gut-rasiert
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Autor Thema: Düfte, die der Nassrasierer kennen sollte  (Gelesen 6811 mal)
baknip
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« Antworten #30 am: 25. November 2014, 12:03:13 »


Wer keine Zeit zum Plätzchenbacken hat, kann zu Dries van Noten par Frédéric Malle greifen. Zwei, drei Sprüher auf das Handgelenk oder den Halsbereich und man ist nach einigen Minuten von feinstem Biskuit umgeben. Die noch zu Beginn prominenten Zitrusaromen ziehen sich rasch zurück.

Bei zurückhaltender Dosierung nehmen cremiges Sandelholz, Patchouli, Tonkabohne und Vanille im von nun an geradlinigen Duftverlauf nicht überhand und so wirkt das auf mich ganz angenehm rund, zumal die Süße moderat ausfällt. Die Haltbarkeit ist beachtlich.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Den Träger des Dufts umgibt kein banaler Keks- oder klebriger Konditoreiduft, bei dem einem das Wasser im Mund zusammenkaufen könnte, vielmehr so etwas wie ein warmer, balsamischer Wohlfühlduft mit Biskuit-Anmutung. Darin ist bestimmt das ein oder andere kluge Synthetikmolekül enthalten und so könnte dieses Dries van Noten par Frédéric Malle auch ein Dries van Noten par Comme des Garçons sein.

Das Flakon gefällt mir gut und die rote Verpackung steckt, wohl in Anlehnung Modedesigner Dries van Noten, in einer Leinenbox statt dem sonst bei Malle üblichen roten Umkarton.

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Onkel Hannes
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« Antworten #31 am: 27. November 2014, 22:43:46 »

Ausgefallene Düfte, geile Fotos, klasse Beschreibungen - das gehört oben hin meines Erachtens. Ich erlaube mir das mal zu pinnen.
Hannes, Mod-Team
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Mecky messer
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« Antworten #32 am: 30. November 2014, 10:41:46 »

Gestern bekommen,beide Düfte brauchen ca 45 Min bis sie sich auf der Haut richtig entwickelt haben.

http://www.ausliebezumduft.de/atelier-cologne-metal-collection-gold-leather.html

http://www.ausliebezumduft.de/les-liquides-imaginaires-bloody-wood-eau-sanguine.html
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baknip
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« Antworten #33 am: 04. Dezember 2014, 16:03:02 »


Histoires de Parfums Petroleum. Ein kurioser Duft.

Zu Beginn kann man Oud erriechen, und zwar animalisches Oud, das nicht medizinisch, sondern ein wenig nach Kuhstall duftet. Dieser Eindruck legt sich nach ein paar Minuten und es entsteht ein Duftkonglomerat ohne Gegenstück natürlichen Ursprungs, aus dem nichts explizit herauszuriechen ist. Petrochemie, Harze und Aldehyde (synthetische Noten) ja, aber angenehm und weich, nicht klebrig, benzinig (wie bei Knize Ten) oder gar in meiner Nase widerlich. Die Komposition erinnert stark an das weiter oben vorgestellte The Scent of Departure: Dubai (DXB) vom selben Hersteller, ist aber deutlich intensiver und hält viel länger. Quasi der erwachsene Bruder von Dubai mit leichter Süße.

Der Duft ist stets präsent, kommt mir aber durchgehend leicht, luftig und transparent vor. Klingt bizarr, doch die Duftaura suggeriert mir aus einiger Entfernung gerochen den Eindruck von mariner Frische und Sauberkeit. Interessant, falls man gerade mal gar keine Lust auf Natur in der Nase hat, oder für andere Personen möglichst schwer greifbar sein möchte.

Wenn mich jemand nach einer dazu passenden Rasierseife fragen würde: D.R. Harris Marlborough ginge genauso wie Klar Kabinett (die Aldehyde schaffen einen leicht floralen Eindruck).



Zum Flakon: Drin sind 60 Milliliter statt der bei Histoires de Parfums sonst üblichen 120 Milliliter. Man hat einfach den Standardflakon neben dem Sprayer gekürzt und silbern beschichtet. An der Schnittfläche ist das Glas transparent.

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baknip
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« Antworten #34 am: 12. Dezember 2014, 21:18:50 »


Dezember ist der Monat, in dem auch bei Düften meiner Ansicht nach ein wenig Bling-Bling nicht schaden kann. Daher versucht ich bis zum Jahresende noch ein paar Düfte vorzustellen, die allesamt ein wenig „drüber“ sind. „Viel hilft viel“ soll das Motto lauten, gleich ob in Sachen Opulenz, Duftkonzentration, Flakondesign, Duftrichtung, Einstandspreis oder eben besagtem Bling-Bling-Faktor. Und ja, ich denke da an Sachen, die explizit nicht jedem gefallen werden (und sollen?), die polarisieren und bei denen es aber auch nicht schaden, mal davon gehört zu haben.

