gut-rasiert
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Autor Thema: Düfte, die der Nassrasierer kennen sollte  (Gelesen 28961 mal)
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baknip
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« Antworten #60 am: 08. April 2019, 22:51:33 »


S.A.C.K.Y heißt die Marke und Qaaid der Duft. Punkte im Namen ohne Not finde ich doof – weshalb ich hier einfach Sacky schreibe. Zu mir gekommen ist der Duft als Weihrauchempfehlung. Und als solche, das darf ich vorwegnehmen, hat Sacky kaum Potenzial. Ein Weihrauchlangweiler, wenn es um Weihrauch oder Harz gehen soll. Dafür hat mich der Duft anderweitig fasziniert. Da wären Rauch und Rasierwasser – und das macht die Sache für den geschätzten Nassrasierer Einstandsalter 35 interessant. Darunter dürfte man meine Begeisterung wenig nachvollziehen und Sacky vermutlich allenfalls ein Schulterzucken abgewinnen können.

Den Beginn markiert eine fulminante Rauchnote wie ein Live-Bericht aus dem Buchenholzheißräucherofen für Schwarzwälder Schinken. Eine bittere Zitrone schmückt den Kokelrauch im Hintergrund, erst verhalten, dann stärker werdend. Aus dem Ascheschafott erhebt sich langsam und an Fahrt gewinnend eine schöne Rasierwassernote im Barbershop-Style. Die bringt Frische, grüne Würze und eine Spur freundliche Süße. Das wirkt ätherisch und männlich. Endstadium: Dicker Kaminzimmerqualm weg, Rasierwasser da.




Sacky ist von Anfang bis Ende eher hautnah als laut.
« Letzte Änderung: 08. April 2019, 23:06:23 von baknip » Gespeichert

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herzi
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« Antworten #61 am: 10. April 2019, 09:58:45 »

Obwohl ich über 35 bin ist der Duft wohl nichts für mich. Aber Deine Vorstellungen lese ich immer gern.
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Gruß,
Stefan
Tim Buktu
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« Antworten #62 am: 11. April 2019, 07:14:00 »

Die Mischung aus Barbershop und Räucherofen fällt mir schwer vorzustellen. Der einzige Duft der eine Rauch- und Saubernotenmischung bereit hält und mir bekannt ist: Jacomo de Jacomo, EdT.
Den finde ich zwar altbacken (80er) aber ich mag ihn immer noch und nutze ihn auch gelegentlich.
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Tranquilo - In der Ruhe liegt die Kraft...

PS: Alles nur meine persönliche Meinung, die sich durchaus beeinflussen lässt und sich deshalb gelegentlich auch ändert!
lotse
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« Antworten #63 am: 11. April 2019, 20:31:44 »

Danke baknip für diese Vorstellung - den hätte ich nie bemerkt ohne Deine kleinen und feinen Duftkolumnen hier.
Mich macht der Verlauf neugierig und ich kann mir schwer vorstellen, wie ein Rauch sich eher verzieht als ein Zitrusduft. Meistens sind es ja diese frischen Anteile, die sich zuerst verabschieden, die schweren Nuancen zurücklassend. Und Rauch bleibt meist lange kleben. Auch an der Kleidung. So gesehen ist es ein auf dem Kopf stehender Duft - wenn ich deine Zeilen richtig interpretiere. Interessant!
Wie steht es denn mit der Haltbarkeit. Ein Extrait de Parfum ist ja schon ein Versprechen...
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baknip
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« Antworten #64 am: 14. April 2019, 11:38:11 »

Möglicherweise habe ich mit der Zitrone eine leicht falsche Fährte gelegt. Qaaid eröffnet mit Rauch und Zitrone. Der Rauch ist gegenüber den zitrischen Tönen so vorlaut, dass von der Zitrone in den ersten Minuten nicht viel präsent ist. Es dauert ein wenig, bis sich die Zitrone behaupte kann. Oder anders ausgedrückt: Es braucht in meiner Nase etwas, bis die Riechrezeptoren nicht nur das Kokelige, sondern auch das Zitrische warhnehmen.

Für mich liegt der besondere Reiz bei diesem Duft um Umstand, dass die normalerweise lange haltbaren Raucharomen mit der Zeit verblassen und dem Rasierwasser Platz machen.


Wie steht es denn mit der Haltbarkeit. Ein Extrait de Parfum ist ja schon ein Versprechen...

... das meinem Empfinden nach gebrochen wird. Fühlt sich eher wie ein Eau de Parfum an. Der Duft ist kein Krachmacher, der Zimmer füllt. Die Rasierwassernote bleibt den ganzen Tag auf der Haut.

