gut-rasiert
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Autor Thema: "Wir kochen uns mal schöne Messer"  (Gelesen 16628 mal)
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Barnie
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« Antworten #45 am: 25. M?rz 2015, 12:21:23 »

@ Stefan T.

Sehr schöne und vor allem bebilderte Ausführung. Noch ein kleiner Tipp zur Messingdrahtbürste: Weil dabei die Gefahr besteht, daß man sich damit die Griffschalen etwas zerkratzt, kann  man das besser mit einem Glasfaserpinsel machen, wenn man bei dem runden Glasstrang vorher mit einem Seitenschneider auf einer Länge von 2-3 Millimeter 2 Flächen "ranknipst", so daß der verbleibende Steg des Glasstranges genau zwischen die Griffschalen paßt.

Mit meiner eigene Restauration der beiden Messer von Dir komme ich momentan aus Zeitgründen leider nur sehr schleppend weiter ...  Traurig
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Stratocaster
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« Antworten #46 am: 29. M?rz 2015, 10:31:37 »

So, es ist vollbracht, meine ersten Griffschalen sind fertig. Normalerweise hier kein Foto wert, aber da ich alles per Hand gearbeitet habe, in etwa so wie Stefan es beschrieben hat, stelle ich mein Projekt doch genau in diesen Thread. Danke für die Anregung, Stefan T. Daumen hoch
Einen groben Patzer sieht man sofort, nämlich die Nietköpfe..... Schande über mich, sie sind nicht beide auf der Seite des Stempels auf der Klinge, sondern einer hier, der andere auf der gegenüberliegenden Seite. Ich war gestern abend schon etwas müde und unkonzentriert, da isses halt passiert und ich kenne mich zu gut, als dass ich mich an eine Änderung heranwagen würde. Ehe ich mir die Arbeit durch Entnieten und Ändern ganz versaue, lasse ich es wie es ist. Bin zufrieden, immerhin meine erste Arbeit dieser Art. Trotzdem ein dummer Fehler. Ich habe natürlich als erstes die dem Erl gegenüberliegende Seite vernietet und als dann die Erlseite dran war, habe ich meinen Fehler bemerkt.... Ärgerlich





Von der Kirsche ist noch genug für drei, vier weitere Messer übrig. Ich stehe auf die klassischen Formen und auch darauf, das Holz nur zu ölen. Abgesehen davon will ich erstmal lernen, überhaupt Griffschalen herzustellen und mich später vielleicht an unkonventionelle Formen heranwagen und auch an andere Hölzer. Der Anfang ist jedenfalls gemacht. Nun noch mein persönlicher Kreuzgang, das Schärfen. Darin bin ich zwar besser geworden, aber immer noch nicht so gut wie ich es gern wäre..... immerhin, die Klinge ist aus meinem ersten Aust, dessen eine Griffschale einen kleinen Riss bekommen hatte, wodurch die Klinge viel zu sehr schlackerte, weil keinerlei Spannung mehr vorhanden war. Gerade meine Klingen von Aust lassen sich recht gut schärfen, bei TI habe ich noch mehr Probleme. Na ja, wird schon..... Grinsend
« Letzte Änderung: 29. M?rz 2015, 10:41:49 von Stratocaster » Gespeichert
Stefan T.
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« Antworten #47 am: 31. M?rz 2015, 13:33:42 »

Sehr schön geworden das Heft!
Ach ja Stratocaster: hast du das Kleingedruckte gelesen?
Ich zitier mal: Jeder der in "wir kochen uns mal schöne Messer" ungefragt ein Bild mit seinem Messer postet muss das gezeigte Messerchen direkt an mich senden."   Teuflisch
So Spaß beiseite. Die Schalen sehen wirklich gut aus! Eventuell ist der Keil noch etwas zu dick geraten. Die Klinge liegt doch etwas tief zwischen den Schalen. Aber sonst gibts nichts zu meckern. Dein "Fehler" beim Vernieten wäre mir nicht mal aufgefallen. Bleibt nur die Frage: Wie ist es dir beim Heftbau so ergangen? Wie bist du mit deiner neuen Säge zurecht gekommen?

