Restaurationsneuling fängt an ... "Restaurationstagebuch" mit Zwischenfragen

Begonnen von NebuK, 15. Oktober 2014, 16:02:52

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warrior

Mal eine ganz doofe Frage wieso hast du Geschenk-bzw Zellpapier dazwischen gelegt und dann laminiert?

NebuK

Hi,

naja, wenn ich nichts habe was gegen den beiden dicken Brettern zum Pressen trennt ... dann habe ich zwei Bretter mit einem Abstandshalter verklebt. Ich brauche ja irgend etwas glattes, was ich eintrennen kann, damit ich das Werkstück zwischen den Pressbrettern wieder herausbekomme.

Oder habe ich etwas unverständlich geschrieben, und du dachtest ich hätte die Plastikfolie *zwischen* den Sperrholzschichten? Das ist natürlich nicht der Fall. Nur zu den Pressbrettern hin zu trennen...

Grüßle
-Dario

NebuK

Hi,

habe das Sperrholz mal grob zu- und glatt geschliffen, allerdings nur aufm 200er Bandschleifer.

Dann die zweite Seite des Zepp geschliffen und Poliert. Wieder 120 -> 1200, dann Mellerud "Babyblau", dann Nigrin "Weiß". Wiederrum die selbstgeklebten Dremel-Schleifkörper bzw billigst Filzscheibe.

Leider ist die zweite Seite nicht ganz so schön geworden wie die erste ... es gibt hier ein paar überbleibsel vom Rost die einfach so Tief sind dass sie mit 120er nach gefühlt zuviel Material nochnicht rauswaren ... also lieber lassen statt das Messer zu Metallstaub zu verarbeiten.

Hier also das Messer auf seinem späteren Heftmaterial:





Das Heftholz hat sich leider auch nicht ganz bis zum Kern mit Epoxy vollgesaugt, also habe ich die Befürchtung dass ich die Oberfläche trotzdem Ölen muss. Ich hätte einfach mal eine Mischung aus viel Tung, ein wenig sikkativiertem Leinöl und ein wenig Walnuß, mit Orangenterpenten verdünnt ölen. Das sollte dann nach einigen Durchgängen recht Wasserresistent werden.


Hoffe es gefällt ;).

Hat jemand Einwände dagegen die alte Heftschalenform einfach 1:1 zu übernehmen? Oder kann man da sinnvolleres/besseres machen?


Grüßle
-Dario

NebuK

Hi,

weiter gehts:

Habe die Heftschalen ausgesägt:





Dann durfte das Messer mal Probesitzen:




Mir gefällt die Optik soweit. Wenn ich das jetzt noch schön gleichmäßig zu beiden Seiten abgerundet bekomme und etwas dünner... dann perfekt.

Frage zum Keil: Der Alte ist sehr im Eimer und ich erkenne nicht ob der der Keil tatsächlich in der "Längsachse" des Hefts Keilförmig ist ... müsste er normalerweise sein, oder? Und: Wie bestimmt ihr die Dicke des Keils? Einfach mal ein wenig rumprobieren, und sehen bis es passt.

Dann ist nurnoch die Hoffnung dass der Schraubenhandel hier vor Ort passende U-Scheiben und Draht hat zum vernieten.

Apropos vernieten, das Tückmar war nach dem Basteln etwas locker. Ich hab also die Nieten etwas nachgeklopft bis es steht. Dabei habe ich mich grob an die Anleitung aus dem "Vernieten"-Thread gehalten, nämlich dieda:
http://www.youtube.com/watch?v=t3kno59xC4U

Jetzt stehts:


Da ich keinen Rundkopfhammer hatte ... macht nix, Freund/Nachbar hilft aus:

Ein künstliches Hüftgelenk! Es ist PERFEKT für die Vernietarbeit, liegt super ausbalanciert in der Hand, und kriegt garantiert nie Macken :).


Grüßle
-Dario

warrior

Ja ich habe es so verstanden das du die Folie zwischen das Holz legst.
Habe mich deshalb schon sehr gewundert.

Ein künstliches Hüftgelenk hat aber glaub ich nicht jeder zu hause  ;D.

Aber sonst gute Arbeit  dh:.

NebuK

Hi,

dankeschön :). Ja, das Hüftgelenk hat vermutlich nicht jeder. Mein Freund bei dem ich gesägt habe hatte das wohl mal irgendwo als Material-Muster bekommen. War eher ein Beispiel dass man auch Erfinderisch sein kann und Dinge Zweckentfremden, statt immer das komplett richtige Werkzeug zu nehmen ;).

Ansonsten, weiter gehts:

Ersteinmal verklebe ich die Schalen mit ein paar kleinen Tropfen dickflüssigem Sekundenbapp, immer schön Spalte zwischendrin gelassen so dass das Heft nachher wieder aufgeht:


Dann ab auf den Bandschleifer bei 120er, zum Formgeben:


Schaut etwa so aus:


Nach ein wenig Handschliff mit 120er:


Nach Schliff 120->240->320->400->600:



Schaut soweit erstmal ganz i.O. aus. Also auf damit:


So sehen die Halbschalen jetzt aus:


Und wieder darf das Messer probesitzen:



Schaut finde ich garnicht schlecht aus. Gut, über Geschmack lässt sich immer Streiten...

