gut-rasiert
21. Oktober 2017, 07:04:29 *
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

Einloggen mit E-Mailadresse, Passwort und Sitzungslänge
News: 10 Jahre gut-rasiert.de


 
   Übersicht   Hilfe Einloggen Registrieren Impressum  
Seiten: 1 ... 6 [7] 8 9   Nach unten
  Drucken  
Autor Thema: Galvanisieren ?  (Gelesen 17206 mal)
Drill Instructor
Mitglied

Offline Offline

Beiträge: 1.840



« Antworten #90 am: 02. Juni 2015, 07:19:03 »

@ Larry: Vielen Dank für den Input und sorry dafür, dass ich nicht explizit gesagt habe, dass ich zu den Hobeln nix sagen kann. Von diesen Vintagedingern habe ich keinen blassen Dunst. Ich hatte mich eher am Thread vorher orientiert.
Gespeichert

Im Sommer 2015 habe ich kühlendes Aftershave verwendet. Alle fünf Tage.
Larry
Neuling

Offline Offline

Beiträge: 7



« Antworten #91 am: 02. Juni 2015, 09:38:50 »

@Drill Instructor
Kein Ding Zwinkernd. Den Wolfman hab ich auch gleich mal gegoogelt - schönes Teil. Egal ob alt oder neu, die Frage nach einer geeigneten Beschichtung ist schon ne Herausforderung, wenn man spezielle Optik und Gebrauchsfähigkeit unter einen Hut bekommen möchte. Ich mache es mir von daher einfach, dass ich Nickel nehme, denn was sich Jahrzehnte lang bewährt hat kann nicht so ganz schlecht sein.
Gespeichert
nero
Mitglied

Offline Offline

Beiträge: 575



« Antworten #92 am: 02. Juni 2015, 16:49:11 »

@Larry
Sofern der erste Hobel wirklich aus Aluminium besteht (kannst es ja mal mit dem Magneten testen), dann wirst Du mit dem stromlosen Nickelbad wenig Erfolg haben. Denn auf der dünnen Aluminiumoxidschicht kann man so gut wie gar nichts auftragen, dafür sind dann andere Verfahren, wie z.B. das Zinkat-Verfahren erforderlich. Beim Zinkat-Verfahren wird die dünne Aluoxidschicht, welche nicht leitend ist und daher auch bei strombetriebender Galvanisierung stört abgetragen und die Neubildung einer Oxidschicht verhindert. Das Aluminium besitzt nun statt der Aluoxidschicht eine dünne Zinkschicht. Auf diese Zinkschicht kann man nun durch Galvanisieren div. Metallschichten auftragen. Die von Dir angegebene Firma vertreibt genauso so ein Produkt unter dem Namen Aluminium-Aktivator. Zum Nickelbad gibt es auch einen Palladiumaktivator, der wohl ähnlich funktioniert, aber bei Aluminium vermutlich wirkungslos ist.

Ansonsten hat man bei Aluminium natürlich immer die Möglichkeit zu eloxieren. Die meisten eloxierten Aluminiumwerkstücke sind meistens noch eingefärbt, was den einzigen Sinn beim Hobel ergeben würde, da durch das Eloxalverfahren im Grunde lediglich die Oxidschicht umgewandelt bzw. ausgebaut wird, so dass das Metall korrosionsbeständiger und die Oberfläche härter wird.

Aber so wie die ersten beiden Hobel aussehen ist eine ausgiebe Reinigung erforderlich. Ich würde mir das Leben leicht machen und die Hobel sandstrahlen und mir dann einen Überzug ausdenken. Du kannst die natürlich auch durch chemische Wundermittel und Schleifpasten per Hand aufpolieren.
Mit den von Dir angegebenen Produkten besteht natürlich auch die Gefahr, dass das am Ende nix wird. Aber bei den Preisen kann man ja einen Misserfolg verschmerzen. Ansonsten würde ich es professionell durchführen lassen.

