gut-rasiert
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Autor Thema: Lebensdauer / Standzeit von Rasierklingen – Testberichte  (Gelesen 35129 mal)
Lord Vader
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Dunkle Seite der Macht


« Antworten #30 am: 31. M?rz 2016, 22:45:39 »

Vielen Dank für den interessanten Bericht und auch für die schöne Übersicht. Erstaunlich, was man aus einer Rasierklinge je nach Marke rausholen kann.
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Standlinie
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Nassrasur? Nein danke? Ja bitte!


« Antworten #31 am: 16. April 2016, 01:09:47 »

Wilkinson-Sword-Rasierklinge

Im Jahr 2014 hatte ich schon einmal eine Wilkinson-Sword-Rasierklinge bezüglich ihrer Standzeit getestet und war damals auf immerhin elf Rasuren gekommen. Das ist für eine ganz normale Allerweltsklinge schon eine recht gute Leistung, zumal die meisten Hobelrasierer solch eine Standzeit nur in den wenigsten Fällen ausreizen werden. Es dürfte in der Praxis eher üblich sein, eine Rasierklinge spätestens nach sieben Rasuren auszuwechseln.

Aufgrund der Tatsache, dass meine in diesem Themenstrang genannten Standzeitenergebnisse für einige Rasierklingen von verschiedenen Mitgliedern dieses Rasurforums als eher exotisch angesehen wurden und ich auch zahlreiche Hinweise erhielt, dass andere Hobelrasierer diese Standzeiten nie erreichen würden, sah ich mich veranlasst, zu testen, ob meine Ergebnisse reproduzierbar sein würden. Und hierbei kam mir die Wilkinson-Rasierklinge mit ihrer im Vergleich zu anderen Rasierklingen wohl eher geringen Standzeit sehr entgegen. Deshalb habe ich mich im letzten Jahr und in diesem Jahr insgesamt mit vier weiteren Rasierklingen der Marke Wilkinson-Sword rasiert und darüber zusätzliche Erkenntnisse zur Rasierklingenstandzeit gewonnen.

Bevor ich auf die einzelnen Ergebnisse eingehe, möchte ich kurz auf die während der einzelnen Testzeiträume eingehaltenen Testbedingungen eingehen. Denn die erzielten Testergebnisse sind nur dann miteinander vergleichbar, wenn bei allen Testreihen die gleichen Testbedingungen eingehalten wurden. Hier ist also wieder zu nennen:

- die Verwendung von warmem Wasser für die Zubereitung des Rasierschaums,
- der Rasierschaum wurde nur durch Aufschäumen im Gesicht zubereitet,
- wie bisher entsprach die Konsistenz des erzeugten Rasierschaums der von Schlagsahne,
- der Rasierschaum hatte ein Zeitfenster von drei Minuten zum Einweichen der Bartstoppeln,
- alle vier bzw. fünf Wilkinson-Sword-Rasierklingen stammten aus demselben Rasierklingenspender,
- jede Rasur bestand aus den Rasurdurchgängen m / q / g,
- vereinzelt wurde auch ein Zweitagesbart wegrasiert,
- es erfolgte kein einziger Handballenabzug vor oder während oder nach einer Rasur,
- Hobel und Rasierklinge wurden nach jeder Rasur abgewaschen, abgetupft und zum Trocknen abgelegt,
- zwischen den Rasuren lagen ein- oder auch mehrtägige Rasurpausen.

Die vier in diesem und im letzten Jahr ausgeführten Testreihen führten zu folgenden Ergebnissen:

Zeitraum für die 1. Testrasur: 10.01. – 12.04.2015
Standzeit:                         18 Rasuren
Rasurgerät:                        Merkur Futur, eingestellt auf Stufe 4
Rasierseifenprodukte:          De Vergulde Hand RC, La Toja RC, Williams Menthol RC, La Toja Rasierstick
Rasurpausen:                     > 2 Tage

Der Merkur Futur erwies sich wieder (wie schon bei der Astra-Rasierklinge) als souveräner Rasierhobel, der die Fähigkeiten einer Rasierklinge fast schon bis zum Gehtnichtmehr ausreizt, wenn nur er als einziges Rasurgerät eingesetzt wird und man der Rasierklinge zwischen den einzelnen Rasuren längere (mehrtägige) Rasurpausen einräumt. Bisher hat auch noch kein anderer Hobel annähernd vergleichbare Standzeiten erzielen können. Damit zählt der Merkur Futur aus meiner Sicht zu einer der gelungensten Hobelkonstruktionen, die man derzeitig noch in Deutschland erwerben kann. Meine Beurteilung dieses klingenverstellbaren Hobels: Unbedingt empfehlenswert!


