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Autor Thema: Restaurationsneuling fängt an ... "Restaurationstagebuch" mit Zwischenfragen  (Gelesen 29707 mal)
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NebuK
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« Antworten #15 am: 24. Oktober 2014, 19:14:07 »

Hi,

danke nochmal für die nüchternen und kurzen Antworten! Genau was ich gebraucht hab um über den ersten Frust wegzukommen  Augen rollen.

Ich habe mir also heute den groben Richtstein vom Baumarkt erstmal auf einer Glasplatte (recht plan, hatte ich zum Photos vergrößern verwendet) abgerichtet. Nach den ersten paar Minuten schrubbeln hab ich gemerkt dass auf dem nicht genug runterkommt, also wirklich erstmal Schleifpapier (nass auf dem Stein), dann den Stein:





Ich musste insgesamt etwa 1.2mm abnehmen, davon ~0.8 schon um die Konkavität vollständig zu korrigieren. Der Ausbruch war also garnicht mal soo schlimm was den Materialverlust angeht.

Jetzt würde ich die Oberfläche wohl noch ganz leicht mit einer sanfteren Politur anpolieren, damit sie sich für die Finger(...nägel) noch halbwegs glatt anfühlt. Mehr wegschrubbeln als unbedingt muss ... muss ja nicht. Dann das Heft noch ein wenig weiter aufhübschen (600/1000/2000er Papier außen), dann Zahnpasta "Politur".

Danach müsste ich dann aber zwecks neuen Schleifsteinen (die pro Körnung in weniger als ~7 Teilen daherkommen...) entweder hausieren gehen ... oder aber doch auf Weihnachten warten. Wäre schade um die Verzögerung. Aber hey, ich muss ja für das "Zepp" noch ein Heft basteln... Lächelnd.

Grüßle & Danke
-Dario
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NebuK
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« Antworten #16 am: 24. Oktober 2014, 19:55:10 »

Ah, vergessen dazuzusagen: Klingenhöhe ist ~16.35mm, Rückenbreite ~4.85mm. Also 0.2967 vs. den Daumenregel 0.333_. Ich denk das ist halbwegs zu verkraften, oder?

Grüßle
-Dario
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Klaasianer
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Querdenker


« Antworten #17 am: 24. Oktober 2014, 20:56:18 »

Super gemacht Dario!
Mit dem Verhältnis sollte es passen. Wie Du siehst, kann so manches Messer mit Schaden recht einfach gerettet werden.
Zu Schneide noch: ein ganz leichtes "Smile" in der Klinge schadet meiner Meinung nach nicht.

lG
Christian
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Rasito ergo sum!
NebuK
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« Antworten #18 am: 25. Oktober 2014, 17:51:50 »

Hi,

Nasschleifpapier von 40 bis 400..Danach polieren mit Dremel und Paste blau.......Dann ist es schonmal Schärfebereit. Wenn man sich drin spiegeln kann...

Ich hab mich zwischendrin mal angefangen an das "Zepp" zu machen. Dazu bin ich deinem Rat gefolgt und habe ersteinmal gutes Nassschleifpapier 120-1200 gekauft. Jetzt habe ich bei 120 Angefangen die gesammte Klinge auszuschleifen. Mann was eine Arbeit, ich habe jetzt doch erst einmal ein paar Schleifkörper ala
http://forum.nassrasur.com/showtopic.php?threadid=6646
Gebaut. Damit geht es schonmal besser, und mein kaputtes Handgelenk tut nicht mehr all zu weh.

Wie gut das ganze funktioniert ... ist mir noch nicht ganz klar. Werde ich wohl mal sehen müssen. Das Zepp nenne ich jetzt einfach mal das "Hochglanzpolierausprobiertestopfermesser". Ich bitte auch nochmal mir das zu vergeben wer andere Vorstellungen hat wie man mit alten Messern umgehen sollte. Ich will mich halt mal durchprobieren, und wenn sie dann im Bad liegen weiß ich was ich schöner finde Zwinkernd.

Nochmal eine generelle Frage zum schleifen: Woran merkt ihr dass ihr mit einer bestimmten Körnung "durch" seit? Einfach immer aufmerksam die Fläche studieren und nach Kratzern suchen die vorher schon da waren, bzw. irgendwie "tiefer" aussehen? Oder gibts da einen besseren Trick?