Mit dem Gillette Rocket Flare Tip solltest Du vor allem eines machen, Dich damit rasieren! Der sieht mir ziemlich gut erhalten aus  Daumen hoch


@Drill Instructor
Du hast mit Deinem Wolfman natürlich eine erstklassige Basis, denn der muss im Grunde nur entfettet werden und dann kann es schon losgehen.
Anbieter für galvanische Verfahren gibt es einige, manche präsentieren sich im Internet, andere arbeiten in einer kleinen Werkstatt im Hinterhof. Da musst Du einfach mal schauen, was sich so finden lässt.

Vergolden kann man den Messinghobel direkt, dafür ist das Material hervorragend geeignet.

Rhodinieren wird erst durch voriges Vernickeln, Verkupfern oder Verchromen (was natürlich ebenfalls eine simple Lösung für eine dauerhafte Beschichtung wäre) möglich sein. Rhodinierte Werkstücke haben eine kalt-silberne und glänzende (Chrom) Optik. Der Überzug ist zwar sehr hart, aber wenn die Schicht zu dick ist kann es zu Rissen kommen, daher würde ich da nur einen erfahrenen Galvaniseur ranlassen. Besonderheit wäre das plattieren mit Schwarzrhodium, was eher nach Anthrazit aussieht und etwas weniger glänzt. Ähnlich sieht es bei Ruthenium oder auch Palladium aus. Die Reihenfolge nach Ordnungszahlen im Periodensystem ist Ruthenium (44), Rhodium (45) und Palladium (46), allesamt Übergangsmetalle und nahezu identisches Aussehen.

Eine Platinbeschichtung kommt auch in Frage, oder wenn man ganz verrückt sein will, lässt man sich durch Er- und Überhitzen einen Paradieshobel in Regenbogenfarben herstellen (Stichwort Anlauffarben).

Wenn der Hobel es aber wirklich durch ausgezeichnete Rasureigenschaften wert ist, kann man über partielle Beschichtungen mit bestimmten Mustern (Guillochierung etc.) oder sogar weiteren oberflächenbearbeitenden Maßnahmen, wie Ziselierung usw., verbunden mit unterschiedlichen Überzügen nachdenken. Ein bspw. schwarz-rhodinierter Hobel mit tollem vergoldeten Muster ist natürlich sehr aufwendig, sollte aber prinzipiell machbar sein. Aber auch ein Messinggriff mit vergoldetem Muster darauf stelle ich mir ganz spannend vor.

Erfahrene Veredler können dazu aber mehr sagen.


- Gold in Verwendung als Beschichtung ist immer eine Legierung, d.h. ohnehin ein Gemisch aus mind. zwei Metallen, die Farbe variiert je nach Anteilen.

Gold ist eigentlich immer eine Legierung, außer es handelt sich um Feingold 999 (24K). Das gebräuchliche 585er Gold ist eine Legierung mit 58,5% Goldanteil, der Rest ist meistens Kupfer und Silber. Je nach Anteilen erreicht man so unterschiedliche Farben. Weißgold ist hingegen nur ein Sammelbegriff und bezeichnet Goldlegierungen, denen entfärbende Metalle wie Silber, Palladium usw. zugegeben werden. Man muss natürlich auch immer beachten, dass Gold zwar sehr edel ist, aber eben auch ziemlich weich. Daher sind Goldlegierungen für Schmuck viel besser geeignet, wer möchte schon mit dem elliptischen Ehering rumlaufen?

Ich bin ja mal gespannt was aus euren Projekten wird  Daumen hoch
Gespeichert

Löppt!
Larry
Neuling

Offline Offline

Beiträge: 7



« Antworten #93 am: 02. Juni 2015, 18:29:59 »

