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Autor Thema: Wie Gravuren auf Schalen neu lackieren?  (Gelesen 5562 mal)
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Rockabillyhelge
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NOS-Hunter, aka. Jäger des verlorenen Schatzes


« am: 12. Oktober 2012, 15:39:00 »

Moin Moin,

habe ein schönes Filarmonica mit goldfarbener Gravur auf den blauen Schalen, leider ist diese auch das Problem da sie nicht mehr golden ist  Traurig

Nun meine Frage, mit welcher Farbe lässt sich die Gravur wieder auffrischen?
Habe Acrylfarbe ausprobiert, die will aber in den Vertiefungen nicht wirklich haften und ich habe Angst das wenn ich sie
zu sehr antrocknen lasse ich die Überstände nicht mehr vom Kunststoffheft bekomme.

Hat jemand mit der Sache vielleicht schon Erfahrungen gemach?

LG Helge
« Letzte Änderung: 12. Oktober 2012, 15:47:15 von Rockabillyhelge » Gespeichert

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UbuRoy
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« Antworten #1 am: 12. Oktober 2012, 17:28:45 »

Das ist keine goldFARBENE Gravur, sondern eine Vergoldung.
Goldene Farbe kannst vergessen. Hält nicht und sieht mies aus. Schonmal probiert.

Am ehesten kann Dir da ein Juwelier oder Goldschmied weiterhelfen.
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Nassrasur? Nein danke? Aber ja doch!


« Antworten #2 am: 12. Oktober 2012, 18:27:58 »

Ich habe schon des öfteren die Ziffern auf der Lünette meiner Taucheruhr und auf den Einstellringen einiger Adjustables nachgearbeitet. Für den späteren Farbauftrag habe ich Humbrollacke aus dem Modellbauladen verwendet. Dabei bin ich wie folgt vorgegangen:

- alte Farbreste müssen -soweit möglich mit Zahnbürste, feinem Draht, Nadel oder ähnlichem entfernt werden
- vom Humbrollack trenne ich ein dickeres Tröpfen ab und fülle es in ein kleines Gefäßchen. Das Farbtröpfchen wird mit einem halb so
   großen Tröpfen Benzin verdünnt
- die zu füllenden Vertiefungen werden mit der verdünnten Farbe aufgefüllt; hierzu ist ein feiner Gegenstand erforderlich, z.B. ein sehr kleiner
   Uhrmacherschraubendreher oder eine feine Nadel
- die Farbe darf nun über Nacht an- und durchtrocknen
- am nächsten Morgen entferne ich überstehende Farbrest sehr vorsichtig mit einer scharfen Rasierklinge, die ich nach Art einer Rasiermesserrasur
   ganz flach (so ca 10 Grad) über die Lünette, Einstellring oder in Deinem Fall die Heftschale schiebe

Das klappte bei mir immer. Man darf beim Farbauftrag nur nicht zittern. Das Entfernen der Farbreste wird sonst zu einem langwierigen Prozess.
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Die Nachhaltigkeit einer gründlichen Nassrasur zeigt sich 24 Stunden später an nur gering und gleichmäßig nachgewachsenen Bartstoppeln.
Rockabillyhelge
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NOS-Hunter, aka. Jäger des verlorenen Schatzes


« Antworten #3 am: 23. Oktober 2012, 19:46:28 »

Habe jetzt drei verschiedene Methoden welche ich von Graveur sowie vom Juwelier empfohlen bekommen habe ausprobiert:

1. Wachsmaler zum Gravur auffrischen, hat gar nicht funktioniert, da keine vernünftige Haftung auf dem Kunsstoffheft.

2. Goldedding & Waschbenzin, ebenfalls Fehlanzeige, das Waschbenzin hat zwar alles gesäubert und die Schalen nicht angegriffen,
    aber leider die Farbe in der Gravur mitgenommen.

3. Acryllack & Nagellackentferner, ganz Besch**** Kombi, vergleichbar mit No. 2, leider ist Nagellackentferner, selbst Acetonfrei nicht
    wirklich dem Kunststoff zuträglich und hinterlässt böse, rauhe Schlieren die nachträgliches Polieren erfordern, zudem haftet der Lack nicht.

Aber ich versuche es weiter, vielleicht treffe ich ja noch eine anständige Methode  Smiley
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Bengall Reynolds
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« Antworten #4 am: 23. Oktober 2012, 19:56:07 »

Das ist keine goldFARBENE Gravur, sondern eine Vergoldung.
Goldene Farbe kannst vergessen. Hält nicht und sieht mies aus. Schonmal probiert.

Am ehesten kann Dir da ein Juwelier oder Goldschmied weiterhelfen.

Ja genau!
Der hämmert Dir dann Blattgold in die Prägung auf den Heftschalen und fräst außenrum alles fein weg, mit der Flex  Daumen hoch  Grinsend

@ Rockabillyhelge

Besorg Dir nen feinen Pinsel und den Lack aus dem Spielwarenhandel.
Der den man auch im Modellbau verwendet.
Was anderes haben die damals bei Pou auch nicht gemacht.
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Rockabillyhelge
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NOS-Hunter, aka. Jäger des verlorenen Schatzes


« Antworten #5 am: 23. Oktober 2012, 19:58:31 »

Das mit dem Pinseln (ein Schelm wer böses dabei denkt) werde ich auch nochmal versuchen,
im Moment bin ich mir nur etwas unsicher, sind schon arg kleine Rillen, aber man wächst ja
bekanntlich an seinen Herausforderungen  Smiley
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Lord Vader
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Dunkle Seite der Macht


« Antworten #6 am: 23. Oktober 2012, 20:03:30 »

Das ist keine goldFARBENE Gravur, sondern eine Vergoldung.
Goldene Farbe kannst vergessen. Hält nicht und sieht mies aus. Schonmal probiert.