Grüße, Stedan
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"Jeder tut was er am besten kann. Ich mache nichts"
Stratocaster
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« Antworten #48 am: 31. M?rz 2015, 15:54:12 »

ja Stefan, der Keil ist auch etwas zu dick. Beim nächsten Mal wird es besser. Es sind ja tatsächlich meine ersten selbstgebastelten Griffschalen und bis auf ein paar kleine Fehler bin ich zufrieden. Rasiert habe ich mich auch schon damit, es liegt gut in der Hand, ist sehr scharf geworden und trotzdem sanft bei der Rasur. Liegt sicher daran, dass ich nach dem NSS 8k auf meinen Thüringer (Gruss an doorsch  Zwinkernd) gegangen bin. Dass die Klinge zu tief in den Schalen steckt, ist doof, aber wie gesagt, da es die ersten Griffschalen sind, will ich mal nicht zu streng mit mir sein. Ich habe auch Bedenken, es nochmal zu ändern. Ehe ich mir dabei was versaue, lasse ich es lieber wie es ist oder ändere es vielleicht irgendwann mal, wenn ich mich sicherer fühle.
Meine Erfahrungen in der Tischlerei liegen nun immerhin gut 30 Jahre zurück..... (komisch, sooo alt bin ich doch gar nicht.... Zwinkernd )
Die neue Kataba Säge ist gut, der Tipp war genau richtig. Ich konnte damit sowohl das dicke Holzscheit in kleine Bretter aufteilen, als auch sogar die Feinarbeiten erledigen. Sägt ziemlich exakt, braucht kaum Kraftaufwand, ist eine prima Säge. Das einzige elektrische Werkzeug war mein Dremel, den ich aber auch nur zum Bohren benutzt habe. Für alles andere habe ich nur einen sog. Kombihobel, eine Raspel und einen Schleifklotz sowie Schleifpapier in mehreren Körnungen benutzt. Die Nieten hatte ich fertig gekauft, den Kugelkopfhammer auch. Beidseitiges Klebeband hatte ich eh im Werkzeugkasten.... im grossen Ganzen bin ich so vorgegangen, wie du es beschrieben hattest. Ich hätte es ohnehin in etwa so gemacht, doch deine Anleitung war schon eine gute Hilfe. Dadurch hielt sich die Anzahl der gemachten Fehler in Grenzen.
Ich bin jetzt natürlich auf den Geschmack gekommen, habe die nächsten Griffschalen schon in Arbeit. Diesmal für ein 4/8 RM von Streisguth. Bei dieser Klinge ist die Erlbohrung grösser als meine Nietstifte, deswegen habe ich die Bohrung erstmal mit Uhu-Flüssigmetall verschlossen. Hat geklappt, muss halt noch sehen wie es sich bohrt und ob es dann auch stabil genug ist. Die Form der Griffschalen wird auch eine andere werden bzw. sie sind ja soweit bereits vorgearbeitet. Als nächstes kommt die Erlbohrung der Schalen dran, dann entferne ich das Klebeband und ersetze es durch einen Nagel, bis der Keil fertig ist und vernietet werden kann. Danach dann die Erlbohrung der Klinge sowie die gegenüberliegende Bohrung der Griffschalen samt Keil.
Mal sehen, ich habe ja noch Kirsche für ein paar RM, aber ich will nicht so viele in Kirsche haben. Bin scharf auf trop. Hölzer..... Trotzdem werde ich wohl die Kirsche aufbrauchen und mir zwei, drei Griffschalen als Reserve herstellen. Die Arbeit hat mir grossen Spass gemacht und dass es beim ersten Mal nicht perfekt geworden ist, finde ich nicht weiter schlimm. Dein Thread war für mich eine wertvolle Anregung  Daumen hoch
Also dann auf ein Neues und nächstes Mal lese ich aber auch das Kleingedruckte.... Grinsend
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Stefan T.
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« Antworten #49 am: 31. M?rz 2015, 21:01:27 »