Zeitraum für die 2. Testrasur: 15.08. – 05.09.2015
Standzeit:                         7 Rasuren
Rasurgeräte:                      Ernivette, Merkur 23 c, Sonnal- und Timorhobel mit geraden Schaumkanten
Rasierseifenprodukte:           Arko RS, Monsavon RS, Royal Shaving Soap, Weleda RC
Rasurpausen:                      1 – 2 Tage

Die Rasierklinge war mit ihrer Standzeit sehr früh am Ende angelangt. Mir liegen keine gesicherten Hinweise vor, warum dieser Umstand eingetreten ist, vermute aber, dass die eingesetzten Rasurgeräte nicht immer mit den von mir eingesetzten Rasierseifenprodukten harmoniert haben. Möglicherweise gibt es aber noch einen weiteren Grund, der sich in meiner Person begründet. Ich habe mich vielleicht einfach nur zu ungeduldig rasiert. Dann kann schon einmal eher der Eindruck entstehen, dass eine Rasierklinge nicht mehr befriedigend rasiert und deshalb frühzeitiger ausgetauscht werden muss.


Zeitraum für die 3. Testrasur: 01.02. – 29.03.2016
Standzeit:                         11 Rasuren
Rasurgerät:                        Daune-Shavette
Rasierseifenprodukte:           Braukmann RC, De Vergulde Hand RC, Nivea RC, Jabonman Rosas RS, Savon de Volcans RS,
                                        Valobra RS
Rasurpausen:                      > 2 Tage

Die Daune-Shavette und die Wilkinson-Sword-Rasierklinge harmonierten miteinander bis zum Schluss. Trotz mehrtägiger Rasurpausen bewirkte dieser Umstand im direkten Vergleich mit dem Merkur Futur allerdings keine Verlängerung der Rasierklingenstandzeit.


Zeitraum für die 4. Testrasur: 02.04. – 14.04.2016
Standzeit:                            12 Rasuren
Rasurgerät:                           Barbaros TR 1
Rasierseifenprodukte               De Vergulde Hand RC, LEA RC, Speick RC, Williams Menthol RC, Wilkinson Rasierstick
Rasurpausen:                        1 Tag

Dieser Testzeitraum diente eigentlich mehr dem Kennenlernen eines erst seit kurzer Zeit auch in Deutschland erhältlichen türkischen Edelstahlhobels. Der Barbaros-Hobel kam mit der Wilkinson-Sword-Rasierklinge gut zurecht. Allerdings zeigte sich mir, dass der originale und sehr schwere Hobelgriff nur wenig Rückmeldung zuließ, was an der Stoppelfront abläuft. Mit leichteren Griffen konnte ich auf meiner Gesichtshaut deutlicher spüren, wie entspannt die Klingenfacette die Bartstoppeln abkappte.

Das Ende der jeweiligen Rasierklingenstandzeit zeigte sich bei meinen Rasuren daran, dass die Rasierklinge gefühlt zum Rupfen neigte und die Bartstoppeln nicht mehr leicht und nahezu widerstandslos abkappte. Die Facette hoppelte über die Stoppeln und ließ diese vereinzelt stehen. Das dabei empfundene Hautgefühl war dann für mich auch eher grenzwertig und unangenehm.

Vergleicht man nun diese vier Testreihen mit der allerersten Testreihe aus dem Jahr 2014, liegen für die Wilkinson-Sword-Rasierklinge insgesamt fünf verschiedene Standzeitenergebnisse vor, die sich teilweise ähneln, teilweise aber auch erhebliche Abweichungen zueinander aufweisen:
- 11 Rasuren (2014),
- 18 Rasuren (2015),
-   7 Rasuren (2015,
- 11 Rasuren (2016),
- 12 Rasuren (2016)