Los geht’s mit Royal Delight von Creed, einem der Düfte, die noch aus der guten alten Zeit stammen, als es bei Creed von allem etwas mehr sein Dufte: Die volle Palette floraler Noten (insbesondere Jasmin und Veilchen), Leder (weich und nicht petrolartig), Bergamotte und Orange/Mandarine, Zimt und Nelken, Vanille sowie Animales (die berüchtigte Pipi-Note). Das Ganze ist unterlegt mit einer präsenten Süße und einer tageslangen Haltbarkeit bei guter, in den ersten Stunden raumfüllender Abstrahlung. Passt wie Glühwein prima zur kalten Jahreszeit und sorgt mit steigenden Temperaturen für Aufmerksamkeit. Weil das den Marketing-Creedys wohl alles nicht mehr so contemporary erschien, hat man Royal Delight zusammen mit einigen anderen Creed-Oldies aus den Regalen gefegt - Restflakons sind aber noch zu finden. Der gute Günni hatte den Duft hier im Forum an anderer Stelle schon mal gezeigt.

Zwar stammt der Duft wohl aus dem Jahr 1994, er mutet allerdings viel älter an. Hätte mir jemand erzählt, der wäre aus den 1970er Jahren, hätte mich das nicht gewundert.

Zwei Spitzer genügen, vier sind für mich zu viel, denn das ist kein Duft der leisen Töne. Nimmt man zu Beginn eine Nase, so kommt einem Royal Delight wegen seiner überbordenden Süße und den Blumen zunächst feminin vor. Nach 20, 30 Minuten drängen sich dann immer mehr Holznoten in den Vordergrund und die Sache wird schön maskulin.



Bei diesem Duft genial eingearbeitet ist Zimt, wohl eine der seinerzeitigen Lieblingsindigrenzien bei Creed. Neben Royal Delight gibt es mit Ambre Cannelle einen nicht minder potenten Amber-Zimtduft, der jüngst ebenfalls vom Markt genommen wurde. Ein geniales Zeugs, das ich jedem ans Herz legen möchte, der maskulinen Zimt mag. Dann ist da noch Creeds Zimtduft mit dem wenig lippengängigen Namen Baie de Genievre Feuilles de Canneliers, der gegenüber Royal Delight und Ambre Cannelle fast karg daherkommt und eher was fürs Büro ist (kein Bling-Bling). Achja, besagtes Genievre-Canneliers ist natürlich mittlerweile auch eingestellt.


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baknip
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« Antworten #35 am: 14. Dezember 2014, 20:34:47 »

Viel Rauch ums Früchtchen gibt es bei Tom Ford Plum Japonais aus der Private-Blend-Reihe, einem wunderbar warm-würzigen Obstduft. Man stelle sich frisch gesägtes Nadelholz als Basis vor, neben dem ein kräftiger, süßer roter Fruchtsud vor sich hinblubbert. Er ist mit Amber, Safran und einer Menge rauchigem Etwas angereichert und bereits sirupartig eingedickt. Genau so könnte ich mir Plum Japonais vorstellen: Wumsig, kraftvoll und schmuseschön, aber in keiner Weise penetrant wie Fords Vorzeige-Private-Blend Tobacco Vanille. Die Räucherstäbchennote macht den Duft maskulin.

Diesen modernen Gute-Laune-Duft sehe ich an Männern gleich ob 18 und Club, Weihnachtsmarkt mit Freunden oder Sonntagspaziergang mit den Enkeln. Für mich einer der besten Private Blends der Marke Tom Ford.



Edit: Disco durch Club ersetzt - mir fiel zu spät ein, dass ich alt werden
« Letzte Änderung: 14. Dezember 2014, 20:42:19 von baknip » Gespeichert

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baknip
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« Antworten #36 am: 21. Dezember 2014, 15:21:42 »


Eine Krone als Luxusmarkenemblem kennt kann vor allem von Rolex, bei Düften zieren die Flakons des Briten Clive Christian ein Krönchen. Allerdings nicht seit Ewigkeiten, sondern erst, nachdem der gute Mann, dem eigenen Vernehmen nach ein in Großbritannien wohlbekannter Innenausstatter, die britische Traditionsmarke Crown Perfumery mit Gründungsjahr 1872 übernommen hat, um an eben jede Kronenflakons und Crown-"Tradition" zu kommen.