Freut mich dass du mit der Säge gut klar kommst!
Bin schon auf dein nächstes Projekt gespannt. Und du darfst es gern wieder hier posten. Und das Kleingedruckte lassen wir ganz einfach weg.  Grinsend
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Stratocaster
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« Antworten #50 am: 01. April 2015, 08:34:16 »

Ich habe jetzt auch erst richtig verstanden, wie du das meintest, Küche oder Werkstatt. Klar habe/hätte ich in einer Werkstatt alles zur Verfügung,um solche Griffschalen meinetwegen auch in Serie in kürzer Zeit herzustellen. Das wäre ein einfacher Weg, sicher. Aaaaber das wäre dann auch sowas wie Produktion und keine liebevolle Einzelanfertigung.... Inner Küche isses etwas umständlich, zeigt allerdings auch, mit wie wenig Werkzeug man was Tolles herstellen kann, wenn man will und sich die entsprechende Mühe gibt. Das A und O ist trotzdem das Werkzeug. Und diese Säge liebe ich jetzt schon, der Tipp war grandios. Von allein wäre ich nie auf die Idee gekommen, mir eine solche Säge zuzulegen. Ich hätte vermutlich im Bauhaus einen Fuchsschwanz gekauft. - Übrigens schliesst mein Strat-Aust RM doch ganz gut, obwohl der Keil zu dick ist. Die Klinge sitzt nämlich stramm genug und wenn ich sie einfach nicht bis zum Anschlag einklappe, merkt man den Fehler nicht. Trotzdem ärgert mich das ein wenig. Echt ey, ich hatte das gar nicht auf dem Schirm, obwohl ich wusste, wie das Messer schliessen muss. Na ja.... die Schwierigkeit lag darin, dass ich vor dem Zusammensetzen nicht bedacht hatte, wo die Schultern auf den Griffschalen aufliegen sollten. So habe ich durch dieses Projekt wieder einiges über RM gelernt... Also mein nächstes Messer werde ich dann auch gern hier posten.
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« Antworten #51 am: 06. April 2015, 11:34:18 »

So sollte mein zweites Messer aussehen, doch der Eindruck täuscht, denn ich muss es wieder auseinanderbauen und alles nochmal von vorn beginnen.
Leider war mir eine Griffschale geplatzt bzw. ich hatte eine schlechte Stelle im Holz übersehen. Anstatt direkt nochmal anzufangen, habe ich diese eine Griffschale nachgearbeitet, was nicht zu meiner Zufriedenheit geklappt hat, aber mit etwas Geduld noch zu retten wäre. Mein zweiter Patzer ist wohl irreparabel, denn mangels eines Bohrständers sind die Bohrungen an der Erlseite nicht korrekt, sodass das RM nicht genau mittig schliesst. Es stösst zwar nicht an, aber so will ich das nicht haben, muss echt nochmal von vorn beginnen.
Leider beschreibst du zwar gut, wie man Bohrungen überprüfen kann, aber nicht wie man ohne Bohrständer mit einem Dremel lotrecht bohren kann. Kennst du da vielleicht einen kleinen Trick, werter Stefan...? - Ach herrjeh, hatte ich doch ganz übersehen, dass du sehr wohl einen Tipp in Form einer Bohrschablone gegeben hast. Na dann auf ein Neues, sowas soll mir nicht nochmal passieren. Ein unnötiger Fehler nach dem Motto "na ja, wird schon klappen..." - Das hätte ich auch selbst wissen müssen, aber habe halt nicht genug nachgedacht.

