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Autor Thema: Erste Restaurierung  (Gelesen 337 mal)
Tom_R41
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Beiträge: 84


« am: 13. Dezember 2016, 17:04:54 »

Hallo zusammen,

ich habe für mich ein gebrauchtes, altes RM gekauft und bereite nun meine erste Instandetzung/Restaurierung vor. Das Messer ist etwas mit einer schwarzen Patina überzogen, die Schneide sieht aber (auf den Bildern) intakt aus. Die ist aber eher als letzte dran.

http://cdn01.trixum.de/upload2/156000/155844/2/29c9bd0a89cd4e13b87b42add26f8c60c.jpg
http://cdn01.trixum.de/upload2/156000/155844/1/1bc19e2bbba1e9b66ed6a9da2da59b8d5.jpg
http://cdn01.trixum.de/upload2/156000/155844/4/41574399f5a3b86733e7a1f5cabee4786.jpg

Ich habe zwar hier viel über Restaurierungen gelesen, aber irgendwie kein Gesamtvorgehen gefunden. z.B. zuerst im Öl (welches) für so und so lange einlegen, dann so und so mit dem und dem Material/Werkzeug bearbeiten dann so und so polieren usw. So etwas Ähnliches wie die Schärfanleitung von Senser. Ich möchte niemanden um eine derart detaillierte und aufwändige Darstellung bitten, würde mich aber darüber freuen, wenn erfahrene Rastaurateure vielleicht ein paar gute Tipps zu einem solchen Gesamtvorgehen abgeben würden.

Gruß
Tom

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Iltis
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Beiträge: 1.487



« Antworten #1 am: 13. Dezember 2016, 19:38:08 »

Hallo Tom_R41,

Das ist ein schönes Messer, und die Behandlung das es bedarf würde ich nicht mal als Restaurierung bezeichnen - es braucht wirklich nur geputzt und geschärft werden. Der Grinde und sehr leichten Flugrostansatz kriegst du leicht mit ein Glasfaserradierer weg; sowas bekommst du bespielsweise Hier, alternativ kannst du feine Stahlwolle verwenden. Beide sind härter als den Dreck das du entfernen möchtest, weicher aber als das Messerstahl; somit zerkratzt du nichts; wenn du z.B. Schmirgelpapier verwendest, greifst du damit die Oberfläche des Messers an, was nicht sehr sinnvoll ist. Ich benutze ein Glasfaserstift in Verbindung mit Feuerzeugbenzin zum putzen aus verschiedenen Gründen - zum einen, löst die Flüssigkeit eine Menge Grinde von alleine, als zweiten funktioniert das Zeug als eine Art Indikator - triefele ich Feuerzeugbenzin auf das Messer und schrubbe, und es verfärbt sich nichts (mehr), kann ich davon ausgehen, das ich fertig bin mit putzen. Auch wichtig - abgebrochene Glasfasern sind ziemlich ungesund einzuatmen; wenn man damit "nass" arbeitet, kann nichts in die Luft rumfliegen. Es lohnt sich auch Gummihandschuhe anzuziehen. Um die schwarz und rote Einlagen lohnt es sich aufzupassen - die lassen sich garantiert "wegputzen" wenn man nicht vorsichtig ist. Nach der Putzarbeit ist es nur notwendig, das Messer etwas zu polieren - da kann man eine Menge Mittel ausprobieren (ich persönlich benutze Wiener Kalk, wieder mit Feuerzeugbenzin gemischt), viele hier im Forum finden Autosol sehr gut.
Die Schalen sind vermutlich aus Zelluloid - da würde ich sie innen mit feinen Schmirgelpapier (600) putzen, sonst nur mit Wasser und etwas Zahnpaste aufpolieren. Keine lösungsmittelhaltige Poliermittel verwenden, und auch nicht das Messer auseinander bauen - das ist nicht notwendig, und man läuft den Gefahr, die Schalen dabei kaputt zu machen. Unter ungünstige Bedingungen kann Zelluloid Essigsäure ausgasen, was zu Rostbefall des Messers führen kann; scheint in deinem Fall (bisher) nicht der Fall zu sein. Falls es so ist, hilft nichts ausser die Schalen zu ersetzen - Zelluloid ist halt keine so stabile Kunststoff.

Ich hoffe, das hilft.

Iltis
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de gustibus, aut bene aut nihil
Tom_R41
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« Antworten #2 am: 13. Dezember 2016, 21:34:47 »

Hallo Iltis,

Merci! Nach der Lektüre hier im Forum habe ich mich mit Glasfaserstift, Auotsol und Nerv Dull (eqiuvalent zu Stahlwolle?) eingedeckt. Der Gesamtrpozess war mir jedoch unklar. Auch wie sich die Mittel ergänzen bzw. spezialisieren. Bis auf den Reinigungsbenzin habe ich jetzt wohl alles, um gem. Deiner Anleitung zu versuchen. Wie/womit soll das RM dann poliert werden - reicht einfach ein Tuch, oder gibt es effizientere Mittel? Idealerweise so, dass die schöne Ätzung nicht angegriffen wird...
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titanus
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« Antworten #3 am: 13. Dezember 2016, 21:40:58 »

Das Nevr dull ist das Äquivalent zu Autosol.
Glasfaserstift/Stahlwolle zuerst, dann noch Nevr Dull.
Das trägt man auf und lässt es etwas einwirken.
Danach mit Papiertüchern abwischen. Ev. wiederholen.
Das reicht i. d. R. vollkommen aus.
Aber es ergibt keinen Spiegelglanz wie bei einem neuen Messer.
Darüber musst du dir im Klaren sein.

titanus
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Es ist sinnlos, von den Göttern zu fordern, was man selber zu leisten vermag.

Epikur
Iltis
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« Antworten #4 am: 13. Dezember 2016, 21:54:05 »

Nevr Dull enthält meines wissens keine abrassive Putzkörper, nur Lösungsmittel und vermutlich Ammoniumhydroxid (ich hoffe, es heisst so auf Deutsch). Wenn du etwas wie Autosol, Elsterglanz oder sogar Zahnpasta verwendest, erhälst du etwas mehr Glanz als wenn du *nur* mit Nevr Dull polierst.

Gruß

Iltis
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de gustibus, aut bene aut nihil
mikri
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Ich kann mit allen R41 rasieren


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« Antworten #5 am: 14. Dezember 2016, 09:20:58 »

Hi Tom_R41
Zu den Tipps von Iltis kann ich nur noch hinzufügen, wenn du eine dieser Whitening Zahnpasten benutzt, hast du eine etwas höhere abrasive Wirkung.
Einfach auf den RDA Wert schauen. Je höher der Wert, desto höher die abrasive Wirkung.

Viel Spass beim Erhalten dieses wunderschönen Messers. Das Reinigen und Aufbereiten eines Rasiermessers hat auf mich immer eine sehr meditative Wirkung Zwinkernd

LG mikri
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Mit Verarzten dauert's länger

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Tom_R41
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« Antworten #6 am: 14. Dezember 2016, 14:44:59 »

nochmal danke für die Tipps! Es ist alles eine Wissenschaft... Selbst die Stahlwolle. Ich wollte mal welche kaufen. Da gibt es von mittel bis fein und fein mit Abstufungen 00-0000. Im Baumarkt gab es nur fein-"00". ISt diese geiegnet, oder muss eine andere her?

Gruß
Tom
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