Grüßle & Danke!
-Dario
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NebuK
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« Antworten #19 am: 25. Oktober 2014, 20:18:36 »

Hi,

das mit den selbstgebauten Schleifern funktioniert wirklich ganz hervorragend!

Ich habe das Gefühl dass die "Gefühlte Körnung" beim Schleifen mit dem Dremel (... Proxxon) feiner ist. Ich habe jetzt auf einer Seite ~90min lange 120 -> 1200 von Hand geschliffen, und erst Körnungen gewechselt wenn ich das Gefühl hatte dass alle tieferen Kratzer "raus" sind. Auf der anderen Seite mit Maschine ... die ist schon quasi polierfertig, während der Handschliff noch Kratzerfeld ist.

Aber wieder zum Messer, ich habe also da das Heft sowieso wegkommt erst einmal gewalttätigst das Messer von Heft befreit...


Um dann die Macken die in der Klinge sind nach bekanntem Verfahren wegzuschleifen...


Und dashier ist das Resultat. Ist sogar nichtmal ein "Smile" drin, laut präzisions-Spaltmaß:


Hier die Maschinengeschliffene Seite:


Hier Handschliff:


Ich denke ich werde an dem Messer erst einmal mit Maschinenschliff weitermachen, und jetzt Versuchen eine Spiegelpolitur herzustellen. Mal sehen wie gut das gelingt Lächelnd.

Währenddessen gehts am Tückmar erstmal mit dem Heft weiter. Leider hat das Horn teilweise recht tiefe "furchen". Mal sehen ob ich die so lassen kann nach ein wenig vorsichtigem Schleifen von Hand ... ich hoffe es :[.

Grüßle
-Dario

PS: @Christian: Danke für das Lob. Ja, ich muss wohl erst einmal lernen was man beim Messerbasteln alles "darf", und ab wann man wirklich frustiert sein muss. Schöner wäre es natürlich gewesen wenn ich die weiteren ~0.2-0.4mm hätte behalten können. Die Schneidensektion ist schon deutlich weniger flexibel als vorher ... wobei, vielleicht wird das mit der Facette ja wieder besser? Und ja, ein klein wenig Smile ist im Tückmar Lächelnd
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Klaasianer
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Querdenker


« Antworten #20 am: 25. Oktober 2014, 21:58:34 »

Wenn Du mit Maschinen arbeitest:

- unbeding die Rotationsrichtung beachten
- auf die Temperatur achten, die dünnen Klingen werden sehr schnell sehr heiß
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NebuK
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« Antworten #21 am: 25. Oktober 2014, 23:27:36 »

Hi,

ich habe das Messer allein als Schutz vor dem Verbiegen auf einem festeren Schwammtuch liegen. Zudem schleife ich nass (das Doppelklebeband hebt trotzdem, wow!), dann ist das Schwammtuch schnell komplett klitschenass. Ich denke mit der Kuehlung, und dem Fakt dass ich immer die Finger recht nahe am Schleifkopf habe, sollte ich recht sicher sein.

Ich konnte ganz leichte Handwaerme feststellen, waermer aber nicht. Ich denke mal dass das selbst an der duennen Schneide trotzdem nicht auf "sehr lokale", starke Hitze hindeutet, die man 2mm daneben nichtmehr spuert... das gibts nicht, oder?

Gruessle
-Dario
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Klaasianer
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Querdenker


« Antworten #22 am: 26. Oktober 2014, 11:48:03 »

Hi,

ich habe das Messer allein als Schutz vor dem Verbiegen auf einem festeren Schwammtuch liegen. Zudem schleife ich nass (das Doppelklebeband hebt trotzdem, wow!), dann ist das Schwammtuch schnell komplett klitschenass. Ich denke mit der Kuehlung, und dem Fakt dass ich immer die Finger recht nahe am Schleifkopf habe, sollte ich recht sicher sein.

Ich konnte ganz leichte Handwaerme feststellen, waermer aber nicht. Ich denke mal dass das selbst an der duennen Schneide trotzdem nicht auf "sehr lokale", starke Hitze hindeutet, die man 2mm daneben nichtmehr spuert... das gibts nicht, oder?