« Letzte Änderung: 06. April 2015, 11:43:05 von Stratocaster » Gespeichert
Stefan T.
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« Antworten #52 am: 07. April 2015, 18:34:49 »

Mach dir nichts draus! Ich hab schon ganz andere Werkstücke versemmelt! Holz ist eben ein lebendiger Werkstoff und man kann ihm in Wirklichkeit nichts aufzwingen. Die nächsten Griffschalen werden dafür um so besser!
Zur Bohrschablone: ganz wichtig ist dass du das Erlloch bohrst BEVOR du die Griffschalen rund schleifst, sonst kannst du die Schablone nur noch sehr schwer gerade aufsetzten.  Schockiert

Grüße, Stefan
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Stefan T.
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« Antworten #53 am: 01. Juli 2015, 22:41:26 »

Heute ist ein (ungeplantes) Langzeitprojekt fertig geworden.
Der eine oder andere wird sich vielleicht noch an Jonaji's Rasiermesser erinnern: ein schönes Stück von Joseph Elliots. Leider hat es unter dem Zahn der Zeit durchaus gelitten, die Klinge war vor allem im Erlbereich ziemlich von Rost befallen und auch die Griffschalen aus Horn waren mitgenommen, eine davon beim Erlniet sogar gerissen.



Nach geschätzten 3 1/2 Stunden Klingen reinigen und einer Generalsanierung der Griffschalen (reinigen, ein wenig schleifen, Messingzwingen anpassen, das 5mm große Erlloch der Klinge auffuttern, Riss und Zwingen kleben...alles in allem bestimmt 7-8 Stunden Arbeit wieder ganz ohne Maschinen) sieht das Ergebniss jetzt so aus:



Also Jonaji, ich hoffe es gefällt. Denn Morgen geht es gemeinsam mit ein paar Messern von mir mit der Post zum Schärfen an Bastl Wastl.

Grüße Stefan
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Jonaji
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« Antworten #54 am: 01. Juli 2015, 23:02:16 »

Steht toll aus, die Wartezeit hat sich echt gelohnt.
Vielen Dank!
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Stratocaster
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« Antworten #55 am: 02. Juli 2015, 10:24:21 »

Hi Stefan,
gut gelungen, sieht toll aus. Eine Frage hätte ich noch. Nämlich du schreibst "das 5mm grosse Erlloch auffuttern".... wie hast du das gemacht? Ich stand auch schon mehrfach vor dem Problem einer zu grossen Bohrung der Klinge am Erl. Habe dann zuerst die Bohrung mit Flüssigmetall verschlossen und dann neu im gewünschten Durchmesser gebohrt. Machst du das auch so oder anders?
Bei mir stagniert die Bastelei zur Zeit. Es ist Sommer, das Motorrad will gefahren werden, eine kurze Reise steht vor der Tür usw. Mehrere RM warten auf mich, bei denen es um die Griffschalen geht..... später dann.... Zwinkernd
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« Antworten #56 am: 13. September 2015, 09:53:29 »

Hallo zusammen, sehr schöne Arbeiten die Ihr hier zeigt, sehr inspirierend.

Wann ist denn ein Erdloch zu groß? Kann man dann nicht einfach größere Nieten nehmen?
Ich meine was spricht dagegen, ästhetische oder technische Gründe?
Was ist für euch eine gute Nietengröße?

 
« Letzte Änderung: 13. September 2015, 10:02:28 von Splinder » Gespeichert
Stratocaster
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« Antworten #57 am: 13. September 2015, 11:18:08 »

Klar könnte man grössere Nietstifte nehmen, wenn die Erlbohrung sehr gross ist. Aber such' mal in meinem Werkzeugkasten nach passenden Nietstiften. Die sind nicht immer so ganz einfach zu bekommen, das ist zumindest bei mir der Hauptgrund, warum ich mich mit Flüssigmetall und Neubohrungen befassen musste. Ich kann es jedenfalls nicht leiden, wenn die Klinge am Nietstift schlackert, weil der Durchmesser der Erlbohrung grösser ist als der Nietstift. Nee, das muss schon richtig zusammen passen und einigermassen bündig sitzen, sonst bin ich nicht zufrieden. Ich habe am liebsten Nietstifte mit einem Durchmesser von ca. 1,5mm. Dabi kommt es natürlich auf das Messer an, also das Design der Griffschalen etc.
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