gut-rasiert
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Autor Thema: Schmierstoff für Hobel (Ballistol ein Hobeltöter?)  (Gelesen 51662 mal)
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Stockton
Neuling

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« Antworten #90 am: 06. Januar 2019, 21:54:24 »

Das kommt in etwa hin mit dem Blue Grease, allerdings ist mir wirklich nicht geläufig, wer der Hersteller ist. Yamaha verkauft es z.B. als "Marine Grease".
Aufgrund der Wasserbeständigkeit verwende es seit vielen Jahren für Angelrollen, daher habe ich es hier herumliegen.   Zwinkernd
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Onkel Hannes
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« Antworten #91 am: 06. Januar 2019, 23:16:05 »

Vielleicht ist es ein gängiger Gattungsbegriff. Schaden tut es bestimmt nicht.
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Hungrig vom schlafen und müde vom essen.
Onkel Hannes
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« Antworten #92 am: 23. Januar 2019, 12:22:02 »

Nach nicht ganz drei Wochen sieht das obige Experiment so aus:



Es ist -auf dem Foto viel besser als mit bloßem Auge- eine deutliche Grünverfärbung zu erkennen, nicht eine Blauverfärbung, wie So-ein-Bart noch weiter oben geschildert hatte. Allerdings sprach er von Kupfer, bei dem von mir verwendeten Metallteil handelt es sich um Tombak, eine Messinglegierung aus Kupfer und Zinn, mit wohl sehr hohem Kupferanteil. Oder resultiert die grüne Färbung vielleicht aus der Kombination aus blaufarbiger Reaktion und dem gelblichen Ballistol?

Egal, es scheint irgendeine Reaktion stattgefunden zu haben. Bemerkt sei am Rande, daß man ein seriöses Experiment wohl in einem Reagenzglas und nicht in einer Plastiktüte unbekannter Provenienz machen würde, denn auch diese könnte ja eventuell an einer Reaktion teilhaben.

Zur Deutung sind nun Leute gefragt, die mehr Ahnung von Chemie als ich haben. Jedenfalls sollte man wohl -so meine eigene laienhafte Schlußfolgerung- zumindest von einer Langzeitkonservierung seiner Messinghobel mit Ballistol tatsächlich eher Abstand nehmen.
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Sparschäler reloaded
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Das Bild gibt meinen Typ wieder.


« Antworten #93 am: 23. Januar 2019, 13:49:39 »

Das wird wohl Grünspan sein. Die charakteristische Farbe von Kupfer(II)salzen liegt im hellblau-türkis-grünlichen (heißt ja nicht umsonst Grünspan). Die Plastiktüte ist an Deiner Versuchsanordnung nur insofern störend, weil sie Luftsauerstoff ausschließt. Der ist beim gammeln immer hilfreich. Zwinkernd
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Standlinie
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Nassrasur? Nein danke? Aber ja doch!


« Antworten #94 am: 23. Januar 2019, 14:34:45 »

Gewehr- und Pistolenläufe bestehen ganz allgemein aus Stahl. Durch Schießvorgänge lagern sich mit der Zeit in den Bereichen "Züge und Felder" die Rückstände von Pulvergasen und Geschossen ab. Bei zehn abgegebenen Schüssen mag das erst einmal keine Rolle spielen. Aber wer sehr oft auf dem Schießstand ist, regelmäßig zur Jagd geht und dort auch zum Schuß kommt oder seine Waffe für militärische Belange nutzt, wird sehr viele Schüsse abgeben.

Die sich ablagernden Geschoss- und Pulverrückstände (beim Geschoss sind dies Abriebsspuren) beeinflussen das Schießbild, wodurch sich die Trefferquote verschlechtert. Reinigungsprozesse sind also zwingend erforderlich, wenn man seine Treffpunktlage erhalten möchte.

