Umbau/Restauration von Vintage Pinseln

Begonnen von Oberloser, 06. März 2013, 18:30:07

⏪ vorheriges - nächstes ⏩

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Lu-Ku

Tolle Arbeit, toller Bericht! Super! Danke! dh: dh:
Das schönste aller Geheimnisse: ein Genie zu sein und es als einziger zu wissen. (Mark Twain)

schlenk

Wirklich ein schöner Bericht und eine tolle Arbeit! dh: :)
gruesse von schlenk

Nightdiver

Klasse Arbeit. Das Holz hat wirklich einen tollen Glanz bekommen.
Gruß Kay

Es heißt: MOIN! – Moin Moin ist schon Gesabbel. - Norddeutsche Weisheit

Meine Pinsel-Ecke hier im Forum
Kontakt: Nightdivers Manufactory

bananajoe

Beneidenswert. Ich würde mich über so ein handwerkliches Geschick bei mir selber sehr freuen. Toll, wie die Pinsel jetzt aussehen.

lotse

Toller, sehr detaillierter Bericht! Vielleicht regt es den Einen oder Anderen an, ein Beute- oder Fundstück in ähnlicher Weise zu restaurieren. Somit kämen weitere Berichte dazu und damit kleine Sternstunden des Forums. Danke dafür!

LG Lotse

Bavaria

auch von mir herzlichen Dank für diesen ausführlichen Bericht.
Ich finde es immer schön, wenn Alltagsgegenstände, die normalerweise weggeworfen werden, wieder in altem Glanz erstrahlen.
Das Ergebnis spricht für sich, und auch die Pinsel selbst winde ich sehr schön.
Jedenfalls werde ich die Anregung aufgreifen und selber mal nach Vintage-Pinseln Ausschau halten.
Viele Grüße aus München
Rainer

Onkel Hannes

#21
Auch von mir: Hut ab, sowohl für die Arbeit als auch für deren Dokumentation!

Interessant war es für mich zu erfahren, daß es sich bei der Griffform (deretwegen mir der Omega No. 98 sehr gut gefällt) um eine amerikanische Form handelt.

Eventuell handelt es sich bei den Einfassungen um Ebonit? Das ist ein Hartkautschuk, der unter anderem auch für Pfeifenmundstücke verwendet wird. Das würde erklären, warum man Dir Pfeifenpaste zur Pflege empfohlen hat. Und auch die Beschriftung der Pinsel "Set in Rubber" und "Rubberset" spricht dafür, denn damit dürfte wohl kaum der verwendete Klebstoff gemeint sein.

Edit, P.S.: Wieviele dieser Pinsel hast Du eigentlich? Ich sehe im Hintergrund einen weiteren Ring. Verschweigst Du uns gar etwas?  ;)
Hungrig vom schlafen und müde vom essen.

wernerscc

Tolle Arbeit, Oberloser.
Ich könnte mir vorstellen, daß die renovierten Griffe, mit schönen Borsten a la Semogue OC bestückt, noch stimmiger ausfallen würden.
Was lange währt wird endlich gut!

Oberloser

Ganz lieben Dank an Alle für die netten Kommentare!

Ich empfand es als Anfänger nicht besonders hilfreich, dass in den amerikanischen Foren lediglich zwei oder drei Bilder vor und nach dem Umbau gezeigt und dabei auf die doch so wichtigen Einzelheiten verzichtet wurde. Alles Detailwissen musste aus vielen verschiedenen Veröffentlichungen zusammen getragen und ausprobiert werden. Deswegen war es mir wichtig, dieses Detailwissen zusammen zu fügen und damit - so wie Lotse richtig anregt - auch für Interessierte einen Fundus zu schaffen, mittels dem man sich im Vorfeld eines Umbaus einen Überblick über benötigte Materialien und Werkzeug verschaffen kann.

@ Onkel Hannes: Ich kann nicht mit Bestimmtheit sagen, dass es sich bei der Griff-Form um eine --ausschließlich-- amerikanische Form handelt. Die französischen Gibbs-Aluminmium-Griffe sehen ähnlich aus und Du merkst ja auch an, dass Omega ähnliche Formen anbietet. Wenn man sich eingehend mit dieser Form beschäftigt, stellt man allerdings fest, dass sie in einer überraschend großen (Materialien-)Vielfalt in den amerikanischen Ländern vertreten ist.

Hinsichtlich der Materialbeschaffenheit der Kunststoff-Oberteile könntest Du recht haben. Das Material lässt sich relativ unproblematisch bearbeiten. Ich habe die oberen Öffnungen mit einem Dremel geringfügig größer gefräst, um den 22er Knoten zugunsten eines kräftigeren Backbone einen Tick tiefer setzen zu können, was problemlos machbar war.

Vielen Dank für den Hinweis auf die mögliche Bedeutung des Namens RubberSet! Darauf bin ich noch gar nicht gekommen. 

Zu Deiner letzten Frage: Ich behalte bestensfalls die Hälfte der im Laufe der Zeit vorgestellten Umbauten, Hannes. Alles andere wäre mir viel zu viel. Auch einer der beiden aktuell vorgestellten RubberSet Pinsel ist bereits im Besitz eines lieben Freundes aus dem Forum. So kann ich zugunsten der Vielfalt noch anderen Anregungen nachgehen und neue Projekte voran treiben.   

Oberloser

Zitat von: wernerscc am 01. Juni 2013, 13:21:49
Ich könnte mir vorstellen, daß die renovierten Griffe, mit schönen Borsten a la Semogue OC bestückt, noch stimmiger ausfallen würden.

