gut-rasiert
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Autor Thema: Spadson, France  (Gelesen 4396 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
MudShark
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« am: 20. Januar 2015, 19:40:01 »

Die Tage hab ich auf leboncoin einen Hobel gefunden, den ich schon vor längerer Zeit im Netz gesehen und für sehr interessant (und für einen Kabrand) gehalten hatte.
Im französischen Forum hab ich nun erfahren, dass es sich dabei um die Marke Spadson handelt, ein Hersteller, über den kein Mensch irgendetwas zu wissen scheint.
Auch der werte französische Kollege hat keine Ahnung über Alter, Herkunft oder sonstwas des Hobels, er weiß lediglich von der Existenz eines einzigen weiteren Exemplares (nun 2....).
So sieht er aus:








Die Bodenplatte unterscheidet diesen Hobel von allen anderen mir bekannten Modellen , die Zähne sind massiv und recht ausgeprägt,
was ihm einerseits eine gute Stabilität (so schnell verbiegt sich da kein Zahn!) und andererseits eine recht originelle Ästhetik verleiht,
zu der meiner Meinung nach auch der 6-Kant-Griff sehr gut passt.
Das Gewicht beträgt 61g (nicht selbst gewogen, das hat der Franzose schon getan...).
Ich bin wirklich gespannt wie er rasiert! Vom Klingenspalt her würde ich auf Leresche-ähnliche Eigenschaften tippen.
Ach ja, mein Hobel ist ungemarkt, der des frz. Kollegen sehr wohl, wie hier zu sehen ist.
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"Wenn man bedenkt, dass wir alle verrückt sind, ist das Leben erklärt."
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Heresy
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veni, vidi, violini


« Antworten #1 am: 20. Januar 2015, 19:52:06 »

Sehr schön, Gratulation!  Daumen hoch
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Gruss, Rainer
Herne
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« Antworten #2 am: 20. Januar 2015, 20:44:54 »

Sieht wirklich sehr spannend aus! Glückwunsch.

Und wohl ein weiterer in Deiner Sammlung, bei dem Du dich zumindest hier
'Einzigundalleinigerexclusivbesitzer' schimpfen darfst. Grinsend
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MudShark
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« Antworten #3 am: 20. Januar 2015, 20:56:57 »

Und wohl ein weiterer in Deiner Sammlung, bei dem Du dich zumindest hier
'Einzigundalleinigerexclusivbesitzer' schimpfen darfst. Grinsend

Ja, genau! Und dann behaupte ich einfach er wäre das absolute Nonplusultra und leihe ihn niemals aus! Grinsend

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Cel
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« Antworten #4 am: 20. Januar 2015, 21:05:24 »

Du musst in Amerika einen Hype auslösen, vergess aber Worte wie Prototyp nicht, dann kannst Du ihn ganz teuer verkaufen Grinsend
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MudShark
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« Antworten #5 am: 20. Januar 2015, 21:12:08 »

"Extremely rare, Art Deco, Prototype, used by Napoleon Bonaparte and Brigitte Bardot alike, a must have for any serious collector!"
Dann kann ich danach von den Zinsen leben... Grinsend
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titanus
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« Antworten #6 am: 20. Januar 2015, 21:24:41 »

Wirklich hübsche Zähnchen!
Bin gespann, wie er rasiert.
Und natürlich meinen Glückwunsch zu dem seltenen Kerlchen.

titanus
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Es ist sinnlos, von den Göttern zu fordern, was man selber zu leisten vermag.

Epikur
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Nassrasur? Nein danke? Aber ja doch!


« Antworten #7 am: 21. Januar 2015, 02:09:11 »

Ich habe auch so einen Spadson. Diesen Hobel habe ich bisher nur ein einziges Mal in der französischen Bucht gesehen und wegen seiner Seltenheit vor gut drei Jahren ersteigert. Ausschlaggebend für die Anschaffung war dabei auch der wuchtige Hobelkopf, der irgendwie Ähnlichkeiten zum Bohin aufweist. Leider war es dann auch mir nicht möglich, nähere Informationen zum Hersteller oder zum Herstellungszeitraum zu finden. Allerdings weist dieser französische Hobel zwei Merkmale auf, die eine vage zeitliche Einordnung ermöglichen.

