gut-rasiert
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Autor Thema: Nagura vs. Anreiber  (Gelesen 13559 mal)
Rokediet
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« am: 23. Juli 2011, 20:29:24 »


Hier mal eine Antwort auf die Frage wozu der Anreiber/Nagura gebraucht wird:

Hierbei möchte ich drei Sorten Nagura/Anreiber unterscheiden:

- Synthetischer Nagura
- Natürlicher Anreiber
- Japanische Naguras


- Der Synthetische Nagura ist meisten ein kleines, rechteckiges und poröses Stück Kunststein.

Zum Beispiel dieser hier:

http://www.mehr-als-werkzeug.de/product/711302/Synthetischer-Reinigungsstein-Nagura.htm

Dieser wird ausschliesslich auf synthetischen Schleifsteinen benutzt. Verwendet wird dieser zum freimachen und reinigen der Oberfläche des Schleifsteins. Durch das reiben auf der Oberfläche werden das durch Ablagerungen verstopfte Gefüge des Steins frei gemacht. Zudem wird durch den Abtrag der Oberfläche ein feiner Schlamm erzeugt welcher mit Schleifpartikeln des Steins angereichert ist. So entsteht der Slurry der als Schleif-Polierpaste genutzt wird. In der Regel wird der Kunststein durch das Anreiben aggressiver und schneller.
Zu beachten ist ausserdem das sich Schleifpartikel in der porösen Oberfläche des Anreibers ablagern. Es gilt die Regel das nicht der gleiche Anreiber auf verschiedenen Steinen benutzt werden sollte. Die Verlagerung der Schleifpartikel von groben Steinen auf Feinere ist nicht zu vermeiden und absolut kontraproduktiv für eine gleichmässige Facette.

- Natürliche Anreiber bestehen aus dem selben Material wie der benutze Schleifstein. Zum Beispiel wird ein GBB mit einem GBB angerieben, ein Thüringer wird mit einem Thüringer angerieben und so weiter. Bei vielen Natursteinen kann es innerhalb einer Familie (Gruppe) zu verschiedenen Korngrössen (Gefüge) kommen. Darum sollte beachtet werden das der Anreiber möglichst aus dem vorhandenen Stein stammt. Bei GBB/BBB ist der Unterschied in der Regel nicht all zu gross, jedoch ist es nicht zu empfehlen einen feinen Escher (Thüringer) mit einem x beliebigen Thüringer anzureiben. Beim Anreiben wird nicht in erster Linie die Oberfläche gereinigt sonder es wird ein Slurry erzeugt der die Schleifpartikel des Steins bindet und konzentriert. Durch die Schärf-verfahren des "Verdünnens" (z.B. Dilucote) wird ein Naturstein optimal genutzt. Ausnahmen bilden die Arkansas und andere Glas-Artigen Natursteine welche ohne anzureiben genutzt werden.

- Japanische Naguras (die Echten!) sind eine Welt für sich. Die einen bestehen aus einem Stück Naturstein, welcher eine bestimmte Feinheit aufweist z.B. der Tomo-Nagura (Abschluss Nagura) der aus dem genutzten Schleifstein bestehen sollte oder aus einem noch härteren Naturstein welcher keinen eigenen Abrieb erzeugt. Die andere Gruppe sind die wohl bekannteren "weissen Naguras", diese bestehen i.d.R. aus abgelagerter Vulkanasche. Für uns sind die wohl wichtigsten Sorten (Feinheits-Grade) die Botan, Mejiro, Tenjou und Koma:



Wie auf dem Foto gut zu erkennen, kann die Farbe und das Erscheinungsbild stark variieren. Diese Naguras werden auf einem Japanischen Naturstein genutzt (Ohzuku, Nakayama, Maruko,...). Bei dem Schärfen mit diesen Naguras, dient der Schleifstein als Träger und der mit den Naguras erzeugte Slurry als eigentliches Schleifmittel. Der aus diesen Naguras erzeugte Slurry sollte sobald er sich dunkel verfärbt erneuert werden. Siehe Schärfanleitung --> http://www.gut-rasiert.de/forum/index.php/topic,16646.0.html
Zum Abschluss auf dem jap. Naturstein wird der Tomo-Nagura eingesetzt. Das Arbeitsprinzip dieses Naguras ist gleich wie bei den "Natürlichen Anreiber". Es wird ein Slurry aus dem Verwendeten Schleifstein erzeugt, welcher durch das Schärfen und Verdünnen immer feiner wird, bis auf dem blanken Stein gearbeitet wird.


Ich hoffe mit dieser Kurzbeschreibung die Fragen zu den Naguras beantwortet zu haben. Falls ich was vergessen habe, bitte ich euch diesen Beitrag zu ergänzen.

Danke und Gruss
Rolf



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Sicknote
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« Antworten #1 am: 23. Juli 2011, 22:16:33 »

Sehr gute Beschreibung Rolf.
Bei japanischen Steinen kann man auch mit anderen Steinen rumexperementieren. Etwa ein oozuku mit einem Stück von einem suita angerieben. Ich zb habe einen nagura von einem japanischen Stein der recht  weich ist. Reibe ich damit einen meiner oozukus an ist dieser, ähnlich wie mit den mikawa naguras, schneller da die Partikel größer sind als wenn sie nur vom oozuku kommen würden. Die möglichkeiten sind somit eigentlich unendlich und genau deswegen besteht hier ein riesen suchtpotenzial.
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lesslemming
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« Antworten #2 am: 24. Juli 2011, 10:48:52 »

Sehr schön! Vielleicht kannst du den Beitrag noch ergänzen, um den Sinn und Zweck der Nagura.
Warum reibt man überhaupt an, muss man das und was bringt das.
Damit der Neueinsteiger versteht was los ist  Daumen hoch

EDIT: ich habe grade den Querverweis zur Schärfanleitung entdeckt, damit hat sich die Sache erledigt!
Gut gemacht  Cool
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StCyrien
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« Antworten #3 am: 24. Juli 2011, 11:45:22 »

Endlich mal wieder ein Beitrag, den man gerne liest und etwas dabei lernt. Ein wahrer Lichtblick in den Zeiten der sommerlichen Tristesse  Daumen hoch

Vielen Dank dafür!
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Rokediet
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« Antworten #4 am: 24. Juli 2011, 12:09:03 »


Vielen Dank für die Blumen.  Verlegen

Im Grunde hab ich nur das weit verstreute Wissen gesammelt und hier in gebündelter Form wiedergegeben.

