gut-rasiert
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Autor Thema: Düfte, die der Nassrasierer kennen sollte  (Gelesen 10063 mal)
kimeter
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« Antworten #45 am: 31. Oktober 2017, 14:26:03 »

Volle Zustimmung! Erscheint ein neuer Beitrag, wird er direkt gelesen.  


@baknip
Hast Du auch "leichtere" Düfte, wie zum Beispiel Acca Kappa White Moss? Kennst Du etwas vergleichbares? Solltest Du mal einen Duft vorstellen der in diese Richtung geht, würde mich das sehr freuen.

-Andreas
« Letzte Änderung: 31. Oktober 2017, 14:31:08 von kimeter » Gespeichert
titanus
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« Antworten #46 am: 31. Oktober 2017, 14:40:04 »

@baknip, ich lese Deine interessanten Parfümkommentare mit grossem Genuss.  Daumen hoch

Genau!
Aber dieser macht jetzt nicht wirklich Lust, ihn zu testen  Zwinkernd

Grüße

titanus
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Es ist sinnlos, von den Göttern zu fordern, was man selber zu leisten vermag.

Epikur
Hobel Stef
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« Antworten #47 am: 31. Oktober 2017, 15:15:20 »

@baknip, ich lese Deine interessanten Parfümkommentare mit grossem Genuss.  Daumen hoch

Dem kann Ich mich auch nur voll und ganz anschliessen. Ich finde es sehr spannend wie jemand derart facettenreich Düfte beschreiben kann und freue mich schon auf die kommenden Beiträge!
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Oberloser
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Gut rasiert - gut gelaunt !! (Rotbart anno 1954)


« Antworten #48 am: 12. November 2017, 11:48:40 »

@baknip
Hast Du auch "leichtere" Düfte, wie zum Beispiel Acca Kappa White Moss? Kennst Du etwas vergleichbares? Solltest Du mal einen Duft vorstellen der in diese Richtung geht, würde mich das sehr freuen.

Unser Maître des Parfums baknip wird dir sicher noch antworten, Andreas.
Einstweilen könntest du im Body Shop mal das vergleichsweise preiswerte  White Musk EdT testen. Dieser elegante Unisex-Duft verkörpert das, was ich als "leicht" interpretiere, will sagen: er ist um einiges dezenter - die Sillage ist nicht so intensiv wie beim Muschio Bianco und auf meiner Haut auch nicht so lange wahrnehmbar. Gleichwohl entfacht er bei mir auch dieses Gefühl von Sauberkeit und Frische, es gibt ihn auch als EdP und er ist zu jedem Anlass tragbar.
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baknip
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« Antworten #49 am: 12. November 2017, 12:38:03 »

Hast Du auch "leichtere" Düfte, wie zum Beispiel Acca Kappa White Moss? Kennst Du etwas vergleichbares? Solltest Du mal einen Duft vorstellen der in diese Richtung geht, würde mich das sehr freuen.

Lieber kimeter, lieber Andreas - einen direkt mit White Moss vergleichbaren Duft kenne ich nicht. Bei mir aktiviert Acca Kappa die Assoziation Baumwollwäsche nach dem klassischen Stärken und Bügeln. Frisch, rein, sauber wie Bettwäsche in der Manglerei (in dem kleinen Betrieb in der Nähe meines Büros, an dessen offenen Fenstern ich täglich vorbeigehe, wird direkt an einer riesigen alten Miele-Mangel geraucht (!), doch der Zigarettenqualm geht am Fenster im warmen Wäscheduft unter).

Gut gemachte Sauber- und Waschmitteldüfte, die an sich auch in diese Richtung gehen, gibt es  einige. Mir gefallen beispielsweise Aqua Universalis Forte bzw. Aqua Universalis (Kurkdjian), Chemise Blanche (LM Parfums) oder Anyway (Juliette Has A Gun). Allerdings gehört zu diesen Düften eine cremige Komponente. White Moss hat dagegen obenauf etwas Kühles, das den Eindruck von Gebirgsbach oder Eiswürfel erzeugt und den Korpus von der ersten Minute an bis zum Ausklingen begleitet. Er ist es wohl auch, der das Acca Kappa auf der Haut auch nach Stunden so frisch rüberkommen lässt, wenn der Duft nur noch leicht wahrnehmbar ist.