@nero
du scheinst ja gut Ahnung zu haben von der ganzen Thematik. Vielen Dank für die Ausführungen. Die 3 Hobel hab ich für zusammen 17,50 € in der Bucht ersteigert, gedacht sind die eigentlich nur als Versuchsobjekte, da ich ja eigentlich einen Gillette Fatboy verschönern möchte. Bedenken hab ich nicht nur ob das mit dem vernickeln dann optisch was wird, sondern auch wegen der Mechanik.
Den Fat Boy den ich hab, kann ich leider nicht zerlegen, das Modell ist schon ein Bj. wo die Teile vernietet wurden. Was meinst du, besteht eine Gefahr für das Innenleben?
Hat jemand diesbezüglich Erfahrungen? Bei der Fa. Tifoo hab ich telefonisch nachgefragt, der Herr Dr. ?namevergessen? meinte, es dürfte keine Probleme geben. Leider kannte der Herr Dr. aber den Adjustable nicht und antwortete lediglich auf meine Beschreibung.
Gespeichert
nero
Mitglied

Offline Offline

Beiträge: 575



« Antworten #94 am: 02. Juni 2015, 20:00:27 »

Ich kann Deine Bedenken bezüglich der Mechanik schon nachvollziehen, aber ich bin davon überzeugt, dass eine Beschichtung keine Auswirkungen auf die Mechanik haben wird.

Zunächst müsste man mal auflisten welche Bedenken bestehen.
Mir fällt nur ein, dass im allerschlimmsten Fall die Freigängigkeit der Mechanik schwergängig oder sogar gar nicht mehr gegeben ist, weil die Schichtdicke zu groß ist.
Aber dieser Fall wird m.E. nicht eintreten. Im Maschinenbau sind z.B. 0,1mm schon relativ viel Spiel, beim Hobel speziell bei einem Butterfly muss Spiel vorhanden sein und so wie die geöffneten Köpfe wackeln sind wir mit Sicherheit in diesem Zehntelmillimeter-Bereich, möglicherweise auch drunter. Wenn wir uns jetzt anschauen wie dick die Beschichtungen werden gibt es eigentlich keinen Grund zur Besorgnis. Üblicherweise betragen die Schichtdicken bei Vernickelungen 8µm bis maximal 50µm, wobei 50µm schon sehr dick ist. Also stehen 100µm Spiel einer sagen wir 10µm Schichtdicke gegenüber. Die Mechanik wird also nicht blockiert. Selbst wenn der Hobel 50µm Spiel, also 0,05mm hat, sollte es zu keiner Komplikation kommen. An den kritischen Stellen kann die Schichtdicke sowieso nicht über die Spieltoleranz hinausgehen, daher sind auch keine Blockaden zu erwarten.

Ansonsten fallen mir gerade keine weiteren Bedenken ein.


Dieser Fatboy ist doch mal wirklich gelungen:
http://restoredrazors.com/blog/wp-content/uploads/2014/02/fatboy-rhodium-gold2-940x626.jpg
Gespeichert

Löppt!
Drill Instructor
Mitglied

Offline Offline

Beiträge: 1.840



« Antworten #95 am: 02. Juni 2015, 20:24:16 »

Die fehlende Härte von Gold war für mich schon beim Ehering ein No-Go und sogar der Palladium-Ring ist nach weniger ald drei Jahren schon ordentlich abgeschliffen. So gerne ich also eine am liebsten leicht (!) ins Rosegold tendierende Goldlegierung hätte, die Dauerhaftigkeit an den Ecken und Kanten sehe ich da halt nur begrenzt.

Palladium/Rhodium ist mir tendiell zu "kalt" für den Hobel, lediglich das zwischen Dunkelgrau und spiegelnd changierende Schwarzrhodium könnte ich mir vorstellen.
DLC fällt für mich komplett raus. Das hatte ich beim Weber und hatte ausschließlich die Assoziation einer hässlichen, brüllenden und mit mattschwarzer Folie verunstalteten "Tuning"karre AKA Todesstern-Polo. Einmal Seife dran und schon hässlich wie die Nacht finster. Neee, das muss schon im Alltag gut nutzbar sein und einen Fortschritt in der Pflegeanfälligkeit bieten, denn einen flecken-anziehenden Fingerabdruckmagneten habe ich jetzt schon, wenn der eine andere Grundfarbe hat ist mir nicht geholfen.

