gut-rasiert
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Autor Thema: Joseph Elliot, Sheffield  (Gelesen 10524 mal)
Iltis
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« Antworten #15 am: 26. Juni 2010, 13:37:31 »

@StCyrien: Was Datierung von Messer angeht - die Basis dafür ist der "Standard Guide To Razors" von Ritchie & Stewart (leicht in der amerikanischen Bucht zu angeln), leider gibt es kein deutsche Werk. Sensers Schätzung finde ich auch ungefähr richtig, ohne die +-; ein 30jahre Zeitlupe ist sehr gross. Wenn die neue Fotos der gereinigte Zustand zeigen, hast du der Rost nicht vollständig entfernt - da wird es weiter rosten - kauf dir ein Glasfaserstift wie Diesen - damit geht sowas sehr gut (es empfehlt sich dabei Gummihandschuhe anzuziehen - die Glasfasersplitter gehen leicht ins Haut und das ist nicht angenehm). Was der Riss im Heft angeht, wurde ich mit Spiritus oder Feuerzeugbenzin auswaschen (mit eine Spritz durchspritzen), und Sekundenkleber reintriefeln. Was obendrauf bleibt nicht wegwischen sondern nachdem es ausgehärtet hat (meist ein paar Stunden, nicht Sekuden, trotz die Name - es klebt schnell aber braucht Zeit auszuhärten) mit eine Rasierklinge abscharben. Falls du unglücklicherweise der Erl mitklebst (sollte nicht passieren wen man aufpasst), die beste Lösungsmittel für Sekundenkleber ist Nitromethan - das kriegt man am besten im Modelbauladen - die Treibstoff für Glühzündermotoren ist ein Methanol/Nitro gemisch.

Das ist ein sehr schönes Messer, aber mit Vorsicht zu geniessen - die Allens sind verdächtigt, Stoppelkrebs zu verursachen, weil die Ambösse im Werk Südost-Nordwest orientiert waren, was jede der sich mit Feng Shui auseinandergesetzt hat weiss, führt zu eine negative Zhanenergiekreis. Ich halte es für nur fair, dich zu warnen, und biete dir freundlicherweise die Möglichkeit an, das Messer von mir sachgerecht entsorgen zu lassen.

Gruß

Iltis
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de gustibus, aut bene aut nihil
UbuRoy
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« Antworten #16 am: 28. Juni 2010, 18:23:12 »

@nee. Geht nur mit fragen, lesen, lernen. Reine Erfahrungssache. Gibt zwar indizien die für das eine oder andere sprechen, aber trotzdem geht das nicht nach Schema F.
Wäre doch auch zu einfach. Dinge muß mann sich eben erarbeiten ;-)
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BlueDun
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Coticuleliebhaber


« Antworten #17 am: 03. November 2010, 10:16:38 »

Bin soeben von einem intergalaktischen Wochenendausflug zurück.
Bei einer Runde Ferenghipoker auf Riegel 5 habe ich Lieutenant Whorf auf's Kreuz gelegt. Ich habe ihm die Hosen ausgezogen und als letzten Einsatz hat er noch sein Rasiermesser draufgelegt. Es wurde dereinst von Joseph Elliot nach seinen Vorgaben angefertigt und trägt den Klingonischen Bedürfnissen und Ästhetikempfidungen Rechnung. Die Spitze des Messers wird angeblich zum entfernen von klingonischen Pubetrtäspickeln verwendet - ich werde also das Messer erst mal in der Ionenkammer für drei Tage desinfiszieren, bevor ich es aufarbeite und in meine Rotation aufnehme  Grinsend








@Iltis, ich wette, Du kannst auch das datieren ... please do so!


Gruss
BlueDun


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Fynn1177
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Messerschwinger mit Leib und Seele


« Antworten #18 am: 03. November 2010, 10:24:01 »

Witziges Teil, bin gespannt auf den Rasurbericht

Gruß Nils
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Zick Zack da war er ab :-)

UbuRoy
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« Antworten #19 am: 03. November 2010, 13:16:05 »

Bin zwar nicht Iltis, aber trotzdem interessantes Messer.

Mit 1870-1880 dürfte sich das datieren lassen.
Viel Spaß damit beim Pickel entfernen.
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BlueDun
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Coticuleliebhaber


« Antworten #20 am: 03. November 2010, 13:55:30 »

UbuRoy, ich wollte nicht despektierlich sein. Ich weiss, dass Du (und noch einige andere hier im Forum) diesbezüglich ebenfalls einen riesen Fundus an Infos hast.
Wie kommst Du auf die Datierung? Hast Du noch mehr Infos?

Gruss
BlueDun
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Iltis
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« Antworten #21 am: 03. November 2010, 15:55:53 »

Uburoy, du bist mutiger als ich. Der verspielter Form habe ich noch nie gesehen, kann mir auch schlecht vorstellen, das es sich um ein Serienproduktion handelt. Laut Uniclectica war der Logo von 1821-1854 im Gebrauch, aber ich würde, vom Bauch aus, das Messer auch später datieren - Messer mit längere Erlen liegen tendenziell im letzten Viertel der 19.Jh. , aber bei solche exoten weiss ich nicht ob solche Kriterien wirklich relevant sind. Der Form die Schalen gibt nichts her - ist der Keil, wie es mir erscheint, aus Blei? das würde eher für eine frühere Datierung sprechen. Die Kombination Hornheften mit die Klinge lässt mich in 2 Richtungen denken - entweder ist der Klingenform als "avantgardistisch" zu sehen, dann würde ich erwarten, falls es es schon gab, das die Schalen aus Kunststoff wären (auch neuartig), oder soll der Form "mittelalterlich" aussehen (es erinnert tatsächlich an Hallebard und Ochsenschind), dann würde es gut zu die englische "pre-raphaelite" Bewegung passen, dann würde ich das Messer ab 1850, spätestens 1870 einordnen. Aber sicher bin ich keineswegs.
Gruß
Iltis
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de gustibus, aut bene aut nihil
Guilty
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« Antworten #22 am: 03. November 2010, 19:50:49 »

