gut-rasiert
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Autor Thema: Pinsel restaurieren  (Gelesen 7448 mal)
Jambo
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Früher oder später krieg ich Dich ! OllllllO


« Antworten #15 am: 17. Juli 2008, 00:34:41 »

Dankeschön für die Fotos ! Zwinkernd Feine Sache das ........
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Gruß Michael
 

Die Nassrasur ist eine Leidenschaft, die Freuden wie auch Leiden schafft! Lächelnd
Pepe
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« Antworten #16 am: 17. Juli 2008, 06:34:34 »

klasse Rolf, das nenne ich mal ne' Wandlung vom hässlichen Entlein zur schönen Prinzessein (muss ja eigentlich schöner Prinz heißen -der Pinsel- oder?? Cool)
Tolle Arbeit und ein Anreiz für alle Pinselbesitzer, ihre alten Teile nicht voreilig im Müll zu entsorgen.
NOTE 1 Lächelnd
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JoeHonil
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don't mind the dog, beware of the holder.


« Antworten #17 am: 17. Juli 2008, 06:40:24 »

Klasse Arbeit, Rolf. Jetzt haben wir eine Adresse, wo wir unsere alten und unansehnlichen Pinsel aufarbeiten lassen können  Zwinkernd
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Markusdergraf
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« Antworten #18 am: 17. Juli 2008, 08:29:13 »

Respekt Rolf.
Da sieht man es wieder,wie lange doch so ein Rasierpinsel hält.Da relativieren sich doch die Anschaffungskosten.
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Platzger
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« Antworten #19 am: 17. Juli 2008, 09:04:28 »

Grosses Kino, Rolf Schockiert
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Good, cheap, beautiful - pick only two
kretzsche
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« Antworten #20 am: 17. Juli 2008, 09:11:14 »

Meine Hochachtung, das ist ein feines Stück geworden.

mfG Uwe

PS: Macht es Sinn, die erste Firnesschicht nochmals mit dem 1000der leicht anzuschleifen?
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buzzer
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« Antworten #21 am: 17. Juli 2008, 09:53:55 »

Meine Hochachtung, das ist ein feines Stück geworden.

mfG Uwe

PS: Macht es Sinn, die erste Firnesschicht nochmals mit dem 1000der leicht anzuschleifen?

Jes. Wenn es noch Unebenheiten gibt, ja. Es gibt beim Trocknen einer Firnis zwei Phasen:
- Trocknen (3..4 Tage)
- Aushärten (Wochen)

Wenn eine Firnis getrocknet ist, kannst Du wieder Schleifen. Das Schleifen geht noch besser, wenn die Firnis ausgehärtet ist.

Das Trocknen und Aushärten kannst Du auch mit der Nase verfolgen:
eine nasse Firnis riecht nach Fisch
eine getrocknete Firnis riecht nussartig
eine ausgehärtete Firnis riecht gar nicht mehr

Das Schöne an einer Firnis ist, dass sie rel. unkompliziert überarbeitet, nachgeschliffen werden kann, muss dabei aber wenigstens gt getrocknet sein.

Das Wichtigste ist die Vorbereitung vom Holz in der allerersten Phase, wenn ein alter Lackanstrich entfernt wurde (nach dem 80er Papier):
Das Werkstück mit einem feuchten Lappen abwischen => hierbei siehst Du, wo noch dünne Lackreste stehen und ob der Grund gleichmäßig Wasser aufnimmt. Wenn das fleckenfrei der Fall ist, weitermachen mit dem Papier der feineren Körnung.

Mit dem > 1000er Papier ein Holz zum Glänzen zu bringen, geht umso besser, je älter das Holz abgelagert ist. Buche und Esche lassen sich leicht polieren, ebenso Nussbaum. Etwas schwieriger zu polieren ist Kirsche, sieht dann aber saumäßig gut aus. Schwer auf Glanz zu bringen ist Olivenholz.

Ich hab ein paar schöne Messer (Küche) mit den genannten Hölzern. Auch ein paar alte Solinger Frühstücksmesser mit Mooreichengriffen. Mooreiche ist so dicht, dass sie kaum Firnis aufnimmt. Lässt sich jedoch erstklassig polieren.

