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Autor Thema: Savon de Marseille / Olivenölseife aus Marseille  (Gelesen 16975 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
Onkel Hannes
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« am: 11. Dezember 2017, 10:14:41 »

Diese Seifenart wird desöfteren in verschiedenen Themen erwähnt, weil sie mehrere Hersteller führen, aber einen eigenen Thread hat sie offenbar nicht.

Es ist eine Seife, die nach traditionellem Rezept aus Olivenöl hergestellt wird.

Ich hatte von dieser Seife in Deutschland noch nie gehört und habe sie erst in Italien kennengelernt, wo sie oft, allerdings fast ausschließlich zum Wäsche waschen, als Bestandteil von Wasch- oder Putzmitteln oder als Vorbehandlung für Flecken verwendet wird. Auf eine Verwendung als Körperseife wäre ich daher nicht gekommen, wenn nicht unser Forum hier wäre.

Dieser Beitrag

Zur Abwechslung immer gerne wieder mal eine echte Savon de Marseille.
Geschichtlich erwähnt seit 1370.
Seit 1688 gilt ein gesetzliches geregeltes Reinheitsgebot, unverändert bis heute. Das garantiert eine echte Seife ohne jegliche Zusätze. Ich kann sie allen empfehlen, besonders wer Hautempfindlichkeiten hat, muss diese unbedingt ausprobieren. In Frankreich kenne ich Leute, die damit sogar rasieren.


hat mich daran erinnert, daß ich schon lange mal eine ausprobieren wollte.

Gibt es eine, die Ihr empfehlen könnt zum ausprobieren? Am besten, ohne sie irgendwo bestellen zu müssen? Für solche Alltagsprodukte wäre mir ein Kauf vor Ort lieber.

Ich werde mal bei dm oder Müller sehen, was ich finde.
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Hungrig vom schlafen und müde vom essen.
maranatha21
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« Antworten #1 am: 11. Dezember 2017, 12:28:01 »

Ich glaube es fiel noch nicht auf und bevor es untergeht:

Glückwunsch zum 3000er!  Grinsend

Bei der Seife kann ich leider nicht weiterhelfen. Stehe aber selbst auch auf dieses Zeug.
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Onkel Hannes
Globaler Moderator

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« Antworten #2 am: 11. Dezember 2017, 13:33:36 »

Danke! Ich hab's selber auch nicht gemerkt...
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herzi
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« Antworten #3 am: 11. Dezember 2017, 15:40:42 »

Auja, ein Thema um mit meinem fadenscheinigen Halbwissen zu glänzen Lächelnd

Angeblich ist die Savon de Marseille eine "Kopie" der Alepposeife. Jemand, seien es Kreuzritter oder Händler gewesen, hat Seifen aus dem Orient gebracht und durch die Wirrungen der Geschichte wurde der Zugang zum Orient verwehrt. So machte man sich daran selber welche zu entwickeln und das Ergebnis ist die Savon de Marseille. Lorbeeröl hatten sie keins, deswegen wurde nur Olivenöl verwendet.

Das kann aber auch nur eine nette Geschichte sein. Hier z.B. steht ganz was Anderes.

Wollte ich mir eine kaufen würde ich nach zwei Kriterien vorgehen:
  • Ich würde eine grüne kaufen, da die mit Olivenöl gemacht wird. Die Weisse, laut dem Shop in obrigem Link, aus Kokos- und Palmöl
  • ich würde eine der üblichen Verdächtigen kaufen. Das wären Marius Fabre oder Savon du Midi. Die dürften auch am Leichtesten vor Ort zu erwischen sein.

Und nicht nur nach 72% schauen. Haushaltsseife 72% mit kyrillischer Aufschrift macht wunderbar sauber und schont nicht die Haut.
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Gruß,
Stefan
Sparschäler reloaded
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Das Bild gibt meinen Typ wieder.