Gruessle
-Dario

Ja, das liest sich recht gut  Zwinkernd Bedneke aber trotzdem: Klinge geht vor Spiegel. Auch dieses Messer wird, ordentlich geschärft, angenehme Rasuren liefern. Wäre schade, es durch einen Schaden dem Spiegelö-Gott zu opfern  Augen rollen
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NebuK
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« Antworten #23 am: 26. Oktober 2014, 12:44:15 »

Hi,

da hast du in der Tat recht. Ich bin ja auch bei jedem Schritt sehr vorsichtig und bedacht (oder versuche es zumindest). Ich versuche das Messer immer weich unterstützt zulagern dass auf der dünnen Schneidenregion keine/wenig Kraft wirkt. Ich beachte beim Dremel immer die Drehrichtung, und versuche nie die Schneide in einem steilen Winkel zu berühren. Ich versuche zu erfühlen ob das Messer warm wird.

Kurzum: Alles von dem ich weiß dass man es falschmachen kann versuche ich zu vermeiden. Aber wie das eben so ist wenn man eine "neue Bastelei" erlernt und sich in eine neues Thema einarbeitet: Man muss Lernen. Und zum lernen gehören auch Rückschläge (erinnert mich bitte wenn ich das nächste mal hier heulend stehe dran dass ich das gesagt habe? Lächelnd), und Fehler. Klar, um unwiederbringlich verlorene Messer ist das immer schade. Aber außer weggeben oder lernen es selbst zu können gibts ja nix. Und weggeben kann ich mir nicht leisten bzw. will es nicht Lächelnd.

So, jetzt aber nochmal kurz die Frage da meine Steinsituation wirklich nichts wird:
Gibt es jemand in der Region Karlsruhe der einen Steinesatz für RMs hat, und bei dem ich zumindest das Tückmark mal schleifen dürfte?
(bzw. je nach dem ob derjenige Angst um die Steinen hat schaue ich halt zu, oder man machts zusammen, oder wie auch immer es eben beliebt...)

Wäre super wenn sich da kurzfristig was finden würde Lächelnd.

Danke und Grüßle
-Dario
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« Antworten #24 am: 26. Oktober 2014, 21:56:22 »

Hi,

ich habe eben mal weiter rumprobiert:



Das war jetzt 120->1200, Mellerud Polierpaste (Blaeulich...), Nigrin Metallpolitur (Weisslich/Fein). Polituren mit Proxxon ("Dremel") und den ganz billigen Aldi-Dremelteilesatz-Filzscheiben.

Ich sehe hier zwar auf einmal Narben die ich in Natura nicht sehe, aber ... so gefaellt mir das. So darfs bleiben. Jetzt nurnoch die zweite Seite hinbekommen. Ich hatte testweise nur eine gemacht...

Gruessle
-Dario
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Querdenker


« Antworten #25 am: 27. Oktober 2014, 10:32:22 »

Sehr schöne Arbeit!  Lächelnd

jetzt noch eine feine Facette setzen und ab ins Gesicht damit  Grinsend
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« Antworten #26 am: 27. Oktober 2014, 10:53:07 »

Danke!

... Aber ohne Heft ins Gesicht? Ich glaube das ist weniger Zielführend, oder? Vorallem wenns das erste Messer ist ... Lächelnd

Ich hab in der Zwischenzeit mal das Heft des Tückmar ein wenig auf Vordermann gebracht ... wenn auch wieder nicht streng und Materialschonend restauriert:

Erstmal mit dem guten Modellbausekundenbapp ein wenig Schleifpapier an einen alten Eisstiel. Das mit 240->600 gemacht, und innen geschliffen. Der Eisstiel der nur unten belegt ist hat den Vorteil dass man sehr nah am Messer zwischen Erl und Angel schleifen kann ohne das Messer zu verkratzen -- seitlich sitzt ja nur Holz.


Dann das Heft außen 220 -> 600 vorsichtig geschliffen... es waren (und sind immernoch ein wenig) kleine "Nadelstiche" im Horn, in die sich der Dreck und Schlonz der Jahrzehnte abgesetzt hat. Den hab ich mit keinem Lösemittel rausbekommen, also habe ich so schonend es möglich war ein Zwischending zwischen "schaut sauber aus" und "nicht zuviel Material weg" hergestellt:


So schauts in der Nahaufnahme aus:


Ich finde das ist schon halbwegs in Ordnung.
So sah es übrigens vorher aus:


Wenn aber jemand von euch noch einen Tip hat wie man diesen Schlonz herausbekommt, oder wie man das Horn versiegeln kann damit das nicht wieder passiert, wäre ich sehr dankbar...