Mehrere Anstriche: Wichtig: Hauchdünn damit Luft rankann. Einpinseln und spätestens nach einer halben Stunde die Überstände entfernen, damit keine Pfützen stehenbleiben. Der erste Anstrich schlägt rein in den Grund, mehr als drei Anstriche braucht es meistens nicht. Zwischen den Anstrichen stets trocknen lassen, niemals nass in nass arbeiten. Das gibt eine Schmiere, die kaum trocknet.

Viele Grüße,
Rolf



« Letzte Änderung: 17. Juli 2008, 09:57:18 von buzzer » Gespeichert

Eine scharfe Klinge ist nicht zu spüren. Eine stumpfe Klinge schon.
buzzer
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« Antworten #22 am: 17. Juli 2008, 11:50:58 »

Noch ein paar Hinweise zum "Ölen", kleine Ölkunde Zwinkernd

Es gibt Öle, die härten aus und eignen sich zur Firnis, die wichtigsten sind Leinöl und Tungöl.

Tumgöl, auch als Holzöl bezeichnet, kommt aus Asien und ist Hauptbestandteil des "Danish Oil" (Dänisch Öl) und verschiedener handelsüblicher Pflegeprodukte für Tropenhölzer. In solchen Mischungen ist Tungöl meistens gemischt mit Leinölfirnis und z.T. Balsamterpentin, was das Eindringen der Anstriche in das Holz verbessert.

Reines Tungöl, ich kenns nur vom Lesen, oxidiert sehr schnell und härtet auch in kurzer Zeit aus. Mit Tungöl ist sorgsam umzugehen, eine angebrochende Packung wird sehr schnell unbrauchbar und die Anstriche sind sehr dünn zu machen, da sich sonst statt der gewünschten Glanzeffektte Runzeln bilden. Danish Oil ist von der Anschaffung her viel teurer als Leinölfirnis. Ich habe zuhausen eine Mahjonng-Kiste aus Fernost, die ist aus einem mir unbekannten Hartholz und sehr wahrscheinlich mit Tungöl veredelt. Das Holz ist eine Augenweide!

Btw., der Glanz kommt nicht vom Öl allein. Wichtig ist eine gute Vorbereitung, der Schliff.

Wesentlich unkomplizerter in der Verarbeitung und Haltbarkeit ist Leinölfirnis. Das ist ein speziell gereinigtes Leinöl, welchem Sikkative, sog. Trocknungsmittel zugestzt wurden. Je nach Untergrund kann auch Leinölfirnis mit Balsamterpentin oder Benzin verdünnt werden, damit es besser in das Holz eindringt. Eine Mischung 1:1 von Leinölfirnis und Balsmterpentin wird auch als Halböl bezeichnet. Über das Mischungsverhältnis entscheidet der Untergrund. Den zweiten oder dritten Anstrich mache ich mit unverdünnter Firnis, die wird mehr mit einem Lappen oder KreppPapier aufgerieben als gepinselt.

Handelsübliche Leinölfirnis ist wesentlich länger haltbar, auch in der angebrochenen Packung, ein Jahr auf jeden Fall. Nimmt jedoch auch in der Flasche Sauerstoff auf und zeigt die Nicht-Mehr-Brauchbarkeit dadurch an, dass sie nicht mehr trocknen will.

Standöl:
Leinöl wird gekocht um Schleimstoffe u.a. Verunreinigungen abzuscheiden und um den Wassergehalt zu verringern. Es kommt dann in helle Glasflaschen, die in die Sonne gestellt werden, daher der Name. Nach Jahren (!) dickt sich das Öl ein und würde so früher insbesondere bei den Tiroler Geigenbauern verwendet. Je nach "Standzeit" kann ein Standöl so dick sein, dass es gummiartig verharzt, es wird geraspelt und mit Balsamterpentin verdünnt, damit es streichfähig wird. Anstriche mit Standöl machen Holz sehr griffsicher, witterungsbeständig und UV-resistent. Standöl wird heute technisch in kürzerer Zeit hergestellt: Gereinigte Leinöl wird in geschlossenen Stahlampullen mehrere Stunden lang hoch erhitzt.

