gut-rasiert
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Autor Thema: Shaving in the dark  (Gelesen 1471 mal)
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heikofolkerts
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Probleme sind zum lösen da


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« am: 05. August 2018, 22:18:14 »

Wie kann man sich nun im dunkeln bzw. blind nass rasieren?

Was für mich eine eher banale Frage ist, scheint für viele hier im forum eine Mutprobe zu sein, der man sich lieber nicht stellen mag. Ich kann das gut verstehen, aber ich möchte euch auch ermutigen es vielleicht doch mal zu versuchen.

Für alle, die mal eine besondere Rasur probieren möchten, oder die sich selbst etwas beweisen möchten, versuche ich mal eine Anleitung und ein paar Tipps.

Fangen wir mit den nicht so scharfen Dingen an:
Ich habe mir angewöhnt die Rasierseife oder Creme im gesicht aufzuschäumen. Sicher geht es auch im Dunkeln anders, aber so habe ich direkt ein feedback wie fest und Dick der Schaum ist und ich schmiere damit nicht überall herum. Dosenschaum klingt hier vielleicht verlockend, aber es gibt aus meiner Sicht überhaupt keinen Grund auf eine vernünftige Seife o.ä. zu verzichten. Ich Wässere den Pinsel und lade ihn über der Seife auf bzw. schäume die Creme im Gesicht, bis ich mit dem Feedback zu frieden bin - zu lange Schäumen wird vermutlich nicht schaden. Das Auftragen des Aftershaves sollte kein wirkliches Hindernis sein - ich schütte etwas davon auf meine hand und verteile das. Maximal braucht man ggf. etwas mehr davon.

Cuts geben genügend schmerzhaftes Feedback wenn man sie mit Wasser und Allaun berührt.

Jetzt zum kitzeligen Teil:
Beginnen solltet ihr am besten mit einem Systemi, weil die wohl noch die geringsten Verletzungsmöglichkeiten haben und man sehr gut am Griff spürt, in welcher Richtung die Klingen gerade zeigen - der Griff ist ja meist senkrecht zu den klingen angebracht. Entscheiden ist aus meiner Sicht, den Rasierer (das gilt für alle werkzeuge) so langsam und vorsichtig ans Gesicht zu führen, dass man sich nicht schon beim Ansätzen schneidet und man auf der haut fühlt wo genau die Klinge arbeiten wird. Also langsam und sanft jeden Zug vorbereiten. Die Merkurhobel haben einen runden Griff und das könnte dazu führen, dass man die Klinge schräg über die Haut zieht (Ouch!) Der Trick bestehht darin, dass man so sanft vorgeht, dass man eine falsche handhabung mehrkt, befor die Klinge wirklich einen Schnitt verursacht hat. Bei Shavetten und Messern muss man auf die Länge achten. Oft lege ich einen finger der Kontrollhand an das ende des messers um zu prüfen, ob die Ecke noch am Ohr vorbei passt, oder ob das Ohrläppchen gleich schön aufgeschnitten wird.

Jeder, der sich von euch schon länger nass rasiert, sollte die Motorik bereits fest verinnerlicht haben und es dürfte wohl deutlich weniger Probleme geben als ihr befürchtet.


Ich halte den Rasierer immer in der leichen hand und verwende die andere hand für die Ergebnisskontrolle - wo noch Bart steht kann man IMHO sehr gut fühlen. Meistens teste ich das Ergebnis spätestens nach wenigen Zügen und es ist Teil des normalen ablaufs. Mit den Händen fühle ich auch, in welche Richtung der Bart an einer bestimmten Stelle wächst um über die Rasierrichtung zu entscheiden.

Das man die Hände und finger immer nur langsam und vom Rücken her an das Werkzeug führt, ist selbstverständlich. Man sollte sich angewöhnen, das Werkzeug immer in der gleichen Richtung und Position abzulegen, damit das Aufnehmen des Rasierers nicht zu Verletzungen führt.