Es gibt inzwischen viele Reinigungsmittel, um verunreinigte Läufe von den eben genannten Rückständen zu befreien. Ballistol gehört mit zu den ältesten auf dem deutschen Markt erhältlichen Mitteln. Es reinigt, versiegelt, schmiert, wird in der Lebensmittelindustrie verwendet, macht Leder wieder weich, dient zur Pflege von Hundepfoten und ausgetrockneter rissiger Haut und ist noch für andere Anwendungsgebiete geeignet. Am besten besucht man hierfür die Webseite des Hersteller.

Wenn Ballistol als Waffenreinigungsmittel eingesetzt wird, soll es zuerst einmal die stählernen Einzelteile einer Waffe schmieren (Lauf, Schloss und sonstige Mechanismen). Die Kriechfähigkeit von B. sorgt dafür, dass es dort auch an die entlegendsten Stellen vordringt. Dann reinigt es auch noch den Lauf von aggressiven Pulverrückständen und von den Geschossablagerungen. Pulverrückstände sorgen für ein saures Milieu, wodurch Stahl in Verbindung mit Luft- oder Kondensationsfeuchtigkeit angegriffen wird. Ballistol muss also nicht nur diese Pulverablagerungen lösen sondern auch noch neutralisieren. Gleiches gilt für die Geschossrückstände im Lauf. Herkömmliche Geschosse bestehen weder aus Stahl (verboten) noch aus uranangereichertem Stahl (verboten) und auch nicht aus Kunststoff (verboten). Die allgemein erhältlichen Geschosse (Bleikern oder nicht bleihaltige Metalle, z.B. Wolfram, u.a.) sind mit dem Werkstoff Tombak ummantelt. Tombak enthält Messing und Kupfer. Und das sind diejenigen Stoffe, die von Ballistol angelöst werden müssen, damit die Reinigungsbürste oder das Reinigungstuch diese Rückstände abwischen/entfernen kann.

Ballistol ist als Schmierstoff für Rasierhobel nur bedingt verwendbar. Für Stahl- und Edelstahlhobel uneingeschränkt. Für Rasierhobel, die irgendwelche Bestandteile aus Messing oder Kupfer enthalten (z.B. bei den Gillette Adjustables) ist es wegen seiner anlösenden Wirkung nicht geeignet. Deshalb empfehle ich immer flüssige Vaseline oder Maschinen- oder Motoröl als Schmierstoff.
Ballistol ist allerdings sehr gut für die Pflege einer Rasiermesserklinge geeignet. Allerdings nur für die Klinge und nicht für die Nieten.
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Die Nachhaltigkeit einer gründlichen Nassrasur zeigt sich 24 Stunden später an nur gering und gleichmäßig nachgewachsenen Bartstoppeln.
Stockton
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« Antworten #95 am: 24. Januar 2019, 11:47:03 »

So, ich habe nun "Blue Grease" im Hobel (Progress) getestet. Es schmiert sehr gut, bildet aber nach ein paar Tagen Hobeleinsatz einen seifigen Film und riecht nicht wirklich angenehm. Letzteres ist für mich ein Grund es nicht mehr an meine Hobel zu lassen.
Vermutlich bleibe ich jetzt beim Tropfen Weißöl.

Zu Ballistol: Wenn ich mich recht erinnere, verflüchtigt sich die Schmierwirkung alleine schon deshalb sehr rasch, weil Ballistol wasserlöslich ist. Für Reinigungs und Pflegezwecke kann man es verwenden, schmieren sollten man, lieber mit richtigen Ölen und Fetten.
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Onkel Hannes
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« Antworten #96 am: 19. September 2020, 22:44:56 »

    Aber aufgrund diverser anderer verschiedener hardwarelastiger Hobbies habe ich mich schon desöfteren eingehend mit Schmierstoffen zu verschiedenen Zwecken beschäftigt.
    [...]
    Meine persönlichen Erkenntnisse:

    Nur für ganz wenige spezielle Fälle mit hoher mechanischer Belastung oder hohen Temperaturen benötigt man spezielle Schmierstoffe.[/li][/list]

    Wieder einmal - spezieller Fall- beschäftige ich mich mit Schmierstoffen, und bin dabei auf Fluid Film gestoßen, das sind letztendlich auf Lanolin (Wollfett) basierende Konservierungsstoffe, die zum Beispiel zur Hohlraumkonservierung, aber auch zur Schmierung verwendet werden.