Ein direkter Vergleich aller fünf Messergebnisse miteinander ist nur durch eine Mittelbildung möglich, über die sich eine durchschnittliche Klingenstandzeit oder Lebensdauer errechnen lässt. Aufgrund der teilweise sehr unterschiedlichen Messergebnisse ist dies allerdings nur dann möglich, wenn eine Gewichtung eingeführt wird, die die Häufigkeit nahezu gleicher Messergebnisse entsprechend mit einbezieht und größere Abweichungen von diesen nahezu gleichen Messergebnissen geringer bewertet. Deshalb habe ich zur Berechnung der durchschnittlichen Standzeit oder Lebensdauer für die Wilkinson-Sword-Rasierklinge folgende Gewichtung eingeführt:
- ein Gewichtsfaktor 2 für die drei nahezu identischen Rasierklingenstandzeiten 11, 11 und 12,
- ein Gewichtsfaktor 1 für die eher als Ausreißer anzusehenden Messergebnisse 18 und 7.

Die Berücksichtigung dieser Gewichtsfaktoren in dem nachfolgenden Berechnungsgang führt zu folgendem Endergebnis für die durchschnittliche Standzeit oder Lebensdauer der von mir getesteten Wilkinson-Sword-Rasierklingen:

                      

Die von mir getesteten Rasierklingen können nach durchschnittlich 11,6 oder aufgerundet 12 Rasuren gegen eine neue und bisher noch nicht eingesetzte Rasierklinge aus demselben Rasierklingenspender ausgetauscht werden, da sie ihre Standzeit oder Lebensdauer erreicht haben. Sollte diese Rasierklinge in einen Hobel der Marke Merkur Futur eingelegt werden, ist zu erwarten, dass dies zu einer Erhöhung der durchschnittlichen Standzeit führen wird. Werden der Rasierklinge zusätzlich noch mehrtägige Rasurpausen zwischen den einzelnen Rasuren eingeräumt, wird dies zu einer weiteren Anhebung der ursprünglichen Standzeit führen. Die Anhebung liegt - bezogen auf die durchschnittliche Standzeit – bei maximal 50 %.

Die über die Testreihen mit Wilkinson-Sword-Rasierklingen gewonnenen Ergebnisse weisen darauf hin, dass auch die für andere Rasierklingenmarken gewonnenen Ergebnisse durchaus als realistisch angesehen werden können. Sollten Wiederholungstestrasuren stattfinden, ist nicht zu erwarten, dass hierdurch irrelevante Abweichungen von den bisherigen Standzeitenergebnissen eintreten werden.
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Mit freundlichem Gruß von Standlinie.

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maranatha21
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« Antworten #32 am: 16. April 2016, 09:55:54 »

Ich finde diese Testreihen von Dir immer wieder sehr interessant. Vielen Dank noch mal für die Mühe!  Daumen hoch

Momentan habe ich ebenfalls einen "Minitest" laufen, der dann auch noch gar nicht als solcher gestartet wurde, sondern sich durch ein Versehen ergeben hat.

Im allgemeinen wechsle ich eine meiner meist benutzten (oder eher ausschließlich genutzten) Klingen so zwischen der 7. Und 10. Rasur aus. Zum Einsatz kommen eigentlich nur noch Gillette Silver Blue, Feather und ASP. Die momentane GSB habe ich schlichtweg vergessen zu wechseln. Wirklich nötig ist das eh meist nicht, sondern vielmehr motiviert durch den Wunsch nach einer "frischen" Klinge. So war es auch hier. Die Klinge läuft und ich war auf einmal bei der 12. Rasur. Ich dachte mir: "komm, lass sie noch ne Weile drin!" Als dann die 14. Rasur unerwartet die beste von allen bisher mit dieser Klinge wurde, bin ich neugierig geworden und habe beschlossen auszutesten, wie lange diese GSB jetzt tatsächlich bei mir durchhält und das hohe Niveau halten kann. Ich bin heute bei Rasur 18 angelangt, und stelle kein Nachlassen fest. Anzumerken sei vielleicht noch, dass keine besondere Behandlung der Klinge erfolgt. Auch keine Ruhephase oder Handballenabzug. Die Klinge wird nach der Rasur mit fließendem, heißem Wasser gespült und dann trocken "gepustet". Dann kommt sie in den Hobel, wird nicht festgezogen, sondern liegt entspannt drin, und wartet auf den Einsatz am nächsten Morgen. Zum Einsatz kommt momentan nur der Gillette SS black handle. Einzig die Seifenauswahl ist variabel.