Du hast natürlich recht, Werner. Eine naturgetreue Reproduktion hätte zwingend eine Sauborste erfordert.

Ich habe hin und wieder mal halbherzige Versuche  in diese Richtung unternommen, konnte mich aber nie mit einem Borstenpinsel anfreunden. Wahrscheinlich hatte ich mit dem Semogue 830 auch den falschen Pinsel. Deswegen macht es für mich keinen Sinn, einen Pinsel mit viel Arbeitsaufwand zu restaurieren, um ihn dann letztlich doch nicht zu benutzen.
Aber ich kann Dir versichern: das nächste Projekt wird stilgerecht mit Sauborste bestückt!  ;)  TGN liefert diese übrigens mit Omega Besatz.


wernerscc

Zitat von: Oberloser am 01. Juni 2013, 13:54:00
Zitat von: wernerscc am 01. Juni 2013, 13:21:49
Ich könnte mir vorstellen, daß die renovierten Griffe, mit schönen Borsten a la Semogue OC bestückt, noch stimmiger ausfallen würden.

Du hast natürlich recht, Werner. Eine naturgetreue Reproduktion hätte zwingend eine Sauborste erfordert.

Ich habe hin und wieder mal halbherzige Versuche  in diese Richtung unternommen, konnte mich aber nie mit einem Borstenpinsel anfreunden. Wahrscheinlich hatte ich mit dem Semogue 830 auch den falschen Pinsel. Deswegen macht es für mich keinen Sinn, einen Pinsel mit viel Arbeitsaufwand zu restaurieren, um ihn dann letztlich doch nicht zu benutzen.
........
Ist doch vollkommen klar, Erwin, daß dir eine Borste auch passen müßte, Stimmigkeit hin oder her.
Die Benutzbarkeit stünde bei mir auch immer im Vordergrund.
Was lange währt wird endlich gut!

rasierbänsel

Hallo Pinselschwinger: Möchte euch hier mal mein Erbstück von meinem Großvater zeigen, das Problem ist das ich absolut nicht weis von welcher Marke dieser ist. Wie man auf den Bildern sieht, kann man ihn komplett zerlegen, hat aber absolut nirgends einen Stempel,Gravur oder sonstiges,alles was ich sagen kann das Er seit 3 Jahren bei mir im Dauereinsatz ist und (ICH SCHWÖRE  :) ) nicht ein einziges Haar verloren hat!! Vielleicht kann mir hier einer etwas über die Herkunft verraten.
http://www.bilder-hochladen.net/files/k5me-j-1f0e-jpg-nb.html
http://www.bilder-hochladen.net/files/k5me-i-6f49-jpg-nb.html
http://www.bilder-hochladen.net/files/k5me-h-70ef-jpg-nb.html

henning

Der sieht nach ehemaligem Rasierset aus, der Verarbeitung nach. Daß er noch kein Haar verlor brauchst Du nicht schwören, das ist bei eingearbeiteten Pinseln eher die Regel.

Ciao

Cordy

Zitat von: Onkel Hannes am 01. Juni 2013, 10:52:43
Eventuell handelt es sich bei den Einfassungen um Ebonit? Das ist ein Hartkautschuk, der unter anderem auch für Pfeifenmundstücke verwendet wird. Das würde erklären, warum man Dir Pfeifenpaste zur Pflege empfohlen hat. Und auch die Beschriftung der Pinsel "Set in Rubber" und "Rubberset" spricht dafür, denn damit dürfte wohl kaum der verwendete Klebstoff gemeint sein.

Es bezieht sich wohl auf die Einfassung der Borsten am Knoten in Hartgummi. Der äussere Ring könnte auch Zelluloid sein.
Die Firma gibts übrigens heute noch....

http://www.rubberset.com/history/history.cfm
Zur Information und Unterhaltung: Videosammlung * Abkürzungsverzeichnis und Glossar

baknip


Da sind Oberloser überaus schöne Rasierpinsel gelungen.

Ich habe heute den oberen Pinsel zum dritten Mal verwendet und bin angetan. Abseits der schönen Optik – mir gefällt vor allem die cremefarbene Schrift auf dem dezent glänzenden Untergrund, die wesentlich authentischer ausschaut als die in Weiß nachgefärbten Buchstaben einiger anderer Überarbeitungen in meinem Fundus – liegt der Pinsel bestens in der Hand. Ich halte ihn zum Aufschäumen am liebsten wie einen Stylus. Da der Holzgriff einen schönen Glanz aufweist, aber wohl durch die Nachbehandlung erfreulicherweise nicht lackglatt ist oder sich klebrig anfühlt, rutscht auch im nassen Zustand nichts aus den Fingern.

Der Knoten mit seinen 22 Millimetern in Kugelform ragt deutlich aus dem Griff heraus und wächst dadurch im Schaum – ich denke manch einer weiß, was ich damit meine. Man gewinnt im Gesicht den Eindruck eines größeren Knotendurchmessers.

Den unteren Rasierpinsel im Foto habe ich bislang nur ausgiebig probegeschäumt – mit vielversprechendem Resultat. Er ist ein ganzes Stück wuchtiger. Freue mich schon, wenn er in den kommenden Tagen Verwendung findet. Das Foto ist übrigens nicht nachbearbeitet - ich denke man kann so die ganz unterschiedlichen Holzfarben der Griffe gut erahnen.

Freies Ausspucken verboten