Damit wäre das Tückmar zumindest für meine Begriffe schleifbereit ... ach halt. Das Messer ist z.Zt. im Heft noch sehr locker. Sehe ich das richtig dass ich einfach versuchen kann mit einem Rundkopfhammer mit sehr lockeren, feinen, aber vielen Schlägen auf die Nieten auf einer harten Unterlage das wieder festzubekommen? Ein wenig Angst habe ich da jetzt schon was kaputtzumachen... Schockiert.

Grüßle
-Dario
« Letzte Änderung: 27. Oktober 2014, 10:58:15 von NebuK » Gespeichert
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Querdenker


« Antworten #27 am: 27. Oktober 2014, 11:04:57 »

In bekanten Drogeriemärkten, nennen wir sie DM, gibt es Papp-Nagelfeilen für wenig Geld......hochflexibel, gut geeignet für "Innenarbeiten".

Sind das tatsächlich Hornschalen? Sieht eher nach Bein aus. Können problemlos geschliffen werden, rauf bis 1k Körnung und dann noch mit Filzscheibe und Polierpaste polieren.......wenn sie glatt sind, vergammeln sie auch nicht leicht.
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Rasito ergo sum!
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« Antworten #28 am: 27. Oktober 2014, 11:37:54 »

Stimmt, Bein, Freudscher Verschreiber, sorry. Hatte Iltis auf der ersten Seite ja auch schonmal klargestellt...
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NebuK
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« Antworten #29 am: 28. Oktober 2014, 09:39:51 »

Hi,

an der Tückmar-Schale habe ich jetzt nochmal von 240 angefangen und vorallem an der Stelle mit dem vielen "Schlunz" geschliffen. Da muss zu viel Material weg als dass ich das ganz ausschleifen wollen würde. Werde wohl oder übel damit leben müssen.
Das ganze Ding ist jetzt mal bis 800er Hochgeschliffen. Polieren wollte ich es lieber erstmal nicht da ich Angst habe dass dadurch nur noch mehr Dreck in die Poren kommt...

Dafür habe ich mal am Zepp-Heftchen weitergemacht.

Also erstmal ab auf den Speicher und Furnier-Vorräte sichten. Entschieden habe ich mich hierfür:


Dann mal eine grobe Anzeichnung der alten Heftschalen damit ich weiß wieviel Material ich benötige:


Und hier die Lagen des Sperrholzes:


Verklebt wird mit 45-Minuten "Laminier/Klebeharz". Ein fast klares Epoxidharz mit nur ganz leichtem Blaustich... Dazu laminierpinsel, Feinwaage, was zum Rühren und natürlich Nitril(!)-Handschuhe.


Jetzt habe ich vom Harzen leider kein Bild weil das eine ziemliche Sauerei ist. Ich habe Transparentes Geschenkpapier (Zellglas?) hergenommen und das mit Trennwachs behandelt. Dann das Epoxy angemischt, und erstmal eine dünne Schicht auf jede Seite des Zellglas gestrichen. Erstes scheibe Holz drauf, gut einpinseln, mit Gewalt und dem Laminierpinsel "Stupfen". Dann mit einem Fön etwas erwärmt damit das Harz flüssiger wird und gut einzieht. Nächstes Blatt drauf, usw... -- Dann schließlich die obere Zellglashälfte aufgelegt und nach ein wenig weiterem Anwärmen von allen Seiten zwischen zwei MPX-Platten mit 4 Schraubzwingen verpresst.

So kam es heute Morgen heraus:



Das Material ist unglaublich stabil, und fühlt sich eher wie Plastik an, nichtmehr wie Holz. Da ich ja effektiv gegen Feuchtigkeit absperren wollte ist das vermutlich gut. An einer Stelle habe ich seit den Photos einen kleinen Poliertest unternommen: Sieht so aus als wäre das Zeugs polierbar, auch wenn es nach nur einem Tag aushärtung noch eher zu Weich und Gumiig ist.

Mal sehen ob ich heute Abend die Bandsäge eines Kumpels missbrauchen kann um Rohlinge auszuschneiden :-).

Grüßle
-Dario
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