gut-rasiert
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Autor Thema: ein Rotbart... und was ist denn das für ein Kopf?  (Gelesen 1277 mal)
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Ponti
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« am: 23. Mai 2013, 21:54:14 »

Hallo die Herren Fachkundigen Zwinkernd

ich habe  aus der Bucht diesen Rotbart gezogen. Da er als ungebraucht und noch dazu als Mulcuto deklariert war (auf der roten Box steht tatsächlich Mulcuto drauf), es de facto aber nicht ist, hat der Verkäufer schuldbewusst noch einen Kopf dazugelegt.
Wer weiß was  über ihn und was für einen Rotbart hab ich denn da bekommen?

hier der Rotbart (ich weiß: das links ist kein Hobel sondern ein Opinel No. 9 )





und hier der unbekannte





Das mittlere Loch ist recht groß, gibt es dafür einen Grund?
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Nassrasur? Nein danke? Aber ja doch!


« Antworten #1 am: 24. Mai 2013, 21:49:13 »

Gillette und Rotbart waren gesellschaftlich miteinander verbunden. Das führte dazu, dass Rotbart Gillettehobel in Lizenz fertigen konnte. Beispiele sind der Old-Type von Gillette, den Rotbart 1:1 nachgebaut hat. Auf der Griffhülse dieses Zahnkammhobels stand dann Rotbart drauf. Dann hat Rotbart einen Butterfly nachgebaut, den Slim-Twist, hier mit weißem Griff. Und der Tech wurde auch nachgebaut, wobei es Grundplatten in Messing, Kunststoff und Aluminium gab. Teilweise stand sogar auf der Kopfplatte "Rotbart" drauf.

Dein ersteigerter Hobel (Hobel auf dem ersten Bild) ist so ein Tech-Clon, der wohl aus irgendeinem Grund in einer anderen Nicht-Rotbart-Transportbox angeboten und von Dir gekauft wurde. Kein besonderer Hobel, eben nur ein ganz normaler sanfter Rasierer für jedermann. Gründliche Rasurergebnisse wird Dir dieser Hobel nur für eine kurze Zeit unmittelbar nach der Rasur liefern. Mehr ist mit der Kopfkonstruktion des Tech nicht drin.

Der letzte Hobel wurde aus den Bestandteilen zweier nicht miteinander verwandter Hobel zusammengesetzt. Der Griff ist ein ganz normaler Griff, wie er an fast jedem Tech zu finden ist. Dieser hier könnte von Rotbart stammen. Als Griffmaterial könnte er entweder aus Aluminium, hier aber  wohl eher aus Zinkdruckguss bestehen. Ich kann das auf dem Foto nicht so genau erkennen. Der Griff ist an einen sehr stabil ausgeführten Emir-Kopf geschraubt. Der Kopf besteht aus Zinkdruckguss und ist vernickelt. Die zentrale Bohrung in der Kopfplatte ist so groß ausgeführt, da es Emir-Hobel mit diesem Kopf in zweiteiliger und dreiteiliger Ausführung gab. Mit diesem Hobel kannst Du Dich sehr gründlich rasieren.
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Die Nachhaltigkeit einer gründlichen Nassrasur zeigt sich 24 Stunden später an nur gering und gleichmäßig nachgewachsenen Bartstoppeln.
Ponti
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« Antworten #2 am: 24. Mai 2013, 22:52:40 »

Hallo Peter,

danke für die aufschlussreiche Information! Eine weitere Bildungslücke geschlossen  Zwinkernd
Mein erster Gedanke beim Anblick des Rotbarts war, dass die Schaumkante dem Gillette Adjustable extrem ähnelt aber ohne das entsprechende Wissen ist alles müßige Spekulatuion.

Der Emir-Kopf war ohne Griff dabei, ich habe ihm einfach mal den Rotbartgriff verpasst (fürs Fotoshooting), insofern liegst du mal wieder goldrichtig.

Einer meiner Lieblingshobel ist im Übrigen nach wie vor dein Ibsen  Lächelnd Daumen hoch

Schöne Grüße
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Nassrasur? Nein danke? Aber ja doch!


« Antworten #3 am: 25. Mai 2013, 01:31:38 »

Hallo Ponti,

schön, dass Dir der Ibsen immer noch gefällt. Er hat somit eine würdige Heimat gefunden. Ich freue mich für Dich.

Wenn Du Dir Deinen Slim Adjustable einmal genau ansiehst und dann im direkten Vergleich Deinen Tech daneben hälst, wirst Du große Ähnlichkeiten entdecken. Dies betrifft die Kopflänge, Kopfbreite und die sonstige Kopfgeometrie. Gillette war in den fünfziger Jahren so clever, den weitverbreiteten Tech durch eine Konstruktionsänderung in einen Adjustable abzuändern. Der Hobelkopf war schließlich zigtausendfach bewährt. Und dem Motto getreu "never change a winning team" wurde diese Kopfform beibehalten und mit einer zusätzlichen Funktion ausgestattet, über die der Rasierklingenspalt individuell verändert werden konnte. Somit waren auf einmal nachhaltigere Rasuren möglich und der amerikanische Markt und danach auch der außeramerikanische Markt konnte als erneuter Kunde gewonnen werden. Der oder besser gesagt die Adjustables (Fat Boy, Slim, Black Handle) wurden in sehr großen Stückzahlen hergestellt. Und sie sind selbst nach mehr als 50 Jahren Einsatz immer noch im Gebrauch, z.B. hier in unserem Forum. Die Idee von Gillette ist also aufgegangen. Später wurden diese Hobel weitestgehend gleich auch in der früheren Sowjetunion, in Polen und heute noch in Russland produziert. Der Hobel kann damit so schlecht nicht gewesen sein. Tatsächlich ist der beste und gründlichste aller Adjustables ein russischer Adjustable, der so genannte Konsul.
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