gut-rasiert
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Autor Thema: Executive Shaving stoppt den Verkauf von Dachshaar-Pinseln  (Gelesen 603 mal)
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Weihschäumer
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« am: 26. November 2019, 19:03:55 »

Auf ihrem Company-Blog https://www.executive-shaving.co.uk/blog/post/the-executive-shaving-company-badger-hair-and-shaving-brushes-a-statement/ klärt Brian Mulreany die Kunden über die Beweggründe auf.
Am kommenden Freitag soll es im Rahmen des Black Fridays einen Abverkauf der Bestände geben.
Ich persönlich begrüße diese Entscheidung. Aus ähnlichen Gründen nutze ich kein Dachshaar in Kosmetikprodukten.
Shaving Station aus Leeds überlegt ,Dachshaarprodukte aus dem Sortiment zu nehmen.
Wie beurteilt ihr diese Entscheidung von Executive Shaving?
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Tim Buktu
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Mensch sei großzügig oder stirb! K.Brenner


« Antworten #1 am: 26. November 2019, 20:06:30 »

Für mich ein schwieriges Thema, habe ich doch etliche Dachshaarpinsel hier bei mir stehen. Wenn ich davon ausgehe, dass die Mehrzahl aller Dachspinsel unter der Bedingung hergestellt werden, dass die Tiere unverhältnismäßig leiden müssen (was man auch immer unverhältnismäßig definiert), dann finde ich die Entscheidung konsequent und richtig. Damit ist für mich persönlich das Thema aber leider nicht beendet sondern findet beim Metzger, bei den Milchprodukten, bei meinen unnötigen Fahrten mit dem Auto, etc. seine Fortsetzung.
Als Meister der Verdrängung und Abspaltung macht mich das gelegentlich zwar sehr nachdenklich und bringt mich manchmal auch zum Handeln. Ich lasse aber in den meisten Fällen doch keine Konsequenzen folgen und in aller Regel freue ich mich trotzdem meines Lebens.

Zu einer Beurteilung der Entscheidung von ES würde auch noch eine Einschätzung gehören, ob ich sie eher für eine Marketing-Aktion halte oder ob tatsächlich eine ethische Haltung dahinter steckt. Das kann ich nicht beurteilen.
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PS: Alles nur meine persönliche Meinung, die sich durchaus beeinflussen lässt und sich deshalb gelegentlich auch ändert!
Onkel Hannes
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« Antworten #2 am: 26. November 2019, 21:00:51 »

Zu einer Beurteilung der Entscheidung von ES würde auch noch eine Einschätzung gehören, ob ich sie eher für eine Marketing-Aktion halte oder ob tatsächlich eine ethische Haltung dahinter steckt. Das kann ich nicht beurteilen.

An so etwas habe ich auch gerade gedacht.
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owlman
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Eine Woche hat auch nur sieben Rasuren.


« Antworten #3 am: 26. November 2019, 21:43:09 »

Das kurz vor dem großen "Schnäppchentag" zu verkünden sieht sicherlich etwas seltsam aus. Auch halte ich PETA als Informationsquelle für unseriös. Dass Dachshaar nicht generell unbedenklich ist was die Herstellungsumstände angeht, ist aber unabhängig von beidem auch richtig.

Connaught verzichtet übrigens schon lange auf den Verkauf von Dachshaarpinseln.
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« Antworten #4 am: 26. November 2019, 22:25:19 »

Ich finde diesen Schritt absolut richtig und nachvollziehbar. Alleine aus Gründen des Tierwohls sollten wir alle das einmal überdenken. U. a. deswegen nutze ich nur noch synthetische Rasierpinsel.
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Lu-Ku
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« Antworten #5 am: 26. November 2019, 23:43:47 »

