Anleitungen

Begonnen von harrykoeln, 03. März 2008, 08:16:27

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harrykoeln

Schleifkörper für den Dremel selber bauen


Die Schleifkörper für den Dremel sind standardmäßig fürs feine Schleifen zu grob. Da gibbet nur eins - selberbauen. Es gibt da im Netz Anleitungen wie die zu bauen sind, aber da ist dann ein Samstag nachmittag schnell weg. Also hab ich mal überlegt wie ich das ohne großen Aufwand an Zeit und Geld selber bauen kann. Das ist dabei herausgekommen:

Was wird gebraucht:
Doppelseitiges Klebeband, nen abgenudelten schleifkörper, Tesafilm (kann, muss nicht), Schere, Cutter, Schneidunterlage, Lineal und das Schleifpapier der gewünschten Körnung.

1. Tesa um den alten schleifkörper wickeln (funktioniert wie ne Fusselrolle, sammelt und bindet den alten Schleifstaub)

2. einen Streifen (ca 7 mm) doppelseitiges Klebeband auf den Tesa kleben (die Lücke macht nix).


3. Schleifpapier in 48,5 x 14 mm Streifen schneiden, das Schutzpapier vom doppelseitigen runterziehen und das Schleifpapier auf dem doppelseitigen fixieren. Hierbei, bei eventueller Überlappung, die Laufrichtung unbedingt beachten.


Fertig!


Flott gemacht, kannst jede Körnung nehmen und funzt einwandfrei!
"The two most common things in the universe are hydrogen and stupidity.
There is more stupidity around than hydrogen, and it has a longer shelf life."
Frank Zappa (1940-1993)

kriklkrakl

#1
Eine wissenschaftliche Abhandlung zum Schärfen von Rasiermessern und Mikrotommessern /für Perfektionisten:

http://www.mikroskopie-muenchen.de/cut-messer.html

- Messer pflegen
- Messer prüfen
- Der Streichriemen
- Wann abziehen ?
- Messer ledern
- Welchen Wetzstein nehmen ?
- Rasiermesser wetzen
- Mikrotommesser wetzen

ZitatDieses Kapitel soll ein Zitat abschließen. Dr. Dieter Krauter in Das Kosmos-Mikrotom.
II. Abziehen des Messers auf Riemen und Stein. Mikrokosmos 68 1979 119-124:
"Wir brauchen einen möglichst feinkörnigen, vollkommen ebenen Stein mit hartem Bindemittel
in den Mindestmaßen 20x5 cm. Er wird ausschließlich zum Schleifen der Mikrotommesser benützt;
man leiht ihn niemals aus, auch nicht dem besten Freund."

ZitatDieses Kapitel schließt ebenfalls mit einem Zitat von Dieter Krauter (1979).
Er schreibt: "Der berühmte amerikanische Mikroskopiker Peter Gray fordert,
man solle keinem Anfänger einen Streichriemen in die Hand geben,
ehe er nicht auf dem Stein so einwandfrei schleifen kann,
daß sich ein nachträgliches Polieren auf dem Streichriemen erübrigt.
(P. Gray, The Microtomist's Formulary and Guide, London 1954.) Das ist nur wenig übertrieben:
Mit etwas Übung kann man die Facette mit ein paar Strichen auf dem Stein so scharf und gratfrei setzen,
daß man auf das anschließende Abziehen auf dem Leder notfalls verzichten kann."
"Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört,..
Es müsse sich dabei doch auch was denken lassen."
Faust I,Mephistopheles

Eugen Neter

Ist ja schön und gut, kriklkrakl, aber wir sollten Harry dankbar sein für diese unkomplizierte Anleitung. Danke Harry!

russki

Danke für die "wissenschaftliche" Anleitung.
Da ich im Begriff bin Steine und einige Testmesser zu bestellen, ist die Anleitung sehr hilfreich. Eine ordentliche Schärfe hinzubekommen ist sicherlich schwierig, aber nur durch üben lernt man.


strawinski

da hab ich auch mal ne frage. ich schrubbe zur zeit auf nem 1000/6000 suntiger. es wird scharf und rasiert auch. aber nun will ich mich auf bessere steine umsteigen. also japaner..die frage ist ob 1000, 3000, 6000, 8000, 10000...oder weniger steine? die meisten machen da ja viel aufwand drum.....was ist der richtige weg dahin?
Das Licht kam in die Finsternis. Doch die Finsternis begriff es nicht.

Geier0815

Den EINEN richtigen Weg gibt es nicht! Das ist eine Vorstellung von der Du dich getrost verabschieden kannst. Du hast selbst schon festgestellt das es mit der Minimal-Variante ja auch irgendwie geht. Alles was darüber hinaus geht ist Spielerei, Luxus und vor allen Dingen persönlicher Geschmack. Ich persönlich bin zB bis 8.000 auf relativ harten keramischen Steinen in Gange und wechsel dann auf Schiefersteine. Ich habe aber auch schon ziemlich viele Steine getestet und bin deshalb so "geendet". Mir sind die hochgelobten und auch sehr guten Naniwa SS zB zu weich, ich komme mit ihnen zwar auch zu einem scharfen Messer, empfinde aber das Schärfen für mich als "nicht richtig", also immer mit dem Gedanken "das muß sich doch besser anfühlen" im Hinterkopf. Mein Lieblings-Finisher wird zB vom Schärf-Guru des anderen Boards mit der Bemerkung "Null Abtrag" verrissen. Andere Leute lieben den Weg nur mit einem Belgier zu schärfen.
Du siehst also: es führen viele Wege nach Rom und einen Teil der Faszination macht auch dieses Testen aus welches denn nun der eigene Weg ist. Und dann kann es dir immer noch passieren das dein Standardweg bei irgendeinem Messer nicht zum Ziel führt und dort ein anderer Stein wesentlich geeigneter wäre. Von den Schritten/Stufen her kann man hier aber einige Gemeinsamkeiten erkennen. 800-1.000 für die erste Schärfe, quasi der Grundstein, dann etwas im Bereich 3.000-5.000 für eine Verbesserung der Schneide und irgendwo im Bereich 8.000-12.000 als Abschluß bzw Vorbereitung des Abschluß. Dann kannst Du entweder einen noch feineren Stein einsetzen um mit zweitem Winkel zu arbeiten oder einen Pastenriemen verwenden oder je nach letztem Stein auch direkt auf Leder gehen. Selbstverständlich ist es dir unbenommen auch noch mehr Steine dazwischen zu verwenden, ist auch abhängig davon wie schnell deine Steine arbeiten. Aber ich denke das mehr als 3 Steine plus Abschluß Zeitverschwendung ist.