Der Prozess der Verharzung ist chemisch nicht restlos geklärt, einerseits härtet das Öl infolge Sauerstoffaufnahme, andererseits auch von "innen heraus" (Standöl).

Sicherheitshinweis: Leinölfirnis mit Trocknungsmitteln und mit Benzin oder Balsamterpentin verdünnt (Halböl) ist selbstentzündlich. Die gebrauchten Lappen also nicht achtlos in die Tonne treten, am Besten gleich in den Badeofen stecken. Spuren von Holzmehl wirken da auch noch katalytisch, also Vorsicht.

Pinsel reinigen: Sofern die Firnis noch nicht ausgehärtet ist, kann der Pinsel mit warmen Wasser und Kernseife wieder einwandfrei gereinigt werden. Ein harter Pinsel allerdings nicht mehr, der Prozess der Aushärtung ist nicht umkehrbar und Firnis ist in keinem Lösungsmittel löslich. Zum Auftragen einer Firnis auf Kleinteile nehme ich gerne Küchenkrepp, die gebrauchten Fliese sammle ich in einer Blechdose, die dann komplett in den Restmüll kommt, wenn nichts mehr reingeht.

Wer seine Firnis selber kochen will (ohne Sikkative): Leinöl aus dem Reformhaus in einen breiten Topf geben und erhitzen. Schleimstoffe setzen sich am Topfrand ab und der Wassergehalt geht zurück. Das heiße Öl mit einem Schneebesen schlagen, um den Prozess der Oxidation in Gang zu bringen. Achtung: Beißende Dämpfe! Ein untrüglicher Fischgeruch verrät, dass die Oxidation der Fettsäuren beginnt. Das Öl etwa zwei, besser drei Stunden lang kochen und nach dem Abkühlen in Schraubgläser füllen. Nach dem Abkühlen ist das Öl deutlich dicker geworden, fast so wie frischer Bienenhonig. Ein solch gekochtes Öl ergibt eine erstklassige Firnis, braucht aber ein paar Tage länger zum Trocknen als handelsübliche Firnis, die Trocknungsmittel enthält und nach einem Tag schon trocken ist.
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Sideburns
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« Antworten #23 am: 17. Juli 2008, 12:38:59 »

super Ergebniss sieht richtig richtig gut aus. Viel Spaß beim aufschäumen!
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Prince Denmark
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« Antworten #24 am: 17. Juli 2008, 14:30:30 »

Ich wunder mich die ganze Zeit, über welche Fotos Ihr quatscht...jetzt seh ich's auch. Grinsend

Große Klasse, Buzzer, super!

PD
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Senser
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« Antworten #25 am: 18. Juli 2008, 12:16:58 »

Hallo Buzzer
Das Holz ist definitiv Buche. Typisch vor allem die braunen Einsprengsel.
Esche ist grobporiger, vom Porenbild bei deckender Lackierung kaum von Eiche zu unterscheiden. Esche ist aber homogen vom Farbbild her. Ist auch eher gelblich, weißlich hell.

Folgender Tipp kommt vermutlich etwas spät. Ich habe auch neulich mal an einem Pinsel rumgemacht und um die Haare zu schützen habe ich folgendes gemacht:
Mit dünner Kordel (Windvogel Kordel) habe ich am Griffende beginnend die Haare fest umwickelt. Wenn man den Anfang hat, geht das erstaunlich gut. Man dreht dann den Griff während man gleichzeitig an der Schnur zieht, Bahn neben Bahn und schließlich bleibt ein runder Haarstab übrig, der nur um Schnurstärke größer ist, als das Ringmaß. Diesen habe ich dann noch einmal mit Papier umwickelt, und so hatte ich sogar einen Griff während der restlichen Bearbeitung.
Gruß Senser
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buzzer
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« Antworten #26 am: 18. Juli 2008, 12:37:22 »

Senser,

auf den Tipp komme icih zurück in ein paar Tagen, wenn die erste Firnis trocken ist.