ich bin (mal wieder und nur hier) ganz ehrlich, bei mir wird andersherum "ein Schuh draus"...
Durch die für mich hervorragende Qualität der inzwischen käuflich zu erwerbenden Synthetik-Pinsel (ich bevorzuge hier
die Marke Plisson) wird der Pinsel aus Dachshaaren für mich verzichtbar.
Ich habe Videos von chinesischen Pelzfarmen gesehen, wie dort die Tiere, nicht nur Dachse, gehalten und letztendlich
getötet werden ist nur ganz schwer zu ertragen!
Ich habe deshalb seit geraumer Zeit keinen Dachshaarpinsel mehr erworben und werde dies auch nicht mehr tun.
Die Dachse, die ich besitze, schätze ich allerdings sehr, entscheide mich vor so mancher Rasur ganz bewusst für den Dachs,
weil das Gefühl dann doch noch ein anderes ist (nicht unbedingt ein besseres!) als mit der synthetischen Bürste.

Was wäre jetzt aber, wenn es diese inzwischen wirklich guten Synthetik-Pinsel nicht gäbe?
Tja, dann würde ich wahrscheinlich, wenn auch mit einem mehr oder weniger schlechtem Gewissen, weiterhin Dachspinsel kaufen und auch benutzen.
Die Sauborste ist nicht so mein Ding.

Richtig konsequent ist das aber nicht. Eigentlich sogar ein wenig verlogen... Augen rollen Mann, bin ich froh, dass es die Synthies gibt!
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omor
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« Antworten #6 am: 27. November 2019, 00:46:53 »



"Was wäre jetzt aber, wenn es diese inzwischen wirklich guten Synthetik-Pinsel nicht gäbe?"

Es gibt ja auch noch Pferdehaar.

Ich kann es verstehen, dass man sich über die Verwendung von Dachshaar Gedanken macht.
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herzi
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« Antworten #7 am: 27. November 2019, 09:14:59 »

Ich sehe das sehr zwiegespalten.

In letzter Zeit ist das Netz voll mit Meldungen. Ich stelle mir schon die Frage was ich noch anziehen soll/darf. Kunststoffe soll man nicht anziehen weil sie biologisch nicht abbaubar sind und kleinste Fasern in den Meeren von Tieren mit Krill verwechselt werden. Baumwolle soll man nicht anziehen weil sie mit Dumpinglöhnen und hohem Wasserverbrauch erzeugt wird. Daunen soll man nicht in Jacken und Betten haben weil Gänse lebendig gerupft werden. (Das sind alles Meldungen die ich im Netz gesehen habe) Bei Seide fällt dem Netz bestimmt auch bald was ein.
Und irgendwann wird Resignation draus und man macht weiter wie bisher.

Soll ich jetzt bei Rasierpinseln Synthetikfasern verwenden obwohl ein gewisser Abrieb da ist und der sich in der Natur ablagert? Wenn ich mich recht erinnere nutzen die Fasern sich auch schneller ab als Naturfasern. Zudem ist die ganze Mikroplastikdiskussion in den Medien in der behauptet/bewiesen wird, dass sich Mikroplastik im menschlichen Organismus summiert. Wird dieses Mikroplastik (Abrieb der Synthetikhaare) nicht auch durch Mikroverletzungen, welche beim Rasieren entstehen können, aufgenommen? Möchte ich diese Möglichkeit für mich und meinen Körper?
Oder soll ich Naturhaare verwenden die biologisch abbaubar sind? Ja, ich gestehe ein, dass Dachse (vornehmlich in China) gequält werden um an ihr Fell zu kommen. Aber was ist mit den anderen Haaren die zum Einsatz kommen können? Ich denke da an Schweineborsten, Pferdehaare usw. Gibt es nicht einen Besatz bei dem die Haare wirklich Abfall sind? Mir ist die Diskussion zu einseitig wenn ich mich zwischen Dachs- und Kunstbesatz entscheiden soll.

