gut-rasiert
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Autor Thema: Warum gibt es (fast) keine 0,08 mm Rasierklingen mehr?  (Gelesen 1350 mal)
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DeSchulz
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Gruß aus der Pfalz


« am: 16. Dezember 2018, 01:17:08 »



Als ich eben ein Blick in die Bucht warf und mir ein Haufen Vintage-Rasierklingen ins Auge fielen, stellt ich fest, dass fast komplett alle eine dicke von 0,08 mm hatten. Warum gab es früher sehr viel dünnere Klingen als heute? Der gängige Standard heutzutage sind 0,10 mm. An der Fertigungstechnik dürfte es ja nicht liegen, die wäre ja eher präziser geworden. Ich finde keine plausible Erklärungen dafür, dass dünnere Klingen fast komplett vom Markt verschwunden sind. Kann einer von euch Licht ins Dunkel bringen?

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Nassrasur? Nein danke? Aber ja doch!


« Antworten #1 am: 16. Dezember 2018, 02:19:32 »

Ich vermute, dass es an der Schärfe früherer Rasierklingen gelegen hat. 0,08 mm dicke Klingen könnten im Vergleich zu 0,10 mm Klingen schärfer gewesen sein. Und damals waren die Rasierklingen noch ohne Beschichtung. Sie rosteten auch viel eher. Heute ist das ja kein Thema mehr.
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Die Nachhaltigkeit einer gründlichen Nassrasur zeigt sich 24 Stunden später an nur gering und gleichmäßig nachgewachsenen Bartstoppeln.
Onkel Hannes
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« Antworten #2 am: 16. Dezember 2018, 11:02:10 »

Möglicherweise sind -trotz Fortschritten in der Fertigungstechnik- dickere Klingen einfacher, schneller oder billiger zu produzieren, oder das Rohmaterial ist billiger.
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DeSchulz
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Gruß aus der Pfalz


« Antworten #3 am: 16. Dezember 2018, 11:07:00 »

oder das Rohmaterial ist billiger.

Dann wären ja bei 0,08 mm Klingen die Kosten noch niedriger.
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Onkel Hannes
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« Antworten #4 am: 16. Dezember 2018, 11:25:39 »

Walzstahl könnte eher teurer sein, je dünner er gewalzt ist.

edit, Nachtrag: noch dazu, wenn es für 0,1mm mehrere, für 0,08mm nur wenige Abnehmer gibt. Aber alles nur Vermutung.
« Letzte Änderung: 16. Dezember 2018, 11:31:31 von Onkel Hannes » Gespeichert

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Onkel Hannes
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« Antworten #5 am: 16. Dezember 2018, 11:33:07 »

Weitere Möglichkeit: kein Markt, weil kein Abnehmer bereit, für eine vermeintlich hochwertigere (oder als solche beworbene) Klinge Aufpreis zu bezahlen.

Vergleich: Zu Zeiten meines Vaters war es erstrebenswert, immer flachere Armbanduhren zu haben, und ab gewissen Abmessungen abwärts wurden diese immer teurer, vermutlich weil die Werke eben umso aufwändiger zu fertigen waren, je dünner alles sein mußte. Heute will ja eine flache Armbanduhr von 3mm oder sowas nicht mal jemand geschenkt haben. Keine Ahnung, ob es tatsächlich 3mm gab, eher nicht. Ich nenne halt einfach eine beliebige Hausnummer.
« Letzte Änderung: 16. Dezember 2018, 11:36:59 von Onkel Hannes » Gespeichert

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Perikles
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« Antworten #6 am: 16. Dezember 2018, 13:36:43 »

I have no idea  Grinsend Ich weiß lediglich, dass mir mal so eine historische Klinge bei einem Hobelset unterkam. Diese Klinge war offenkundig schonmal nachgeschärft worden. Also nahm ich sie, sprühte sie mit 70% Isoprop ab (Desinfaktion), um dann einen Handballenabzug zu machen. Danach erfolgte die Rasur. Im Hobel selber aber flatterte das Ding, so dass ich über das Rasurergebnis lieber schweige. Kann aber auch am Hobel gelegen haben, das war ein aggressiver Bursche.

Eine andere Anekdote: Die japanische Klinge Kai soll angeblich (angeblich!) minimal dicker als andere sein. Ich komme mit ihr besonders gut klar. Ebenso eher mit etwas derberen als vollhohlen Messern, wobei das auch tagesformabhängig ist.