Eine erste zeitliche Einordnung wäre über die massiv ausgeführte Konstruktion des Hobelkopfes möglich. Diese Art kenne ich so nur vom Bohin. Aufgrund der Kopfform könnte der Hobel danach aus den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts stammen. Das halte ich aber für eher unwahrscheinlich.

Die zweite zeitliche Einordnung des Herstellungszeitraumes ergibt sich aufgrund der Einstanzung Made in France auf der Oberseite der Hobelgrundplatte gegenüber dem Hobelnamen Spadson. Ich habe hierzu das folgende Bild eingefügt.




Französische Hersteller haben - wenn sie die Herstellung in Frankreich betonen wollten - dafür zwei unterschiedliche Wege gewählt. Für Hobel, die bis etwa 1950 hergestellt wurden und die die Eigenständigkeit von Frankreich betont haben könnten (=>  la Grand Nation), wurden meist Begriffe wie Fabrication Francaise, Unis France, Ile de France oder Hobelname (z.B. Leresche) France eingestanzt.
Diejenigen Hobelmodelle, die größenordnungsmäßig ab den 50er Jahren hergestellt und wohl über die Grenzen von Frankreich hinaus vertrieben wurden, wurden - wenn sie überhaupt entsprechend gekennzeichnet waren - sehr oft mit Made in France auf der Ober- oder Unterseite der Grundplatte gekennzeichnet. Ein plausibler Grund dafür wäre, dass sich die Grundvorstellungen zu den (be)herrschenden Nationen auf unserem Erdball nach 1945 - also nach dem zweiten Weltkrieg - grundlegend verändert hatten und andere Staaten deshalb auch mit Hobeln aus Frankreich versorgt werden sollten. Die Aufgabe gewisser früherer Eigenständigkeiten kann man hier besonders an einem Hobelmodell von Gibbs erkennen. Das seit den 70er Jahren vertriebene Modell No. 12 (Dreiteiler mit geraden Schaumkanten) konnte mit ganz normalen und handelsüblichen DE-Klingen bestückt werden. Bei diesem Hobel wurde also bewußt auf die frühere herstellereigene Rasierklinge mit ihrer Sonderform (kleine Ausstanzungen an den Klingenseiten) verzichtet. Sollten diese Annahmen auch für den Spadson zutreffen, wäre dieser französische Hobel nach 1950 hergestellt worden.

Für den Spadson wurde Zinkdruck als Werkstoff verwendet. Die Oberfläche ist verchromt. Mein Hobel wiegt sogar 68 gr.. Die Rasureigenschaften ähneln denjenigen des Gillette Tech, fallen hierbei aber etwas gründlicher aus. Der Hobel rasierte mich recht sanft, allerdings nicht so gründlich, wie ich es vom Leresche, vom Gibbs Reglable oder vom Merkur Futur her gewöhnt bin.
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Die Nachhaltigkeit einer gründlichen Nassrasur zeigt sich 24 Stunden später an nur gering und gleichmäßig nachgewachsenen Bartstoppeln.
bananajoe
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« Antworten #8 am: 21. Januar 2015, 11:27:22 »

Toller Fang MudShark. Gratuliere!
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Herne
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« Antworten #9 am: 21. Januar 2015, 14:26:47 »

Und wohl ein weiterer in Deiner Sammlung, bei dem Du dich zumindest hier
'Einzigundalleinigerexclusivbesitzer' schimpfen darfst. Grinsend
Ich habe auch so einen Spadson.
OK, ich hab nix gesagt! angel

Aber Du und und Helge laufen hier ja sowieso irgendwie außer Konkurrenz. Grinsend
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MudShark
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« Antworten #10 am: 21. Januar 2015, 15:23:56 »

Aber Du und und Helge laufen hier ja sowieso irgendwie außer Konkurrenz. Grinsend

...oh, da gibt's einige, da bin ich ein Waisenkind dagegen...Standlinie, Mikri, Helge, Geoshave, bananajoe und bestimmt noch viele andere...

