gut-rasiert
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Autor Thema: Medizinische Rasier- und Mikrotommesser  (Gelesen 32856 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
Shelob
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« Antworten #30 am: 18. Juli 2017, 09:38:54 »

Kurzes Fazit nach der morgendlichen Rasur:

Unspektakulärer, ordentlicher Rasierer. Durch das schwere Metallheft etwas heftlastig. Wird aufgrund seiner Robustheit zu einem Reisemesser und darf in den Kulturbeutel  Zwinkernd
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„I spent a lot of money on booze, birds and fast cars – the rest I just squandered.“ George Best
Borsif
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« Antworten #31 am: 03. August 2017, 12:37:43 »

Servus Kollegen,

ich bin mir nicht ganz sicher ob hier der Begriff Mikrotom (-messer) korrekt verwendet wird. Meiner Meinung nach sind alle als Mikrotommesser in diesem Thread bezeichneten Messer eventuell Medizinische Rasiermesser, aber keine Mikrotommesser.

Wir haben bei uns in der Firma ein Mikrotom und folglich auch Mikrotommesser, die Maschine ist natürlich "etwas neuer" (vll 20-30Jahre alt), aber vom Prinzip her unterscheidet sie sich nicht wesentlich von "alten" Mikrotomen.

Diese sehen zumeist so, oder so ähnlich aus:

http://www.klaus-henkel.de/minot.html (das Mikrotommesser als bestandteil des Gerätes ist die FETTE klinge in der Mitte des Bildes, siehe auch http://www.klaus-henkel.de/cut-messer.html Abbildung 3.10)

Bei Klaus Henkel ist im http://www.klaus-henkel.de/miktech.html 2. Absatz auch eine Illustration und eine Erklärung angegeben wo er darauf hinweist, dass Mikrotome etwas komplizierte geräte sind und man zuerst mit *Rasier*messern Handschnitte üben sollte.

Ich will hier keinesfalls belehren oder ähnliches, wollte nur meinen Input zu der möglichen Falschbezeichnung geben.

Übrigens wenn jemand möchte, auf E-Bay gibt es sowas durchaus zu kaufen:
http://www.ebay.de/itm/162421165534

lg
Borsif
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Nassrasur? Nein danke? Aber ja doch!


« Antworten #32 am: 03. August 2017, 17:00:51 »

Dann wollen wir uns einmal darum bemühen, etwaige Unklarheiten zu diesem Thema auszuräumen.

Medizinische Rasiermesser
Wie der Name es schon ausdrückt, wurde/wird mit diesen Rasiermessern rasiert, wobei für Operationen auf sämtlichen Körperregionen vorhandene Behaarung entfernt wurde. Das Gesicht bildete für die Rasur eher eine Ausnahme, nicht aber die behaarte Kopfregion oberhalb und hinter der Stirn. Bei diesen Rasiermessern handelt es sich um richtige Rasiermesser mit entsprechendem Schliff, einer Hohlung und Heft, so, wie wir es von einem heute gängigen Rasiermesser erwarten und kennen. Der Unterschied zu normalen Rasiermessern bestand in der Materialauswahl sowohl für den Klingenkörper als auch für die Heftschalen. Diese Rasiermesser mußten vor der Rasur medizinisch steril sein, was durch Sterilisation in einem entsprechenden Sterilisator mit Temperaturen jenseits von 150o gewährleistet wurde. Deshalb bestanden alle verwendeten Materialien für diese Rasiermesser aus hitzeresistentem und rostträgem Stahl, in der Regel ein Edelstahl.

Mikrotommesser
Die Aufgabe der Mikrotommesser bestand darin, für die Mikroskopie oder für eine Durchleuchtung einer menschlichen, tierischen oder pflanzlichen Untersuchungsprobe ultradünne Probestreifen - sogenannte Dünnschnitte - zu erzeugen. Hierzu wurden diese Messer mit ihrer flachen und nicht gehohlten Seite in eine spezielle Halterung gelegt und darin eingespannt. Der Probenkörper wurde dann über die leicht hervorstehende Klingenschneide geführt (so ähnlich wie bei einem Käsehobel). Dabei wurde eine ultradünne Probenscheibe geschnitten, die sich an der Hohlung des Klingenkörpers hochschob und dann abgenommen wurde. Da diese Messer nicht sterilisiert werden mußten, konnte für den Klingenkörper herkömmlicher Kohlenstoffstahl verwendet werden. Biologen verwendeten Mikrotommesser in der Vergangenheit recht häufig für ihre Präparationsarbeiten.

Medizinische Rasiermesser können in der Regel nicht als Mikrotommesser eingesetzt werden, da die Form des Klingenkörpers eine Einspannung in eine entsprechende Mikrotommesserhalterung ausschließt. Aber man kann sich mit diesen Rasiermessern natürlich auch normal rasieren.
Mikrotommesser, die von ihrer Größe her und von ihrem Aussehen (Klingenkörper mit Heftschalen) einem herkömmlichen Rasiermesser ähneln, können auch als Rasiermesser eingesetzt werden. Allerdings ist der Abzug auf den Steinen nicht ganz so einfach im Vergleich zu einem normalen Rasiermesser. Aufgrund meiner eigener Erfahrungen kann ich bestätigen, dass diese (meine) Mikrotommesser mich ganz hervorragend rasiert haben.
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Die Nachhaltigkeit einer gründlichen Nassrasur zeigt sich 24 Stunden später an nur gering und gleichmäßig nachgewachsenen Bartstoppeln.
Borsif
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« Antworten #33 am: 03. August 2017, 23:37:16 »

Servus Standline,

da muss ich mich entschuldigen, habe gerade erst den asymetrischen Schliff bei deinen Mikrotommessern bemerkt! Sehr interessant! Ich kenne nur die Ausführung mit der man einen ganzen Elefanten rasieren kann.