Eine Beschichtung mit der Härte von Rhodium oder Nickel aber mit einem warmen, leicht goldenen Farbton, das wärs.
Gespeichert

Im Sommer 2015 habe ich kühlendes Aftershave verwendet. Alle fünf Tage.
nero
Mitglied

Offline Offline

Beiträge: 575



« Antworten #96 am: 02. Juni 2015, 21:38:05 »

Ok, da kenne ich was aus dem Umfeld mit dem ich zu tun habe, nämlich der Medizintechnik.
Die Werkstoffe heißen Titannitrid und Zirkoniumnitrid. Diese werden u.a. als Beschichtung für Endoprothesen z.B. Knieendoprothesen verwendet.
Titannitrid: Farbe Gelb-Gold, Härte äußerst hoch.
http://de.wikipedia.org/wiki/Titannitrid

Zirkoniumnitrid: Farbe Gelb-Braun, Härte äußerst hoch
http://de.wikipedia.org/wiki/Zirconiumnitrid

Bei Titannitrid weiß ich, dass diese Beschichtungsart auch für nichteisen-Metalle genutzt wird und Messing ist ein NE-Metall.
Aber da gibt es spezielle PVD und CVD Verfahren, also physikalische bzw. chemische Abscheidungsverfahren, so dass man da bei einem industriellen Beschichter anfragen sollte.
Titannitrid ist mittlerweile schon länger auf dem Markt und wird auch zum Beschichten von Werkzeugen benutzt, daher sollte es durchaus ein paar Unternehmen geben.

Kleiner Exkurs in die Werkstoffhärten (alle nach Vickershärte):
Messing je nach Legierung runde 200HV
Gold 585 max. 235HV
Rhodium max. 300HV
Chrom max. 1100HV
Titannitrid 2200HV
Zikoniumnitrid 2800HV
« Letzte Änderung: 02. Juni 2015, 21:42:27 von nero » Gespeichert

Löppt!
Barnie
Mitglied

Offline Offline

Beiträge: 330



« Antworten #97 am: 02. Juni 2015, 22:42:53 »

Titannitrid ist eine feine Sache. Ich kenne es vom Werkzeugbau (Bohrer, Fräser) her.
Bei einem Hobel dürfte / sollte eine solche Beschichtung eigentlich Lebenslang halten.
Gespeichert
Drill Instructor
Mitglied

Offline Offline

Beiträge: 1.840



« Antworten #98 am: 02. Juni 2015, 23:16:59 »

Und wenn wir schon bei PVD sind, ist auch Farbe kein Problem:
http://www.decoat.de/beschichten/werkzeuge/index.html
Gespeichert

Im Sommer 2015 habe ich kühlendes Aftershave verwendet. Alle fünf Tage.
nero
Mitglied

Offline Offline

Beiträge: 575



« Antworten #99 am: 02. Juni 2015, 23:41:34 »

Ui, ausgezeichnet, davon wusste ich noch gar nichts  Daumen hoch
Erinnert mich stark ans Farb-Eloxieren.
Mir scheint, als hättest Du bereits einen sehr guten Anbieter gefunden, den würde ich einfach mal mit Deinem Vorhaben konfrontieren und sehen was der dazu sagt.
Wenn Du das wirklich in Angriff nehmen willst, dann würde ich mich sehr über nähere Informationen freuen, gerne auch per PM.
Gespeichert

Löppt!
Drill Instructor
Mitglied

Offline Offline

Beiträge: 1.840



« Antworten #100 am: 03. Juni 2015, 11:02:04 »

Kleiner Exkurs in die Werkstoffhärten (alle nach Vickershärte):
Messing je nach Legierung runde 200HV
Gold 585 max. 235HV
Rhodium max. 300HV
Chrom max. 1100HV
Titannitrid 2200HV
Zikoniumnitrid 2800HV

Jetzt in Ruhe gelesen finde ich die rein zahlenmäßig für mich unerwartet "geringe" Härte des vielgelobten Rhodium überraschend, so rasend weit weg von legiertem Gold oder Messing finde ich es garnicht. Hast du evtl. noch eine Zahl für Nickel? Denn eine Menge Hobel aus den 50er 60er Jahren ist vernickelt und die sehen eigentlich durchaus brauchbar aus.