Bei goldenen oder kristallenen Krönchen denke ich an den Pseudo-Luxus-Tinnef, mit dem Harald Glö(ö)ckler hierzulande den Markt überschwemmt. Für die Düfte von Clive Christian soll man als Käufer dagegen richtig Kohle investieren. Wohl deshalb hat man die bisherigen Düfte der Crown Perfumery nach der Markenübernahme kurzerhand verkauft, um von nun an neue Düfte unter dem provokanten Slogan "The Worlds Most Expensive Perfume" zu lancieren.

Teuer als vornehmliche Markeneigenschaft finde ich ziemlich lächerlich, konnte mich als parfüminteressierter Mensch aber auf Dauer dennoch nicht verschrecken lassen, die paar Herrendüfte mal zu probieren. Dafür fand ich das Set mit drei wohlverarbeiteten 10-Milliliter-Flakons der Düfte No. 1 Men, X Men und 1872 Men in der schwarzen Klappbox geeignet. Der Preis von 260 Euro ist dafür gelinde gesagt unappetitlich. Zum Vergleich: Der Einsteiger-Fakon von No. 1 Men mit 50 Milliliter kostet absurde 680 Euro, X Men 295 Euro und 1872 Men mutet mit 260 Euro im Clive-Christian-Kosmos fast wie ein Schnäppchen an. Weil 680 Euro für Superreiche wohl eher in die Trinkgeldkategorie fällt, nötigt mir unter Vermarktungsgesichtspunkten Respekt ab, wie man mit viel Chuzpe (noch) reichen Russen und Arabern an die Geldbörse geht: Das No. 1 Men gibt es in verschiedenen Editionen mit allerlei aus dem Empire entlehnten Namenszusätzen, wobei das No. 1 Men Imperial Majesty zum sechsstelligen Betrag die Deckelung nach oben bildet.




Genug Vorgeplänkel, es geht schließlich darum, wie die Düfte denn nun riechen. No. 1 for Men im goldenen Flakon ist ein waschechter Orientale mit viel floralen Elementen. Vor allem Jasmin, Iris und Rose kann man rausriechen, die übrigen Blütennoten vermischen sich zu einem floralen Bouquet auf holzig-gewürzigem Untergrund, das mir heutzutage nicht mehr zeitgemäß erscheint und nur Liebhaber entsprechender Parfüms entzücken dürfte. Der Duft wirkt pudrig-schwülstig, ist überaus komplex und kein Bisschen luftig-leicht. Nix fürs Büro, aber ein Kracher für alles andere – gefällt mir mit seiner überzogenen Art sehr gut. Allerdings gibt es meines Erachtens ähnliches etwa mit Amouage Gold Man in vergleichbarer Qualität viel günstiger.

Das komplette Gegenteil ist 1872 Men im dunkelgrünen Flakon: Ein moderner grüner Zitrusduft mit klassischem Cologne-Einschlag und dezentem Weihrauchharz im Hintergrund. Prima untertags für Arbeit und Freizeit, wenn man nirgendwo anecken mag. Eben ein Duft ohne großen Paukenschlag oder Glamour, aber durchaus mit dem gewissen Etwas. Wie bei No. 1 ist die Haltbarkeit sehr gut. 1872 Men stammt übrigens von Geza Schön, der sich als Parfümeur von transparent-leichten Düften einen Namen gemacht hat – auf dieser Linie liegt auch 1872 Men.

X Men im schwarzen Flakon empfinde ich ob seiner schlechten Haltbarkeit als das Sorgenkind des Trios: Ein angenehmer dunkler Weihrauchduft mit Zedernholz, Vetiver, Eichenmoos und Amber, aufgehellt durch Zitrusnoten und Ingwer. Der Weihrauch besteht aus wenig Rauch und viel Harz, ein paar Frucht- und Blütennoten machen die Mischung rund und weich. Die üblichen Ecken und Kanten, wie sie sonst bei vielen Weihrauchdüften vorkommen und manchen verschrecken, gibt es für meine Nase nicht. Die große Schwachstelle von X Men ist seine Flüchtigkeit: Schon nach einer, spätestens zwei Stunden flacht der Duft bei mir erheblich ab und ich müsste nachsprühen :-( Ansonsten ist nach drei Stunden nichts mehr da.