Ich werfe mal die Vermutungen in den Raum, dass diese dünnen Rasierklingen heute nicht mehr auf dem Markt sind, weil sich dieser etwas konzentriert hat, wegen der Standardisierung, weil Einsparung von Stahl heute nicht mehr nötig ist oder nur wenig bringt, weil die schrägen Hobel, welche eine solche ultradünne Klinge stabilisieren, außer Mode gekommen sind...
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Lu-Ku
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« Antworten #7 am: 17. Dezember 2018, 01:09:35 »

ich denke, dass diese dünneren Klingen in erster Linie in Torsionsrasierern ihre Vorteile ausspielen konnten, und dafür werden sie wohl auch primär hergestellt worden sein.
Sicherlich war das dann irgendwann auch so eine Art Modererscheinung, dünnere Klingen implizierte präzisere Fertigung, sprich höhere Qualität.
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ElDirko
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« Antworten #8 am: 18. Dezember 2018, 19:54:35 »

Ich glaube mich zu erinnern, dass es an der Umstellung auf "rostfreie" Stähle liegt. Anderes Material mit anderen optimalen Abmessungen für die Bearbeitung, man kann Carbonstahl feiner schärfen als die "rostfreien" Stähle.

Ich kann mich im Moment aber nicht an die Quelle erinnern, wenn es mir wieder einfällt oder ich mal wieder drüber stolper reiche ich es nach.

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Rockabillyhelge
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NOS-Hunter, aka. Jäger des verlorenen Schatzes


« Antworten #9 am: 18. Dezember 2018, 23:36:04 »

Ggf. hats auch was mit der Beschichtung zu tun  Huch
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DeSchulz
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Gruß aus der Pfalz


« Antworten #10 am: 21. Dezember 2018, 11:25:48 »

Ggf. hats auch was mit der Beschichtung zu tun  Huch

Aber macht die Beschichtung so viel von der Schärfe aus?
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Perikles
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« Antworten #11 am: 21. Dezember 2018, 12:28:57 »

Ggf. hats auch was mit der Beschichtung zu tun  Huch

Aber macht die Beschichtung so viel von der Schärfe aus?

Ja, ganz eindeutig. Zumindest von der Kombi Schärfe + Sanftheit. IMHO
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felixs
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« Antworten #12 am: 21. Dezember 2018, 15:56:43 »

Mir kommt es z.B. auch so vor als ob ich keine "Platin"beschichtungen* vertrage. Jedenfalls hatte ich noch keine Klinge mit "Platin" im Namen, die mir gefallen hätte.
(*keine Ahnung, ob das wirklich Platin sein kann - Rohstoffpreise scheinen mir dagegen zu sprechen. Aber ich habe zu wenig Ahnung von der Fertigung und den anfallenden Faktoren.)

Ich hätte eigentlich erwartet, dass Beschichtungen vor allem die Lebensdauer der Klinge verändern und z.B. Rost und anderen Veränderungen entgegenwirken. Kann aber natürlich sein, dass Beschichtung auch direkten Einfluss auf die Schärfe hat; andere Formbarkeit, bessere Präzision der Formbarkeit oder sowas.

Und damals waren die Rasierklingen noch ohne Beschichtung. Sie rosteten auch viel eher. Heute ist das ja kein Thema mehr.

Meine Lieblingsklingen (Shark Stainless) tendieren zum rosten. Nicht schlimm, aber nach einer Woche Benutzung habe ich oft Flecken darauf. Es scheint vom verwendeten Hobel abzuhängen, wie stark das auftritt - ich tippe auf unterschiedlich starke Reaktionen mit verschiedenen (Hobel-)Oberflächen.

Zum Thema: Gibt es denn irgendwo Infos dazu, welche Klingen dicker und welche dünner sind? Das wäre schon interessant und würde vielleicht aufschlussreich für das Rasurverhalten sein.

« Letzte Änderung: 21. Dezember 2018, 16:01:17 von felixs » Gespeichert
Rockabillyhelge
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NOS-Hunter, aka. Jäger des verlorenen Schatzes


« Antworten #13 am: 21. Dezember 2018, 21:00:15 »

@DeSchulz: Das macht einen ziemlichen Unterschied, egal wie poliert die unbeschichtete ist, Teflon oder Platin gleiten besser, merkt man am krassesten wenn man eine alte rostende NOS Klinge in guter Schärfe nutzt, der Unterschied ist deutlich spürbar.

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