Rein von den Farben sprechen mich TiN und ZrN am meisten an, Schwarzrhodium wäre mal was ganz anderes (Goldhobel habe ich ja schon) und würde vielleicht auch ganz gut zum Wolfman passen. Die nächsten Tage/Wochen versuche ich mal beim Galvanisierbetrieb anzurufen, vielleicht gibt mir ja ein krasser Preisunterschied und/oder der Rat des Fachmannes eine Entscheidungshilfe.
Gespeichert

Im Sommer 2015 habe ich kühlendes Aftershave verwendet. Alle fünf Tage.
titanus
Mitglied

Offline Offline

Beiträge: 2.993



« Antworten #101 am: 03. Juni 2015, 11:20:02 »

Zu Zeiten der alten Goldmünzen als Umlaufmünzen wurde i.d.R. 900er Gold verwendet.
Z. B.: bei den Kaiserreich Goldmark und französischen oder schweizer Francs.
Die Römer hatten genau wie das Kushanreich ca. 950er Legierungen.
Wie steht es da mit der (Vickers-) Härte? Würde mich interessieren.

titanus
Gespeichert

Es ist sinnlos, von den Göttern zu fordern, was man selber zu leisten vermag.

Epikur
nero
Mitglied

Offline Offline

Beiträge: 575



« Antworten #102 am: 03. Juni 2015, 14:08:30 »

Also damit hier keine allzugroßen Verwirrungen entstehen:
Die Härteangaben, die ich gemacht habe sind in Vickershärten angegeben und dort wo maximal steht, ist tatsächlich auch nicht mehr zu erwarten.
Das ist ein Härteprüfverfahren, bei dem eine gleichseitige Diamantpyramide mit definierter Kraft in einen Werkstoff eindringt.
Die so erzeugte Druckstelle im Prüfkörper wird vermessen und daraus resultiert dann die Härte des Werkstoffs.
Diese Härteprüfung bzw. Härteangabe wird im technischen Bereich angewendet und besitzt einen linearen Zusammenhang.
Dazu gesellen sich noch einige andere Härteprüfverfahren bzw. -angaben z.B. Brinell, Rockwell, Martens, Knoop, Mohs und und und...

Nun ist es so, dass die Härten gerade von Beschichtungen immer abhängig von der Verarbeitung (Temperatur etc.) sind. Also gibt es natürliche Schwankungen.
So sollen galvanisch abgeschiedene Nickelschichten lediglich 150HV besitzen, während bei chemischen Nickelschichten (Nickelbad) ohne Wärmebehandlung bereits 500HV erreicht werden (mit Wärmebehandlung sogar 1000HV).
Dazu kommen natürlich noch Schwankungen bei Legierungen wie Messing, Goldlegierungen usw. Für solche Stoffgemische wird meistens die Vickershärte angegeben.

Warum das alles? Es ist gar nicht mal so leicht für alle Metallbeschichtungen auch immer die geeignete Härteangabe zu bekommen.
Da wird das eine in Brinell, das andere in Rockwell, Mohs und Vickers angegeben. Diese kann man allerdings auch immer nur bedingt miteinander vergleichen, es gibt zwar Tabellen, aber Mohs lässt sich nicht umrechnen, da dort überhaupt kein linearer Zusammenhang besteht. Auch trotz der Umrechnungstabellen besteht nicht zwingend Linearität z.B. zwischen Vickers und Rockwell. Wenn ich also alle möglichen Härten hier angebe, bringt das keinem was.
Beschränken wir uns also nur auf die elementare Form der hier besprochenen Metalle, gelten folgende Härten in Mohs (nicht (!) linear und ohne Einheit):

Feingold (999): 2,5-3
Silber: 2,5-3
Platin: 3,5
Nickel: 4,0
Palladium: 4,75
Rhodium: 6
Rhutenium: 6,5
Chrom: 8,5
Diamant: 10 (in Vickers bspw. 10.000HV)

Diese Werte sind natürlich untereinander vergleichbar. Da beim Galvanisieren keine Wärmebehandlung stattfindet kann man bei galavanischer Abscheidung obiger Elemente wohl auch keine härteren Ergebnisse erwarten.
Ein vernickelter Hobel, der anschließend in einen Temperofen kommt wird allerdings über die Härte elementaren Nickels deutlich hinausgehen. Also muss man sich merken, dass spezielle Abscheidungsverfahren und diverse Nachbehandlungen die Härten der Beschichtungen erhöhen.

