ist das eine positive Nebenerscheinung der Methode. Und dass man kein besseres Bild von einer Seife kriegt als mit dieser Methode, liegt ja auf der Hand.


Was wäre denn bei täglicher Anwendung so deine Durchschnittsdauer, dass du meinst eine Seife kennen gelernt zu haben?
Und wenn es dann darüber hinaus geht, warum? Masochismus?  Zwinkernd

Das hängt wohl von der Seife und dem Benutzer ab. Bei der Boellis beispielweise brauchte ich etwas über 10 Rasuren, um sie wirklich zu 'knacken'. Nach spätestens 10 bis 14 Rasuren sollte man aber ziemlich jede Seife ausreichend gut kennen.
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« Antworten #9 am: 18. Januar 2020, 22:31:19 »

...
Die starre 3017er Methode wende ich wie bereits erwähnt dann an, wenn ich meinen diskreten Bestand verringern möchte.
...
Das hängt wohl von der Seife und dem Benutzer ab. Bei der Boellis beispielweise brauchte ich etwas über 10 Rasuren, um sie wirklich zu 'knacken'. Nach spätestens 10 bis 14 Rasuren sollte man aber ziemlich jede Seife ausreichend gut kennen.

Danke für deine Antworten @Faust des Nordsterns.  Smiley  Daumen hoch  Ca. 10 Versuche mit einer RS/ RC sollte auch nach meiner Erfahrung ausreichend sein. Oft geht es auch schneller, wenn mir eine Komponente gar nicht passt, insbesondere Duft oder Hautempfindlichkeiten.

...
Die 3017er Behandlung wende ich auch bei AS an. Stand heute wird nichts mehr ausser Thayers, Tüff Nr. 1, Agua Balsamica und LPL Oud-Santal nachgekauft. Alles andere wird nach und nach in den Ruhestand versetzt.
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Kannst du auch einmal zu deinen AS Favoriten deine Pros/ Cons schreiben? Danke!
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Weihschäumer
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« Antworten #10 am: 20. Januar 2020, 20:04:04 »

Ein Zwischenbericht zu meiner Reise ins Nichts mit der Seitz-Kreuznach:
Was für eine Diva! Zunächst einmal, sie ist sehr durstig. OK, bin ich auch manchmal. Das heißt technisch, den Pinsel nach dem Wässern nur ganz wenig ausschütteln und dann mit dem Tropfquast in den Tiegel. Die ersten dreißig Sekunden bleibt die Seife brav, Schaum geht gut in den Pinsel.
Im der Rasierschale geht die Quälerei aber los. Um einen mich zufrieden stellenden Schaum zu erhalten muss ich die Wasserzufuhr scheinbar in einzelnen Wassermolekülen ausrechnen. Zwei Tropfen zuviel / zuwenig, und ich kann rühren wie eine alte Waschfrau, es wird nicht. Zweimal war es perfekt, ansonsten konnte ich mit dem Schaum schlechte Rasuren haben oder ich habe gleich neu angesetzt.
Da habe ich mir ja gleich die Richtige zum 3017 ausgesucht! Aber ich halte durch, probiere weiter (habe jetzt eine Pipette im Badezimmerschrank und werde die tropfenweise Dosierung dokumentieren). Ich lass mich doch nicht von so einer Seife ärgern  Zunge
Ach ja: der Materialverbrauch ist überdurchschnittlich. Das Geizen braucht man mit ihr gar nicht erst versuchen. Sie stellt sich dann tot.
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« Antworten #11 am: 20. Januar 2020, 21:25:39 »

Da habe ich mir ja gleich die Richtige zum 3017 ausgesucht! Aber ich halte durch, probiere weiter (habe jetzt eine Pipette im Badezimmerschrank und werde die tropfenweise Dosierung dokumentieren). Ich lass mich doch nicht von so einer Seife ärgern  Zunge

Da drücke ich dir die Daumen.  Daumen hoch
Den K(r)ampf braucht man wirklich nicht länger.
Schreib mal, wann du sie geknackt hast (s.o.).
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« Antworten #12 am: 28. Januar 2020, 01:19:53 »