Denke, dass ist es auch, was White Moss bei Männern beliebt macht, während andere Sauberdüfte mehr in die feminine Richtung geschoben werden. „Natürlich“ riecht für mich bei White Moss übrigens nichts, das ist für meine Nase ein rein synthetisch anmutender Duft, der seine empfundene Natürlichkeit durch Assoziation erhält. Die Duftpyramide ist für mich reine Fiktion. Doch was juckt das, wenn so was Feines rauskommt.

Habe mich mit dem guten Guilty darüber unterhalten, was jemandem, der White Moss ernsthaft mag, noch gefallen könnte. Herausgekommen sind zwei schnörkelfreie Düfte, die einen Test wert sein könnten:



Cartier Declaration: Ich habe hier einen älteren Flakon und nun mehrmals die Parallelprobe zu White Moss gemacht. Ignoriere den unschönen Flakon mit dem unpraktischen Sprüher und auch den Hersteller: Auf der Haut kann das mir vorliegende klassische Declaration Eau de Toilette ohne weitere Namenszusätze eine Sauber- und Frisch-Aura schaffen, die Gefallen könnte.

Gendarme von Gendarme: Das Ding war angeblich bei den Amis mal recht angesagt, weil es wohl ohne allergene Inhaltsstoffe ist/war und niemanden nerven sollte. Neuer Name ist Gendarme Classic und ich hoffe, die haben nur den Namen und nicht den Inhalt geändert. Ist etwas weicher als das Acca Kappa.


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baknip
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« Antworten #50 am: 17. November 2017, 18:33:05 »


Lust auf ein fast immer tragbares Eau de Fougère-Cologne für nach der gepflegten Nassrasur? Dann könnte ein Blick auf die grüne Insel und die Töpfe der Fragrances of Ireland lohnen. In einem davon braut man Patrick, eine Art „Sir Irish Moos“ - nur in authentisch und wirklich von dort. So frisch-würzig, so klassisch, so leicht riecht das.



Schnörkellos und ungezwungen wirkt Patrick zwischen all den namhaften Traditionsherrendüften. Die Mixtur machen vor allem Kräuter, Moose und Vetiver aus. Und weil drin ist, was draufsteht, meine ich im Hintergrund ein Bisserl typische Cologne-Basis à la 4711 aufzuschnappen. Das väterliche Patrick macht also weder Creed Green Irish Tweed Konkurrenz noch modernen Frischedüften.
Der Flakon in Flachmannanmutung ist ebenso geraderaus wie die einfache Umverpackung. Das ganze gibt’s für ehrliche unter 30 Euro direkt von der Insel geliefert, und inzwischen auch von einigen Versendern.

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Platzger
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« Antworten #51 am: 18. November 2017, 09:23:54 »

baknip, wie immer wunderbare Duftbeschreibungen. Vielen Dank, dass du dir immer die Zeit dafür nimmst.
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baknip
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« Antworten #52 am: 03. Dezember 2017, 10:53:52 »


Runter von der grünen Insel und italienischer Dauerfrische, rüber nach Großbritannien. Ich empfinde es als Glücksfall, einen meiner Lieblingsdüfte gleich in mehreren Variationen verwenden zu können. Er steht mir als kleiner Raubauz für ungezwungene Tage wie heute mit Schneefall vor der Türe zur Verfügung. Als britischer Edelmann im schwarzen Gewand begleitet er mich manchmal ins Büro. Dabei verzeiht er mir mit übertrieben höflichem britischen Snobismus alle Ausprägungen von Casual Wear einschließlich Jeans. Und wenn ich ihn ganz geballt für mich alleine haben will, darf es auch ein Bisschen drüber sein. Dann nehme ich Variante Nummer drei im Bling-Bling-Flakon aus seinem lila gefütterten Kartonsockel und sprühe 4x: 2x links und 2x rechts. Wumms, definitiv viel zu viel, aber es ist nur für mich und so gerade recht. Leitspruch so in etwa: Viel hilft viel.

