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Autor Thema: Ulrik Beyer / Koraat Knives  (Gelesen 39642 mal)
Bengall Reynolds
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« Antworten #255 am: 21. August 2017, 11:39:59 »

Der Wall erscheint wahrscheinlich durch das in Szene setzen etwas gewaltiger als er tatsächlich ist?
Ich hatte das beim fotographieren auch schon.
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On a long enough timeline, the survival rate for everyone drops to zero.
Koraat
Neuling

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« Antworten #256 am: 21. August 2017, 12:37:59 »

Hallo,

der Wall ist bei unseren Messern tatsächlich deutlicher ausgeprägt, als bei vielen anderen Messern, wobei das aber auch optisch verastärkt wird weil wir die Seele in der Relation  extrem dünn schleifen.
Bei dem gezeigten Messer handelt es sich um eine der ersten unserer neuen Klingen, da war der Schliff auch noch insgesamt etwas kräftiger. Man muss sich bei neuen Rohlingen immer erst an das Maximum herantasten.

Hier mal ein Querschnitt wie er für unsere Messer typisch ist:



In rot markiert ist die Seele die bei diesem Messer ca. 0,18mm dick ist. Dieser Bereich gibt der Klinge insgesamt eine leichte Flexibilität die sich bei der Rasur quasi wie eine "Dämpfung" verhält. Die Klinge reagiert in diesem Bereich auf den gesamten Druck der durch alle Barthaare ausgeübt wird. Je dünner die Seele wird desto stärker wird dieser Effekt und umso schwerer wird die Klinge zu schärfen, da sie zum ausweichen neigt. Man sollte es also auch nicht übertreiben.

In grün ist die Dünnung zur Schneide hin markiert. Wie man sieht ist der Bereich über ein recht lange Strecke extrem dünn. Diese Flexibilität wirkt sich im Bereich der Haut und den einzelnen Haaren aus. Die Klinge ist dadurch sanfter zur Haut, kann aber bei extrem dicken oder drahtigen Haaren eher ausweichen. Wer also ganz kräftige Haare hat sollte lieber zu derb oder 1/4 hohl greifen.

Der Wall dazwischen, hat weder auf die makroskopische noch auf die mikroskopische Flexibilität einen Einfluss, weil sich Stahl immer nur an seinem dünnsten Punkt biegt. Erst wenn gar kein Wall mehr da ist wird die Klinge nochmal deutlich flexibler, dann aber auch instabil und liefert keine guten Rasuren mehr.

Den Wall dicker oder dünner zu gestalten, ist also primär eine Geschmackssache ohne Einfluss auf die Rasur. Ich bevorzuge den ausgeprägten Wall vor allem deswegen, weil der Klang der Klinge dadurch klarer und voller wird. Bei sehr dünnem Wall klingt es schnell etwas blechern.

beste Grüße,
Ulrik
 
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kube
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« Antworten #257 am: 22. August 2017, 11:36:17 »

Ulrik,
Wie oft kann man denn die Klinge schärfen, bevor man in den Bereich des Walls kommt?
Verändert sich die Charakteristik nach jedem Schärfvorgang?

Optisch finde ich den Wall sehr ansprechend... Ich glaube ich brauche auch so ein Messer, obwohl ich eher dicke Barthaare habe  Smiley
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Borsif
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« Antworten #258 am: 22. August 2017, 12:00:35 »

Ulrik,
Wie oft kann man denn die Klinge schärfen, bevor man in den Bereich des Walls kommt?
Verändert sich die Charakteristik nach jedem Schärfvorgang?

Optisch finde ich den Wall sehr ansprechend... Ich glaube ich brauche auch so ein Messer, obwohl ich eher dicke Barthaare habe  Smiley

Hallo Kube,

Ich kann nur aus meinen bescheidenen Erfahrungen sprechen, meine Meinung dazu ist folgende:

Wenn das Messer ordnungsgemäß nachgeschärft wird weil es mit der zeit stumpf geworden ist, dann ist der Materialabtrag vernachlässigbar und es dauert wohl zig Schärfungen bis sich da überhaupt irgendwas tut. Vielleicht sind nach 100 Schärfungen vll 0,3mm weg? - ich kanns nicht einschätzen

