gut-rasiert
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Autor Thema: Glatte Rasur und Haartest - aber wie?  (Gelesen 998 mal)
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Turnkab
Neuling

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« am: 26. November 2019, 19:37:38 »

Liebes Forum,

ich verzweifle! Neulich habe ich stolz mein erstes Rasiermesser erworben. Es ist ein Gloddachs mit Hohlschliff. Passend dazu habe ich Tiegel, Rasierseife, Pinsel, einen Riemen mit grüner Schleifpaste von Puma und belgische Kombischleifsteine in 400/1.000 und 3.000/8.000 gekauft.
Das Messer war bei Lieferung leider nicht so scharf, wie erwartet. Also habe ich das Schleifen mit Anleitungen und Küchenmessern geübt, bis es einigermaßen gut funktioniert hat.

Beim Rasiermesser habe ich den 3.000er und 8.000er Stein verwendet. Danach war die Klinge unbrauchbar! Also mit dem Riemen solange nachgearbeitet, bis ich meine Unterarme ohne viel Mühe rasieren konnte. Für meinen Bart war es mir aber nicht scharf genug und den "Haartest" konnte ich mit keinem Haar bestehen.
Am Wochenende also nochmal mit der wunderbaren Anleitung in diesem Forum von vorne angefangen. Also auch den 1.000er Stein zuerst und den Rücken des Messern abgeklebt. Lupe rausgeholt und den Grat kontrolliert. Und nachdem ich solange geschliffen habe, dass ich sogar minimal Material am Rücken abgetragen habe, war ich mit der Gratbildung zufrieden. Leider ist mir dann aber aufgefallen, dass die Klinge wohl gewölbt sein muss. Auf der einen Seite habe ich vor allem außen, auf der anderen Seite mittig Material abgeschliffen.
Ich habe weiter gemacht und siehe da, am Ende war die Klinge wieder unbrauchbar und ich konnte nur mit viel Riemenarbeit eine einigermaßen gute Endschärfe erreichen.
Von dem Haartest und einer glatten und schmerzfreien Rasur bin ich weit entfernt.

Eine Ferndiagnose ist immer schwer, ich weiß. Zumal hier viele Fehlerquellen eine Rolle spielen könnten. Aber über eine grobe Einschätzung, Erfahrungsaustausch und Ratschläge würde ich mich sehr freuen!

Neues Messer, professionell schleifen lassen, neues Schleifwerkzeug oder andere Methoden?

Beste Grüße
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alvaro
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Mit sanfter Schärfe glatt!


« Antworten #1 am: 26. November 2019, 22:35:49 »

Ich versuche mal durch zu denken was du da schreibst.

Golddachs Rasiermesser okay kenne ich, sind in Ordnung aber nicht wirklich gut (zumindest meins)
Was sind "belgische Kombisteine 400/1000 und 3k/8k"?
Ein belgischer Hersteller?
Wenn ja welcher?
Die meisten Messer sind bei Auslieferung nicht wirklich scharf, schon gar nicht bei Herstellern die möglicherweise nicht wirklich selbst herstellen.
Ein Küchenmesser gehört nicht auf einen Stein der für Rasiermesser gedacht ist.
Grund ist die Tatsache, dass ein Küchenmesser mit anderer Technik geschärft wird (Rücken nicht aufgelegt, Bogenschübe statt gerade).
Das Küchenmesser arbeitet sich in den Stein ein, und im schlechtesten Fall muss der Stein neu geplant werden.
Wenn eine Klinge nach dem 1k keine Haare am Arm schneidet geht man nicht auf feinere Steine.
Ein Pastenriemen kann man als Ersatz für einen Finisher nutzen, aber nicht um etwas aus zu gleichen was auf den Steinen schief gelaufen ist.
Das ein so "geschärftes" Messer keinen Haartest besteht ist klar, du hast falsch gearbeitet.
Der Zweg eines 1k Steins ist es nicht am Rücken Material ab zu tragen, wenn das Band durch ist muss es ersetzt werden.
Wenn ein Messer komplett aufgearbeitet werden muss können da im ungünstigsten Fall auch ein paar Lagen Band drauf gehen.
Das Band ist nur ein Hilfsmittel um den Rücken zu schützen.
Du bist mit einer Gratbildung zufrieden?
Einen Grat will man beim Schärfen vermeiden, ein geschärftes Messer hat keinen Grat.
Ein Grat kann höchstens bei einer ganz bestimmten Technik ein Hinweis darstellen, aber bei einem scharfen Messer hat der NIX verloren.
Ein Grat täuscht schärfe vor, klappt bei der Rasur um, und man hat dann das Gefühl das Messer sei stumpf.
Wenn das Schliffbild des Messers so ist wie von dir beschrieben gib das Messer zurück.
(Oder du hast auch da mit der falschen Technik gearbeitet)
Das glaube ich gerne, dass du WEIT von einer angenehmen Rasur entfernt bist, was ich da lese hat nichts mit Schärfe zu tun.
(Sorry wenn ich das so direkt sage)

Zeig mal Bilder, dann fällt die "Ferndiagnose" leichter.