Mal sehen, wo das hin führt!  Grinsend
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Barnie
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« Antworten #33 am: 16. April 2016, 12:24:31 »

Ich finde Deine Berichte auch immer wieder interessant und lesenswert, wenn gleich ich derartige Standzeiten bisher nie erreicht habe. Aber ich glaube Dir Deine Zahlen durchaus.
Ganz so viel Aufwand treibe ich natürlich nicht, aber ich habe auch schon festgestellt, daß der Hobel selbst (also der Typ) eine ganz wichtige Rolle spielt, während Seifen und Cremes das Ergebnis eigentlich kaum bis nicht beeinflussen, wenn es sich nicht gerade um solche Kandidaten handelt, wo sogar ich keinen für mich vernünftigen Schaum hinbekomme (gewisse / bestimmte Proben, die ich zum Testen von netten Mitgliedern mal bekommen habe).

Ich rasiere täglich, der Schaum wird bei mir grundsätzlich in einer Schale aufgeschlagen, rasiert wird m/q/g + Ausputzen. Der Hobel wird danach leicht aufgdreht, abgespült und dann zum trocknen einfach nur hingelegt. Der Hobel bleibt dabei aufgedreht bis zur nächsten Rasur (also entspannte Klinge).

Mit einer Astra Grün bekomme ich im EJ und im Lord-Hobel (beides Schaumkante und sehr ähnlich im Rasurverhalten) etwa 12 Rasuren hin. Bei Astra Blau, Lord (Platinum und Stainless), Shark Super Chrome sind es 7.

Ich habe zwar auch noch etliche andere Klingensorten, aber da habe ich es noch nicht ausprobiert

Sobald ich aber einen Zahnkamm benutze, gehen diese Zahlen rapide runter:

Fasan: 5 (Astra Grün), die anderen 3.
Gillette NT: 8 und 5
Fatip (V2): 7 und 4
Merkur 985c: 8 und 5

Das witzige dabei ist: Ich wollte wissen, ob die Klingen dann nach der Benutzung in den Zahnkämmen tatsächlich stumpf sind. Also einfach mal solche Klingen aus den Zahnkämmen danach in den EJ eingelegt. Und tatsächlich, sie waren am Ende! Es hätte also keinen Sinn gehabt, damit noch eine Rasur im EJ "rausquetschen" zu wollen.

Der Fasan hat somit bei mir die geringste Klingenstandzeit. Vermutlich, weil er ein Zahnkamm und ein Torsioner ist. Trotzdem rasiere ich mich sehr gern mit ihm.
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maranatha21
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« Antworten #34 am: 13. Mai 2016, 08:39:32 »

Es ist jetzt die zweite Gillette Silver Blue getestet und auch diese hat insgesamt 22 Rasuren gut durchgehalten. Was heißen soll, dass bei der zweiten Klingen bis Rasur Nr. 21 ein gleichbleibend hohes Niveau vorhanden war. Bei der ersten hielt es bis zur 20. Rasur. Ab diesem Zeitpunkt sind beide ungründlicher und ein wenig anstrengender für die Haut geworden. Möglich wären noch weitere Rasuren, aber es ging mir vorwiegend darum zu schauen, wie lange die Klinge ihre Bestleistung bringt. Und das haben beide GSB bis zur 20. bzw. 21. Rasur getan. Sollte sich das auf Dauer bestätigen, wovon eigentlich auszugehen ist, dann reichen zwei Päckchen GSB locker für ein ganzes Jahr. Oder anders gesagt, allein mit dem Vorrat an GSB kann ich mich 10 Jahre rasieren.

Jetzt werden aber erst mal andere Klingen daraufhin getestet.

Der Hobel der Wahl war übrigens immer noch der Gillette Super Speed black handle M1. Vielleicht ist die hohe Standzeit auch ein wenig auf seine recht sanfte, unkomplizierte und dadurch vermutlich auch klingenschonende Art zurück zu führen.
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« Antworten #35 am: 17. Mai 2016, 13:08:42 »

Treet-Rasierklinge, 2. Test

Testzeitraum:  07.10.2015 - 16.04.2016

Lebensdauer bzw. Standzeit dieser Rasierklinge:  10 Rasuren

Der erste Standzeitentest für die Treet-Rasierklinge fand bereits im Jahr 2014 statt. Damals ergaben sich mit dieser Rasierklinge gerade einmal neun Testrasuren. Die Schnittleistung ließ zum Ende dieses Testes stark nach, was eine weitere Verwendung dieser Klinge ausschloss.

