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Autor Thema: FAQ: Der Pinsel  (Gelesen 22190 mal)
herzi
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Beiträge: 7.610



« am: 08. Oktober 2007, 13:26:10 »

F: Brauche ich überhaupt einen Rasierpinsel?

A: Eine Rasierseife und eine Rasiercreme kann man zur Not auch mit der Hand direkt im Gesicht
    benutzen. Es entsteht jedoch kein voluminöser Schaum, der auch nicht die gewünschte
    Konsistenz bekommt, die er normalerweise durch die Haarspitzen (Fahnen) des Rasierpinsels
    erhält. Ohne diesen Schaum verläuft die Rasur nicht so angenehm wie mit.
    Zudem erhält die Haut bei der Verwendung eines Rasierpinsels automatisch eine Art Peeling,
    d.h. durch das Reiben der Pinselhaare werden alte Hautschuppen entfernt.
    Lediglich bei der Verwendung von Rasieröl und/oder sog. Brushless Cremes (nichtschäumende Rasiercremes) muß man auf den Rasierpinsel verzichten.


F: Was sind die Unterschiede bei den Pinseln, z.B. Naturborste oder Dachs?

A: Naturborste besteht aus Schweinehaaren, Dachshaar aus den Haaren vom Dachs.    
    Schweineborsten sind die Härtesten, jedoch hervorragend zum Aufschäumen einer Rasierseife
    geeignet. Dachshaar gibt es in den unterschiedlichsten Qualitäten Rein Dachs, Dachszupf
    Silberspitz. Das sind leider keine geschützten Begriffe, die Hersteller legen diese teilweise
    unterschiedlich aus. Als Faustregel kann jedoch gelten: Rein Dachs hat die härtesten Borsten,
    jedoch wesentlich weicher als Naturborste. Dachszupf ist weicher und meist auch an den etwas
    helleren Borsten zu erkennen. Silberspitz bietet die weichsten Haare vom Rücken des Dachses
    und sind die Oberklasse der Rasierpinsel. Sie können ungleich mehr Wasser aufnehmen als eine
    Naturborste, erzeugen einen sehr voluminösen Schaum und sind extrem weich und sanft zur
    Haut.
« Letzte Änderung: 28. Oktober 2012, 02:29:03 von hpstr » Gespeichert

Gruß,
Stefan
herzi
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Beiträge: 7.610



« Antworten #1 am: 08. Oktober 2007, 13:26:46 »

F: Für welchen Pinsel soll ich mich entscheiden?

A: Das ist zum einen eine Frage des Geldbeutels. Naturborsten sind die günstigsten, gefolgt von
    den einfachen Rein Dachs für teilweise schon unter 10 EUR. Silberspitzen sind die qualitativ
    hochwertigsten und auch die teuersten. Diese können je nach Hersteller schon mehrere hundert
    EUR kosten. Auch die Wahl des Griffes spielt preislich, nicht aber für den erzeugten Schaum,  eine Rolle.
    Zum anderen ist es eine Frage der Benutzung. Naturborste erzeugen schnell den gewünschten
    Schaum, sind jedoch beim Auftragen im Gesicht am gröbsten. Rein Dachs sind als
    Einstiegspinsel durchaus geeignet, erzeugen einfach einen schönen Schaum und sind bei
    Gesichtsschäumern sehr beliebt, weil sie nicht so viel Wasser aufnehmen und beim Aufschäumen
    im Gesicht nicht zuviel Wasser und Schaum verspritzt wird. Silberspitzen sind die weichsten
    Pinsel. Sie nehmen unglaublich viel Wasser auf und erzeugen damit sehr einfach einen sehr
    voluminösen Schaum. Gleichzeitig sind sie durch die weichen Fahnen extrem sanft zur Haut.

F: Ich bin gegen Tiertötung und möchte weder Schweineborste noch Dachshaar als Pinsel nutzen.
    Gibt es Alternativen?


A: Ja, mittlerweile gibt es synthetische Pinsel, auch vegane Pinsel genannt. Sie werden
    komplett ohne Tierprodukt hergestellt und sind in etwa so weich wie ein Dachshaarpinsel.