Was das Gold angeht kann ich keine sicheren Aussagen treffen, aber ich bin überzeugt, dass es sehr weich war.
Feingold ist oben angegeben und wird mit recht unterschiedlichen Angaben zur Vickershärte gelistet (180-215HV).
Reines Gold hat eine Zugfestigkeit von 130N/mm², zum Vergleich eine handelsübliche Stahlschraube der Festigkeitsklasse 8.8 hat eine Zugfestigkeit von 800N/mm²
Bei einer Legierung mit 95% Goldanteil hat man diese Werte wohl nicht groß übertreffen können.


Man muss sich allerdings auch vor Augen führen, warum diese Metalle als edel bezeichnet werden.
Da spielt weder die Härte, die Seltenheit, noch das Aussehen eine Rolle, sondern die elektrochemische Spannungsreihe.
Je Höher ein Element dort angesiedelt ist, desto edler ist es. Natürlich wissenschaftlich betrachtet.
« Letzte Änderung: 03. Juni 2015, 14:11:46 von nero » Gespeichert

Löppt!
titanus
Mitglied

Offline Offline

Beiträge: 2.993



« Antworten #103 am: 03. Juni 2015, 14:28:48 »

Danke.
Trotzdem halte ich weder die Römer, noch die Leute des 19. Jhd. für blöd.
Und deshalb wird die Legierung 900er für Umlaufmünzen schon deutlich härter sein, als 999er.

Hier mal ein Zitat aus Gold.de:

 "So erhöhen Platin, Nickel und Kupfer die Härte, während Zink, Indium, Zinn, Cadmium und Gallium zu einem niedrigeren Schmelzpunkt führen"
Gespeichert

Es ist sinnlos, von den Göttern zu fordern, was man selber zu leisten vermag.

Epikur
nero
Mitglied

Offline Offline

Beiträge: 575



« Antworten #104 am: 03. Juni 2015, 15:01:54 »

Es hat ja keiner behauptet, dass die Römer blöd gewesen wären.
Du weißt ja gar nicht was die ihrem 950er Gold als Legierungselemente hinzugefügt haben.
Vermutlich wird es Kupfer gewesen sein, wie es auch heute noch gemacht wird. Meines Wissens nach hat man dem Aureus sowieso nach und nach immer mehr Kupfer beigemischt.
Dadurch hätte man die Härte etwas steigern können, aber von deutlich kann man da nun wirklich nicht sprechen. Kupfer ist unwesentlich härter als Gold und Platin ist unwesentlich härter als Kupfer.
Wenn ich mir die Gewinnung von Rhodium, Palladium usw. anschaue, dann bezweifle ich im Übrigen, dass diese Elemte damals in Umlaufmünzen steckten.
Abgesehen davon kann man auch nicht beliebige Metalle vermischen, weil dadurch etwaige Korrosionen uvm. entstehen können.

Was die Goldmark angeht lässt sich diese Quelle finden:
http://mommsen.hiskp.uni-bonn.de/diplaxel/node26.html
Daraus lässt sich ableiten, dass die Goldmark 90% Gold enthielt und mit 10% Kupfer legiert wurde. Eisen und Nickel sind als natürliche Verunreinigungen in sehr geringen Mengen vorhanden.

Zusätzlich findest Du hier noch Angaben zu Feingehalten und Vickershärten:
http://sternburg.de/au.htm
http://www.bruno-welz.de/files/brunowelz/pdf/lieferprogramm.pdf
Gespeichert

Löppt!
Seiten: 1 ... 6 [7] 8 9   Nach oben
  Drucken  
 
Gehe zu:  

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.21 | SMF 2006, Simple Machines Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS