RazoRock STAINLESS STEEL HAWK "OC" Single-Edge Razor - V3

Begonnen von MRetro, 09. Mai 2021, 18:14:02

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MRetro

Die 3. Generation des Hawks ist nun vollständig aus 316L Marine-Grade Edelstahl gefräst.

RazoRock bietet diesen Hawk in 3 verschiedenen Aggressivitätsstufen an:
- den Standard Hawk (medium)
- den Hawk "OC" (medium-aggressive), und
- den Hawk "A" (aggressive)

Hier geht es jetzt um den STAINLESS STEEL HAWK OPEN COMB mit HD-Griff.

Die Basisplatte des Kopfes zeigt wieder die stark auseinander stehenden Zähne, die man schon vom Game Changer Open Comb JAWS her kennt. Ein beeindruckender Anblick.  :o

Der Stainless Steel HAWK Open Comb Head wiegt ca. 29 gr, der HD-Griff 74 gr und insgesamt ist er dann 103 gr schwer. Der Griff misst ca. 82 x 13 mm (14 mm am Griffende). Die Gesamtmaße betragen ca. 89 x 50 mm (L x B).

Es passen verschiedene Spezialklingen von FEATHER und KAI in den Kopf.
Die FEATHER Professional Super Blades würde zwar auch passen, wird aber von RazoRock ausdrücklich nicht empfohlen, da sie den Rasierer zu aggressiv machen würde.

Nachfolgend die ersten Bilder. Ein Vergleich mit dem Aluminium Black HAWK und ein Rasurbericht folgen noch.

 





Das Leben könnte so einfach sein ... muss es aber nicht.

Mav 71

Wow, also wenn ich diese Zähne sehe muß ich irgendwie an einen Garten Rechen denken. Da bekomm ich Angst um meine Gesichtshaut.
Das Ding dürfte wohl voll krass durch die Barthaare spänen.
Vielen Dank für die Bilder.
Ich haben will, diese Schönheit.
Was kostet der denn ?
Liebe Grüße
Früher ein ungeliebtes Muß,heute ein Genuß.

Tim Buktu

Tranquilo - In der Ruhe liegt die Kraft...

PS: Alles nur meine persönliche Meinung, die sich durchaus beeinflussen lässt und sich deshalb gelegentlich auch ändert!

MRetro

Zitat von: Mav 71 am 09. Mai 2021, 21:03:35
...
Ich haben will, diese Schönheit.
Was kostet der denn ?
...

Ein Schnäppchen ist er nicht.  :-\
Ich hatte ihn bei Rasoigoodfellas.com für 105 € inkl. Versand bekommen.
Das Leben könnte so einfach sein ... muss es aber nicht.

MRetro

Nun kommen wir zum Vergleich der HAWK Single-Edge Razor in Form der 3. Generation aus Edelstahl (hier: Stainless Steel HAWK Open Comb) und der 2. Generation aus Aluminium (hier: Aluminium Black HAWK; nur als Closed Comb erhältlich).

Der Stainless Steel HAWK wiegt insgesamt (mit HD-Griff) ca. 103 g und misst ca. 89 x 50 mm. Der Kopf alleine wiegt ca. 29 g. Es gibt eine Vielzahl an Griffen zur Auswahl.
Der Aluminium HAWK wiegt insgesamt ca. 37 g und misst ca. 98 x 51 mm. Der Kopf wiegt ca. 14 g. Hier gibt es nur eine Griffvariante, den gesamten Rasierer aber in verschiedenen Farben.
Der Stainless Steel HAWK ist also deutlich schwerer, was beim Rasieren zu berücksichtigen ist.
Der Kopf des Aluminium HAWK ist minimal breiter, aber beide Köpfe umschließen die Klinge vollständig.

Hier noch die ca.-Angaben zu den Griffen.
Stainless Steel HAWK HD-Griff: 74 g und 82 x 13 mm (14 mm am Griffende).
Aluminium HAWK Griff: 23 g und 90 x 12 mm (15 mm am Griffende).

Auf den Frontalfotos der Köpfe ist gut zu erkennen, dass der Stainless Steel HAWK schlanker gehalten wurde. Im Wesentlichen wurde aber aber nur auf der Griffseite Material weggenommen.
Die Kopfplatte des Stainless Steel HAWK ist auf der Klingenseite ein ganz kleines Stück schmaler (Foto 2) und legt die Klinge etwas mehr frei. Das sollte aber m.E. aufgrund der starren Klingen keinen Einfluss auf das Rasurverhalten haben.





Hier, an den übereinander gelegten Grundplatten, lässt sich ebenfalls die Materialreduzierung beim Stainless Steel HAWK gut erkennen. Die Außenmaße sind fast identisch.



Die Klingenhalter sind beim Stainless Steel HAWK an der Grundplatte angebracht, im Gegensatz zum Aluminium HAWK, der diese an der Kopfplatte hat.



Die Griffauswahl beim Stainless Steel HAWK ist nun wieder größer. Der kürzere HD-Griff gefällt mir aber schon sehr gut, da er den Rasierer noch ,,bulliger" wirken läßt.



Die Fotos der Klingenlage und insbesondere des Klingenspalts zeigen sehr deutlich, warum der Stainless Steel HAWK als eher aggressiv und der Aluminium HAWK als eher mild eingestuft wird.

 

 

Der Rasurbericht folgt in Kürze.  :angel:
Das Leben könnte so einfach sein ... muss es aber nicht.

Tim Buktu

Schöner Vergleich der beiden Hobel. Man sieht den Unterschied auf den Bildern mit Klinge sehr gut. Vermutlich entscheidet die Elastizität der Haut und der Druck wie aggressiv der Hobel rasiert. Ich bin gespannt.
Tranquilo - In der Ruhe liegt die Kraft...

PS: Alles nur meine persönliche Meinung, die sich durchaus beeinflussen lässt und sich deshalb gelegentlich auch ändert!

Ocrana


MRetro

Und hier noch der Rasurbericht.

Ich nutzte den Stainless Steel HAWK Open Comb mit der Feather Professional Blade, einer Allroundklinge, die nicht gerade zu den sanftesten Spezialklingen von Feather gehört und die ich auch von verschiedenen anderen Rasierern her gut kenne.
Altersbedingt habe ich eher härteres Barthaar. Üblicherweise rasiere ich mich mit und gegen den Bartwuchs und putze bei Bedarf an meinen Problemstellen nach.

Trotz meiner bisherigen Erfahrungen mit schweren und/ oder aggressiven Hobeln waren die Rasuren mit diesem Single Edge Rasierer doch eine Herausforderung für mich. Ich schreibe recht selten etwas als Kommentar zu meinen Rasuren des Tages, aber hier konnte ich es mir nach der ersten Rasur mit Bezug auf die Zahnreihen des Rasierers (aka JAWS) und dem Rasurergebnis nicht verkneifen:

Zitat von: MRetro am 28. April 2021, 20:21:35
Mittwochmittags,
...
In den Rachen des Hais geschaut und nochmal mit ein paar Kratzern davon gekommen.  o)
...

Was war also geschehen?
Bei der ersten Rasur hatte ich mich auf das Gewicht des Rasierers konzentriert und vermeintlich schnell den richtigen Winkel gefunden. Der erste Durchgang mit dem Bartwuchs erschien mir schon vielversprechend ... die Stoppeln wurden ordentlich rangenommen und das akustische Feedback war deutlich. Aufgrund der weit auseinander stehenden Zähne spürt man m.E. die Klinge noch direkter auf der Haut, ohne dass es mir jetzt unangenehm wurde. Dieses Gefühl der Direktheit verstärkte sich noch im zweiten Durchgang gegen den Bartwuchs und bevor ich mich versah, hatte ich mir am Kinn mit zwei Zügen drei ordentliche Blutpunkte eingehandelt, bevor ich noch einen Schmerz empfand und Blut zu sehen war. Das Blut konnte ich zwar mit kaltem Wasser stoppen, aber ich behielt auch Blutverkrustungen zurück, die ich erst im Laufe des Tages mit einem feuchten Tuch wegtupfen konnte und die Hautirritationen waren auch stärker als ich sonst bei aggressiven Rasierern gewohnt bin.

Ok, dafür dass dies nicht der aggressivste Rasierer der neuen RazoRock Stainless Steel Hawk Single Edge Rasierer sein soll, fand ich die Rasur aber schon ganz schön heftig. Wie ist denn dann erst der Hawk ,,A"?  ???

Also mal im Netz nach anderen Rasurberichten geschaut und bei B&B wurde ich dann auch fündig.
Der entscheidende Hinweis ist, dass dieser Rasier in einem flachen ... seeehr flachen ... Rasierklingen-Winkel geführt werden will. Das geht sogar soweit, dass ich die Griffhaltung gegenüber Double Edge Rasierern anfangs schon echt ,,unnatürlich" empfand.

Aber die drei kommenden Rasuren bestätigten diese Aussage. Vorsicht blieb zwar weiterhin geboten, aber bis auf mal ein oder zwei Miniblutpunkte, die nach dem kalten Wasser auch schon wieder weg waren, ist nichts schlimmeres mehr passiert. Ach ja, das Rasurergebnis war ,,babypopoglatt" ohne Nachzuputzen, allerdings die Haut auch geringfügig gereizt.


Fazit:
M.E. ist der Stainless Steel HAWK Open Comb kein Alltagsrasierer, dafür strapazierte er mir meine Haut zu sehr. Für meinen Geschmack ist er auch aggressiver als sein Double Edge Bruder ,,Game Changer JAWS 84". Allerdings bin ich mir jetzt auch nicht sicher, ob ich letzteren schon einmal mit einer Feather oder Kai ausprobiert habe.  o)
Aber ich finde, der Stainless Steel HAWK Open Comb ist ein empfehlenswerter Hobel für jeden, der einen schweren, aggressiven Single Edge Rasierer ausprobieren möchte und nichts gegen die Verwendung von hier benötigten Spezialklingen hat oder diese sowieso bereits besitzt. Bei mir bleibt er jedenfalls in der regelmäßigen Rotation.

P.S.: Hier findet ihr meinen Rasurbericht zum Aluminium BLACK HAWK, der deutlich sanfter daherkommt.
Das Leben könnte so einfach sein ... muss es aber nicht.

Tim Buktu

Dein Bericht fällt jetzt nicht überraschend aus. Ich hätte mir gewünscht, dass Du ihn noch etwas sanfter empfindest. Dann hätte ich womöglich mit dem Bestellfinger für meinen ersten modernen Singele Edge gezuckt. So bin ich mir nicht ganz sicher. Gefallen tut er mir aber mächtig gut!
Tranquilo - In der Ruhe liegt die Kraft...

PS: Alles nur meine persönliche Meinung, die sich durchaus beeinflussen lässt und sich deshalb gelegentlich auch ändert!

MRetro

@Tim Buktu
Ich werde noch ein bisschen weiter üben, mal schauen, ob es noch besser/ weniger aggressiv wird.
Ich denke auch mit einer der anderen Feather- oder Kai-Klingen kann man noch variieren. Darüber habe ich schon nachgedacht, aber zur Zeit keine mildere Variante zur Hand. Sollte ich dies mal ausprobieren, werde ich berichten.
Oder du schaust dir den Standard Hawk an, dann mit geschlossener Schaumkante.  :)
Das Leben könnte so einfach sein ... muss es aber nicht.

Tim Buktu

Zitat von: MRetro am 15. Mai 2021, 08:09:13
...
Oder du schaust dir den Standard Hawk an, dann mit geschlossener Schaumkante.  :)
Der gefällt mir halt nicht soo gut.
Tranquilo - In der Ruhe liegt die Kraft...

PS: Alles nur meine persönliche Meinung, die sich durchaus beeinflussen lässt und sich deshalb gelegentlich auch ändert!

Tim Buktu

MRetro hat mir seinen Steel Hawk OC zum Testen zur Verfügung gestellt. Höflichkeitshalber bedanke ich mich natürlich sehr dafür, auch wenn mir nicht klar ist, ob er damit irgendwelche Hintergedanken verfolgte. Womöglich habe ich ihn mit einer Duftprobe verstimmt!?  ;) ;D

Mitgeschickt hat er mir von Feather die Professional, die Professional Super und die ProGuard.

Seinen Rasurbericht hab ich natürlich gelesen und deshalb für die erste Rasur die ProGuard verwendet. Da kann ja nix passieren, dachte ich.  Klinge hinter Gitter - lächerlich, dachte ich o)
Tja, so kann man sich täuschen. Um das Ergebnis teilweise vorwegzunehmen: Mit der ProGuard war die Rasur am aggressivsten und blutigsten. So schlimm wie es sich vermutlich liest, war es dann doch nicht, aber so viele Blutpunkte hatte ich schon lange nicht mehr im Gesicht. Ich habe keinen Winkel gefunden der mir die Rasur einigermaßen angenehm machte. Vielleicht hätte ich noch 2 Wochen über sollen.  o) Equipment, mit dem man vor einer erfolgreichen und angenehmen Rasur erst mal wochenlang üben muss ist nicht mein Ding. Der Beginn mit dem Messer ausdrücklich ausgenommen!
Am angenehmsten war die Rasur mit der Professional Super. Obwohl diese sogar noch etwas weiter absteht und der Spalt zwischen Grundplatte und Klinge noch gefährlicher aussieht, hat mir diese die sanftesten Rasuren bereitet. Wobei von Sanftheit im Sinne des Wortes bei keiner der 3 Klingen in diesem Hobel die Rede sein kann. Die Hautreizung war aber mit der Professional Super am geringsten und mit der ProGuard am größten. Vielleicht bräuchte die ProGuard noch ein dickeres Gitter.  :P

Hätte der Hobel mich zufriedenstellend rasiert, hätte ich ihn gekauft, den er gefällt mir, wie weiter ober schon geschrieben, sehr gut! Aber so - leider reicht in dem Fall die Optik als Kaufargument nicht. Bei alten Hobeln, die nicht mehr hergestellt werden ist das eine andere Geschichte. Echt schade!

Und jetzt noch ganz im Ernst: Danke für die Möglichkeit diesen aggressiven Bruder zu testen!  dh:

Mal wieder ein Modell für saafespatz!
Tranquilo - In der Ruhe liegt die Kraft...

PS: Alles nur meine persönliche Meinung, die sich durchaus beeinflussen lässt und sich deshalb gelegentlich auch ändert!

MRetro

Zitat von: Tim Buktu am 28. August 2021, 17:40:20
MRetro hat mir seinen Steel Hawk OC zum Testen zur Verfügung gestellt. Höflichkeitshalber bedanke ich mich natürlich sehr dafür, auch wenn mir nicht klar ist, ob er damit irgendwelche Hintergedanken verfolgte. Womöglich habe ich ihn mit einer Duftprobe verstimmt!?  ;) ;D

:angel:

Zitat von: Tim Buktu am 28. August 2021, 17:40:20
Am angenehmsten war die Rasur mit der Professional Super. Obwohl diese sogar noch etwas weiter absteht und der Spalt zwischen Grundplatte und Klinge noch gefährlicher aussieht, hat mir diese die sanftesten Rasuren bereitet. Wobei von Sanftheit im Sinne des Wortes bei keiner der 3 Klingen in diesem Hobel die Rede sein kann. Die Hautreizung war aber mit der Professional Super am geringsten und mit der ProGuard am größten.

Oha, das überrascht mich jetzt. RazoRock warnt ausdrücklich diese Klinge im Stainless Steel Hawk zu nutzen.  :o  Und ich habe gerade gesehen, dass ich sie selber noch nicht mit diesem Hawk getestet habe.  o)  Das wird nach Rückkehr des Hawks so schnell wie möglich nachgeholt. Danke für den aufopferungsvollen und selbstlosen Test.  ;)

Zitat von: Tim Buktu am 28. August 2021, 17:40:20
Und jetzt noch ganz im Ernst: Danke für die Möglichkeit diesen aggressiven Bruder zu testen!  dh:

Gerne doch.  :)
Das Leben könnte so einfach sein ... muss es aber nicht.

MRetro

Vorgestern habe ich im STAINLESS STEEL HAWK OPEN COMB die Feather Professional gegen die Professional Super Rasierklinge getestet.

Wie bei Tim Buktu empfand ich die Professional Super während der Rasur nicht schlimmer als die Professional Rasierklinge, obwohl sie erkennbar einen viertel Millimeter weiter heraussteht. Was ich auffällig fand war, dass der Rasurwinkel noch genauer eingehalten werden musste und auch weniger Spiel bestand (wenn man bei diesem Rasierer überhaupt von Winkel-Spielraum reden kann). Ich denke, dass aufgrund der weiter herausstehenden Klinge die ,,Führung" von Kopf- und Bodenplatte entsprechend geringer ausfällt. Ebenfalls gab es bei beiden Klingen vergleichbare Mini-Blutpunkte, die nicht weiter schlimm und nach dem Abschrecken mit kaltem Wasser wieder weg waren. Beide Gesichtshälften waren dann wieder perfekt glatt rasiert (babypopo-glatt).

Schlussendlich hatte ich aber wieder die gleichen Hautirritationen, wie bei den früheren Rasuren. Nicht optisch zu sehen, aber noch einige Zeit nach der Rasur zu spüren. Geschweige denn, dass das Rasierwasser ordentlich ,,zisch" gemacht hat.  ;)
Zur Zeit bleibe ich daher bei meiner Meinung: In der Rotation nutze ich den Hawk aufgrund seiner Schönheit und Besonderheit gerne, aber für mich ist er nicht für die tägliche Rasur gedacht.

Ich werde den Hawk auch noch mit der Rasierklinge Feather ProGuard und Kai Captain Titan mild testen. Mal schauen, wie die beiden Klingen sich im Hawk so schlagen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.  :angel:
Das Leben könnte so einfach sein ... muss es aber nicht.