gut-rasiert
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Autor Thema: 3 Hobel - 2 davon unbekannte  (Gelesen 1704 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
Bergheimer
Neuling

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« am: 01. Januar 2014, 19:08:41 »

Hallo Gemeinde,
Ich möchte meine "neueste" Errungenschaft vorstellen und um Eure Hilfe bitten.
Vor kurzem habe ich die Erbstücke meines Großvaters erhalten. Der Zustand ist erwartungsgemäß übel, da sie fast nun gute 35 Jahre im Keller meiner Eltern rumlagen. Mein Vater benutzt ´ne Dppelklinge-Systemer und hat mir, sehr amüsiert ob dieses Anliegens, die alten Stücke geschickt.
Ich möchte sie Euch hier, nach einer ersten Reinigung, vorstellen.

Einer ist ein "ASTRA"-Butterfly, weißer Kunststoffgriff, schwarzes Kunststoff-Rad, Metall-Flügel. Die Mechanik ist fest-ich kriegs auch nicht bewegt. Habe WD40 reingesprüht... Mal sehen, vielleicht tut sich doch noch was. Der ist so unmöglich, dass ich den auf keinen Fall an mein Gesicht lasse. Er wird als Testobjekt dienen...  Mit dem beteilige ich mich auch im Thread: "Wer hat den hässlichsten..."   laugh

Die anderen beiden sind aus Metall und weisen keine Markennamen auf. Die beiden werde ich wieder herrichten und benutzen-soweit möglich und "verträglich".
Kann jemand die identifizieren anhand der Bilder? Das wäre super. Ich vermute, beides sind Produkte der DDR.

Dankeschön schonmal.    




« Letzte Änderung: 01. Januar 2014, 19:19:25 von Bergheimer » Gespeichert
Bergheimer
Neuling

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« Antworten #1 am: 01. Januar 2014, 19:12:55 »

Hier nun die "Harke", unbekannte Marke.
Wird restauriert...

     

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Bergheimer
Neuling

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« Antworten #2 am: 01. Januar 2014, 19:16:38 »

und hier einer mit geschlossener Schaumkante. Wird auch restauriert...

   
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Tim Buktu
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Mensch sei großzügig oder stirb! K.Brenner


« Antworten #3 am: 01. Januar 2014, 19:52:17 »

Mit der Harke wird die Rasur sicher lustig. Der Deckel ist zwar gebogen aber die Grundplatte macht ihrem Namen alle Ehre und ist platt. Man könnte vermuten, dass die Klinge sich der Biegung der Kämme wenig anpasst und so recht aggressiv unter dem Deckel vorschaut. Habe so eine ähnliche ungemarkte Harke unbekannter Herkunft hier. Ist leider kein Genuss sich damit zu Rasieren. Hast Du Dir den Hobel schon mal mit Klinge genau angesehen?

Das Modell mit der geschlossenen Schuamkante sieht ganz elegant aus mit seinem schlanken Griff. Könnte ähnlich sanft rasieren wie ein Gillette Tech.
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Tranquilo - In der Ruhe liegt die Kraft...

PS: Alles nur meine persönliche Meinung, die sich durchaus beeinflussen lässt und sich deshalb gelegentlich auch ändert!
Standlinie
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Nassrasur? Nein danke? Aber ja doch!


« Antworten #4 am: 01. Januar 2014, 22:16:19 »

Der Hobel mit den geraden Schaumkanten und dem sechseckigen Griff stammt aus ehemaliger DDR-Produktion. Er wurde dort als "LM 68" bezeichnet, eine Bezeichnung für eine ganze Serie unterschiedlicher Hobelmodelle aus Aluminium und Zinkdruckguss. Hierbei handelte es sich um Torsionshobel und um Hobel mit geraden Schaumkanten, die von der Kopfkonstruktion her an ihren Urahn, den Gillette-Tech erinnern.