Jetzt werde ich noch am Restholz einen Test machen, ob eine Tungöl-Mischung dort tatsächlich Fleckenfrei einzieht. Wenn ja, dann wirds geölt, weil dann ists ja doch nicht mit dem Epoxy komplett durchzogen (dann gäbe es nächstes mal Vakuum-Laminieren). Wenn es nicht einzieht, ist auch gut. Ein Vorteil *wenn* es einzieht wäre dass die Maserung sich ein wenig anfeuert... was denke ich ganz hübsch wäre.


Kann mir jemand nochmal ein paar Tips zum Keil geben? :/

Grüßle
-Dario

Grosser

Als Tipp kann ich dir nur sagen, den Keil wirklich leicht keilförmig zu machen! Dies bewirkt, dass die Schalen beim Vernieten mehr auf Spannung stehen.
Es muss nicht wirklich viel sein!  :)
Und ich persönlich würde den Keil so dünn wie möglich machen!
Viele Grüße, Christoph

Klaasianer

Der Keil richtest sich natürlich auch nach:

- Klingenhöhe
- Klingenbreite
- geplante Eintauchtiefe
Rasito ergo sum!

NebuK

Hi,


so dünn wie Möglich ist schonmal eine Aussage. Ich könnte mich natürlich einfach am alten orientieren... Etwas Keilung, muss aber nicht viel sein -- ist auch schonmal gut zu wissen.

Dass der Keil auf die Klinge und deren Einbaumodalitäten angepasst werden muss ist zwar auch klar ... aber ein wenig Info wie ihr da vorgeht wäre wirklich toll. Wie testet ihr das. Einfach schleifen, schleifen, immerwieder zwischendrin mal schauen?

Bohrt ihr vorher schon die Löcher für die Klinge und steckt diese provisorisch fest?

Grüßle & Danke
-Dario

Klaasianer

Zitat von: NebuK am 29. Oktober 2014, 15:22:12
Hi,


so dünn wie Möglich ist schonmal eine Aussage. Ich könnte mich natürlich einfach am alten orientieren... Etwas Keilung, muss aber nicht viel sein -- ist auch schonmal gut zu wissen.

Dass der Keil auf die Klinge und deren Einbaumodalitäten angepasst werden muss ist zwar auch klar ... aber ein wenig Info wie ihr da vorgeht wäre wirklich toll. Wie testet ihr das. Einfach schleifen, schleifen, immerwieder zwischendrin mal schauen?

Bohrt ihr vorher schon die Löcher für die Klinge und steckt diese provisorisch fest?

Grüßle & Danke
-Dario

Wie Weit der Keil ins Heft hineinragt richtet sich auch nach der Heftlänge: Klingenlänge
Lege erst die Erlbohrung fest. Danach kannst Du erkennen wie weit der Keil ins Heft hineinragen muss, damit bei geschlossenem Messer die klinge nicht zentimeterweit vor dem Keil eintaucht.

Die Keil Bohrung sollte aber nicht beliebig richtung Heftmitte versetzt werden, da muss die Gesamtlänge des Heftes zur Klinge passen.
Wenn die Keilbohrung zu großen Abstand vom Heftende hat, kann es leicht passieren, dass durch die Spannung auf den Heftschalen sich diese am Heftende vom Keil wegheben.

Wenn Du eine Erlbohrung hast, die Klinge provisorisch montieren (nagel zB verwende) und schließen. Je nachdem wie weit Du die klinge eintauchen lässt = Abstand der Heftschalen zueinander kannst Du die Keilbreite die notwendig ist abschätzen und festlegen.
Rasito ergo sum!

NebuK

Hi,

gestern und heute wieder ein wenig fleißig gewesen. @Iltis: Das Zepp kommt morgen auch mit :-). Wenn jetzt nichtsmehr schief geht.

Aaaalso. Erstmal festgestellt dass es gar nicht so einfach ist U-Scheiben und Draht zum Vernieten zu bekommen.
Eisenwaren: "Kupfer? Edelstahl? Neeee des hamma ned!"
Schraubenhändler: "WAS?! SOOO KLEIN?!? Vergisses..."
Uhrmacher: "Was willst damit machen? Bären jagen ... viel zu groß!"
Optiker: "Mhmmm vielleicht haben wir solche Riesenteile ... *kruschdel*such* nee, das haben wir das letzte mal vor 30 Jahren gebraucht, ist nichtmehr da."

Also Abends zum Baumarkt, 4mm Messingstange geholt, dann den armen Nachbarn mit der Drehbank überfallen und losgedreht. Ergebnis: 1.95mm Draht und 3.2mm/1.98mm U-Scheiben. Eigentlich wollte ich solche "Stufenscheiben" (Bulls-Eye nennt sich das glaube ich?) machen, aber nach dem neu Einrichten der Maschine war es schon so spät... nächstes mal :).