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baknip
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« Antworten #65 am: 14. April 2019, 12:06:59 »


Das weiter vorne erwähnte Orange Sanguine von Atelier Cologne ist eine schön-frische Orangen-Fruchtbombe – Ambre Pamplemousse Rose von L'Atelier des Bois de Grasse deckt dagegen das holzig-florale-pudrige Terrain zitrischer Düfte ab.

Der Name ist bei diesem Duft wenig einfallsreich, dafür aber aussagekräftig, denn er beschreibt ganz gut, was nach dem Aufsprühen zu Riechen ist: Milde Grapefruit, ein nicht näher definierbares Rosemix-Blumensträußchen und irgendeine moderate dosierte Ambermischung. Dazu kommt gegen später noch was Holziges. Das alles zusammen wirkt rund und ausgewogen.





Das Amber macht den Duft trocken-warm und ein wenig pudrig. Die Blumennoten geben dem insgesamt jung erscheinenden Parfüm einen charmant altmodischen Touch und auf die heutzutage übliche Süße wurde verzichtet. Die Haltbarkeit mit einigen Stunden geht für mich in Ordnung.

Interessant könnte auch der günstige Anschaffungspreis sein: Ich habe den Duft seinerzeit in Frankreich für um die 20 Euro/200ml bestellt. In der Zwischenzeit ist er für weniger auch hierzulande über Amazon zu bekommen.


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baknip
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« Antworten #66 am: 14. April 2019, 12:11:51 »

Jacomo de Jacomo, EdT. Den finde ich zwar altbacken (80er) aber ich mag ihn immer noch und nutze ihn auch gelegentlich.

 Daumen hoch Daumen hoch Daumen hoch Freue mich jedes Mal wie ein Kind, wenn die Deckelkappe beim Öffnen so gebremst nach oben klappt.
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baknip
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« Antworten #67 am: 22. April 2019, 11:49:43 »


Lust auf einen weißen Blumenstrauß für den Mann? Acqua di Parma - Chinotto di Liguria und auch Jasmin Angélique von Atelier Cologne sind genau das: ein seifig-herb-angebittertes sommerliches Blütenbouquet. Im Hintergrund Orange/Zitrone und ein paar Grünnoten. Riecht zunächst recht ungewohnt und für mich irgendwie angenehm männlich-südländisch. Und ziemlich modern – und damit ganz anders als die traditionellen englischen Floradüfte für den Herrn mit pudrigem Veilchen oder Rose als Hautthema. Gäbe es Campari- oder Angostura-Blüten, dann könnten sie vielleicht so wie das riechen, was Acqua di Parma und Atelier Cologne in Flakonform anbieten.

Beide Düfte gehen in eine ähnliche Richtung und es reicht, einen davon zu kennen. Einfach mal ausprobieren, beides sind Hop- oder Top-Düfte. Nach dem Aufsprühen die Nase am besten nicht direkt auf der Haut versenken, das Ganze wirkt besser aus einiger Entfernung.




BTW: Für mich riecht der Duft von Acqua di Parma nicht nach dem Italo-Spezi Chinotto von San Pellegrino.


Heute mal Bildermachen mit Zuschauern




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Tim Buktu
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Mensch sei großzügig oder stirb! K.Brenner


« Antworten #68 am: 23. April 2019, 06:58:26 »

Hmmm, eine Vorstellung zum richtigen (oder falschen?) Zeitpunkt. Um diese Jahreszeit machen solche Duftvorstellungen bei mir Lust auf eine Tour de Parfum.
Mich zieht es eher zum Bummel in die Landeshauptstadt denn zur Arbeit.  Unentschlossen
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baknip
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« Antworten #69 am: 05. Mai 2019, 14:14:22 »



Suche einen guten Allrounder. Ich bin 25 oder 32/37/40/42/45/49/51/51+, relativ neu in der Parfümwelt und ein eher casual/sportlicher Typ. Mein neuer Duft sollte mich und mein Umfeld vom Stand weg positiv umhauen und schon ein wenig sexy sein. Wäre froh, wenn jeder den seiner Meinung nach besten Allrounder für Jungs und Männer nennt. Vielen Dank.

Gar nicht so einfach, etwas über einen Duft zu schreiben, den Mann als aufgeschlossener Nassrasierer kennen, zumindest einmal probiert haben sollte. Zu Aventus von Creed gibt es mindestens so viel Gutes wie hanebüchenen Unsinn zu lesen. Relevant ist: Die Aventus-Rezeptur ist einfach gestrickt, zeitgemäß und wirkungsvoll: Fruchtige Ananas trifft auf rauchigen Moschus oder moschuslastigen Rauch.