« Antworten #4 am: 11. Dezember 2017, 15:59:10 »

Hallo Herzi, willkommen zurück! Ja, ich glaube auch zu wissen, dass die 72% nicht zwingend Olivenöl sind. Als "Savons de Marseille" werden heute ganz allgemein Pflanzenölseifen bezeichnet. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob der Begriff geschützt ist. In Frankreich steht das auf den meisten billigen Supermarktseifen drauf, sogar auf Flüssigseifen (und einigen Waschmitteln).
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Die Zukunft war früher auch besser. (Karl Valentin)
Rasierwasser
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« Antworten #5 am: 11. Dezember 2017, 16:10:34 »

@Onkel Hannes, vorsicht! Es gibt natürlich auch besondere Marseille-Seifen zum Wäsche waschen. Es gibt sie als Flocken für die Handwäsche in einem Waschbecken und für die Waschmaschine, oder aber auch als Block für die traditionelle Handwäsche auf einem Waschbrett, siehe diesen Link:
http://www.la-corvette.com/fr/produits-pour-le-linge-et-la-maison/12-savon-pre-detachant-enrichi-aux-noix-de-lavage-3182612707519.html
Das ist nur ein Beispiel, es gibt mehrere Hersteller und mehrere Produkte.

Die Seifen für die Wäsche entsprechen nicht dem gesetzlichen Reinheitsgebot. Sie enthalten Tenside und evtl. noch andere Zusätze wie herkömmliches Waschpulver. Sich damit zu waschen oder zu duschen wäre auf jeden Fall giftig, da diese chem. Zusätze über die Haut aufgenommen würden.

Klar kann man Wäsche von Hand auch mit einer echten Marseille-Seife (hergestellt nach Reinheitsgebot) waschen, geht auch, wird in Frankreich häufig gemacht. Im Laufe der (modernen) Zeit sind halt noch diese "verbesserten" Seifen zur besseren Fleckenentfernung auf den Markt gekommen. Nach meinen Erfahrungen sind die Seifen für Wäsche immer als solche gekennzeichnet. Aber man muss halt schon hinschauen, um sie nicht zu verwechseln.
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Rasierwasser
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« Antworten #6 am: 11. Dezember 2017, 16:52:38 »

Hallo Herzi, willkommen zurück! Ja, ich glaube auch zu wissen, dass die 72% nicht zwingend Olivenöl sind. Als "Savons de Marseille" werden heute ganz allgemein Pflanzenölseifen bezeichnet. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob der Begriff geschützt ist. In Frankreich steht das auf den meisten billigen Supermarktseifen drauf, sogar auf Flüssigseifen (und einigen Waschmitteln).

@Sparschäler reloaded, Deine Schlussfolgerungen sind nicht ganz richtig. Für die echte Marseille-Seife gibt es in Frankreich sehr wohl ein gesetzliches Reinheitsgebot! Wie überall gibt es findige Trickser, die einen täuschenden Ausweg finden um damit Geld zu machen. Um als echte Marseille-Seife zu gelten muss es in deren Beschreibung heissen
Savon de Marseille traditionnel oder véritable savon de Marseille.
"Savon de Marseille" alleine reicht nicht. Denn das heisst nichts anderes als "eine Seife die aus Marseille kommt". Und offensichtlich lässt sich das so nicht schützen.

Hier ist eine kurze Geschichte über die Marseille-Seifen, leider auf Französisch. Wenn man sich aber dafür interessiert, gibt es zweifellos auch seriöse Artikel auf Deutsch, die darüber sachlich richtig informieren.
http://www.savonneriedumidi.fr und weiter unten links auf "L'Histoire du Savon de Marseille" klicken.

Es ist genau gleich wie beim Champagner. "Champagne" ist eine gesetzlich geschützte Herkunfts- und Produktebezeichnung. Um "unechte Champagner", also Schaumweine, dennoch mit diesem Wort zu "veredeln", werden oft Ausdrücke wie "à la méthode de la Champage" und dergleichen angewendet, wobei das wichtige Wort "Champagne" grafisch herausgestellt wird und der Rest kleingedruckt bleibt. Hastige und Unkundige fallen dann darauf herein.
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Onkel Hannes
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« Antworten #7 am: 11. Dezember 2017, 17:22:26 »

Da fällt mir ein, ich müßte eine grüne Olivenölseife von Kappus da haben. Aber mit SdM dürfte die wahrscheinlich so viel zu tun haben wie ein Becks mit einem Rosso di Montefalco.
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Hungrig vom schlafen und müde vom essen.
Sahra
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« Antworten #8 am: 11. Dezember 2017, 21:17:36 »

