gut-rasiert
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Autor Thema: Gewinde der Hobel pflegen  (Gelesen 1770 mal)
Tim Buktu
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Mensch sei großzügig oder stirb! K.Brenner


« Antworten #15 am: 27. Februar 2016, 22:08:23 »

Vorsicht bei Messing. Ballistol kann Kupfer anlösen, das ein Bestandteil von Messing ist. Zum Reinigen von Messing ist es also gut geeignet, aber zur Konservierung meinem Dafürhalten nach aber eher nicht.
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trexko
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« Antworten #16 am: 28. Februar 2016, 10:25:58 »

Zum Reinigen von Messing ist es also gut geeignet, aber zur Konservierung meinem Dafürhalten nach aber eher nicht.

Davor warnt man bei einigen Ballistol Händlern sogar. Dein Dafürhalten ist also sehr richtig! Ballistol nur zur Reinigung und nicht zur Konservierung.

Ich nutze Silikonöl aus dem Punktdosierer.
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harrahalmes
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« Antworten #17 am: 28. Februar 2016, 11:28:30 »

Die "Messingunbeständigkeit" steht in einem Nebensatz indirekt in der Gebrauchsanweisung.



Das böse Messing macht natürlich das Öl kaputt! Grinsend
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Tim Buktu
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Mensch sei großzügig oder stirb! K.Brenner


« Antworten #18 am: 28. Februar 2016, 11:32:14 »

Etwas umfangreicher wird es hier erläutert:
http://www.ballistol-shop.de/Ballistol-und-Messing:_:108.html
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nero
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« Antworten #19 am: 02. M?rz 2016, 20:21:40 »

Vorsicht bei Messing. Ballistol kann Kupfer anlösen, das ein Bestandteil von Messing ist. Zum Reinigen von Messing ist es also gut geeignet, aber zur Konservierung meinem Dafürhalten nach aber eher nicht.

Ausgezeichnet, dass Du es erwähnst  Daumen hoch

Ich würde Ballistol bei Hobeln aus Messing, aber auch aus Zinkdruckguss wenn überhaupt, ebenfalls nur zur Reinigung verwenden.
Zinkdruckgusshobel sind zwar vernickelt und verchromt, trotzdem können bei älteren Exemplaren die Beschichtungen schon abgetragen worden sein und Zink minimal freiliegen (zugegeben, hier würde dann auch im Normalbetrieb irgendwann Korrosion entstehen). Da Ballistol einen alkalischen ph-Wert besitzt, reinigt es zwar gut, aber unter Langzeitwirkung, entstanden z.B. durch dauerhafte Ölung wirkt es, als würde man den Hobel dauerhaft in eine Lauge tauchen. Zink bildet in Laugen sog. Zinkate, in beiden Fällen (Messing und Zink) wird also das Material angegriffen. Bei Zink ist es dann sogar möglich, dass die Oxidation unterhalb der Beschichtung weitergeht.
Auf Nickel und Chrom (aufgrund der Passivierung) hat der alkalische ph-Wert jedoch keinen Einfluss.

Was die Gewinde am Hobel angeht, so würde ich da gar nix machen.
Regelmäßig reinigen, nicht zu oft dran rumdrehen und nicht zu fest anknallen.
Die meisten Hobel wurden am Gewinde für die Galvanik aufgehängt, weshalb dort ohnehin schon eine oberflächentechnische Schwachstelle vorherrscht.
Man kann natürlich das Gewinde mit einem ph-neutralen Öl einschmieren, das reduziert zwar die Reibung, wird aber bei jeder Reinigung abgewaschen und muss dann wieder neu aufgetragen werden. Diese Arbeit lohnt sich m.E. überhaupt nicht.
Bei allen zwei- und dreiteiler Hobeln würde ich das Gewinde jedenfalls nicht schmieren. Gewinde gehören normalerweise sowieso nicht geschmiert, es sei denn, es handelt sich um extremen Witterungen ausgesetztes Material (bspw. Offshore). Ansonsten treibt ein geschmiertes Gewinde, aufgrund der verminderten Reibung noch die Zugkraft nach oben, was bei dem einen oder anderen Grobmotoriker auch mal zum Materialbruch führen kann.

Wie sieht das denn bei einem Butterfly wie z.B. dem Gillette aus? [...] Und da drinnen in der Mechanik könnte ich mir schon vorstellen, dass da ab und an etwas Pflege gut täte.

Auch hier würde ich kein Ballistol in den Hobel pumpen. Der TTO-Mechanismus der Rockets wird i.d.R. über eine Kombination aus einem Rechts- und einem Linksgewinde realisiert und nicht wie bei den meisten anderen TTOs über ein Rechtsgewinde und einer Feder. Soll heißen, dass eine Schmierung im Inneren bei den Rockets tendenziell sehr gut ist, aber Ballistol halt auf Grund der o.g. Eigenschaften hier eher ungeeignet ist.