Das Messer sieht schon extrem gefährlich und abgefahren aus.Wäre genau das richtige für Papa sein Sohn. Smiley
Kann garnicht aufhörn hinzusehen.Schenk mir das bitte zu Weihnachten.
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BlueDun
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Coticuleliebhaber


« Antworten #23 am: 03. November 2010, 21:03:56 »


Iltis, ich schmeiss mich weg bei den Insiderinfos, die Du wieder aus dem Hut zauberst! Sag ma, bist Du Historiker oder einfach WIRKLICH vom Rasurvirus gefressen  Zwinkernd
Der Keil ist übrigens wirklich aus Blei. Bei den Schalen bin ich nicht ganz sicher. Plastik wohl eher nicht, aber ich hab das Messer jetzt im Bastelraum und schau dann bei Gelegenheit nach.

Gruss
BlueDun
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Fynn1177
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Messerschwinger mit Leib und Seele


« Antworten #24 am: 03. November 2010, 21:43:01 »

Das Heft ist ziemlich sicher Horn und mit der Datierung um 1860 plusminus 10 liegt man mit Sicherheit richtig.

Habe schon einige Rasiermesser gesehen aber solch eine Form ist mir auch noch nicht untergekommen.

Guter Fang  Daumen hoch

Gruß Nils
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UbuRoy
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« Antworten #25 am: 04. November 2010, 13:22:46 »

Hm, Iltis, wegen der Datierung bin ich mehr danach gegangen, wann Framebacks ihre Hoch-Zeit hatten Und das war so um 1880 herum. Die Form der Schalen paßt dazu, das Material auch und der Bleikeil könnte auch ein Indiz älteren Datums sein, aber nicht zwingend.
Was die form angeht gehe ich einfach mal davon aus, das hier mal eine limitierte Sonderform - aus welchem Anlaß auch immer - verwendet wurde. Ist ja nichts besonderes.

So auf 1870 könnte ich mich mit euch einigen, drunter würde ich nicht gehen wollen ;-)

EDIT:
Übrigens frage ich mich gerade: IST das überhaupt ein Frameback? Sieht beinahe nach einem Rohling aus einem Stück aus. Ein Foto der Spitz wäre hilfreich.

silversteel spricht übrigens auch für die Datierung 1880 herum. Viel früher gab es den doch gar nicht, wenn ich mich recht entsinne? Finde leider die Info nicht. Steht irgendwo sogar im Forum...
« Letzte Änderung: 04. November 2010, 13:30:03 von UbuRoy » Gespeichert
BlueDun
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Coticuleliebhaber


« Antworten #26 am: 04. November 2010, 13:56:38 »

Nein, es ist definitiv kein Frameback.
Wenn ich mich nicht irre, dann geht dieser Typ Messer unter "Faux Frameback. Die Klinge ist aus einem Stück.
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Iltis
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« Antworten #27 am: 04. November 2010, 17:25:22 »

Silver Steel würde um 1820 erfunden, und bis ca. 1840 hat Cast Steel weitgehend ersetzt als Rasiermesserstahl. Ob der Form ein Frameback angelehnt ist oder eine andere Inspiration hat können wir nur spekulieren, und wie gesagt, mein Datierungsversuch ist wirklich nur ein Versuch.
Nein BlueDun, ich bin kein Historiker, aber Archäologie habe ich Studiert, was etwas hilft. So Rasiermesserbesessen bin ich nicht (hoffe ich), verwende nur die gleichen Prinzipen als wenn man eine archäologische Typologie erstellen will.
Gruß
Iltis
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Io
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« Antworten #28 am: 05. November 2010, 15:02:07 »

Wow, das ist ein abgefahrenes Ding, Gratulation! Lass es mich wissen, wenn du es loswerden willst. Hat dieser Dorn eigentlich einen Sinn oder ist das nur Optik?

Neidische Grüße,
Io
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StCyrien
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« Antworten #29 am: 25. November 2010, 15:28:01 »

Mein Joseph Elliot hat ein Brüderchen bekommen:



Dieses mal ist es ein "Celebrated Razor". Die Klinge ist gut 5/8, bedingt durch ein Macke, mußte ich etwas Material wegnehmen, hat ihm aber nicht geschadet. Die Klinge weißt einiges an Verschliff aus, aber gut abgeklebt, war das Schärfen problemlos möglich. Zum Glück ist die Klinge fast völlig frei von "Lochfraß". Ich habe sie lediglich mit etwas Elsterglanz bearbeitet. Der Streifen auf dem Foto bleibt leider. An die "Stummel-Angel" muß ich mich aber gewöhnen.


Das Heft ist aus Horn mit Bleikeil. Eine Schale hat am Keil einen Riss, hält aber.
Heute war die erste Rasur mit diesem Messer erwartet gut. Smiley
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