Gruss Rolf

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Rokediet
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« Antworten #5 am: 25. Juli 2011, 10:55:18 »


Kleines Update für alle die, die einen KOMA-Nagura suchen.

Stehe in Kontakt mit einem Händler in Japan, diesen habe ich betreffs Koma angefragt und erhielt heute diese Nachricht:

Hello, Mr. Rolf

I will talk about Koma nagura.

Nagura of the Asano stamp sells only my shop.
The stone sold in other shops is a thing that I sold.

Koma seems not to arrive for several months.
It is difficult to explain the reason in you.

Nagura has already finished digging up the mountain for about 30 years ago.
The stone at that time is put on the warehouse in the pile.
The big one and a high quality thing were previously sold.
It sells it little by little while having piled up a remaining stone like the mountain now.
There is little Koma nagura.
However, Koma is found from among the stone piled up like the mountain sometimes.
It arrives to me that time.
Therefore, I do not understand when the stone arrives.

It is said that it will want you to sell Koma from a domestic swords grinding master.
However, Koma is hardly obtained.

Though it is regrettable.

My best regards.


Also für alle die, die auf der Suche sind: Viel Glück!  Daumen hoch
Für alle die, die einen haben: Bitte PN an mich.  Grinsend

Gruss Rolf

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Pepe
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« Antworten #6 am: 25. Juli 2011, 11:12:15 »

klasse Beitrag  Daumen hoch Daumen hoch Daumen hoch

der sollte auf alle Fälle festgepinnt werden !!
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perteges
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« Antworten #7 am: 25. Juli 2011, 12:03:13 »

ist festgepinnt ^^
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Dullblade
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« Antworten #8 am: 01. August 2011, 15:38:12 »

Wo gibts den eine vernünftige Quelle für diese Naguras? Ich finde immer nur Nagura als Oberbegriff in diversen Web-Shops, einen Botan, Mejiro, Tenjou Nagura finde ich nicht...
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Sicknote
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« Antworten #9 am: 01. August 2011, 16:20:52 »

www.japanesenaturalstones.com
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Rokediet
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« Antworten #10 am: 01. August 2011, 19:22:42 »


Um den Markt ein wenig zu beleben, habe ich hier auch noch eine Adresse von einem Händler:

http://www2.odn.ne.jp/mandaraya/5-tennen-nagura.htm


Falls euer Japanisch ein wenig eingerostet ist, schreibt Herrn Teshiba direkt ne Mail mit euren Wünschen. Naguras hat er in der Regel auf Lager. Es lohnt sich auf jeden Fall die Preise zu vergleichen.  Zwinkernd

Seine Mailadresse:

cbk99780@pop06.odn.ne.jp

Korrespondenz auf English

Gruss Rolf


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Sicknote
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« Antworten #11 am: 01. August 2011, 19:46:22 »

In der tat ein netter Kerl. Smiley und der versand ist sauschnell
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Dullblade
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« Antworten #12 am: 02. August 2011, 08:06:38 »

Danke für die Info
Ich bin dann gleich mal auf die letzte Website (http://www2.odn.ne.jp/mandaraya/5-tennen-nagura.htm) Leider bin ich des Japanischen nicht mächtig und der Google Übersetzer lässt mich auch nur erahnen, was hier angeboten wird. Auf jeden Fall ist da so ein Dreier Set abgebildet. Sind das die 3 verschiedenen Varietäten? Habt Ihr das auch bestellt? Und wieviel muss man den mit Zoll, Steuer Porto etc. final ungefähr für so 3 Steinchen bezahlen? Und vielleicht noch besser, kann einer von Euch Erfahrenen, vielleicht eine (Sammel-) Bestellung tätigen, damit ich und vielleicht andere Foristi keinen Scheiß kaufen? Das wäre sogar einen kleinen Beratungsobulus wert...
Wie erkenne ich den an den Steinchen, welcher nur welcher ist? Fühlt man das an der Körnung oder brauch man eine Stempelübersetzung...
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Rokediet
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« Antworten #13 am: 02. August 2011, 09:26:55 »


Zu dem Angebot von der oben genannten Seite:

Es handelt sich bei den Drei um ein Set: Botan, Mejiro und Tenjou.

Botan (Huch),  Mejiro (??), Tenjyou (??)  Zwinkernd

Also alles was man braucht wen man bereits einen Stein und einen Tomo besitzt.

Die Preise für solche Set's sind bei diesem Anbieter: 2000 ¥  (Umrechnung gemäss Tageskurs)

Das Porto ist abhängig von der Versandart. Genauere Angaben wird euch Herr Teshiba sicher per Mail beantworten.


Die Idee mit der Sammelbestellung finde ich gut, hat aber bei dem letzten Versuch, mangels Nachfrage, nicht funktioniert...

Gruss Rolf


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Dullblade
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« Antworten #14 am: 02. August 2011, 09:50:26 »

Sofern ich richtig umgerechnet habe, sind das keine 20€. Das könnte man also wagen...
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