Ich bewaahre Hobel und Messer in eigenen Bücksen auf, sodass ich bei der Werkzeugsuchen mich nicht versehentlich schneide. Auf das Wechseln der Klinge gehe ich hier nicht ein, weil das sehr abhängig vom Werkzeug ist. Die Jaguar-Shavetten gefallen mir hier allerdings sehr gut, weil man die Klinge sehr einfach und ohne große gefahr in den Halter einlegen kann.

Alles weitere erscheint mir so trivial, dass ich hier keine speziellen tipps geben kann. Aber vielleicht habt ihr ja Fragen?
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Styleoutlaw
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« Antworten #1 am: 05. August 2018, 23:24:43 »

Ein interessantes Angebot. Aber ich denke das mir das ein wenig zu viel Spannung ist. Ich rasiere mich erst seit einem Jahr mit verschiedenen Messern und bin bis jetzt sehr froh, ein recht gut ausgeleuchtetes Bad zu haben. Wenn ich mir das mal aussuchen müßte: nichts zu hören oder zu sehen - würde ich sofort aufs Sehen verzichten und zwar weil mir das Reden fehlen würde. Mit den Augen bin ich immer nur bei der Oberfläche, die Ohren dringen tiefer. Oder um mal ein Zitat zu bemühen, dass ich in diesem Zusammenhang sehr schätze: das Auge führt den Menschen in die Welt, das Ohr führt die Welt in den Menschen.
Aber solange mich die Umstände nicht dazu zwingen finde ich die Messerrasur im Hellen immer noch aufregend genug.
Großen Respekt vor Deiner Bereitschaft so experimentierfreudig zu sein. Aber wir alles wissen auch, wie großartig sich eine Messerrasur im Ergebnis anfühlt.

Entspannte Grüße
Styleoutlaw
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Tim Buktu
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Mensch sei großzügig oder stirb! K.Brenner


« Antworten #2 am: 06. August 2018, 06:42:26 »

Hmmm, ich bin in Versuchung es zu versuchen.  Unentschlossen
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PS: Alles nur meine persönliche Meinung, die sich durchaus beeinflussen lässt und sich deshalb gelegentlich auch ändert!
Onkel Hannes
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« Antworten #3 am: 06. August 2018, 08:00:17 »

Wie kann man sich nun im dunkeln bzw. blind nass rasieren?

Was für mich eine eher banale Frage ist, scheint für viele hier im forum eine Mutprobe zu sein, der man sich lieber nicht stellen mag. Ich kann das gut verstehen, aber ich möchte euch auch ermutigen es vielleicht doch mal zu versuchen.

Daß das im Forum als vermeintliche Mutprobe herumgeistere, ist mir bisher entgangen.

Was ist der Sinn, bzw. die Motivation dahinter?
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heiron
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« Antworten #4 am: 06. August 2018, 08:10:45 »

Ich rasiere mich gelegentlich ohne Brille.
Wenn ich wieder mal zu faul bin nach dem Duschen durch die Wohnung zu suchen,
dann kann es schon passieren, dass ich ähnlich ohne optische Rückmeldung nur durch Fühlen rasiere.
Und ich muss auch sagen, wenn nur akustische und sensorische Reize eine Rückmeldung geben, das hat schon was.
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heiron

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« Antworten #5 am: 06. August 2018, 14:52:18 »

Also interessant stelle ich mir das schon vor und das ist es auch, habe mich mal im quasi Dunkeln rasiert (war Stromausfall) und es hat geklappt, war ein Systemie und Büchsenschaum.
Mit dem Messer würde ich es dann aber auch nicht versuchen wollen, wobei der Haupt-Knackpunkt bei mir in den Konturen liegt, einfaches glatt rasieren ohne Koteletten und Bart ist mit einem gutmütigen Messer an welches man gewöhnt ist sicher auch verletzungsfrei möglich, just for the adventure.
Am Ende muss ich aber sagen, dass wenn ich mal Abenteuer möchte, ich die exotischen Rasurgeräte anstatt der Dunkelheit vorziehe.
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kriklkrakl
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« Antworten #6 am: 06. August 2018, 15:02:34 »

Heiko sieht ja nüscht, oder sehr wenig.
Der Beitrag ist auch für Leute sinnvoll, denen es ähnlich geht, und die eine Anleitung suchen.