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baknip
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« Antworten #37 am: 12. Juli 2015, 23:36:46 »


Unter den Lavendeldüften gibt es am einen Ende die krautigen, die den Lavendel in seiner herben, an Rosmarin erinnernden Natürlichkeit in den Vordergrund stellen. Lohses Uralt Lavendel fällt mir da exemplarisch ein oder Penhaligon's Lavandula. Und dann gibt es die Lavendeldüfte, die zwar Lavendel ins Zentrum stellen, drumherum aber schöne Weichmacher legen – Caron pour un Homme mit Vanille etwa. Spigo von Bois 1920, um den es hier gehen soll,  zähle ich zur zweiten Gruppe.



Ein freundlicher Gutelauneduft, der mir italienisches Lebensgefühl suggeriert: Viel milder Lavendel, ein wenig Holz, etwas Cremiges, das den Duftverlauf bis zum Ende begleitet und prägt, und ein paar dezente Blümchen drumherum - so könnte ein smarter Gentlemen im italienischen Frühsommer duften. Das ganze steckt in einem für mich extrem attraktiven Flakon, der toll in der Hand liegt und - sofern man sich mit der Flakonfarbe anfreunden kann - auch im Regal einiges hermacht.

Von dem ganzen Klimbim an übrigen Zutaten, den der Hersteller auf seiner Website angibt, rieche ich nichts, und ich vermisse auch nichts davon.


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baknip
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« Antworten #38 am: 22. Juli 2015, 10:45:12 »


Der heiß-schwüle Sommer ist wie gemacht für Zitrusdüfte, die Abkühlung und Frischekick zugleich versprechen. Soll es nicht Zitrus pur sein, sind Düfte mit Caipirinha-, Margarita- oder Mojito-Akkord eine spannende Sache. Gemeint sind freundlich grüne Schönwetterdüfte, die fruchtig-sanft daherkommen und sommerlich-synthetische Leichtigkeit verbreiten. Klar ist der Cocktailgetränkebezug vor allem Marketinggesäusel, doch die Duftmischung aus Limonen, ein wenig Kokos-, Melonen- oder sonstiger Fruchtsüße, jeder Menge Moschus und einer ausgeprägten Alkoholnote erinnert durchaus an einen Tropical.
Drei Düfte, die in diese Richtung gehen und die ich ganz gut gemacht finde, sind Guerlains Aqua Allegoria Limon Verde, Coney Island von Bond No.9 und CK One Summer 2014 von Calvin Klein. Am gefälligsten ist für meinen Geschmack die Sommervariante 2014 von CK One (Achtung: bei der 2015-Edition handelt es sich um einen anderen Duft). Ausgewogenes Verhältnis von Frucht, Süße und vor allem hintenraus Moschus mit wenig Kokos – ich mag diese Mischung.



Bei Limon Verde aus der Aqua-Allegoria-Reihe kommt das Kokos mehr raus, allerdings für Männer tragbares Fruchtkokos, nicht Kokos im Stil unsäglicher Autolufterfrischer oder 08/15-Bodylotions. Coney Island von Bond No.9 ist besonders spritzig durch die Einbindung von etwas, das mich an L'Eau d'Issey erinnert, und wird nach einer Weile cremig. Erinnert mich unterm Strich an ein Gletschereisbonbon.

In Sachen Haltbarkeit verweist der teure Bond die beiden Mitstreiter auf die Hinterbank. Das lässt sich relativieren, denn zum Anschaffungspreis von Coney Island kann man gleich mehrere CK-Flakons kaufen und großzügig nachsprühen.

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baknip
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« Antworten #39 am: 08. Januar 2017, 10:07:48 »


Ein kleiner, unscheinbarer Parfum-Stick mit gerade mal 10 Millilitern Inhalt beschert mit dieser kalten Tage ein schönes orientalisches Wärmegefühl. Er enthält Marrakech Intense von Aesop. Da gibt es ein Sammelsurium an Gewürzen, von denen vor allem die staubige Nelke und solche hervortreten, die ich aus Kardamon-Kaffeegewürzmischungen kenne. Die Gewürze ruhen auf einem dicken Sockel aus Sandelholz und ein wenig Blüten, letztere runden die Sachen ab, ohne selbst dominant zu sein. Das alles kommt holzig-trocken und für meine Nase ohne jede Süße daher. Das finde ich klasse, doch es dürfte manchem ein wenig zu harsch-herb mit minimal säuerlichem Touch sein. Mir gefällt das Fehlen von süßen Noten und wie dieser Unisex-Duft nach dem Aufrollen auf die Haut (im Kopf des Flakon-Sticks befindet sich eine kleine Edelstahlkugel) binnen zehn Minuten an Fahrt gewinnt, bevor er so wahrnehmbar ist, wie er dann über Stunden bleibt. Eine große Duftveränderung findet nicht statt, hinten raus wird der Duft ein wenig weicher. Frisch, wie Aesop durch die Angabe von Bergamotte suggeriert, riecht Marrakech Intense bei mir erfreulicherweise ganz und gar nicht :-)



Das Aesop könnte so oder so ähnlich auch gut in die Reihe der Serge-Lutens-Gewürzdüfte passen (Arabie, Chergui). Seine Abstrahlung kommt mir ein wenig dezenter als die von Arabie oder Chergui vor.