Das Messer muss man sehen um etwas dazu sagen zu können.
Ein Golddachs kann man hin bekommen, meins war aber eine Quall beim Schärfen, und am Ende trotzdem nicht besonders toll.
"Professionell schleifen lassen" würde ich sein lassen, ich würde es eher "Amateurhaft schleifen lassen", und zwar von einem Schärfer hier im Forum.
"Profis" haben in der Regel sehr wenig mit Rasiermessern zu tun, die "Amateure" hier im Forum betreiben das Scharfen zum Teil schon als "halbe Wissenschaft".

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Tim Buktu
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Mensch sei großzügig oder stirb! K.Brenner


« Antworten #2 am: 27. November 2019, 07:12:03 »

alvaro hat im Prinzip schon alles wichtige erwähnt.
Die Schärfanleitung von Senser hast Du vermutlich schon studiert!?
https://www.gut-rasiert.de/forum/index.php/topic,1474.msg29262.html#msg29262
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Tranquilo - In der Ruhe liegt die Kraft...

PS: Alles nur meine persönliche Meinung, die sich durchaus beeinflussen lässt und sich deshalb gelegentlich auch ändert!
Turnkab
Neuling

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« Antworten #3 am: 27. November 2019, 20:17:09 »

Vielen Dank für die ehrlichen Worte!

@alvaro
- Mit "belgischen Kombisteinen" meinte ich Wetzsteine, die auf jeder Oberseite eine andere Körnung haben. Da sie mir Ähnlichkeit mit "belgischen Brocken" (anscheinend auch Wetzsteine, laut Google) hatten, habe ich sie für mich auf "belgische Kombisteine" getauft. Der Hersteller ist mir unbekannt.
- Es war keine Absicht, sondern ein Versehen, dass ich am Rücken Material abgetragen habe. Es ist erst am Ende aufgefallen und ich habe mich geärgert, da dadurch doch der Winkel beim Schleifen ein anderer wird.
- Zur Gratbildung: ich dachte, nach der 1.000er Körnung sollte ein gleichmäßiger Grat vorhanden sein. Man möchte doch eine gleichmäßige Schneidfacette garantieren? Für die Endschärfe wollte ich keines Falls Grat haben. Da habe ich mich falsch ausgedrückt.
- Ich hatte versucht Bilder zu machen, allerdings erkennt man nichts. Ein Spiel aus zu wenig Licht, zu starker Reflexion der Klinge und zu schlechter Kamera.

Ich werde meinem Golddachs wohl einen neuen Schliff verpassen lassen und wieder verkaufen. Da ich auf lange Zeit zufrieden sein möchte, schauen ich mich hier im Forum nach einem gescheiten Rasiermesser um und probiere ein wenig aus.
Der Hinweis, dass man Küchenmesser niemals auf den gleichen Steinen wie Rasiermesser schleifen sollte, ist sehr wertvoll für mich!

@Tim Buktu
Vielen Dank, habe ich studiert gehabt. Für mich die beste Anleitung, die ich finden konnte!

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alvaro
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Mit sanfter Schärfe glatt!


« Antworten #4 am: 27. November 2019, 21:51:51 »

 Es gibt "Belgische Kombisteine", dabei handelt es sich um (meist alte) belgische Natursteine.
Eine Seite besteht aus dem sogenannten BBB Blauer Belgischer Brocken, und einer Seite GBB Gelber Belgischer Brocken.
Für diese Steien gibt es sogar ein extra Verfahren Messer zu schärfen.
Heute gibt es GBB Steine oft auf einem Träger aus Schiefer, diese Schieferseite ist eigentlich nicht zum schärfen gedacht.
(Liebe GBB Experten bitte korigiert mich wenn ich es falsch im Kopf habe)
Die Steine die du meinst sind vermutlich normale Kombisteine (Kunststeine) mit zwei unterschiedlichen Körnungen.
Wenn du auch Küchenmesser schärfen willst leg dir lieber Steine mit  nur einer Körnung zu, eine Seite dann für Rasiermesser, eine für Küchenmesser.
Diese Steine gibt es von verschiedenen Herstellern.