    Das hört sich interessant an, und könnte meines Erachtens sehr gut für Hobel geeignet sein, sowohl zur Konservierung als auch zur normalen Schmierung derer Mechaniken.

    Lanolin kann man auch (wenn auch teuer) als Brustwarzensalbe in der Drogerie vor Ort kaufen, pur verwenden oder mit Isopropylalkohol ein flüssiges, sogar sprühfähiges Gemisch daraus machen.
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    « Antworten #97 am: 21. September 2020, 07:15:10 »

    Von der Firma hab ich noch nie gehört obwohl es die schon seit über einhundert Jahren gibt. Für mich hört sich das interessant an. Welches der Produkte würdet ihr für Hobelmechaniken verwenden?
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    « Antworten #98 am: 21. September 2020, 11:22:56 »

    Für einen Endverbraucher, der "ein bißchen alles" damit machen will, dürfte die 400ml-Spraydose sicher am besten geeignet sein, auch wenn ich außer für großflächige Behandlungen oder Spezialfälle überhaupt kein Freund von Sprühprodukten mehr bin. Denn meist kommt nur ein schlecht dosierbarer Bruchteil des Wirkstoffs dort an, wo er wirken soll, der Rest ist oft sinnlos verblasen, und saut idealerweise noch die Umgebung ein oder kommt an Stellen (auch in oder am Anwender), wo er nichts verloren hat.
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    « Antworten #99 am: 22. September 2020, 06:57:16 »

    Du hast es selbst aber noch nicht angewendet?
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    « Antworten #100 am: 22. September 2020, 11:07:55 »

    Lanolin ja, kürzlich, Fluid Film nein. Ich ziehe aber einen Kauf in Erwägung. Mein Interesse an Lanolin als Schmierstoff (und an Wachsen) ist erst vor nicht vor allzu langer Zeit entstanden.
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    « Antworten #101 am: 16. Januar 2022, 14:24:14 »

    Um noch einmal auf das Lanolin (wie z.B. im Produkt Fluid Film enthalten) zurückzukommen: Ich habe gar nicht ausgeführt, warum ich auf Lanolin kam, das kann aber hier für uns ein interessantes Kriterium sein.

    Lanolin wird, zumindest im privaten Bereich, gerne beim Wiederladen von Munition zur Schmierung von Messinghülsen verwendet, damit diese nicht beim Verformen in einer Stahlmatrize festklemmen. Ölhaltige Mittel sind hier ungeeignet, weil Rückstände die Zündfähigkeit der Munition herabsetzen oder zerstören können. Natürlich gibt es auch andere, industrielle Gleitmittel.

    Zünden muß bei unseren Rasierern nichts, aber Schmierung von Messing und Stahl, das ist für uns interessant. Man kann das Fett entweder direkt auftragen (darauf komme ich gleich noch einmal zurück) oder aufsprühen oder auftröpfeln, und sich dabei einer Lösung bedienen, wie sie der Heimanwender beim Wiederladen selbst herstellen, aber auch im Zubehörhandel kaufen kann. Das Wollfett ist einfach in Isopropylalkohol gelöst bzw. untergemischt und wird auf das zu schmierende Objekt aufgesprüht. Der Alkohol verdunstet, das Fett bleibt zurück.
    Dieses Prinzip wird auch bei einem weiteren Schmiermittel angewandt, nämlich Wachs. Manche Messermänner unter Euch werden vielleicht White Lightning kennen, das wohl im Messer- und Multitoolbereich zur Gelenkschmierung vermarktet wird, aber auch in größerer Menge zum kleineren Preis Zwinkernd als Clean Ride im Fahrradbereich zum schmieren von Ketten.
    In diesen Fällen macht man sich den Vorteil zunutze, daß die Flüssigkeit mit dem Alkohol auch an schwer zu erreichende Stellen fließt (oder zumindest fließen soll...), und dann der untergemischte Schmierstoff dort verbleibt, während der Alkohol verdunstet. Beim Wiederladen hingegen kommt es bei den Sprühlösungen eher darauf an, eine große Zahl von kleinen Objekten nicht notwendigerweise vollständig, aber mit möglichst wenig Zeitaufwand und nur gering zu schmieren.