Inzwischen habe ich die Treet-Rasierklinge einem zweiten Rasurtest unterzogen, denn ich war neugierig darauf zu erfahren, ob das Testergebnis aus dem Jahr 2014 einer Plausibilitätsprüfung standhalten würde. Im Vorweggriff auf das jetzt vorliegende Testergebnis kann ich die von mir hinterfragte Plausibilität inzwischen bestätigen.

Für den jetzigen zweiten Standzeitentest habe ich nur einen einzigen Rasierhobel verwendet, einen englischen Wardoniahobel aus hellem Kunststoff. Das Besondere an diesem Hobel ist, dass die Rasierklingenzentrierung dieses alten Hobels von der Zentrierung heutiger Rasierhobel abweicht. Die beiden äußeren Zentrierstifte weisen einen geringeren Abstand auf und eine normale DE-Rasierklinge muss, wenn man sie in den Wardoniahobel einlegen möchte, zuvor entsprechend angepasst werden. Für diese Anpassung müssen an der DE-Rasierklinge an vier Stellen überstehende Blechnasen herausgeschnitten werden. Auf dem folgenden Bild ist der von mir eingesetzte Wardoniahobel zu sehen, daneben die von mir für den Hobel angepasste Treet-Rasierklinge und für den Vergleich eine normale unveränderte Rasierklinge. Die Stellen, an denen die Blechnasen für die Hobelkopfanpassung entfernt wurden, habe ich mit weißen Pfeilen gekennzeichnet.

 



Es lässt sich mit dem Wardoniahobel ausgezeichnet und ohne Anstrengung rasieren, denn er liegt griffig und ausgewogen in der Hand und dies selbst bei nassen Fingern. Der Hobel rasiert ziemlich direkt und sehr gründlich. Man verspürt während der Rasur sehr deutlich, dass im Bereich der Rasierklingenschneide Arbeit anfällt. Die von mir vorgenommene Anpassung der Rasierklinge hat sich während des gesamten Testes nicht negativ auf die Standzeit dieser Rasierklinge ausgewirkt.

Für den Standzeitentest habe ich die folgenden und schon von anderen Rasierklingentests her bekannten Testbedingungen eingehalten:
- die Verwendung von warmem Wasser für die Zubereitung des Rasierschaums,
- der Rasierschaum wurde nur durch Aufschäumen im Gesicht zubereitet,
- wie bisher entsprach die Konsistenz des erzeugten Rasierschaums der von Schlagsahne,
- der Rasierschaum hatte ein Zeitfenster von drei Minuten zum Einweichen der Bartstoppeln,
- jede Rasur bestand wie sonst auch immer aus den Rasurdurchgängen m/q/g,
- es erfolgte kein einziger Handballenabzug, weder vor noch während oder nach einer Rasur,
- Hobel und Rasierklinge wurden nach jeder Rasur abgewaschen, abgetrocknet und dann zum Trocknen abgelegt,
- zwischen den einzelnen Rasuren lagen im Unterschied zu allen anderen Tests mindestens einwöchige Rasurpausen.

Den Rasierschaum habe ich mit folgenden Rasierseifenprodukten erzeugt:
- Arko RS,
- Brauckmann RC,
- De Vergulde Hand RC und
- LEA RC.

Mit allen eingesetzten Rasierseifenprodukten ließ sich der Rasierschaum ohne Schwierigkeiten erzeugen.

Das Standzeitenende zeigte sich am Schluss sehr deutlich bei der 10. Rasur. Die Rasierklinge begann im Wardoniahobel zu rupfen und rasierte mich nur noch unzureichend und vom Rasurempfinden her irgendwie unangenehm. Das führte dann zur Beendigung ihres Rasureinsatzes.

Bei diesem Rasierklingentest fiel mir auf, dass sich die sehr langen und mindestens einwöchigen Rasurpausen nicht positiv auf die eigentliche Standzeit ausgewirkt haben. Ebenso wenig führte der Einsatz nur eines einzigen Rasierhobels während des gesamten Testzeitraumes nicht zu einer Ausweitung der bisher (seit 2014) schon bekannten Standzeit. Andere Rasierklingentests hatten da beim Einsatz des Merkur Futurs viel bessere Ergebnisse erbracht (siehe hierzu die Testberichte zur Astra- und Wilkinson-Sword-Rasierklinge). Diese Umstände möchte ich damit so deuten, dass sich die Treet-Rasierklinge aus meiner Sicht und im Vergleich zu den bisher von mir getesteten Rasierklingen eher in einem unteren Qualitätsbereich bewegt. Man kann sie einsetzen, kann aber auf dem Rasierklingenmarkt wesentlich höherwertige Produkte beziehen.