Es gibt ein Verfahren bei dem ein Grat "hergestellt" wird, man muss es aber nicht.
Wenn das Messer gleichmäßig geschärft wurde vom Hersteller arbeitet man in der Regel mit Wechselzügen.
Man kann aber auch mit einer bestimmten Anzahl von Zügen auf beiden Seiten arbeiten.
Wichtig ist hier die gleiche Anzahl damit die Facette mittig entsteht.
Besser ist es mit Wechselzügen zu arbeiten.
Beim fotografieren kann ich dir leider nicht helfen, ich kann dir nur anbieten mir das Messer an zusehen, und zu schärfen wenn du es mir zusendest.
Das mit dem Rücken passiert jedem mal, Kopf hoch kein Problem, und der Winkel verändert sich nicht so sehr.

Einem Anfänger würde ich immer ein "Referenzmesser" für den Anfang empfehlen.
An einem solchen Messer erkennt man wie es sein sollte, und wo man hin will/muss.
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godek
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« Antworten #5 am: 27. November 2019, 23:17:55 »

- Mit "belgischen Kombisteinen" meinte ich Wetzsteine, die auf jeder Oberseite eine andere Körnung haben. Da sie mir Ähnlichkeit mit "belgischen Brocken" (anscheinend auch Wetzsteine, laut Google) hatten, habe ich sie für mich auf "belgische Kombisteine" getauft. Der Hersteller ist mir unbekannt.

Um es kurz zu machen, wenn die Steine online für unter 40€ pro Stein gekauft wurden spar dir viel Frust und mache nicht mit diesen Steinen weiter.

Selbst wenn du die sauber Abrichtest werden die kaum in der Lage sein, das Messer rasierfertig zu bekommen.

Was besseres kaufen lohnt für ein Messer allerdings nicht.

Ich hatte für was anders mal billige Chinakombisteine gekauft. Die lagen dann Jahrelang rum.

Letztlich habe ich Stunden auf diese Steine verschwendet. Aber auch später mit einer DMT  Platte abgerichtet funktionieren die für Rasiermesser nicht.

Da ich unbedingt selber schärfen wollte habe ich mir dann die DMT und zwei Naniwa Kombisteine und einen Nagura geholt. Damit habe selbst ich Messer angenehm rasierbereit bekommen.

Ich hatte aber vorher ein Referenzmesser von Bartisto geordert. Man weiss ja wirklich vorher nicht, wie sich denn ein rasierbereites Messer anfühlen sollte.

mfg
godek
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matchbox
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« Antworten #6 am: 28. November 2019, 07:21:07 »

Moin Turnkab,

mal als kleine Orientierungshilfe: von dem 1.000er gehe ich nicht auf feinere Steine, bevor ich mir nicht mit dem Messer über dessen ganze Länge Armhaare abrasieren kann. Erst wenn das möglich ist, gehe ich auf feinere Steine.

Viele Grüße

Matchbox
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heikofolkerts
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« Antworten #7 am: 28. November 2019, 19:59:26 »

Soll es denn unbedingt ein Rasiermesser sein? Ich meine, das ist der Vorteil an einer Shavette: Die Klinge ist fertig geschliffen und man hat ein ähnliches Erlebnis wie beim Messer. Wenigstens um deinem Frust etwas entgegenzusetzen.
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Turnkab
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« Antworten #8 am: 04. Dezember 2019, 18:12:16 »

@godek

Die DMT Schleifsteine habe ich auch schon gesehen. Der Preis hatte mich abgeschreckt. Zu viel wollte ich dafür auch nicht ausgeben, da ich schon teure Hobbys habe. Meine Steine haben im Set tatsächlich 50 € gekostet.

@heikofolkerts

Ein Rasiermesser hat seinen eigenen Charme wie ich finde. Und für mich gehört die Pflege des Messers zu dem Charme dazu. Es soll ein Wohlfühlritual werden, bei welchem ich einfach abschalten und mich über die selbst geschärfte Klinge und die tolle Rasur erfreuen kann. Mit einer Austauschklinge würde die Rasur wieder nur zur Pflicht werden.
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godek
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« Antworten #9 am: 04. Dezember 2019, 21:22:09 »

Dann ab mit dem Messer zu einem guten Hobbyschleifer der eine prima "Liebhaberschärfe" auf das Messer zaubert.

mfg
godek
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alvaro
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Mit sanfter Schärfe glatt!


« Antworten #10 am: 04. Dezember 2019, 21:48:13 »

@godek

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