Einige Läden, die Naturkosmetik führen, haben einen Block Savon de Marseille im Angebot, zum Beispiel von Marius Fabre oder Savonnerie de Bormes. In der von Marius Fabre sind Oliven- und Kokosöl drin. In der weißen von Savonnerie de Bormes ist Palmöl drin. Nach eigener Angabe aus Bio-Anbau, wobei ich bei Palmöl selbst dann skeptisch bin, wenn es Bio ist. Es gibt von de Bormes aber auch eine, die ausschließlich mit Olivenöl hergestellt ist. Die ist dann nur eben nicht weiß.
Kann eigentlich nie schaden, Kernseife im Haus zu haben.
« Letzte Änderung: 11. Dezember 2017, 21:30:32 von Sahra » Gespeichert
kaidecologne
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« Antworten #9 am: 11. Dezember 2017, 23:54:17 »

Für Einsteiger empfehle ich den 2,5kg Block von Manufactum.  Grinsend

Im Ernst, ich besaß noch keine Seife dieser Art, riecht die auch so eigentümlich wie die Variante aus Aleppo?
Ich finde den Geruch nicht unangenehm, aber manchmal bin ich nicht sicher, ist es die Seife, oder ist draussen der Bauer auf dem Feld zugange.
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Sahra
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« Antworten #10 am: 12. Dezember 2017, 00:01:27 »

Eiserner Vorrat! Am besten gleich einen Spachtel mitbestellen, denn Kernseife kann sehr schwer zu zerteilen sein.

Der Geruch einer Marseille mit überwiegend Olivenöl ist dem einer Aleppo-Seife sehr ähnlich. Manche Aleppos riechen sogar weniger intensiv, da Aleppo-Seife reift, bevor sie in den Handel kommt. Während der Zeit kann sich einiges verflüchtigen. Ich empfinde den Geruch nicht als unangenehm, und den von meiner Aleppo mit Schwarzkümmelöl (zusätzlich zum Lorbeeröl) finde ich im Winter in einer warmen Dusche richtig toll.
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Tosca
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« Antworten #11 am: 14. Dezember 2017, 22:17:16 »

Seife kann, mehr oder weniger gut, mit allem möglichen Werkzeug geteilt werden. Gern wird auch mal zur Säge gegriffen.  Grinsend
Das Werkzeug der Wahl ist hier aber ein Draht mit zwei Griffen an den Enden. An der gewünschten Stelle als Schlinge um die Seife legen und unter Beachtung der Zugrichtung die Seife mittels Draht durchtrennen.   
Ich meine mich zu erinnern, dass bei großen Seifenböcken mitunter ein solcher Schneidedraht beiliegt.
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titanus
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« Antworten #12 am: 14. Dezember 2017, 23:17:54 »

Genau richtig.
Mit einem Spachtel geht es sicher schlecht.
Eher mit einem Beitel...

titanus
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Es ist sinnlos, von den Göttern zu fordern, was man selber zu leisten vermag.

Epikur
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« Antworten #13 am: 15. Dezember 2017, 00:06:33 »

Dort, wo ich öfters Seife kaufe, kann man sich die Seife mit einem Werkzeug abschneiden, das aus einem Stück Metall mit Wellenschliff und einem Bügel besteht, auf dem man die Hände ansetzt und, gff. das Körpergewicht einsetzend, sich ein Stück abtrennen kann, das dann nach Gewicht verkauft wird. Keine Ahnung, wie das Ding heißt, aber es funktioniert sehr gut, auch bei harten Seifen.
Schneidedrähte funktionieren auch gut, man muss nur aufpassen, dass man sie nicht zerreißt. Ist ein wenig, wie bei einer Laubsäge.
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herzi
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« Antworten #14 am: 15. Dezember 2017, 08:48:25 »


Ich meine mich zu erinnern, dass bei großen Seifenböcken mitunter ein solcher Schneidedraht beiliegt.


So wie bei der großen Marseiller von Manufactum
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Gruß,
Stefan
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