Toller Fang MudShark. Gratuliere!
Merci! A propos Fang, Du wolltest doch mal diesen Beter Hollywood vorstellen, den kennt auch niemand!
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Herne
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« Antworten #11 am: 21. Januar 2015, 18:01:06 »

Aber Du und und Helge laufen hier ja sowieso irgendwie außer Konkurrenz. Grinsend

...oh, da gibt's einige, da bin ich ein Waisenkind dagegen...Standlinie, Mikri, Helge, Geoshave, bananajoe und bestimmt noch viele andere...
Schon klar! Mit 'Du' war übrigens Standlinie gemeint (nicht daß hier noch Mißverständnisse entstehen). Zwinkernd

Aber zumindest hast Du (MudShark) dir in Deiner noch jungen Sammlerkarriere schon zweifelsfrei einen
Namen als ' Jäger der verlorenen Außenseiterhobel' gemacht! Grinsend
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MudShark
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« Antworten #12 am: 21. Januar 2015, 18:06:54 »

Ach so!  Zwinkernd
(Aber stimmt schon, die Exoten haben's mir irgendwie angetan und es schmerzt immer ein wenig, wenn mir ein Objekt der Begierde zu teuer oder sonstwie weggeschnappt wird!)

Aber zur Praxis: Obwohl es vom Bartwuchs her nicht unbedingt notwendig gewesen wäre, habe ich soeben die erste Rasur mit dem Spadson (mit Rapira SS) bewältigt.
Eigentlich, im Gegensatz zum auffälligen und fast martialischen Aussehen, recht unspektakulär, er gehört nicht zur Liga der Super-Gründlichen (Cava, R41, Gibbs), er braucht eher einen Durchgang mehr,
ist aber dafür recht sanft und sehr leicht zu händeln, vor allem an Problemstellen (Kinn, unter der Nase, Hals/Adamsapfel) kann man ihn locker und gefahrlos führen.
Ich würde ihn dem New LC nicht unähnlich einstufen. Also angenehm und Kater-geeignet!
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MudShark
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« Antworten #13 am: 09. April 2015, 23:40:15 »

Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass das Griff-Gewinde gegen Ende immer schwergängiger wird und man den Hobel somit als "Quasi"-Adjustable benutzen kann?
Wenn man ihn nicht ganz bis zum Anschlag zudreht ist die Griff/Kopf-Verbindung immer noch fest genug, aber der Klingenspalt etwas größer.
Dadurch kann man noch ein Quäntchen mehr an Gründlichkeit herauskitzeln. Ob das im Sinne des Erfinders war, vermag ich nicht zu beurteilen.
Ist das bei Deinem ebenso, Standlinie, oder ist mein Gewinde einfach nur schwergängig?
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Nassrasur? Nein danke? Aber ja doch!


« Antworten #14 am: 10. April 2015, 10:20:56 »

Mein Griff läßt sich relativ leicht aufschrauben. Eine Verstellung des Rasierklingenspiels ist mir bislang noch nicht aufgefallen. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass für diesen wohl eher einfachen dreiteiligen Hobel eine Verstellfunktion angedacht war. Ich vermute eher, dass sich die Gewindehülse in Deinem Griff mit der Zeit am Grund etwas mit Seifen/Kalk-Resten zugesetzt hat. Möglicherweise "blüht" da auch schon etwas Zinkdruckguss. Das würde ich einmal vorsichtig reinigen und gegebenenfalls mit einem Gewindebohrer M5 vorsichtig nachschneiden. Zur Prüfung, ob es auch tatsächlich ein M5-Gewinde ist, kannst Du probehalber einmal den Griff vom R41 oder von einem Merkuhobel anschrauben. Wenn sie sich anstandslos aufschrauben lassen, ist es ein M5-Gewinde. Und da sich die Gewinde dieser jüngeren Hobel noch in einem tadellosen Zustand befinden, hättest Du den direkten Vergleich zum Spadsongriff.
Habs gerade selber probiert. M5 passt bei meinem Spadson nur bei den ersten drei Umdrehungen. Also dann nur vorsichtig reinigen.
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