gut-rasiert
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Autor Thema: Globusmann, der Derbe. Modifizierung einfacher Hobel vom Schoßhund zum Terrier.  (Gelesen 7313 mal)
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Standlinie
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Nassrasur? Nein danke? Aber ja doch!


« am: 28. Mai 2018, 14:06:25 »

Modifizierung einfacher Hobel vom Schoßhund zum Terrier, hier am Beispiel eines Globusmann-Hobels vorgestellt.


Jetzt ist die Zeit, wo der Besuch von Floh- und Trödelmärkten aufgrund der Wetterverhältnisse wieder Freude bereitet. Sicherlich wird jeder von uns dort natürlich nach einem besonderen Schatz suchen, zum Beispiel nach einem ganz speziellen Hobel, der nach dem Erwerb im Herzen des Hobelliebhabers das Herz zum Klingen bringt. Endorphinausschüttung pur.
Aber es ist inzwischen auch eine Tatsache geworden, dass man solche Schätze nur noch sehr selten findet. Und was liegt da näher, als sich selber mit einem anderen besonderen „Schatz“ zu beschenken.

Ich möchte die oben erwähnten „besonderen Schätze“ in keiner Weise herabwürdigen, denn mit ein bisschen Phantasie und etwas Vorstellungsvermögen kann man doch noch zum Erfolg kommen. Allerdings ist dieser Erfolg dann eher ein Erfolg der ganz persönlichen Art.
Und hier kommt die Geschichte dazu. Es war – wie oben schon erwähnt – wieder einmal ein Besuch eines unscheinbaren Trödelmarktes. Was gab es an Rasurartikeln? Eigentlich nichts – außer einem einfachen Globusmann-Hobel, den ich eigentlich normalerweise ignoriert hätte, da ich schon mehrere davon habe. Aber ich habe ihn dann doch noch mitgenommen, um einfach nicht ohne eine Beute dar zu stehen. Der eine Euro dafür war auch keine Ausgabe. Auf dem Weg nach Hause kam mir dann die Idee, diesen einfachen Hobel als Muster für eine Modifizierung zu verwenden, durch die dieser eher unscheinbare Hobel eine Aufwertung erfahren würde, so dass er dann in einer anderen Hobelliga mitspielen könnte. Und mit dieser Modifizierung wurde der einfach Globusmann zum Terrier.

Hier im Forum wurden bereits verschiedene Hobel vorgestellt, die sich nicht dafür auszeichnen, einfach nur sanft zu rasieren. Viele kennen den Wuttig-Zahnkammhobel oder den Mühle R41 in der garstigen Ausführung oder voll aufgedrehte Merkur Progress oder Merkur Futur. Auch dem ein oder anderen Bakelithobel und diversen Torsionern eilt der Ruf voraus, dass sie sehr zupackend und gründlich rasieren. Manche mögen das, andere eher weniger.
Meine Modifizierung des Globusmann-Hobels hat jedenfalls dazu beigetragen, dass sich die eher unauffälligen Rasureigenschaften dieses einfachen Hobels sehr verbessert haben. Er kann nun ausgesprochen derbe rasieren, auf jeden Fall sehr zupackend und absolut gründlich. In der Hand eines erfahrenen Hobelliebhabers kann er sogar ziemlich sanft rasieren, ohne dass dadurch die Gründlichkeit eine Einbusse erfahren würde. In die Hand eines Rasuranfängers möchte ich diesen Hobel allerdings nicht legen. Aber diese Entscheidung wird jeder für sich selber treffen müssen.

Wie sieht die von mir vorgenommene Modifizierung aus, die dazu geführt hat, dass ein vermeintliches „Schoßhündchen“ die Eigenschaften eines Terriers einnehmen kann? Ganz einfach. Ich habe hierfür nur die Schaumkanten der Hobelgrundplatte entfernt, so dass eine eingelegte Rasierklinge nicht mehr geschützt wird und nun sehr freizügig hervorsteht. Das kann jeder ohne besonderen Aufwand auch erledigen. Eine Metallsäge und Schmirgelleinen zur Glättung der Sägegrate reichen für den Umbau vollkommen aus.
Die von mir vorgenommene Modifizierung veränderte die Rasureigenschaften des ursprünglichen Hobels kolossal. Durch die nunmehr ungeschützte Klinge liegt es nun nicht mehr an der Konstruktion des Hobelkopfes sondern nur noch am Feingefühl des Nassrasurliebhabers, ob dieser Hobel schöne und erwünschte Rasurergebnisse bewirken wird.

Die folgenden drei Bilder zeigen meinen auf diese Weise modifizierten Hobel.



 
Abbildung 1:  Der dreiteilige Globusmann mit in der Mitte erkennbarer verschmälerter Hobelgrundplatte ohne Schaumleisten.



 
Abbildung 2:  Ansicht des modifizierten Globusmann-Hobels von unten und ohne Schaumkanten.



 
Abbildung 3:  Ansicht des modifizierten Hobelkopfes von der Seite.


Die Abbildung 3 zeigt überdies ein weiteres Detail. Durch die Entfernung der ursprünglichen Schaumleisten erfährt die nun frei hervorstehende Rasierklinge eine andere Krümmung. Diese Krümmung übt allerdings keinen Einfluss auf die anschließenden Rasureigenschaften aus. Die Rasureigenschaften werden nur noch von der Fertigkeit und Erfahrung des Rasurliebhabers beeinflusst.



 
Abbildung 4:  Ansicht einer in den modifizierten Hobelkopf eingelegten Rasierklinge.