Mutprobe.. wenn ich Messer auf Japanschärfe bringe
und am Daumen den Grat teste, bekomm ich schon Gänsehaut & Adrenalin^

Diesen Kick sollte man nicht ausser acht lassen,
wenn man sich mit Rasiermesser oder Shavette rasiert.
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« Antworten #7 am: 06. August 2018, 15:07:10 »

Hm... ich stelle mir das durchaus machbar vor. Ich meine, der beste Beweis dafür hat ja den Thread eröffnet.  Daumen hoch

Aber im Ernst, ich könnte mir schon vorstellen, das zu machen. Würde vermutlich Vorbereitung und Organisation bedeuten (wie wohl vieles im Leben, wenn man nicht über die normale Sehkraft verfügt...). So wie mein Regalbrett im Augenblick ausschaut, würde das in Blut und Scherben enden, wenn ich da blind hingreife... Die größte Schwierigkeit, die ich bei der Rasur an sich sehe, wäre mein Bart. Im Augenblick kann ich mir nicht vorstellen, daß ich die Konturen, ohne sie sehen zu können, so sauber hin bekommen würde.

Ich bin sicher nicht der einzige hier, der an mindestens einem Punkt in seinem Leben, ein Sturmgewehr in völliger Dunkelheit zerlegen und wieder zusammensetzen können musste. Eigentlich wäre es da nur die logische Konsequenz, wenn man das auch bei der Rasur beherrschen lernt!  Grinsend
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heikofolkerts
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« Antworten #8 am: 06. August 2018, 20:28:52 »

Jup, bei mir ist mit Sehen absolut nix. für mich also eher Notwendigkeit statt Mutprobe. Ich dachte, ich versuche mal ein wenig zurückzugeben und einen anderen Aspekt einzubringen.

Das mit dem Sturmgewehr durfte ich leider nicht machen - die meinten ich würde eh nicht treffen *g*
Was für einige von euch und mich machbar klingt ist für andere Menschen, die z.B. im Alter erblinden eigentlich undenkbar bzw. die angehörigen lassen es nicht zu. Vermutlich lässt man ihnen höchstens einen Elektro-Brummi oder eine Pflegekraft übernimmt das. Das will ich weder kritisieren noch belächeln, aber eine ordentliche Nassrasur mit gutem Werkzeug ist auch ein Stück lebensqualität, auf das ich nicht verzichten möchte.

Angefixt hat mich amals ein blinder Kumpel - also kein Coach o.ä. Bis dahin war das für mich auch eher undenkbar.

Auf Konturen etc. verzichte ich - der Teil könnte wirklich etwas kniffelig sein.

Heiko

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schwabenchris
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« Antworten #9 am: 06. August 2018, 23:36:17 »

Ist nicht schon das rasieren ohne Spiegel ein erstes Training in die Richtung? Für jene unter uns die sehen können.

Ich meine hier schwirrte mal ein Video von jemandem herum der sich ohne Spiegel rasiert hat.

Grüße
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kriklkrakl
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« Antworten #10 am: 07. August 2018, 02:02:44 »

Es gibt immer Gelegenheiten, wo ich 'blind' rasiere:

- nicht ausgeschlafen, Augen auf halbmast
- das Licht blendet, alles viel zu grell
- waaah .. bin ich das ??!
- mit geschlossenen Augen rasiert sich entspannter (vgl Vagusnerv)
- man konzentriert sich besser, die Aufmerksamkeit fokussiert
- man hat mehr Zeit (subjektiv)

An heiklen Stellen bleibt es trotzdem stressig,
ohne Sichtkontrolle unfallfrei zu hantieren.
Dafür haben die Rasurgötter Systemklingen erschafft^
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Onkel Hannes
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« Antworten #11 am: 08. August 2018, 10:01:21 »

Jup, bei mir ist mit Sehen absolut nix. für mich also eher Notwendigkeit statt Mutprobe.

Das ist ein trauriges, aber schlagendes Argument. Sich trotzdem mit der Shavette rasieren? Respekt!
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That's my secret, Cap. I'm always angry. (Dr. Bruce Banner, The Avengers)
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