Wieso die meisten älteren Messer wesentlich kürzer sind erklärt sich meiner Meinung nach durch falsche Schärfvorgänge und durch Reparaturen. Wenn ich ein Messer aus der Bucht bekomme, dann hat es meistens:
Einen falschen Winkel der Facette (da muss eventuell etwas Material weg)
Ausbrüche (da muss jedenfalls die Klingenbreite so weit reduziert werden bis der Ausbruch weg ist)
oftmals entweder einen zu schmalen Mittenbereich der Klinge (Kreuzschübe), oder umgekehrt zu schmale Klinge am Kopf- und Erlende (hat wohl jemand nicht gut scharf bekommen und dann mit betonung diese bereiche zu stark abgetragen - unbeabsichtigte leicht lächelnde Klinge) - hier kann ich entweder so weiter machen oder wenn es nur relativ wenig ist, dann auch die klinge überall auf gleiche Breite bringen
oder generell durch einen Amateur unnötig ewig lang auf einem unnötig grobem Stein herumgeschoben

Aber sobald diese Korrekturen gemacht worden sind, ist die Klingenbreite vor und nach dem Schärfvorgang mit dem Messchieber gemessen gleich.

Zu deiner Frage also:
Da das Messer neu und scharf ankommt, wird es auch nach jahren der benützung wohl etwa gleich breit bleiben und sich in den Rasureigenschaften kaum ändern.

Ich habe z.b. ein Wacker Messer, welches mir mal beim Abledern auf den Boden gefallen ist, bei dem gleichen Messer ist mir dann auch die Facette angerostet (der Rost hat sich bis zu vll 0,05-0,1mm tief hineingefressen) - jetzt weiß ich, dass es mit meiner damaligen (wohl fehlerhaften) charge der Rasiercreme im Zusammenhang stand. Das Messer ist 1A vollhohl (Wacker eben - der hat eine klasse Hohlung) und mittlerweilen vielleicht um 0,2-0,3mm schmäler (geschätzt)? Wobei wohl kaum durch die Nachschärfungen als durch die davor notwendigen Reparaturen.

Liebe Grüße
Borsif
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Koraat
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« Antworten #259 am: 22. August 2017, 12:07:37 »

Wie oft genau man die Klinge schärfen kann, hängt ganz stark davon ab wie man schärft und ob der Klinge zwischenzeitlich etwas passiert, man also unter Umständen Ausbrüche ausbessern muss.
Wenn man immer nur das nötigste schärft verliert die Klinge pro Schärfvorgang nur wenige Hundertstel Millimeter, da erreicht man den Wall zu Lebzeiten sicher nicht. Wenn man natürlich jedes mal mit Korn 1000 startet geht das viel schneller. Wir hatten auch schon Kunden die haben derbe Messer um mehrer Millimeter "niedergeschärft" und das bei einem Schärfversuch...
Es ist aber auch kein Problem, wenn der Wall erreicht wird, da wir sogut wie jedes Messer (bei manchen Verzierungen oder Beschichtungen ist es nur schwer machbar) nachschleifen können. Das ist bei einem vollhohlen zwar komplizierter als bei einem derben, aber machbar ist es.

Die Charakteristik der Klinge ändert sich nicht nach jedem Schärfvorgang, aber natürlich wird der Schneidenbereich mit der Zeit immer steifer, da die Dicke immer weiter zunimmt. Das hat aber nichts mit diesem speziellen Schliff zu tun, das passiert bei jedem Schliff.

beste Grüße,
Ulrik
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kube
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« Antworten #260 am: 22. August 2017, 16:11:49 »

Besten Dank für eure Antworten.

Sind die 14er Klingen eigentlich aus dem gleichen Kugellagerstahl wie die 6/8 Sheffield-Stil Klingen oder aus Silberstahl?

LG
kube
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Senser
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« Antworten #261 am: 22. August 2017, 17:04:25 »

@ Koraat
Danke für die ausführliche Erklärung.
Übrigens habe ich schon vor Jahren mal die These aufgestellt, dass vollhohle Messer, wie man ja auch deutlich hören kann, durch die Vibration einen zusätzliche Schneidwirkung bekommen. Jedenfalls bis zu einer gewissen Haarstärke. Damals wurde diese These ziemlich verrissen.
Freut mich, dass noch jemand ebenso denkt.
Gruß Senser
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kube
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« Antworten #262 am: 22. August 2017, 18:00:54 »

Interessanter Gedanke mit der Vibration. Ich finde dass das plausibel klingt.
Der Effekt müsste je nach Klingenbreite/Resonanzfrequenz unterschiedlich stark ausgeprägt sein, hast du hierzu Erfahrungen Senser?