F: Ich habe heute meinen neuen Rasiepinsel bekommen und der stinkt fürchterlich.

A: Der Dachs ist nunmal ein Tier, dessen Fell anfangs riecht. Nach 4-5maliger Benutzung mit
    einer gut duftenden Rasiercreme / Rasierseife ist davon aber nichts mehr vom manchmal beißenden Geruch übrig.

« Letzte Änderung: 23. Oktober 2012, 11:52:07 von hpstr » Gespeichert

Gruß,
Stefan
herzi
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« Antworten #2 am: 08. Oktober 2007, 13:27:33 »

F: Muß ich meinen Rasierpinsel besonders pflegen?

A: Der Rasierpinsel muß nach jeder Rasur mit fließend Warmwasser gründlichst ausgespült werden,
    damit keine Seifenreste mehr zurückbleiben. Anschließend wird der Pinsel ausgeschlagen, d.h,
    kräftig mit den Borsten nach unten ausgeschüttelt, damit möglichst viel Restwasser heraus
    geschleudert wird. Zum Trocknen wird der Pinsel mit den Borsten nach unten aufgehängt. So
    kann theoretisch das Restwasser ablaufen. Viele Benutzer stellen ihren Pinsel auf den Griff,
    Borsten nach oben, damit die Restfeuchtigkeit nach oben verdunsten kann. Es ist also auch hier
    wie bei so vielem eine Glaubensfrage.

    Wichtig ist jedoch, daß der Pinsel mindestens 24Stunden ruht, bis er wieder zum Einsatz kommt.
    Kann der Pinsel nicht richtig austrocknen, bilden sich im Inneren Feuchtigkeitsherde, die
    Keimbildung fördern und auch die geklebten Borsten lösen. Deshalb wird empfohlen, den Pinsel
    einmal pro Woche richtig austrocknen zu lassen. Oder Alternativ einen zweiten Pinsel im
    Wechsel benutzen.

    Je nach Härte des Wassers setzt sich Kalk mit der Zeit in den Pinselborsten fest.
    Man merkt dies, wenn z.B. der Pinsel nicht mehr soviel Wasser aufnimmt und die
    Schaumherstellung länger dauert und schwieriger erscheint (trockenerer Schaum). Man kann
    dann den Pinsel in einen Napf /Tasse legen, heißes (nicht kochendes!) Wasser und ein paar
    Tropfen Geschirrspülmittel und/oder ein Essigessenz dazu geben und etwa 15 Minuten leicht
    umrühren. Anschließend wieder gut trocken schütteln und der Pinsel ist so gut wie neu.
« Letzte Änderung: 23. Oktober 2012, 11:52:17 von hpstr » Gespeichert

Gruß,
Stefan
herzi
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« Antworten #3 am: 08. Oktober 2007, 13:27:52 »

F: Mein Rasierpinsel hat einen Holzgriff, ist das nicht schädlich, wenn der ständig mit Wasser
    in Berührung kommt?


A: Holz kann in Verbindung mit Wasser natürlich aufquellen. Rasierpinselgriffe werden
    imprägniert und sind somit wasserabweisend. Um diesen Effekt möglichst lange zu erhalten,
    kann man alle paar Wochen mit einem weichen Tuch 1-2 Tropfen Möbelpolitur oder einfaches
    Olivenöl einreiben. Dadurch bekommt das Holz wieder Glanz und die Imprägnierung hält
    länger vor.

F: Mein Rasierpinsel verliert Haare, was kann ich tun?

A: Preisgünstigste Pinsel werden maschinell geklebt, da ist es durchaus normal, daß das eine oder
    andere Haar ausfällt. Das sollte sich jedoch nach ein paar Wochen geben. Verliert der Pinsel
    regelmäßig mehr als 1-2 Haare, sollten Erkundigungen beim Hersteller / Verkäufer eingeholt
    werden, um evtl. für Ersatz zu sorgen.