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Löppt!
Onkel Hannes
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« Antworten #20 am: 02. M?rz 2016, 23:01:57 »

Bei allen zwei- und dreiteiler Hobeln würde ich das Gewinde jedenfalls nicht schmieren. Gewinde gehören normalerweise sowieso nicht geschmiert, es sei denn, es handelt sich um extremen Witterungen ausgesetztes Material (bspw. Offshore). Ansonsten treibt ein geschmiertes Gewinde, aufgrund der verminderten Reibung noch die Zugkraft nach oben, was bei dem einen oder anderen Grobmotoriker auch mal zum Materialbruch führen kann.

Schlagendes Argument!
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Löwenküsser
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Wo gehobelt wird, fallen Haare.


« Antworten #21 am: 02. M?rz 2016, 23:42:22 »

Hallo,

extreme Witterungen bedeutet doch Nässe, Wärme, Kälte und Trockenheit (schlimmsten Fall im Wechsel )? Ich glaube all das bei einer Benutzung unserer Hobel zu bestätigen....okay, extreme Kälte wohl weniger aber trotzdem simuliert man dennoch "Witterungsverhältnisse" im Bad  Huch ? Von daher kann ein "schmieren" bestimmt nicht schaden, ob es nützt weiß wohl nur der Geier....und der dreht auch die Rasierklingen nach jeder Rasur, weil er die Bedeutung der Zahlen auf ihnen weiß  Grinsend Grinsend Grinsend!
Nicht's für ungut, Schäden an Gewinden wird das fetten/ölen nicht anrichten....wohl eher im Gegenteil !
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Wer meine Rechtschreibung schon schrecklich findet, der sollte mich erstmal reden hören!


Gruß, Stefan
Rockabillyhelge
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NOS-Hunter, aka. Jäger des verlorenen Schatzes


« Antworten #22 am: 02. M?rz 2016, 23:45:11 »

Wenns nötig ist nehme ich dickes Silikonöl oder Armaturenfett für Heisswasserarmaturen (Lebensmittelecht bzw. unschädlich), ansonsten mache ich nur bei wirklich vom Fraß bedrohten Gewinden etwas.
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Dorsalus d.Ä. sprach: Auch ein schöner Rücken kann Entzücken :-)
Onkel Hannes
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« Antworten #23 am: 03. M?rz 2016, 00:47:27 »

In der Technik jedenfalls hat neros Argument schon seine Berechtigung. Zum Beispiel gilt ein Anzugsdrehmoment im Grundsatz immer für ein sauberes, trockenes und ungeschmiertes Gewinde. Ich kann mich erinnern, wie mal ein Mechaniker für Flugzeugtriebwerke einen Lehrling angeschissen hat, der irgendwo WD40 draufgesprüht hatte und dann mit dem Drehmomentschlüssel herumfuhrwerkte.

Wobei es bei uns wohl eher um den Korrosionsschutz als um die Schmierung geht. Eine Alternative wäre Beschichtung, aber die ist ja beim Gewinde wegen der Reibung auch wieder gefährdet, Schmierung hin oder her.

Andererseits gibt doch genug Hobel, die ein oder zwei Weltkriege auch ohne Konservierung überstanden haben. Vielleicht sollte man wirklich das Gewinde einfach Gewinde sein lassen. Oder halt fetten, schmieren, was auch immer, aber dann nicht wie ein Weltmeister anziehen - nach fest kommt ab.
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Löwenküsser
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« Antworten #24 am: 03. M?rz 2016, 01:13:00 »

Hallo,
ich wollte ja auch Niemands Argumente anzweifeln...auch nicht, das in z.B. der Triebwerkswechanik manche Gewinde zum eindrehen in "was weiß ich auch immer" fest sitzen sollten. Und da sind Schmierstoffe bestimmt kontraproduktiv.
Aber in "Mechaniken" die ständig durch Reibung (dazu zählt auch eine Gewinde für mich) beansprucht werden, die sollten meiner Meinung nach durch einen Schmierfilm geschützt sein und werden!

Leider gibt es ja genug Hobel deren Gewinde des Kopf's über die Jahrzehnte zerfressen ist oder manch anderer, der die Butterfly-Mechanik uns nicht mehr öffnen möchte....oder dies nur quietschend und hakend machen will!?

Etwas Plege seiner Ausrüstung gehört doch dazu....ob man es macht oder nicht, muss jeder selber entscheiden  Zwinkernd Grinsend!

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Gruß, Stefan
Herne
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« Antworten #25 am: 03. M?rz 2016, 04:14:54 »

Ich finde, die Frage ist eine andere bzw. der TE hat eigentlich auch was anderes gefragt, als was hier zum Teil mit viel Fach- und Detailwissen geantwortet wurde. Zwinkernd

Ich behaupte jetzt mal, daß vieles von dem, was hier vorgeschlagen wurde, mehr dem Bereich Fetisch (wofür ich ja volles Verständnis habe! Grinsend) denn einer wirklichen Notwendigkeit zuzuschreiben ist. Oder kann jemand ein konkretes Beispiel nennen, wo ein Gewinde tatsächlich mal gebrochen ist, gerostet hat usw., nachdem es lange Zeit einfach nur 'normal' gereinigt wurde?