Der Zahnkammhobel ist nicht mehr ganz in seinem Originalzustand erhalten.
Die gerade Kopfplatte Deines Hobels ist älteren Ursprungs. Ich habe zwei Zahnkammhobel mit dieser Art von gezahnter gerader Kopfplatte, einmal als "Valencia" und einmal als "Unis". Diese Hobel waren in Frankreich zu bekommen. Soweit ich es bisher zurückverfolgen konnte, hat ein deutscher Hersteller einen für den französischen Markt hergestellten Zahnkammhobel mit gezahnter gerader Kopfplatte unter dem Namen "Valencia" vertrieben. Diese scheint mit der Kopfplatte Deines Hobels identisch zu sein. Herstellzeitraum ca. 30er Jahre. Ehe ich es vergesse, die Rasur mit dieser Kopfplatte  ist der des Mühle R41 ähnlich. Also immer schön vorsichtig rasieren.
Der Hobelgriff an Deinem Hobel müßte aus Aluminium bestehen. Er stammt ursprünglich auch aus ehemaliger DDR-Produktion. Ich nehme an, dass dieser Griff nachträglich an den Hobel geschraubt worden ist. Der Griff gehörte normalerweise an einen DDR-Torsionshobel der Marke "Golf". Herstellzeitraum 60er und 70er Jahre.

Mehr kann ich so aus der Ferne nicht zur exakten Identifizierung Deiner beiden Hobel beitragen.

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Bergheimer
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« Antworten #5 am: 02. Januar 2014, 14:54:10 »

@standlinie:
Boa, vielen Dank für Deine umfassende Auskunft.
Unglaublich!!! Respekt.

Schade, dass der Zahnkamm-Hobel offenbar nur noch ein "Frankenstein"-Modell ist  Grinsend 
 
Meinst Du denn es würde sich lohnen, einen "Valencia" zu suchen?
Dann hätte ich aber immernoch die beiden anderen Teile übrig... Die sind auch Ex-DDR-oder?

Bergheimer
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Nassrasur? Nein danke? Aber ja doch!


« Antworten #6 am: 02. Januar 2014, 21:56:38 »

Ich würde die Hobel so lassen wie sie sind. Alle drei haben ihren Ursprung in der ehemaligen DDR. Zwei dieser Hobel (Astra und LM 68) wurden erst zu DDR-Zeiten produziert, einer stammt in Teilen sogar noch aus einer Zeit vor der Gründung der DDR. Insofern bilden diese drei Hobel in gewisser Weise ein kleines Stückchen Zeitgeschichte. An Deiner Stelle würde ich jetzt in der eigenen Familie einige Nachforschungen anstellen.
Wo hat Dein Großvater früher gelebt?   => DDR? Falls ja, wo? Gab es in der Nähe einen VEB, der diese Hobel hergestellt haben könnte?
Welchem Beruf ist Dein Großvater nachgegangen?   => Gab es vielleicht berufliche Verpflichtungen, zu denen man besonders gepflegt auszusehen hatte?
Wo hat Dein Großvater gearbeitet?   => Könnten die Hobel Geschenke für besondere Arbeitsleistungen gewesen sein?
Wo könnte Dein Großvater in seinem Wohnort diese Hobel eingekauft haben?   => Besteht vielleicht noch ein entsprechendes Geschäft?
Warum könnte Dein Großvater diese Hobel gekauft haben?   => Wollte er ein bißchen mit unterschiedlichen Hobeln herumexperimentieren? Tun wir ja schließlich auch, allerdings können wir dazu auch dieses Forum nutzen und gegenseitig Informationen austauschen. Das konnte Dein Großvater damals nicht.

Man kann über diese drei Hobel möglicherweise neues Licht in das Dunkel der eigenen Familiengeschichte bringen. Das kann spannend werden, aber auch in einer Sackgasse enden. Tatsache ist, dass sich Dein Großvater mit diesen drei Hobeln rasiert haben wird. Und das macht diese Hobel schon wertvoll. Sie sind Teil einer die eigene Familie betreffende Geschichte und damit nicht mehr anonyme Massenprodukte.
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Bergheimer
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« Antworten #7 am: 03. Januar 2014, 17:33:22 »

Ja, @standlinie, so hab ich da nie drüber nachgedacht...

Nee, mein Opa war nix besonderes, ein LPG-Bauer in einem (ernsthaft) Kuhdorf im heutigen Sachsen-Anhalt...
Aber woher die Zahnkamm-Platte (dieses vermutlich französische Modell) stammen könnte-da hätte ich schon ´ne Idee: Mein Großvater war im 2. Krieg länger in Belgien stationiert...

Naja, weiter will ich dem aber nicht nachgehen.

Nochmals dankeschön für Deine Unterstützung.

Bergheimer
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