Die bisher mit den Wilkinson-Sword- und den Treet-Rasierklingen durchgeführten Testreihen weisen darauf hin, dass die darüber gewonnenen Erkenntnisse zur erzielten Standzeit durchaus der Realität entsprechen. Damit lässt sich schlussfolgern, dass meine bisherigen Ergebnisse zu den Standzeiten der übrigen von mir getesteten unterschiedlichen Rasierklingenmarken ebenfalls auf einem realistischen Niveau liegen. Mein derzeitig vorhandener Rasierklingenvorrat wird mir also noch für eine sehr lange Zeit befriedigende Rasuren gewähren können.
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« Antworten #36 am: 25. November 2016, 22:31:02 »

TIP-Rasierklinge

Hier möchte ich einen kurzen Standzeitentest von King-Joe einfügen, der eine Tip-Rasierklinge über längere Zeit eingesetzt hat und noch weiter einsetzen möchte. Ich bin also nicht der einzige Rasurliebhaber hier im, Forum, der sich mit seinen Rasierklingen länger als sieben Tage rasieren kann. King-Joe´s Ergebnisse können so für sich sprechen. Hier möchte ich einfach seinen Beitrag zitieren:

Hallo Freunde, Zwinkernd

habe heute die 21. Rasur mit der TIP-Klinge gemacht! Noch ist alles Bestens und ich bin begeistert, da geht noch mehr denke ich. Danke Standline für Deinen Glückwunsch! Nur durch Dich bin ich auf die Sache mit der Rasurpause von mind. 48 Std. gekommen, ohne diese Rasierpausen würde keine Klinge solange halten. Habe das bei Dir und Deinen Standzeitentests abgeschaut und die Regeln für mich etwas abgeändert: Gleicher Hobel, gleiche Rasiercreme, gleiche Klinge! Mind. 48 Std. Rasierpause! ! ! Und die Klinge wird einmal eingelegt und bleibt bis zum Ende im Hobel! Vor jeder Rasur wird der Hobel mit Klinge in einem Becher mit heißem Wasser etwas vorgewärmt! Zur Reinigung nach der Rasur wird der Butterfly nur gelockert und gründlich mit heißem Wasser ausgespült, dann ausgepustet und beiseite gelegt. Die Klinge wird also dabei nicht mit den Fingern berührt! So, das war mein kleiner Zwischenbericht zu meinem Standzeitentest mit der "tip" vom real.

mfG Joe  Lächelnd

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« Antworten #37 am: 24. Dezember 2016, 20:30:15 »

Hallo Freunde  Zwinkernd,

habe heute die letzte Rasur mit der TIP-Klinge gemacht. Immerhin Rasur Nr. 35 !!!  Daumen hoch Daumen hoch Daumen hoch Begonnen hab ich den Standzeitentest am 9.10.2016 und mich bis heute den 24.12.2016 ausschlieslich mit ihr rasiert. Die Klinge ist noch immer sehr sanft und rupft nicht, allerdings ist sie inzwischen nicht mehr so gründlich und es sind daher einige Züge mehr nötig um eine saubere Rasur zu erlangen. Deshalb beende ich den Test jetzt auch. Ich halte die TIP - Klinge vom real für eine sehr gute und preiswerte Klinge, die leicht auch in kleinen Mengen hier zu bekommen ist. Mich hat sie begeistert und ich würde sie jedem, egal ob Anfänger oder Profi, wärmstens empfehlen .  Daumen hoch Daumen hoch Daumen hoch
 Ein ganz besonderes "Dankeschön" an Standline denn ohne seine 48-Stunden Rasierpause hätte die Klinge mit Sicherheit nicht solange durchgehalten! ! !  Daumen hoch Daumen hoch Daumen hoch

Wünsche noch frohe Weihnachten !  angel

mfG Joe  Lächelnd
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Hobel:WC, gummy 91, NTS-kompakt Butterfly, Parker 95R und 66R Butterfly
Klingen: Astra Superior Platinum, Dorco St 300, Tip real
Rasiercreme und Stick: Palmolive, Rasiercreme: Proraso grün 
Pinsel: HJM Black Fibre, pure best badger, chin.Silvertip Nylon, Wilkinson-Sau, Schweinchen
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« Antworten #38 am: 03. Februar 2017, 14:37:14 »

Hier noch eine Information für alle, die es noch nicht wissen oder sich nicht vorstellen können, dass neben mir auch noch einige andere Mitglieder unseres Forums zum Teil sehr hohe Standzeiten mit ihren verwendeten Rasierklingen erreicht haben.