Creed hatte beim Zusammenstellen der Duftkomponenten ein ziemlich glückliches Händchen und das hauseigene Topseller-Parfüm der gehobenen Preisliga geschaffen. Es ist um den Träger herum sehr gut wahrnehmbar und weckt üblicherweise bei Leuten, die mit Düften nicht viel am Hut haben, unbetroffen ihres Alters oft positive Assoziationen („Du riechst aber gut/frisch/lecker…“).




Creeds Erfolg bei Aventus hat viele Nachahmer produziert – verhältnismäßig namhafte wie Royal Vintage von Micallef, Nero von Mazzolari oder Daytona von Boellis und typische Dupes wie L'Aventure von Al Haramain sowie Insurrection II Pure von Reyane Tradition – und etliche namenlose Copycats.

Du hast Aventus noch nie gerochen? Dann ist es an der Zeit, diese Wissenslücke zu schließen und Dir einen eigenen Eindruck zu verschaffen. Beim Erstkontakt mit Aventus würde ich immer zum Original von Creed greifen und damit jeden stilistischen Fauxpas umschiffen. So kann man bei Gefallen abwägen, ob einem das Original Wert genug oder ein Nachahmer recht und billig ist.



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Stewart
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« Antworten #70 am: 05. Mai 2019, 16:28:55 »

Baknip: kannst du bitte mal schreiben welche ähnlichen Kopien es alle gibt? Mir ist nur La Martina mit Tiero del Fuego bekannt.
Also: La Martina - Tiera del Fuego    /     Kannst du es so schreiben?

Ich kenne Aventus und finde es genial! Kann es mir allerdings nicht leisten, so viel verdiene ich nicht,
daher der oben  erwähnte Kopien Kauf weil ich so oft las das er gleich sein soll. Nun, finde ich allerdings nicht.
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baknip
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« Antworten #71 am: 05. Mai 2019, 17:02:49 »

Baknip: kannst du bitte mal schreiben welche ähnlichen Kopien es alle gibt? Mir ist nur La Martina mit Tiero del Fuego bekannt.
Also: La Martina - Tiera del Fuego    /     Kannst du es so schreiben?

Ich kenne Aventus und finde es genial! Kann es mir allerdings nicht leisten, so viel verdiene ich nicht,
daher der oben  erwähnte Kopien Kauf weil ich so oft las das er gleich sein soll. Nun, finde ich allerdings nicht.

Oben in meinem Text stehen bereits fünf:

Micallef Royal: Vintage,
Mazzolari: Nero,
Boellis: Daytona,
Al Haramain: L'Aventure und
Reyane Tradition: Insurrection II Pure.

Nachgemachte Düfte sind nicht mein Terrain, ich kann dazu wenig beitragen. Das La Martina hat immerhin einen schönen Flakon, ich mag den schweren, bezogenen Deckel. Die Haltbarkeit ist bei mir schlecht.

Es gibt viele günstige Plagiate - einer der billigsten Nachahmer dürfte Tiago for Men von Kik (dem Kleiderladen, Info über österreichische Kik-Website) sein. Mit 3,19 Euro bist Du da wohl dabei. Ob solche Düfte etwas taugen, weiß ich nicht. Ich halte bekanntlich nichts davon.

In Rasurforen wird gerne Fine Shave: Platinum empfohlen - da ich die Marke nicht mag, habe ich es nicht getestet.

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Tim Buktu
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« Antworten #72 am: 06. Mai 2019, 07:03:11 »

... Es ... weckt ... oft positive Assoziationen („Du riechst aber gut/frisch/lecker…“).
...
In der Regel geht es mir darum, den Duft den ich trage selbst "gut" zu finden. Aber trotzdem ist es natürlich eine Freude wenn man ein solches Kompliment bekommt. Vor allem wenn es dann in dieser Weise ausgesprochen wird. Auch schön wenn man nach dem aufgelegten guten Duft gefragt wird.

"Du riechst aber gut" ist das schönere Kompliment.  angel
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baknip
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« Antworten #73 am: 06. Mai 2019, 13:40:08 »


"Du riechst aber gut" ist das schönere Kompliment.  angel


Über das Alter von "Du riechst aber lecker" sind wir halt schlicht und einfach schon drüber  Augen rollen

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herzi
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« Antworten #74 am: 06. Mai 2019, 14:26:11 »

Solange niemand sagt "Ramses hat bestimmt so gut gerochen wie Du." Grinsend
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Gruß,
Stefan
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