Als Alternative zur Parfum-Konzentration gibt’s Marrakech Intense zum fast identischen Preis auch als Eau de Toilette mit 50 Millilitern für alle, die lieber sprühen als rollen. Das Eau de Toilette habe ich nicht probiert.


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Tim Buktu
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Mensch sei großzügig oder stirb! K.Brenner


« Antworten #40 am: 13. Januar 2017, 20:08:11 »

Das hört sich vielversprechend an.
Danach muss ich mich mal umriechen.
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Tranquilo - In der Ruhe liegt die Kraft...

PS: Alles nur meine persönliche Meinung, die sich durchaus beeinflussen lässt und sich deshalb gelegentlich auch ändert!
baknip
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« Antworten #41 am: 13. Januar 2017, 20:25:04 »


Veilchen finden sich hierzulande meist in Form von Stiefmütterchen als Grabbepflanzung. Zu haben sind Veilchen bei uns auch als Pastillen, allerdings sind die wenig populär und meist entweder in der Apotheke zu finden oder hübsch verpackt als Bonbons mit Retro-Touch. Und es gibt Veilchendüfte, sogar für Herren, doch die sind seit der Rezepturänderung von Diors Fahrenheit noch seltener als besagte Pastillen anzutreffen. Trumpers Ajaccio Violets mit seinem leuchtenden Grün dürfte dem ein oder anderen eventuell schon mal aufgefallen sein, zumindest im Web, denn in Parfümerien und echten Läden mit Rasurzubehör ist er mir kaum untergekommen.

Auch Guerlain hat ein Veilchenparfüm für Herren mit dem schönen Namen Arsene Lupin Dandy im Duftprogramm, vielmehr eigentlich gerade nicht mehr, denn man hat sich jüngst entschlossen, ausgerechnet dieses feine Kleinod aus dem Programm zu nehmen. In der Auslaufphase ist es aber noch zu bekommen, zumindest in den Maison-Guerlain-Geschäften, denn nur hier war es seit jeher zu haben, um dem Wässerchen (zu Unrecht) einen Auftritt abseits des Massenpublikum zu verschaffen. Und vermutlich, um die stolzen 210 Euro zu rechtfertigen, die es für Arsene Lupin Dandy zu entrichten gilt (oder galt).

Gegenwert dieser Investition ist neben einem unpraktischen Flakon - mehr dazu gleich - ein Aubergine eingefärbter, holzig-floraler Gentlemen-Duft (für mich tatsächlich Gentlemen) mit dem Gewissen etwas für erwachsene Männer. Er spannt einen wunderschönen Bogen zwischen holzig-würzigen Herrendüften, der typischen Guerlain-Essenz wie in Mitsouko und Jicky und dem fruchtig-floralen Veilchen, das ein wenig Puder abbekommen hat.




Und wie genau riecht das? Ziemlich edel. Erst nach Hölzern mit ein wenig Zitrus, dann nach Hölzern mit blassen Kräutern, dann auch ein wenig fruchtig-pudrig - und stets  und permanent präsent sind Veilchenpastillen. Und wer mag das? Abgesehen von mir :-) möglicherweise geschätzte Nassrasurkollegen, die ein Herz für Omas Vieleichen übrig haben, an unkonventionellen britischen Herrenparfums Gefallen finden und klassischen Guerlain-Düftem etwas abgewinnen können.

Der Flakon mit dem Holzrahmen drumherum – ja. Er wirkt auf mich ein klein wenig grobschlächtig und liegt schlecht in der Hand. Der Rahmen sorgt geradezu für eine verkrampfte Haltung beim Sprühen. Ich mag ich nicht. Wobei ich nicht absprechen kann, dass die einstmals vier Düfte von Guerlains Les-Parisiens-Reihe (Arsene Lupin Dandy, Arsene Lupin Voyou, Chamade und Derby) mit ihren unterschiedlich gebeizten Holzrahmen unmittelbar nebeneinandergestellt durchaus gefallen können.

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