--- Erstellt von matjes ---
« Letzte Änderung: 23. Oktober 2012, 11:52:40 von hpstr » Gespeichert

Gruß,
Stefan
Piraten-Papa
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« Antworten #4 am: 28. Januar 2011, 17:03:04 »

Interessante Informationen rund um den Rasierpinsel:

            Es gibt 6 verschiedene Haarsorten für die Herstellung von Rasierpinseln (Es werden hier nur die Dachshaare aufgezeigt)
            1.   Graudachs (Stock)
            2.   Rückenzupf (Rein Dachs)
            3.   Silberspitze (Dachshaar hohe Qualität)
            4.   Handselektierte Top Silberspitze (100% feinstes Dachshaar)
            5.   Schweineborste
            6.     Synthetikfaser (Vegan)

                         1                         2                            3                            4


          Weiterhin unterscheidet man bei einem Rasierpinsel die Menge des Haaranteils auch Ringmass genannt.


               20 mm               22 mm           24 mm         26 mm             28 mm           30 mm


          Wie entsteht ein Dachshaarpinsel?

          Eine Zurichterei liefert die Dachshaare, diese gliedern sich über die Farbgebung in unterschiedliche Qualitäten auf.
          Es gibt zwei Grundqualitäten: Zupf-Haare und Stock-Haare.
          Die Zupfhaare werden von den Zurichtereien ausgekämmt, ausgezupft. Daraus gewinnt man die beiden höchsten Qualitäten. Die Haare werden nach Farben sortiert. Die etwas dunkleren werden als Rücken-Haar aussortiert, die ganz hellen als Silberspitzen. Beim fertigen Rasierpinsel sieht man die Farbunterschiede: Beim Rückenhaar-Pinsel erkennt man deutlich den braunen Mittelstreifen, die Haare über und unter dem Streifen sind hellgrau. Beim Silberspitzen-Pinsel tritt der braune Mittelstreifen noch deutlicher hervor und die Haare über und unter dem Streifen sind fast weiß.

          In punkto Qualität wird bei beiden Haartypen nicht etwas die Schönheit bezahlt, sondern der Gebrauchsnutzen. Je heller die Haare sind, um so feiner wird die Rasierseife aufgeschäumt und desto angenehmer ist die Rasur. Haare, die die Zurichterei nicht auszupfen konnte, werden geschnitten. Und diese Qualität nennt man Stock. Diese Haare sind grau, ohne erkennbaren Mittelstreifen. Natürlich keine Spitzenqualität, aber diese Haarqualität hat genau wie eine Schweineborste Ihre Fans und Liebhaber.


          Hier noch einige Informationen zum Schmunzeln:



          Ein Männer-Barthaar wächst 0,0381cm am Tag und 13,97 cm im Jahr ![/li][/list]

          Ein Männer-Bart besteht aus 7.000 bis 15.000 Haaren[/li][/list]

          Die Barthaare eines Mannes sind 50% bis 60% dicker als die Haare einer Frau![/li][/list]

          Ein Mann rasiert sich ca. 3.350 Stunden bzw. 838,30 Meter Barthaar![/li][/list]

          Trockene Barthaare sind beinahe so widerstandsfähig wie  gleichdicke Kupferdrähte![/li][/list]



          Sollte der Rasierpinsel einmal riechen:

          Dachshaare werden auf dem Transport zur  Rasierpinselfabrik in Mottenpulver gelagert. Das schöne ist, dass Dachshaare den penetranten Geruch so gut wie nie annehmen. So gut wie nie heißt aber, dass aus unerfindlichen Gründen einige Dachshaare den Geruch doch annehmen.
          Im trockenen Zustand ist dieser nicht wahrnehmbar, wohl aber dann, wenn der Rasierpinsel nass wird. Es dauert lange, bis sich der Geruch verliert. Aber, wenn man den Rasierpinsel 2 Stunden lang ins Wasser legt, dem man einen gehörigen Schuss Spülmittel zugefügt hat, dann ist er Geruch weg und sollte nie wieder auftreten  !!

          Aus der Produktion in Handarbeit:











          Text und Fotos stammen von Frank Kratzsch.
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