strawinski

danke dir erstmal für den bericht....ja es ist schon ein graus mit den steinen. 4 steine find ich ok....es ist ja eigentlich so, das nur der erste schärft und der rest mehr oder weniger poliert...ich seh das sehr gut unter der lupe...
bis 10-12 tsd find ich vertretbar.......
Das Licht kam in die Finsternis. Doch die Finsternis begriff es nicht.

Kamuro

Die Seite von http://www.mikroskopie-muenchen.de/cut-messer.html ist leider down. Hat jemand zufällig den Bericht offline abgespeichert?


Jokl

Individuelle Nietrosetten selbst drehen
Ich möchte hier auf Anregung von jazzman  ;) meine Methode vorstellen, Cats-Eye ähnliche Nietrosetten selbst zu drehen. Vorab - ich bin kein Profi darin und habe mir (mit der glücklicherweise zur Verfügung stehenden Ausrüstung) alles innerhalb einiger Musestunden selbst überlegt und ausprobiert. Es ist also nicht schwer. Die hauptsächliche Herausforderung liegt darin, vier annähernd gleich aussehende Rosetten zu erstellen. Man darf allerdings am Ergebnis auch sehen, dass alles Handarbeit ist, finde ich - sonst kann ich es ja gleich von einer Maschine machen lassen  ;). Für Kritik und Anregungen bin ich offen - ich will ja weiter aufbauen.
Und  Los gehts:

(1)
Die Teilnehmer: Drehmaschine (Emco Unimat), 6mm Messingstange, 2mm Bohrer, kugelförmiger Fräsaufsatz (aus einem Handmotor Set), V-förmiger Drehmeissel.




(2)
Mittig das 2mm Loch bohren für eine entsprechende Messingstange als Niet.




(3)
Oberfläche linsenförmig ausdrehen.




(4)
Das Nietloch etwas erweitern, dadurch schließt der gehämmerte Nietkopf aus der 2mm Messingstange später gut mir der Rosette ab und bildet keine Kanten.




(5)
Die Rosette linsenförmig absetzen - noch nicht ganz abdrehen, sonst fliegt sie weg - u.U ins Nirwana :).




(6)
Mit dem Handmotor (Dremel) und einem spitzkegeligen Fräsaufsatz (ebenfalls aus dem Set vom Baumarkt) die radialen Kerben setzen. Dabei orientiere ich mich an den passenderweise vorhandenen sechs Löchern im Spannfutter. Ansonsten kann man sich auch eine Schablone machen, denke ich - ich hab's nicht ausprobiert.




(7)
Nun säge ich die Rosette von der Stange ab. Dann mit Polieraufsätzen für den Handmotor ('Brownie und Greenie') bei niedriger Drehzahl die Rosettenstruktur auspolieren - das ist der schwierigste Teil, finde ich - da das Endergebnis entscheidend hiervon beeinflusst wird. Voila.



Ich hoffe, es findet evtl. einer hilfreich - ansonsten auch egal, hat Spaß gemacht.

Jokl

redmatze

Einfach klasse der Bericht! Ist doch schon aufwendig, wenn ich das sehe. Aber dafür optisch top.
Der Mund des Menschen, ist oft gefährlicher
als der Rachen eines Tigers.

strawinski

ja ziemlich zeitaufwendig und nur für den Selbstverbrauch zu vertreten....Ich bau im Augenblick an einer Maschiene, die alte historische Rosetten nachpresst...Dürfte diese Jahr noch fertig werden...
Das Licht kam in die Finsternis. Doch die Finsternis begriff es nicht.

ron

@ jokl
dh: vielen Dank für diese tolle Anleitung!!

@ strawinski
das hört sich ja sehr spannend an. Hoffentlich gibts dazu auch eine "Fotolovestory"
Auf die Menschen die sich an Grenzen stoßen, die sich zum Schmuggeln eignen und die das Zeug zum Eroberer in sich spüren.

strawinski

ja Ron.....ich bin gerade dabei die kleine Maschiene zu besorgen...ich sage Richtung Schuster...und ein Verwandter ist CNC Dreher, der wird mir dann den Aufsatz für die Nietrosettenpresse drehen. Ich möchte so nahe wie möglich an die Originale ran und so gering wie möglich die kosten halten, was mit meinem Modell dann der Fall ist. Ich muß dann nur noch ene günstige Firma finden, was die Blechrohlinge herstellt. aber das werde ich wohl auslasern lassen...Werd es von Kauf der Maschien bis zur Herstellung mal dokumentieren.
Das Licht kam in die Finsternis. Doch die Finsternis begriff es nicht.