In der Rasur des Tages vom 03.02.2017 teilte Dirk1166 mit, dass er sowohl mit der Feather New Hi-Stainless Platinum als auch mit der Personna Platinum Chrome bereits 34 Rasuren erleben konnte, ohne dass die verwendeten beiden Rasierklingen nun Anzeichen von einer nachlassenden Schärfe zeigen würden. Der von Dirk 1166 für seine Rasuren eingesetzte Rasierhobel ist ein Feather AS-D2 #2.

Mir zeigen diese Ergebnisse wieder einmal mehr, dass die richtige oder geeignete Kombination aus Rasierhobel, Rasierklinge und Rasierseifenprodukt einen wesentlichen Anteil daran haben, dass eine Rasierklinge länger verwendet werden kann oder aber bereits früher ausgewechselt wird.

Vielen Dank an unser Mitgleid Dirk1166.  Cool
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« Antworten #39 am: 03. Februar 2017, 15:02:11 »

Wenn ich Dirk1166s Methode richtig verstehe, setzt er pro Rasur zwei Hobel ein; den Ersten für den ersten Durchgang mit der Feather und den Zweiten for den zweiten Durchgang und Ausputzen mit der Personna bestückt. Damit halbiert sich imho doch die Belastung jeder Klinge um 50% was in der Summe bei 34 Rasuren auf 17 Rasuren pro Klinge hinaus liefe,  oder?
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« Antworten #40 am: 03. Februar 2017, 15:29:49 »

Wenn ich Dirk1166s Methode richtig verstehe, setzt er pro Rasur zwei Hobel ein; den Ersten für den ersten Durchgang mit der Feather und den Zweiten für den zweiten Durchgang und Ausputzen mit der Personna bestückt. Damit halbiert sich imho doch die Belastung jeder Klinge um 50% was in der Summe bei 34 Rasuren auf 17 Rasuren pro Klinge hinaus liefe, oder?

Dirk1166 hat mich gebeten, noch folgende Informationen zu den von ihm erzielten Standzeiten hinzuzufügen. Ich zitiere ihn hier einmal:
"Dann solltest Du aber vielleicht auch dazuschreiben, dass ich mich mit der Feather Klinge niemals gegen den Strich rasiert habe (dann ist sie schnell unbrauchbar) und dass die Personna niemals den ersten Durchgang absolvieren musste (dafür dann aber gegen den Strich benutzt wurde).

@Wernerscc
Deine Beobachtung und Wertung ist richtig. Dirk1166 hat sich zwar mit jeder seiner beiden verwendeten Rasierklingen 34mal rasiert, aber bei seinen Rasuren die jeweils benutzte Rasierklinge weniger beansprucht als es normal üblich wäre. Er sagt ja auch selber dazu, dass die Featherklinge bei den gegen-den-Strich-Rasuren schneller bei ihm ausfallen würde. Bei der Personnaklinge läßt er den ersten Rasurdurchgang (mit dem Strich) aus.
Und die beiden Rasuren mit- und auch gegen den Strich dürften eine Rasierklingenschneide am meisten beanspruchen. Unabhängig davon sollten wir einfach abwarten, wieviele Rasuren jetzt noch möglich sind, denn die Beobachtungen und Feststellungen von Dirk1166 tragen dazu bei, das Potenzial einer eingesetzten Rasierklinge besser beurteilen zu können. Mir ist die Featherklinge selber viel zu scharf und meine Haut verträgt sie nicht so gut, aber! ich habe diese Rasierklinge auch noch nie im Feather Edelstahlhobel eingesetzt. Insofern lerne ich hier noch dazu.
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maranatha21
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« Antworten #41 am: 03. Februar 2017, 16:20:03 »

Bezüglich der Feather kann ich mit meinen Erfahrungswerten im Gillette SS und Progress dienen. 20, max. 22 Rasuren sind für mich bei gleichbleibend sehr gutem Niveau im Gillette drin. Ca. 15 sind es im Progress auf Stufe 1,5.