 
Abbildung 5:  Ansicht des rasurbereiten Hobels von unten.


An dieser Stelle möchte ich noch darauf hinweisen, dass die oben beschriebene Hobelmodifizierung auch bei fast jedem anderen Hobel vorgenommen werden kann. Dies schließt Hobel mit geraden und gezahnten Schaumleisten ein. Allerdings möchte ich davon die Schrägschnitthobel und Torsionshobel ausschließen, bei denen eine freizügig hervorstehende Rasierklinge doch wohl des Guten ein wenig zu viel wäre. Ausschließen möchte ich auch alle verstellbaren Hobel, da letztere konstruktiv bedingt über ein veränderbares Rasierklingenspiel verfügen.

Ein von mir modifizierter Hobel wird dadurch zu einem Unikat, das sich von der Masse aller übrigen untereinander gleich aussehenden Hobel abhebt. Und damit erfährt dieser Hobel für mich eine Wertsteigerung, er wird zu meinem „persönlichen Schatz“. Macht das nicht auch den Reiz an unserer Leidenschaft aus?
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Die Nachhaltigkeit einer gründlichen Nassrasur zeigt sich 24 Stunden später an nur gering und gleichmäßig nachgewachsenen Bartstoppeln.
Perikles
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« Antworten #1 am: 28. Mai 2018, 14:26:54 »

Eine sehr interessante Tüftelei  Daumen hoch Hatte mich gestern schon gewundert, ob des Anblicks dieses Hobels auf deinem RdT-Foto...

Für derlei Aufgaben habe ich an sich schon ein Gerät: Die einfache DE-Shavette, freilich bestimmt anders in der Handhabung als Deine Hobel-Modifikation!
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Rockabillyhelge
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NOS-Hunter, aka. Jäger des verlorenen Schatzes


« Antworten #2 am: 29. Mai 2018, 22:14:24 »

Ein Monster das ich gern mal ausprobieren möchte  Teuflisch
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Auch mit Bart immer gut rasiert Smiley
Rockabillyhelge
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NOS-Hunter, aka. Jäger des verlorenen Schatzes


« Antworten #3 am: 07. Juni 2018, 22:25:58 »

Und die Probe wird kommen, dank Standlinie habe ich ihn nun im Bad liegen und denke, dass er am WE zum Einsatz kommen wird  Lächelnd
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Auch mit Bart immer gut rasiert Smiley
Apotheker
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« Antworten #4 am: 07. Juni 2018, 23:19:19 »

Sieht gefährlich aus  Teuflisch

Rockabillyhelge, ich bin auf deinen Bericht gespannt.
Ich hätte ein bisschen Angst mir den Umgebauten ins Gesicht zu halten.
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Man(n) hat nie ausgelernt....
Rockabillyhelge
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NOS-Hunter, aka. Jäger des verlorenen Schatzes


« Antworten #5 am: 10. Juni 2018, 22:11:53 »

Nun hatte ich heute die Gelegenheit mich mit dem Globusmann "Derb" zu rasieren. Der Vier-Tage Bart wurde mir Dusche vorbereitet und Lush Dirty zur Rasur veredelt.
Die Klinge lies sich weitestgehend einfach Einlegen, lediglich ist bei den überstehenden Seitenkanten das Festziehen (sowie nachher das Loseziehen) etwas problematisch,
da man sich an den Kanten natürlich auch ritzen kann, ich habe dafür ein Handtuch zur Hilfe genommen.

In der Hand ist es ein stinknormaler Hobel jedoch verführen die fehlenden Schaumkanten die Psyche dazu sich schon schnittig blutend im Spiegel zu sehen.
Die Rasur war rustikal was aber ausschließlich auf die veränderte Winkelführung zurückzuführen ist, der Winkel ist nun etwas flacher und der fehlende Kontakt zur nicht vorhandenen
Schaumkante stört die intuitive Winkelfindung etwas, der erfahrene User wird sich jedoch schnell dran gewöhnen.
Toll fand ich, dass ich direkt den Bart seitlich stutzen konnte, das restliche Rasurergebnis war wie ich es von einem guten, zupackenden Hobel gewohnt bin, wobei ich anmerken möchte,
dass ich natürlich unter gebotener Vorsicht rasiert habe, ein/zwei Rasuren mehr und diese etwas übetriebene Vorsicht würde Routine werden.
Ein tolles Abenteuer wars, die Rasur war glatt, dauerhaft möchte ich mich mit ihm aber nicht rasieren  Smiley

Ich möchte aber jedem sehr dringend empfehlen und wende mich hierbei auch an alle die evtl. ausserhalb des Forums mitlesen, dieser oder besser gesagt solche Hobel / Modifikationen
sind nichts für User die nicht über Erfahrung im Umgang mit "spezielleren" Rasurinstrumenten verfügen. Standlinie und ich haben uns in unserer langen Zeit die wir uns kennen mit den
abstrusesten Dingen rasiert und sind bisher fast im Bereich Obisdian/Glasscherbe angelangt, wissen entsprechend um das Handling und kennen die Tücken.
Ohne die notwendige Erfahrung kann man sich an solchen Hobeln schwer verletzen und auch wenn er nur im Bad liegt ist er mir eingelegter Klinge eine ernstzunehmende Gefahr!!
Bitte denkt daran und wenn ihr nicht 250% davon überzeugt seid, dass ihr mit sowas umgehen könnt dann lasst es, ein Messer ist einfacher und sicherer im Handling!
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Auch mit Bart immer gut rasiert Smiley
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