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Autor Thema: Schalen aus Ebonit oder Galalith begradigen  (Gelesen 2547 mal)
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KY4400
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« am: 13. Dezember 2019, 12:48:36 »

Ein Ern Ator ist auf dem Weg zu mir. Nach Auskunft des Verkäufers ist das Heft "wellig". Daher mache ich mir Gedanken darüber, wie ich diese begradigen kann. Nach meinen Recherchen soll das Heft der Ator wohl aus Ebonit oder Galalith sein.

Kann man das ohne großen Aufwand begradigen, indem man es mit einem Fön erwärmt und eventuell zwischen zwei Brettchen einspannt?

Ich freue mich über Anregungen oder Erfahrungen.
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DeSchulz
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Gruß aus der Pfalz


« Antworten #1 am: 13. Dezember 2019, 12:56:49 »

Ich würde es mit erwärmen versuchen. Entweder mit einem Föhn erwärmen oder bei niedriger Temperatur ab in den Backofen.
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Iltis
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« Antworten #2 am: 13. Dezember 2019, 14:13:52 »

Vielleicht erstmal das Messer ankommen lassen, um das Heftmaterial definitiv zu identifizieren. Ausser die Links den du hier angegeben hast kannst du noch hier (Antique-German-Ern-Ator-Cut-Throat) lesen, das die Schalen aus Celluloid sind. Da die Schalen in die 3 Bilder nahezu identisch aussehen, denke ich das man davon ausgehen kann, das sie aus das gleiche Material sind (der "Galalith" Messer wird etwas später im Text noch als "Hartgummi" (="Ebonit") angesprochen, was nicht sehr vertrauenserweckend für das Fachwissen der Verfasser wirkt. Celluloid, Galalith und Hartgummi lassen sich alle gut identifizieren: Von der Innenseiten die Schalen mit 320er Schmirgelpaper eine gute "Messerspitze" Staub abreiben (die Schalen selbstverständlich vorher von den üblichen Dreck befreien), der Staub auf ein Stück Alufolie anhaufen und versuchen anzuzünden. Verbrennt der Haufen sofort, hat man mit Celluloid zu tun (Celluloid=Nitrocellulose, das auch als Sprengstoff benutzt wurde). Verbrennt der Staub nicht, geht man mit die Flamme unter der Alufolie und erhitzt den Staubhaufen - Ebonit riecht nach verbrannte Gummi oder stechend nach Schwefel, und Galalith (der aus polymerisierte Milcheiweiss besteht) nach verbrannte Haut oder Haar.
Sind die Schalen aus Galalith (was ich nicht glaube), ist nichts zu machen - das Material ist nach aushärten nicht mehr thermoplastisch, und obwohl es im Kontakt mit Wasser aufweicht, wird man bei der Begradigungsersuch die Oberfläche und Prägung garantiert ruinieren - das wäre schade.
Beide Celluloid und Hartgummi sind thermoplastisch - das heisst, es ist theoretisch möglich sie zu erwärmen und versuchen gerade zu kriegen. Die Erfahrung lehrt, aber, das zwischen Theorie und Praxis hier ein grosse Unterschied liegt. Auf jeden Fall, um die Schalen zu begradigen wird es nötig sein, das Messer zu zerlegen, was hinterher sein historische Integrität zerstört. Muss jeder für sich wissen - möchte ich ein aufgehübschte Erinnerung an vergangenen Zeiten in der Hand haben, oder ein echten "Stück Geschichte", mit die Spuren der Zeit noch intakt.
Solange man das Messer auf und zu kriegt ohne das die Schneide die Schalen berühren muss, würde ich persönlich nichts machen.

Gruß

Iltis


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Tim Buktu / GRF-Team
« Letzte Änderung: 15. Dezember 2019, 12:47:50 von Tim Buktu » Gespeichert

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KY4400
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« Antworten #3 am: 14. Dezember 2019, 11:41:46 »

Vielen Dank Euch beiden. Ich warte jetzt mal auf das Messer und werde berichten...
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Tim Buktu
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Mensch sei großzügig oder stirb! K.Brenner


« Antworten #4 am: 14. Dezember 2019, 19:07:49 »

...
Solange man das Messer auf und zu kriegt ohne das die Schneide die Schalen berühren muss, würde ich persönlich nichts machen.
...