Ist bekannt welchen Zweck die Griffschalen bei den Messern erfüllten? Diese werden doch normalerweise beim Mikrotomieren nicht gebraucht.

Danke und lg
Borsif
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Nassrasur? Nein danke? Aber ja doch!


« Antworten #34 am: 04. August 2017, 14:58:44 »

Servus Standline,

da muss ich mich entschuldigen, habe gerade erst den asymetrischen Schliff bei deinen Mikrotommessern bemerkt! Sehr interessant! Ich kenne nur die Ausführung mit der man einen ganzen Elefanten rasieren kann.
Ist bekannt welchen Zweck die Griffschalen bei den Messern erfüllten? Diese werden doch normalerweise beim Mikrotomieren nicht gebraucht.
Danke und lG
Borsif

Das Mikrotomgerät, was beim Anklicken der von Dir angegebenen Links zu sehen ist, ist so groß, dass man es nicht mehr in die Tasche packen kann. Diese Gerätschaft wäre auch aufgrund ihrer Größe einer persönlichen Rasur wenig dienlich. (   angel  )  Soll es ja auch nicht, da ja damit ganz andere Anforderungen erfüllt werden.

Die Mikrotommesser, die in diesem speziellen Messerfaden beschrieben werden, sind dagegen klein, handlich, leicht mitführbar und auch (mit gewissen Einschränkungen, wohlgemerkt) für die Rasur geeignet. Die jeweiligen Hersteller dieser speziellen Messer dürften sich bei den Klingenherstellern für Rasiermesser bedient haben, um speziell an die Messerrohlinge zu kommen. Warum nun ein Klingenrohling aus dem Rasiermesserbereich? Ganz einfach, zur Ausnutzung von Synergieeffekten. Für ein Mikrotom zur Anfertigung von Dünnschliffen brauche ich ein scharfes Messer. Die Klinge soll weiterhin mindestens 2 cm lang und auch breit sein, da sie ja auch noch eingespannt werden muss. Skalpellklingen scheiden hier schon einmal aus. Bevor ich mich dann hinsetze und einen Klingenkörper meiner Vorstellung neu konstruiere und nach vielen und auch kostenintensiven Versuchen zur Serienreife bringe, bediene ich mich doch lieber bei einer Messerfraktion, die bereits weitestgehend bedarfsgerechte Klingenkörper herstellt und vertreibt.

Zum Schutz des Klingenkörpers eines Mikrotommessers werden Heftschalen verwendet, weil sich dieser Schutz einfach bewährt hat.
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Nassrasur? Nein danke? Aber ja doch!


« Antworten #35 am: 20. August 2017, 21:57:04 »

Bisher hatte ich nur verschiedentlich davon gesprochen, dass ich mich mit Mikrotommessern auch rasiere. Damit es aber nicht nur bei einzelnen Worten bleibt, habe ich zwei schnelle Fotos von meinen Mikrotommessern gemacht und hier eingestellt. Auf den Fotos sind von oben nach unten folgende Mikrotommesser abgebildet:







- 13/16 T. Gerrard, London, England, ca. 20er Jahre des letzten Jahrhundert;
- 13/16 N.N.-Messer, Solingen, Deutschland, ca. 80er Jahre dlJ;
- 6/8 SBERG, Frankreich, ca. 60er Jahre dlJ;
- 6/8 Nogent, Frankreich, ca. 60er Jahre dlJ; dieses Messer muss noch aufgearbeitet werden;
- 6/8 N.N., Frankreich, ca. 60er Jahre dlJ; dieses Messer muss ebenfalls noch aufgearbeitet werden; es fehlen die Heftschalen.

Der Abzug eines Mikrotommessers auf den Steinen unterscheidet sich etwas vom Abzug herkömmlicher Rasiermesser, da nur eine Klingenseite eine Hohlung aufweist. Die gehohlte Klingenseite wird also ganz normal abgezogen, so, wie wir es bei einem herkömmlichen Messer ausführen; die gerade Seite darf den Stein eigentlich nur dann sehen, wenn sich an der Facette ein Grat gebildet hat. In der Praxis könnte das so aussehen: 10 Züge mit leichtem Andruck bei der gehohlten Seite und danach nur ein ganz leichter druckloser Zug bei der geraden Seite, eigentlich mehr ein Streicheln als ein Abzug. Ist nicht ganz so einfach, aber mit ein bißchen Übung kriegt man das schon hin. Im übrigen möchte ich auf die Erfahrung von Rockabillyhelge verweisen, der mir beim Messerabzug mit Rat und Tat zur Seite gestanden hat. Er ist immer meine letzte Anlaufstation, wenn ich einmal nicht weiter weis.
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Brille
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« Antworten #36 am: 04. Oktober 2020, 08:59:02 »

So, nun bin ich auch "Stolzer Besitzer" eines Mikrotonmessers
(hab in der Bucht falsch geangelt  Grinsend).
Hier ein Messer der Fa.Hauptner in 6/8 (sieht unbenutzt aus).
Etwas zur Entstehung der Firma H.Hauptner und der jetzigen
Firma Hauptner - Herberholz gibt es hier zu lesen:

https://www.hauptner-herberholz.de/Historie

Das messer muss noch auf die Steine und wenn es gut rasieren sollte, hab ich doch "richtig geangelt" Grinsend.









Gruß Brille
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