Am ehesten kann Dir da ein Juwelier oder Goldschmied weiterhelfen.

Ja genau!
Der hämmert Dir dann Blattgold in die Prägung auf den Heftschalen und fräst außenrum alles fein weg, mit der Flex  Daumen hoch  Grinsend


Einfach nur GEIL!
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Bengall Reynolds
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« Antworten #7 am: 23. Oktober 2012, 20:03:57 »

Genau für solche Herausforderungen gibt´s ganz feine Pinsel, im Spielwaren- oder Modellbaufachhandel.

Du könntest Dich natürlich auch dazu entscheiden, den Griff komplett in Goldlack zu tauchen und den Lack dann vorsichtig um die Rillen herum wieder abzuwischen.
Aber da könnte es schon wieder sein, dass Uburoy´s Vorgehensweise erfolgsversprechender ist?
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Rockabillyhelge
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NOS-Hunter, aka. Jäger des verlorenen Schatzes


« Antworten #8 am: 23. Oktober 2012, 20:09:14 »

Hehe, ich werds wohl erstmal mit feinem Pinsel versuchen.
Hatte auch schon an einen Rapidograph gedacht den ich bei feinem Punkt mit einem verdünnten Gemisch Acryllack fülle.
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Bengall Reynolds
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« Antworten #9 am: 23. Oktober 2012, 20:41:19 »

Das ist natürlich auch eine hervorragende Idee  Daumen hoch
Mach bitte eine Fotoserie daraus, wie Du den Rapidographen befüllst, reinigst, befüllst, reinigst, befüllst, reinigst und zwischendurch noch das Mischungsverhältnis des Acryllacks verfeinerst.

Oh weh, ich scheine heute wieder in einer Klugscheisserlaune zu sein?
Sorry, Jungs. Manchmal bin ich halt so  Grinsend
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Rockabillyhelge
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NOS-Hunter, aka. Jäger des verlorenen Schatzes


« Antworten #10 am: 23. Oktober 2012, 20:42:33 »

Hehe, habe nie behauptet das es einfach werden würde  Grinsend
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ron
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« Antworten #11 am: 23. Oktober 2012, 22:13:34 »

Wie siehts denn wirklich mit Blattgold aus?
So abwägig find ich das nicht. Meine sogar, dass es funktionieren würde. Blattgold mit entsprechendem Pinsel auf/einbringen und was übersteht entfernen.
Sehr viel anders wirds damals auch nicht gemacht worden sein.
Ich weiß nicht wer dir da mit Tipps zur Seite stehen könnte. Evtl. ein Restaurateur oder ein anderer Goldschmied.
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Rockabillyhelge
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NOS-Hunter, aka. Jäger des verlorenen Schatzes


« Antworten #12 am: 23. Oktober 2012, 22:16:37 »

Das ist auch eine sehr gute Idee  Schockiert Daumen hoch
Also der werde ich die Tage direkt mal nachgehen!

Ursprünglich wurde die gefüllte Gravur so hergestellt (so mein Graveur):
Auf die ungravierten Schalen wurde eine Folie oder flexibele Gravurschablone reversibel geklebt,
anschließend wurde die entstandene Gravur mit Farbe gefüllt und die Folie/Gravurschablone
wieder abgezogen.
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UbuRoy
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« Antworten #13 am: 23. Oktober 2012, 22:20:24 »

Wer redet von Blattgold?? Ich jedenfalls nicht. Es gibt fähige Restauratoren die das womöglich hinkriegen würden, aber davon war zumindest in meinen Beiträgen  nie die Rede.  Abgesehen davon, das es vermutlich funktionieren würde: Es gibt auch echten Goldlack.
Trotzdem wäre es mir lieb, wenn das geschriebene Wort mal gelesen und nicht nur halbseiden interpretiert/ausgelegt wird. Nur mal so am Rande bemerkt.

Ich hab's schon vor längerer Zeit mit Goldfarbe ausprobiert. Sieht Scheiße aus, weil erstens die Schicht extrem dünn sein muss, was zumindest ich auch mit einem superfeinen japanischen Pinsel (etwa 1 Haar ...) nicht hinbekam, zweitens wird es nicht gleichmäßig genug und Drittens ist meine künstlerische Begabung diesbezüglich wohl leider begrenzt. Wie gesagt, es sah sobeschissen aus, das ich es wieder entfernt habe.

Aber vielleicht ist ja ein echter Künstler hier der es besser kann. Bengall?
« Letzte Änderung: 23. Oktober 2012, 22:23:49 von UbuRoy » Gespeichert
ron
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« Antworten #14 am: 24. Oktober 2012, 08:28:37 »

Ubu, aus deinem anfänglichem Post kann man alles mögliche rausinterpretieren. Viele Wege führen zur Vergoldung. Du hast keinen erwähnt.

Die Vergoldung mit Blattgold halte ich für eine durchaus gut funktionierende und im Ergebnis authentische Möglichkeit.
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