    Beide Lösungen, Wollfett wie Wachs, sollten auch für unsere Naßrasierzwecke geeignet sein, wenn auch hier die Sprühlösung vielleicht weniger vorteilhaft ist.

    Damit komme ich zu einem zweiten Teil meines Beitrags...
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    « Antworten #102 am: 16. Januar 2022, 14:28:54 »

    Fortsetzung:

    Aufbringen von Schmiermitteln

    Großflächig ist klar, aufsprühen, aufpinseln, was auch immer, für uns uninteressant. Für uns kommt kleinflächig oder punktuell in Frage, meist flüssig oder pastös. Bei mir haben sich derzeit folgende Lösungen herauskristallisiert, an denen ich nur wenig auszusetzen habe.

    Flüssige Mittel trage ich entweder punktuell auf (je nach Anwendungsfall verteile ich sie dann ggf. noch mit einem Pinsel o.ä.) oder flächig mit einem öligen Lappen.

    Zum punktuellen Auftrag verwende ich gelegentlich einen Zahnstocher oder Zahnarzthaken, mit dem ich einen Öltropfen aufnehme und irgendwo aufbringe, meist aber Punktöler. Von den im Handel erhältlichen Ölflaschen und Punktölern bin ich ab, weil die fast immer entweder undicht sind, oder nachtropfen, oder beides.

    Stattdessen verwende ich folgende Fläschchen:




    Die linke mit der Metallspitze kommt für wenig Geld via ebay aus China, ich bin damit leidlich zufrieden. Viel besser noch finde ich die Liquidflasche mit Kunststoffkappe und -dosierspitze von flaschenland.de, die ich mittlerweile fast religiös für alles einsetze, was mir irgendwie in die Finger kommt. Die aktuellste Anwendung ist z.B. Essigkonzentrat zum Beträufeln von Ohrenstäbchen, um damit an meinem Elektronikbastelplatz Batteriefächer in Vintage-Geräten von Rückständen ausgelaufener Säurebatterien zu reinigen. Die Flaschen sind chemikalienresistent (Azeton habe ich noch nicht probiert), nicht nachtropfend und 100% dicht, trotz Temperatur- und Luftdruckschwankungen in allen Lagen, auch mit Kriechöl. Unbedingt empfehlenswert!
    Auch Emulsionen kann man damit übrigens auftragen, man muß eben vorher schütteln. Die abgebildete Flasche LSA ist dafür ein Beispiel. Das LSA wird vielleicht manch einer noch als "Elefantensperma" vom Bund kennen. Auch mit White Lightning Clean Ride klappt es wunderbar, viel besser als mit dessen Originalflaschen. Umfüllen lohnt, vorher schütteln nicht vergessen.

    Für flächigen Auftrag bin ich von Sprühdosen und -flaschen, wie weiter oben im Thread bereits erwähnt, fast vollständig abgekommen und verwende sowas nur noch in sehr speziellen Fällen wie eben zur Verformung von Messinghülsen. Ich habe für normale Anwendung stattdessen einen alten Stoff-Fetzen von einem T-Shirt mit einer Zackenschere zurechtgeschnitten, mit ein paar TL Mineralöl beträufelt, durchgeknetet und in einem Melitta-Beutel mit Schiebeverschluß zur Aufbewahrung gesteckt. Nach kurzer Zeit hat das Öl den Lappen gleichmäßig benetzt und man hat einen idealerweise leicht öligen Lappen, perfekt um Oberflächen abzuwischen und einen ganz leichten, kaum sichtbaren Ölfilm zu hinterlassen. Das ist in vielen Fällen vollkommen ausreichend.