Hier also erstmal das Rohmaterial:




Dann klau ich mir das Erl-Löchlein einfach vom Original:


Und jetzt bitte beide Augen zu, ich mogele: 5Min-Epoxy zum "pinnen" des mittlerweile zugeschliffenen Keils:




Dann die zweite Seite:


Schaut etwa so aus:


Etwas zuschleifen auf dem Bandschleifer und von Hand, 120->400 (hier):


Nach 600->800er:



Und bitte wieder beide Äuglein zu, mein Vernietblock ist etwas ... provisorisch. Das Loch ist von der Länge her genau auf den (vorher schon abgelängten) Draht gebohrt:


Länge ... und mit der Scheibe:




Nach dem ersten paar mal Klöpfeln... und dann zwischenschritte:





Seite #1, feddisch!



Und weiter auf der Zweiten. erstmal ärgern, das Alu hat etwas abgerubbelt. Aber mit etwas Spucke und 800er ist das gleich wieder runter:


Und so schaut es dann "fertig" aus:





Steht sogar von Selbst... auch wenns eher etwas zu schwergängig geworden ist (der eine Schlag ... der allerletzte! :D):


Jetzt steht noch die Niete am Keil an. Da mein Handgelenk aber etwas wehtut wird das vertagt. Und es ist ja eh nur ... *räusper* ... zierde. Eigentlich.


Und ja, der Keil ist auf jeden Fall etwas zu dick, und etwas zu stark gekeilt. Das werde ich beim nächsten mal besser machen. Ich probier es halt so gut ich kann ... und beim nächsten wird sowieso alles besser  ;).

Grüßle
-Dario

redmatze

Hi Nebuk,

Du betreibst aber ein Riesenaufwand mit den Fotos. Die Zeit hätte ich auch wieder gerne  ;)

Auf dem einen Bild schaut die Niet doch sehr hoch aus, kannste beim nächsten mal ein bisschen abfeilen, spart einiges an der Nietarbeit mit dem Hammer.

Was mich wundert ist, dass das Holz das ausgehalten hat mit der Hämmerei.

Was war mit den schwarzen Schalen los? Waren die im Eimer?

Ansonsten weiter so und viel Spass bei Herrn Iltis, der hiermit schön gegrüsst sei!

Der Mund des Menschen, ist oft gefährlicher
als der Rachen eines Tigers.

Klaasianer

Ähm......keine Stangenware in 2mm verfügbar ----> Baumarkt -----> Messingnägel (due hat jeder Baumarkt  ;D ) und fertich.......... mit den kleinen Unterlegscheiben hast du Recht. Modellbau Online-Shop oder Modellbau-Laden und das Ding pfeift.......da bekommt man auch: dünne Messingbleche und Neusilberbleche so ab 0,3mm aufwärts, Messingstange und Neisilberstangen. Oder Der Elkrinikhändler mit Männervornamen...oder in der elektroBucht......

http://www.youtube.com/watch?v=t3kno59xC4U&list=PLOcLLkHY40gAmr1v-F6D_-_UuoxaITVoW
Rasito ergo sum!

Cadewer


NebuK

Hi,

danke für das Lob :-).

Die Fotos finde ich garnicht so Zeitaufwendig, die sind zwischendrin mal recht schnell gemacht.

Zur Niethöhe: Gibt es da irgendwie eine Daumenregel ... dass ich mir aus Drahtdicke, Überstandslänge etwa abschätzen kann was für einen Durchmesser der spätere "Kopf" haben wird?

Wegen dem Holz: Öhm ... ich dachte das macht man so?!? Warum hätte das reißen/brechen sollen? Ich bin jetzt etwas erschrocken ... das Video dass Klaasianer gepostet hat hab ich etwa 3 mal angeschaut und versucht mir da alles nötige abzuschauen - und dann einfach so gemacht. Wo war das Glück bzw. wäre der Fehler gewesen?

Das schwarze Heft war lommeliges Plastik (oder ähnliches), total verzogen, hat nichtmehr mittig geschlossen und hat sich einfach unglaublich billige angefüht... Das musste also weg :-).

Zur Stangenware: Ach verflixt ... Nägel bin ich nicht auf die Idee gekommen. Ja, vermutlich gibts die hier schon im Baumarkt, wäre seltsam wenn nicht. Danke für den Tip :0.
Und ja, Unterlegscheiben musste ich einfach machen, ich bin ja ungeduldig was das Fertigmachen angeht, und der letzte Modellbauladen in Karlsruhe hat vor ~1.5 Jahren zugemacht. Auf eine Internetbestellung hatte ich keine Lust zu warten :-).

Ein Freund, Optiker, hat mir jetzt noch ein paar 3er Scheiben mit 1.7er Loch geschickt, die kann ich mit der Ahle aufreiben, dann hab ich erstmal Vorrat.


Grüßle
-Dario