Der Raubauz ist Bel Ami von Hermès, ein etwas altmodisch anmutender Würzlederduft. Geht in Richtung alte, aber hochwertige braune Lederjacke mit Tragespuren, die zuletzt ein klein wenig feucht-muffig wurde, und ein paar Tage im Gewürzbasar lag. Der Staub ist teilweise noch dran. Das leicht muffige gibt dem Leder einen animalischen Touch und lässt Bel Ami so genial maskulin rüberkommen. Dichtes Brusthaar erlaubt, lichtes Haar auch, gerne ü35. Duftintensität anfangs hoch, die Haltbarkeit ist super, vor allem bei den älteren Flakons.




Einiges an gewollter Distanz zum wunderschönen Freund wahrt Puredistance M von Puredistance Parfums. So riecht wohl britannische Lederendverarbeitung. Auch ein würziger Lederduft und eng mit Bel Ami verwandt. Er wirkt einen ticken moderner, ohne konservativen englischen Boden zu verlassen. Puredistance M ist tiefdunkles Leder mit Zimt, Nelke, Rauch, herber Vanille, und ungemein elegant. Als hätte man dem Leder etwas konzentrierten Bay Rum ein paar Tropfen Extractis Animalis Concentratis beigemischt. Und - falls man das überhaupt über einen Duft sagen kann - er strahlt eine gewisse Hochnäsigkeit aus. Dazu passt, dass Puredistance M in Sachen Verpackung auf unheimlich fein macht. Da gibt es einmal den dicken silberfarbenen Reagenzglasflakon mit gerade mal 17,5 Milliliter Duftessenz. Er steckt in einem mattgrauen Leinenpapierschuber zum doppelt aufklappen, innen gepolstert ausgeschlagen mit schwarzem Glanzstoff. Der Schuber wiederum steckt einem schlichten schwarzen Umkarton. Dazu gibt es ein passendes schwarzes Alu-Transportröhrchen für unterwegs. Weitere Größen sind 60 Milliliter (im ähnlichen Schuber verpackt) und 100 Milliliter mit einfachem Lederstülper. Ihr merkt schon, ich kann nicht verbergen, dass ich in diesem Fall auf das ganze Verpackungs-Chichi stehe, weil es gut passt. Die Duftintensität ist lange Zeit hoch, die Haltbarkeit ist super.

Noch eine Schippe drauf legt Roja Parfums Fetish pour Homme. Auch ein Würzlederduft, der vor Opulenz nur so strotzt und durch seine Intensität ein kleinwenig vulgär rüberkommt. Im Vergleich zum fein abgestimmten Puredistance M gibt es raumergreifendes Leder, mehr Gewürze und eine intensive animalische Note. Den Namen empfinde ich als dämlich, den Duft famos. Die Duftintensität ist bei mir sehr lange sehr hoch, die Haltbarkeit bestens, vor allem in er Extrait-Variante. Das Eau de Parfum ist nicht so intensiv-anhaltend.
Das Packaging bei Fetish pour Homme mit Glitzersteinen am Deckel wirkt absurd und auf Protz getrimmt, bleibt ansonsten allerdings im üblichen Rahmen dieser Marke.



Bel Ami hat den beiden später erschienenen Düften als Blaupause gedient. Roja Dove, unter dessen Fuchtel Puredistance M und Fetish poor Homme entstanden sind, hat daraus zwei Varianten gebastelt, die wohl in erster Linie Fans von Bel Ami wie mich ansprechen dürften. Die Düfte sind für meine Nase zu 75 Prozent gleich, das restliche Finetuning macht die Sache halt spannend. Vor allem, weil die Entwicklung nach dem Aufsprühen bei Puredistance M und Roja Fetish pour Homme enorm ist. Ja, was den monetären Aspekt Preis angeht, muss man schon ziemlich schmerzbefreit sein, wenn Bel Ami nicht ausreicht.


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maki72
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« Antworten #53 am: 03. Dezember 2017, 12:57:41 »

Soeben habe ich diesen Thread entdeckt und direkt mal durchgelesen.

Das ist ja der Hammer!
Großes Kompliment - wenn man was über Düfte wissen mag, die nicht im Mainstream liegen - hier ist nachzusehen!
Und baknips Beschreibungen sind Sahne.

Grüßle
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