    Pastöse oder feste Schmiermittel trage ich flächig, wie man dem Bild oben schon entnehmen kann, aus einem Döschen mit einem Pinsel oder einem Spachtel auf; ein Beispiel wären z.B. Vaseline oder Schmierfett für Türscharniere. Nur in Spezialfällen kommt irgendeine geeignete Sprühlösung oder ähnliches zum Einsatz. Ein Sonderfall ist auch der Graphitzerstäuber für Schlösser und ein paar Sonderfälle aus dem Wiederladebereich.

    Fette und ähnliches kommen fast ausschließlich in Dosen oder Tuben, alles andere als geeignet zum wohldosierten punktuellen Auftrag. Bisher habe ich zum Auftrag Zahnstocher oder Ohrenstäbchen verwendet, aber beides gefiel mir irgendwie nicht, auch wenn es funktioniert. Es gibt schmierige Finger, das schmierige Werkzeug muß irgendwo abgelegt werden, rollt dann weg, versaut den Tisch oder sammelt Dreck auf oder beides.
    Meine Wunschlösung war schon lange eine Spritze, allerdings sind geeignete stumpfe Dosierspitzen (Aspirationskanülen) rar und teuer, das abfeilen einer Injektionskanüle umständlich und meist auch im Ergebnis unbefriedigend.

    Eher zufällig habe ich irgendwann folgende 12ml-Dosierspritzen gefunden:



    Sie kommen für wenig Geld ebenfalls via ebay aus China.
    Die Öffnung ist etwas weniger als 1mm groß. So braucht man zwar viel Kraft, um die meisten Schmierstoffe hindurchzudrücken, aber man kann dafür äußerst fein dosieren. Wenn man regelmäßig größere Mengen Schmierstoff aufbringt, kann man die Spitze etwas kürzer schneiden und so die Öffnung vergrößern.

    Auf diese Weise sind wirklich allerfeinste punktgenaue Dosierungen möglich. Hier ein kleiner Klecks neben einem Cent-Stück:



    Mit der gebogenen Spitze kommt man auch an eher schwer zu erreichende Stellen, wie z.B. im Kopf eines Wilkinson Protector 3.

    Nach der Benutzung ziehe ich den Schmierstoff in die Spritze zurück, so daß Luft in der Dosierspitze ist, dann läuft und tropft nichts. Zum Nachfüllen gebe ich den Schmierstoff aus der Tube oder per Spatel aus der Dose in die Ecke eines Gefrierbeutels, drehe diesen auf links, schneide die Spitze ab und befülle damit die Spritze, ähnlich wie man so ein Sahnedosierdingsbums verwendet.

    Soviel zu den schmierigen Methoden des Onkel Hannes.
    « Letzte Änderung: 18. Januar 2022, 01:09:49 von Onkel Hannes » Gespeichert

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    Tim Buktu
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    « Antworten #103 am: 16. Januar 2022, 19:53:36 »

    Schmotzen und salben hilft allenthalben!
    Mein lieber Scholli,  das war jetzt ausführlich! Danke!
    Dass Die Spritzen mit der verlängerten gekrümmten Spitze nützlich sind kann ich bestätigen. Hab die nach einem Hinweis von Hannes selbst auch in Gebrauch für weniger flüssigen Schmierstoff.

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    alvaro
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    Mit sanfter Schärfe glatt!


    « Antworten #104 am: 16. Januar 2022, 20:37:29 »

    Danke für den Beitrag!  Daumen hoch
    Ich stelle immer wieder fest, dass man einfach immer noch was lernen kann, bitte mehr davon
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