Ein anderer Aspekt für mich bei der Diskussion ist der, dass man beim eigenen Konsum anfangen müßte um sich überhaupt die Anfangsfrage. Angenommen ein Rasierpinsel hält 7 Jahre bei täglichem Gebrauch (hab ich mal wo gelesen) dann frage ich mich ob ich meine fünf Rasierpinsel (Dachs und Borste)in meinem Leben überhaupt aufbrauchen kann. Zudem stellt sich mir die Frage nach dem Durchmesser. Ich bevorzuge bei Dachsbesatz einen Knotendurchmesser von 21. Das funktioniert bei mir prima. Reicht nicht ein Knotrendurchmesser von maximal 23? Reichen nicht zwei Pinsel, einer zum Verwenden und einer zum trocknen lassen?
Solange man sich diese Fragen nicht stellt finde ich die Frage nach dem Besatz für mich als Individuum überflüssig. Mit jedem weiteren Pinsel den ich mir kaufe muss ein weiteres Tier leiden, und wenn es das Meerestier ist das meinen Kunststoffabrieb aus Versehen frißt.

Andererseits finde ich die Entscheidung von ES und Kent nicht schlecht. Sie stellen selber keine Haare her, die werden (vermutlich in Fernost) zugekauft. Die Fernostler nutzen die Haare natürlich auch und können das ganze billiger herstellen. Die Alleinstellungsmerkmale der englischen Hersteller fallen weg, da auch die traditionell bekannte Qualität wegfällt.  So kann man sich auch selber vom Markt kegeln. Und das ganz ohne Brexit Grinsend


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Gruß,
Stefan
godek
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One man's magic is another man's engineering


« Antworten #8 am: 27. November 2019, 10:18:15 »

Ich sehe das sehr zwiegespalten.

In letzter Zeit ist das Netz voll mit Meldungen. Ich stelle mir schon die Frage was ich noch anziehen soll/darf. Kunststoffe soll man nicht anziehen weil sie biologisch nicht abbaubar sind ...
Und irgendwann wird Resignation draus und man macht weiter wie bisher.


Da hast du mir ziemlich aus der Seele geschrieben.

Microplastik gegen Tierwohl? Soweit ich weiss sind die Pfedehaarpinsel Tierfreundlich.

Auch Klamotten sind ein Problem. Fleece böse, Microfaser auch. Aber Baumwolle wächst auch nicht im Ruhrgebiet.

Und dann habe ich das Problem der Mobilität und des Heizens der Wohnräume.

Autos mit Holzvergaser werden aktuell nicht gebaut. Und für eine Pelletheizung fehlt mir der Platz. Ist aber wegen Feinstaub eh egal.

Ich bin gerade auch da völlig in der Resignation.

Ich habe ein paar Säue, ein Vielong Pferdchen und viele Synthies. Ich bin ursprünglich zu den Synthies gekommen, weil diese deutlich günstiger als gescheite Dachse sind. Viel weniger Aufwand auch. Anfangsgeruch oder Einweichen sind bei Synthetik ja völlig unbekannt.

mfg
godek
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« Antworten #9 am: 27. November 2019, 15:12:19 »

Trotzdem stellt sich doch die Frage: Will ich ernsthaft das Tiere gequält werden, damit ich meinem Rasurvergnügen frönen kann?

Für mich stellt sich diese Frage nicht - ich nutze nur noch synthetische Pinsel. Das bisserl Mikroabrieb ist für mich eindeutig das kleinste Übel. Zumindest in diesem Fall.
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Tradition ist nicht das Bewahren der Asche, sondern das Weitergeben der Glut.
baknip
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« Antworten #10 am: 27. November 2019, 22:32:08 »

Die Alleinstellungsmerkmale der englischen Hersteller fallen weg, da auch die traditionell bekannte Qualität wegfällt.  So kann man sich auch selber vom Markt kegeln. Und das ganz ohne Brexit

Wenn man die Ausrichtung von Simpson seit dem letzten Eigentümerwechsel von einem Traditionshersteller hin zu einem "Wir machen ab sofort alles in jeder Ausprägung und stehen damit für nichts mehr"-Produzenten ansieht, kegelt sich zumindest dieser von mir in der Vergangenheit hochgeschätzten GB-Hersteller schon aus anderen Gründen ins Aus. Anderen mag das gefallen, und den Umsätzen auch, mir nicht.

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Freies Ausspucken verboten
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