Gruß kube
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Koraat
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« Antworten #263 am: 22. August 2017, 19:08:47 »

Hallo Kube,

unsere 14er Design Klingen sind aus Silberstahl. Der Kugellagerstahl liefert sehr gute Ergebnisse, aber da die original 14er aus Silberstahl sind, war die Stahlwahl in diesem Fall klar.

beste Grüße,
Ulrik
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kube
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« Antworten #264 am: 22. August 2017, 19:35:12 »

Dass der Kugellagerstahl top ist kann ich gerne bestätigen. Habe ein 6/8 1/4 hohl und es ist mein bestes Messer...

Gruß kube

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Senser
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« Antworten #265 am: 24. August 2017, 09:42:03 »

Interessanter Gedanke mit der Vibration. Ich finde dass das plausibel klingt.
Der Effekt müsste je nach Klingenbreite/Resonanzfrequenz unterschiedlich stark ausgeprägt sein, hast du hierzu Erfahrungen Senser?

Gruß kube

Erfahrungen habe ich diesbezüglich reichlich. Man muß aber dazu sagen, dass ich keinen Drahtbart habe und grundsätzlich immer 3 bis 4 Tagebart rasiere.
Mein erstes Messer war ein DOVO Prima Klang (eins von der alten Sorte), und ich hatt natürlich keinen Vergleich. Irgendwann bekam ich dann ein 14er Filarmonica und dies ist Heute noch mein bestes Messer überhaupt.
Jedenfalls sind die auf Klang geschliffenen Messer (also extrem dünn geschliffen) bei meinem Bart am gründlichsten und auch am sanftesten.
Gruß
Senser
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LeoMinor
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« Antworten #266 am: 28. August 2017, 03:50:41 »

Hallo ihr Lieben,

hier mal die Fragen eines Messerneulings, der die Anschaffung eines Rasiermesser plant...

Wenn ihr vor der Wahl stehen würdet, Kugellagerstahl, oder Silberstahl, wie würdet ihr entscheiden und warum?
Machen sie die Materialien bei der Rasur mit derben, oder Hohlschliff bemerkbar/unterschiede?
Ist es ggf. lediglich die Haltbarkeit der Klinge, oder ein Mehraufwand beim schleifen?


Danke und nen guten Start in die neue Woche
 
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Rasoir
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« Antworten #267 am: 28. August 2017, 08:07:09 »

Hallo LeoMinor,

Wenn es um ein Messer von Ulrik geht, dann ist die Entscheidung einfach: Hängt ganz davon ab aus welchem der bei ihm verfügbaren Grundrohling das Messer sein soll. Zur Erklärung was ich meine:

- Seine Messer aus den "Sheffiled-Form" Rohlingen (die 8/8 derb und alle die daraus gefertigt werden): Silberstahl
- Seine Messer aus den "6/8-Rohlingen": Kugellagerstahl
- Seine Messer aus den "14er-Rohlingen": Silberstahl

Ich habe Messer von Ulrik aus den Sheffield-Rohlingen (alle derber Schliff) und aus den 6/8-Rohlingen (derb und vollhohle) und von der Rasurleistung her merke ich keinen Unterschied zwischen den Stahlsorten, sind alles spitzen Rasiermesser die ich ohne zögern empfehlen kann.
Zu den Messern aus den 14er-Rohlingen kann ich Dir (noch) keine persönliche Erfahrungswerte geben, ist aber nur eine Frage der Zeit bis ich mir eines zulege.

Gruß aus Wien!
Rasoir
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"The first thing we do, let's kill all the lawyers"
(William Shakespeare, Heinrich VI, 2.Teil, 4.Akt)
LeoMinor
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« Antworten #268 am: 29. August 2017, 07:43:11 »

Hallo Rasoir,

genau darum dreht es sich, die Messer vom Herrn Beyer. Smiley
Danke für die Info, dann kann ich mich nun entspannter an die Auswahl machen.


Grüße zurück aus Duisburg
LeoMinor

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