Denn genau so habe ich Knarf's Eingangsfrage verstanden, also Alltagsbetrieb und nicht 'vergammelten Butterfly auf dem Flohmarkt gefunden' ... .
Die von Dir angesprochenen 'über die Jahrzehnte angefressenen Gewinde' lagen wahrscheinlich eher ebenso lange verschmutzt irgendwo im Keller rum anstatt regelmäßig eingesetzt und gereinigt zu werden, oder?

Ich selbst reinige auch meine Vintage-Hobel bisher nur mit Spüli + Zahnbürste beim Klingenwechsel. Allerdings lasse ich sie nach dem oberflächlichen Trocknen immer noch 2-3 Stunden offen liegen, bevor ich sie wieder zusammenschraube, eben wegen der angesprochenen Problematik.
« Letzte Änderung: 03. M?rz 2016, 04:25:00 von Herne » Gespeichert
nero
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« Antworten #26 am: 03. M?rz 2016, 10:11:13 »

Ja, also hier sind sicherlich verschiedenste Ansichten berechtigt; nur eine Schmierung eines Gewindes, das alle paar Tage geöffnet wird, halte ich wie gesagt für überflüssig. Das Gewinde wird mehr oder weniger beim Zudrehen "luftdicht" verschlossen, soll heißen, dass da sowieso nichts oder nur sehr wenig vorhanden ist, das die Materialien angreifen kann. Die Reibungsminderung durch Schmierung ist natürlich nicht von der Hand zu weisen, aber hier überwiegen m.E. die Kontrapunkte, Zugkraft auf das Gewindestück wird erhöht, Selbsthemmung wird reduziert und bei einem M5 Gewinde mit <10mm Einschraubtiefe kann man die Reibung, die durch das Betätigen entsteht m.E. vernachlässigen.

Man kann Gewinde fetten, wenn sie z.B. zwischen den Schraubintervallen lange Zeit starken Witterungen ausgesetzt sind und damit meine ich nicht das heimische Badezimmer, insofern muss ich da Löwenküsser widersprechen. Der Hobel ist Seifenlauge usw. ausgesetzt, ja. Aber der Hobel wird danach auch mit klarem Wasser abgespült und er hat Zeit zum Trocknen, abgesehen davon ist das Gewinde sowieso gut verschlossen. Hinzu kommt, dass der Hobel dann alle paar Tage geöffnet und gereinigt wird, dabei wird lediglich ein feiner Kalkseifenbelag, der schon durch einen Fingerwisch beseitigt werden kann entfernt. Was ich mit extremer Witterung meine sind z.B. Spannschrauben, die zum Container-Laschen verwendet werden. Dort werden die Gewinde großzügig mit Seefett bestrichen, damit die Container, welche in Honkong gelascht wurden und mehrere Wochen auf hoher See durch salzig-feuchte Luft geschippert wurden, in Deutschland auch wieder losgemacht werden können.
Man kann Gewinde aber auch Schmieren, um den Wirkungsgrad der Vorspannkraft zu erhöhen, damit wären wir wieder bei der erhöhten Zugkraft auf die Bauteile.

Und wie hier schon erwähnt wurde, die Hobel, die so richtig vergammelt sind, wurden wohl regelmäßig nicht gespült, gereinigt und sind dann vermutlich samt eingelegter Klinge auf den Dachboden gewandert. Da hat sämtliches Material selbstverständlich auch Zeit zu korrodieren. Übrigens können so über die Zeit entstandene Kalkablagerungen am Gewinde beim Zudrehen oder Öffnen die Beschichtung auf den Flanken angreifen und das darunterliegende Zink freilegen.

Lange Rede kurzer Sinn, ich bin der Meinung, dass regelmäßige Reinigung und behutsames Betätigen der Hobel völlig ausreicht. In der Praxis hat sich sogar gezeigt, dass eher die Schaumkanten abnutzen, als dass das Gewinde schaden nimmt. Wer seine Hobelgewinde dennoch schmieren möchte, sollte zumindest darauf achten, dass er ein möglichst neutralen und lebensmittelechten Schmierstoff verwendet (da fällt mir eigentlich nur Gleitgel ein  Smiley) und dann halt die Hobel vorsichtiger zudreht.
Ich glaube es war der User "Captain Murphy", in den amerikanischen Rasurforen bekannt als die Adresse für Restaurationen von Gillette-Hobeln, der mal gesagt hat, dass gerade die TTOs, welche regelmäßig geschmiert wurden im Inneren am meisten korrosiven Schlick angesammelt hatten, weil das Öl eben nicht verdunstet und Bauteile teilweise angefangen hatten zu fressen.

Also, immer schön locker bleiben  Grinsend
« Letzte Änderung: 03. M?rz 2016, 10:39:31 von nero » Gespeichert

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