So würde ich es auch machen. Ich wünsche Dir ja, dass die Schalen noch einigermaßen ihrer Funktion dienen. Sollte das nicht so sein, bin ich auf die Erfahrung mit dem Richten gespannt.
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PS: Alles nur meine persönliche Meinung, die sich durchaus beeinflussen lässt und sich deshalb gelegentlich auch ändert!
KY4400
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« Antworten #5 am: 18. Dezember 2019, 07:52:18 »

So sieht das Heft nun aus:





Wie vom Verkäufer angekündigt, erfordert das Heft besondere Aufmerksamkeit beim Schließen.
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Tim Buktu
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« Antworten #6 am: 18. Dezember 2019, 08:14:07 »

Hast Du Dir schon überlegt wie Du nun vorgehst?
Ich habe grade überlegt, ob es möglich wäre ein Metallstück in Länge und Dicke der Klinge bei aufgeklappter Klinge ins Heft einzulegen und es unter vorsichtiger Wärmezufuhr zu richten, ohne am Originalzustand etwas zu verändern.  Unentschlossen
Das wäre natürlich nur eine mögliche Vorgehensweise wenn das Heft voraussichtlich auf Wärme wie gewünscht reagiert.
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KY4400
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« Antworten #7 am: 18. Dezember 2019, 08:58:17 »

@Tim Buktu in diese Richtung habe ich auch schon überlegt. Ich muss mal gucken, was ich hinbekomme, ohne das Heft zu entnieten.
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KY4400
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« Antworten #8 am: 18. Dezember 2019, 13:21:09 »

Solange man das Messer auf und zu kriegt ohne das die Schneide die Schalen berühren muss, würde ich persönlich nichts machen.


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Tim Buktu / GRF-Team

Vielen Dank Iltis, aber genau das ist leider nicht der Fall
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KY4400
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« Antworten #9 am: 20. Dezember 2019, 13:54:07 »

Ich habe zwischenzeitlich bei einem Unternehmen, das Ebonit verarbeitet, nachgefragt. Die Antwort lautete:

"mit einem Heißluftfön, ca. 300 Grad, 10-15cm Abstand, leicht hin und her bewegen.

Nie auf einer Stelle erhitzen !

Nach 2-3 Minuten sollte es langsam biegsam werden."

Die Temperatur möchte ich der Klinge natürlich nicht zumuten. Daher habe ich das Messer - ähnlich wie es mir im Nachbarforum empfohlen wurde - zwischen zwei Brettchen eingespannt und bei rd. 70 - 80 Grad in den Backofen gelegt.




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MRetro
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« Antworten #10 am: 20. Dezember 2019, 15:18:45 »

Ich habe zwischenzeitlich bei einem Unternehmen, das Ebonit verarbeitet, nachgefragt. Die Antwort lautete:

"mit einem Heißluftfön, ca. 300 Grad, 10-15cm Abstand, leicht hin und her bewegen.

Nie auf einer Stelle erhitzen !

Nach 2-3 Minuten sollte es langsam biegsam werden."

Die Temperatur möchte ich der Klinge natürlich nicht zumuten. Daher habe ich das Messer - ähnlich wie es mir im Nachbarforum empfohlen wurde - zwischen zwei Brettchen eingespannt und bei rd. 70 - 80 Grad in den Backofen gelegt.

Und das Ergebnis???  Schockiert
Backt es dort noch?
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Das Leben könnte so einfach sein ... muss es aber nicht.
KY4400
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« Antworten #11 am: 20. Dezember 2019, 15:37:30 »


Und das Ergebnis???  Schockiert
Backt es dort noch?


Darauf bin ich auch gespannt. Im Moment lasse ich das ganze noch eingespannt abkühlen....
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KY4400
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« Antworten #12 am: 20. Dezember 2019, 17:10:19 »

Kurzer Zwischenbericht: Nachdem ich das Messer so eingespannt habe abkühlen lassen, war es schon DEUTLICH besser ich habe es dann nochmal in den Ofen gepackt (Heißluftfön habe ich nicht) und von Hand immer wieder in Form gebracht und abkühlen lassen. Das Heft ist noch etwas verdreht, so dass das Messer nicht steht. Aber auch das sollte noch werden.
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KY4400
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« Antworten #13 am: 23. Dezember 2019, 21:37:58 »

Jetzt habe ich mal eine Frage an die Erfahrenen: Wie warm oder heiß darf eine Schneide eigentlich werden, ohne Schäden zu nehmen?
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Sparschäler reloaded
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Das Bild gibt meinen Typ wieder.


« Antworten #14 am: 23. Dezember 2019, 21:47:12 »

Eine sehr gute Frage zu einem relativ späten Zeitpunkt. Grinsend
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Wissen ist Macht. Vor einem Nichtwissenden, der nicht weiß, dass er nichts weiß, steht der Wissende allerdings ohnmächtig da. Sie können andere nur dann mit Ihrem Wissen bereichern, wenn diese zumindest einen Hauch von Ahnung bezüglich ihrer eigenen geistigen Armut haben. (Karsten Dusse)
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