In beiden Hobeln werden immer 3 Durchgänge (mqg) absolviert, und die ersten beiden Rasuren heben sich insofern ab, als dass die Feather mir fast zu scharf ist. Ich gehe etwas vorsichtiger vor. Dann bleibt sie auf Top-Niveau bis zum jeweiligen Ende, an den sie dann auch sofort unbrauchbar wird und das durch Ruppigkeit und Rasurbrand auch deutlich anzeigt.
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owlman
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Eine Woche hat auch nur sieben Rasuren.


« Antworten #42 am: 03. Februar 2017, 17:23:43 »

Mein Rekord mit einer Feather (drei Durchgänge m/q/m) liegt bei 30 Rasuren im Edwin Jagger. Mein Standardeinsatz mit dieser Klinge liegt bei ca. 18 Rasuren (drei Durchgänge m/q/g), bislang getestet im Merkur 34c, Merkur 23c, Maggard CC v2 (ein Merkur-Klon) und Mühle Rocca.

Grund für den Klingentausch bei Benutzungsende ist jeweils die dann fehlende Gründlichkeit bzw. Nachhaltigkeit; ruppig ist mir glaube ich noch keine Feather geworden.

Als Vergleich: Meine zweite Standardklinge, die Sputnik, wechsle ich in der Regel nach 12 Rasuren. (Mein Rekord hier liegt bei 20 Rasuren im Maggard V3A.)
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dirk1166
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« Antworten #43 am: 04. Februar 2017, 10:34:39 »

@wernerscc

Ich verwende bei jeder Rasur 2 Feather AS-D2. Einer ist mit einer Feather Klinge bestückt, der andere mit der Personna Platinum Chrome.
Mit dem Strich rasiere ich mich überhaupt nicht. Nur quer und gegen.
Zu dieser "Arbeitsteilung" kam es , da mir beim rasieren aufgefallen ist, dass die Feather Klinge gegen den Strich schnell stumpf wird.
Lustigerweise bekam ich die Rückmeldung, dass andere auch diese Erfahrung beobachtet haben.
Und der Personna Klinge machte das anfängliche "Gestrüpp" zu schaffen.

Dass sich die Belastung jeder Klinge um 50% würde ich so nicht sagen.
Dazu einfach mal meine Standzeiten der jeweiligen Kling im Feather AS-D2, wenn die komplette Rasur durchgeführt wird:

- Feather Klinge max. 10 Top-Rasuren
- Personna Platinum Chrome max. 11 Top-Rasuren

Der Preis für eine Feather Klinge ist 24 Cent, für die Personna 12 Cent.
Mit den Infos kann man sich am Ende ausrechnen ob es sich lohnt.



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maranatha21
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« Antworten #44 am: 04. Februar 2017, 11:42:16 »

Naja, ich denke nicht, dass es hierbei um etwas geht bei dem wir uns fragen, ob es sich "lohnt". Der Kostenfaktor "Klinge" zählt bei unserer "Verrücktheit Rasur" ja nun deutlich zu den eher zu vernachlässigbaren Größen. Bei den Mengen an z.B. Seifen und Cremes, die sich die meisten hier zusammenkaufen (ja ich weiß, einige kommen auch mit 2-3 aus!), ist der Preisfaktor bei Klingen geradezu lächerlich. Wenn man die Feather 15-20 Rasuren laufen lässt, was durchaus realistisch ist, kommt man mit 1,5 - 2  Päckchen ein ganzes Jahr über die Runden. Die Kosten dafür liegen unter 5€. Die meisten von uns haben mind.10 Seifen in Gebrauch und nochmal 10-15 irgenwo lagernd, von denen jede einzelne incl. Versand das Doppelte bis Vierfache kostet.

Ich finde einfach die Frage interessant, was eine Klinge so alles kann. Neben den Rasureigenschaften ist dann eben auch die Standzeit ein spannender Punkt. Vielleicht ist man einfach nur "stolz" auf eine Klinge, die es zu 20 oder gar 30 Rasuren gebracht hat. Aber unsere Kostenrechnung "Rasur" wird in der Gesamtheit durch den Klingenpreis wohl kaum entscheidend beeinflusst.
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