Hatte ich als Neuling Glück oder Pech, zu Beginn sehr gute Produkte kennenzulernen?
Wissend, dass es keine objektive Feststellung, sondern persönliches Erfahren ist, und mein Hauttyp einmalig ist wie eurer, haben mir die Produkte von Extro Cosmesi, Meißner Tremonia, Dr. Jon's und Klar im letzten Jahr sehr gute Erlebnisse geliefert.
Nach 16 Tagen mit der Coconut Pineapple fällt mein Urteil über sie durchwachsen aus. Die Inhaltsstoffe sind sehr gut. Die Hautverträglichkeit für mich gut, die Hautpflege unterdurchschnittlich (ich habe eher schnell rückfettende Haut und die Seitz Kreuznach verlangsamt diese, was im Sommer vielleicht erwünscht, in der Kälte des Januars aber unpraktisch ist).
Eine Besserung beim Aufschäumverhalten hat sich nicht eingestellt. Mit Vorwässern und viel Materialabtrag bekomme ich einen brauchbaren Schaum hin. Mit den oben aufgeführten Marken erreiche ich sehr gute Ergebnisse mit weniger Material und vor allem beständig guter Qualität. Der Geruch der Kokosnuss ist unaufdringlich natürlich, die Ananas künstlich; die holzige Note - naja, ich habe mich damit arrangiert...
Jedoch wird weiter ge3017t. Erstens bekomme ich immer noch eine gute Rasur hin (mit mehr Zeitaufwand) und zweitens ist das mein Lernweg. Und drittens schaffe ich ein paar Quadratzentimeter mehr Platz in meinem Seifenkarton, den ich 2021 auffüllen kann  Lächelnd
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« Antworten #13 am: 04. Februar 2020, 00:51:54 »

Nun dauert es nicht mehr lange. Der Boden des Tiegels ist sichtbar. Ich schätze, dass diese Woche die Seife endgültig restverwertet ist.
Ich linse schon einmal vorsichtig nach dem nächsten Kandidaten .....
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« Antworten #14 am: 12. Februar 2020, 17:05:34 »

Die Absinte von RazorMaster wurde vor ein paar Tagen in den Ruhestand versetzt. Solide Seife, die vor allem in der Post-Rasur glänzt. Grösstes Manko ist der Preis: 15.00 EUR für 80g Weichseife ist verdammter Wucher! Hätte ich sie nicht für einen Bruchteil davon gekriegt, wär sie nie bei mir gelandet. Neu heissen die Seifen Nordic Shaving Company. Die Rezeptur wurde ein bisschen geändert, Preis, Menge und Konsistenz ist aber gleich. Ergo keine Weiterempfehlung.

Als nächstes wären dran: die Musgo Real im allerschönsten Metalltiegel, die ultraharte Mr. TONIC aus Marseille, dreifach gefräste Cuban Cedar & Lime von Bath House und zwei bulgarische Rasiercrèmes. Bevor es aber soweit kommt, verbrauche ich zuerst all meine Proben.

C.F. Trumpers English Rose (Sample)
Duft gefällt mir sehr, auch wenn er etwas synthetisch und süsslich rüberkommt. Performen tut sie solide, will heissen, dass sie nirgends enttäuscht, aber auch nicht wirklich überragt. Die traditionellen Engländer RC sind diesbezüglich alle ähnlich: nicht die preiswertesten, solide Performance, meist super Duft und sehr unsaubere INCI. Keine Weiterempfehlung.

Furbo Blue Shaving Soap (Sample)
Der Duft war beim ersten Schnuppern nicht schlecht, ein frisch-aquatischer Duft. Später dann fand ich ihn nur noch billig und langweilig. Viel schwerer wiegt aber, dass das keine gute Rasierseife ist. Ich würde sie sogar unterhalb der Seifen der traditionellen Engländer verorten. Die Furbo Vintage Blue hätte ich noch, auf die ich mich nach dieser Erfahrung nicht wirklich freue. Keine Weiterempfehlung.

Antica Barbieria Colla Sapone da Barba in Crema (Sample, aktuell)
Ich hatte mal eine sehr weiche Seife davon und aktuell eine etwas festere, die ich vor wenigen Tagen erhielt. Die weiche duftete stark nach Mandeln, die festere hingegen ist relativ duftschwach, womöglich stammte sie aus einem alten Lagerbestand. Die erste Rasur heute war gut. Früher gab es sie kiloweise für um die 20.00 EUR zu kaufen. Nach einer Neulancierung spielte sie auf einmal in der obersten Liga mit, zumindest preislich (>30.00 EUR pro 100g). Alleine aus diesem Grund würde ich diesen Hersteller boykottieren. Performen tut sie keinen Deut besser als die Cella und andere italienische Mandelseifen. Gegen die Boellis Panama 1924, eine meiner Top-Seifen im Bestand, hat sie keinen Stich. Der unverschämten Preispolitik wegen keine Weiterempfehlung. Das AS Balsam ist zwar teuer, dafür aber allererste Sahne.
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