Rot-Buche geht ins rötliche:


Esche hat zwar auch diese Sprenkelung ist aber niemals rötlich (Das Foto vom Pinsel täuscht, es hat viel Rotanteil im Licht). Der Farbton von Esche geht nur in Richtung braun und ins Graue (Nach der Firnis ist das jedoch gut zu sehen).

Ich bin auf einem Bauernhof großgeworden, die Heu- und Mistgabeln hatten alle Eschen-Stiele. Eine solche Gabel steht bei mir auf der Terasse, sieht genauso aus wie der Pinsel.

Dass Esche grobporig ist, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Im Gegenteil: Esche ist sehr dicht, vor allen nach jahrelanger Lagerung. Auch diese Eigenschaft macht Esche wertvoll für Gabel und Besenstiele: Wir haben vor dem Heuwenden damals unsere Gabelstiele oft mit feinem Schmirgel geglättet, damit es keine Schwielen gibt.

Viele Grüße,
Rolf
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Senser
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« Antworten #27 am: 18. Juli 2008, 13:12:45 »

Also jetzt nochmal Zwinkernd Als Schreiner hab ich zwar nicht wirklich Ahnung von Holz, aber...
Esche ist grobporig und extrem langfaserig, dadurch sehr elastisch und zäh, weswegen es sehr gerne für Werkzeugstiele genommen wird. Bogenbau ist auch ein Thema, und natürlich auch als Furnier oder Massivholz im Möbelbau. Gerade wegen seiner Grobporigkeit wird es dort gerne für deckend, farbige Lackierung verwendet.
Wenn deine Schüppenstiele sehr glatt sind, so liegt das einfach daran, dass sich die Poren inzwischen nach regem Gebrauch mit "Dreck" gefüllt haben und die Oberfläche auch sozusagen "handpoliert" ist.
Der Pinselgriff ist aus BUCHE. Ob Rot - oder Weißbuche kann man nicht sagen, weil sich das Holz in der Farbe eigentlich nicht unterscheidet. Die rötliche Färbung der Buche wird beim Trocken - Prozess im Sägewerk erzeugt, indem man das Holz "dämpft". Luftgetrocknete Buche ist hellbraun bis rosa und neigt stark zum verwinden, kammergetrocknete und gedämpfte Buche wird je nach Dämpfungsgrad rötlich, neigt nach dem Trockenprozess  nicht mehr zum Verwinden, allerdings können die Bohlen in der Trockenkammer schon mal über die ganze Länge reißen.
Für Werkzeuggriffe, vielleicht auch deine Pinselgriff hat man auch gerne "Hainbuche" verwendet. Dies ist eigentlich normale Buche, die aber immer als Hecke geschnitten wurde, und deren Hauptstamm dadurch sehr dicht und extrem hart geworden ist.
Gruß Senser

Zu dem Foto von dem Messerblock. Bei der Fotoqualität würde ich zwar nicht drauf schwören, aber dieses Holz hat weder mit Buche, noch mit Esche etwas zu tun. Wir sagen dazu "Affensitzholz"
Weil da vor krurzem noch die Affen drauf gesessen haben, also Tropenholz Smiley
« Letzte Änderung: 18. Juli 2008, 13:23:26 von Senser » Gespeichert
buzzer
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« Antworten #28 am: 18. Juli 2008, 13:22:05 »

Senser,

klar, ich bin nicht der Fachmann, ich kann mich auch irren. Das mit den Schüppenstielen leuchtet ein. Die sind tatsächlich mehr schmutziggrau als graubraun Zwinkernd

Mein Pinselchen, Spatzi genannt, nun, ich werde die nächsten Fotos mal bei Tageslicht machen.

Esche für Pfeil und Bogen: Kann ich absolut bestätigen! Die Bögen haben wir aus Esche gebaut. Is lange her...

Viele Grüße,
Rolf
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Olivia
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« Antworten #29 am: 18. Juli 2008, 13:23:57 »

Buche ist schon richtig. Die Sprenkel sind charakteristisch.

(Bin zwar leider kein Schreiner geworden, aber zwischen den Hobelspänen großgeworden Grinsend )
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