gut-rasiert
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News: Achtung: Rasiermesser Sammlung gestohlen


 
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Autor Thema: Ulrik Beyer / Koraat Knives  (Gelesen 33024 mal)
Xizor
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« am: 09. August 2010, 18:04:31 »

Ulrik ist ein österreichischer Gold- und Messerschmied, der sich kürzlich an Rasiermesser gewagt hat. Seine Messer sind von Hand geschmiedet und geschliffen und als Besonderheit verwendet er nicht nur industriell hergestellten Stahl sondern gießt sich auch selbst welchen. Von vorne bis hinten alles aus einer Hand. Cool

Ich habe mir bei ihm mein erstes Messer bestellt, heute ist es eingetroffen. Es besteht aus selbstgegossenem Stahl mit 1,45%C 1%Nb 1%Mn und 1%W. Extrem hart und durch das Niob enorm zäh. Nach dem Härten hatte es nach Schätzung des Machers 64-65 HRC, nach erneutem Anlassen ~63. Haartest flutscht. Gesamtlänge 16cm, Klingenlänge 6,2cm, Klingenhöhe 22mm (=7/8 wenn ich mich nicht irre?) und Klingenrücken 5mm.

Das Etui ist aus Cocobolo und wurde mit Rentierleder gefüttert. Am Griff ist die Schmiedehaut erhalten geblieben und die Klinge wurde angeätzt um die fast wootzartige Struktur des Stahls sichtbar zu machen (ich sehe mich leider außerstande das zu fotografieren).

Ein Erfahrungsbericht zur Rasur muss leider einige Tage warten.

Genug der Worte, Bilder:







Das ist praktisch die Basisversion, aufschraub- und somit wechselbare Holz- und Horngriffe sind ebenso möglich wie aufgenietete Schalen und Klingen aus Damast oder San Mai. Handelsübliche Klapprasiermesser sind auch geplant.

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UbuRoy
Gast
« Antworten #1 am: 09. August 2010, 18:15:06 »

Schönes Kamisori.

Wo sind die denn preislich angesiedelt?
Gibt's einen link?
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eTom
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« Antworten #2 am: 09. August 2010, 18:16:40 »

Gediegene Arbeit. Da kann man ja gespannt sein.
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Xizor
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« Antworten #3 am: 09. August 2010, 18:21:39 »

Wo sind die denn preislich angesiedelt?
Gibt's einen link?

http://messerforum.net/showthread.php?t=86586

Post 11:

Zitat
Ich würde als Richtwert für eine einfach ganzstahlversion um die 150 Euro in den raum stellen.
Aus industrie Monostahl auch etwas weniger. Je nach Art meines Gussstahls etwas mehr.
Extra hohl geschliffene Klingen (Bilder unten) kosten um 25 Euro mehr.
Sanmai (ebenfalls unten) oder Damast kostet je nach Material. Da muss man im Detail drüber sprechen

Ich plane auch versionen mit Horn/Bein/holz Griffen, sowohl zum klappen als auch feststehend.

Zubehör wie Aufbewahrungsboxen etc. werde ich mir auch durch den Kopf gehen lassen. Die werden einen kleinen Aufpreis bedeuten.
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HerbertW
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« Antworten #4 am: 11. August 2010, 23:49:49 »

Ich hab auch so ein Messer. Wird wohl nicht mein letztes sein. Die Sache mit dem Stahl hat mich ja eigentlich angefixt. Ist eine ehrliche Sache, man weiß, was man kriegt, und dass es richtig gehärtet wurde. Ich bin mit dem Messer sehr zufrieden.
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Kirk
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« Antworten #5 am: 12. August 2010, 08:43:29 »

Hallo Herbert,

Ulriks Gussstahl muß ja durch den Niobanteil ein ultrafeines Gefüge haben. Wie siehst Du das?
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Barth
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« Antworten #6 am: 12. August 2010, 10:52:12 »

Das geht ja vom Preis her noch - da hätte ich mehr geschätzt, viel mehr !

Funzt es denn ?
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Was wohl passieren würde wenn man vorm Candyman stünde und 5 x  hintereinander -''Spiegel''- sagen würde . . .
Xizor
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« Antworten #7 am: 12. August 2010, 18:09:38 »

Funzt es denn ?

Ich lebe zumindest noch. Grinsend Habe es gestern abend eingeweiht. Ob meine Erfahrungen sonderlich aussagekräftig sind denke ich allerdings nicht, es war meine erste Messerrasur überhaupt, die Handhabung ist noch extrem ungewohnt.

Kein Blut, abgesehen von einem kleinen Schlitz in der Ohrmuschel von unachtsamem Ansetzen. Allerdings auch nicht wirklich gründlich, glatt wurde es erst als ich nach anderthalb Durchgängen mit dem Hobel weitergemacht habe. Zum ersten Mal meines Nassrasurdaseins leichter Rasurbrand. Es kam mir nicht wirklich scharf vor, vermutlich durch zuviel/zuwenig/falsches Ledern. Muss ich auch noch lernen.
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Koraat
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« Antworten #8 am: 13. August 2010, 10:57:11 »

Hallo Allerseits,

ich habe mir gedacht, wenn ich in eurem Forum schon netterweise Erwähnung finde muss ich mich doch gleich anmelden.

Weil die Frage nach dem Niob aufgekommen ist.
Also ich legiere das Niob wie schon vermutet aus Gründen der Feinkörnigkeit ein. Aber auch die Härte der Niobkarbide darf man nicht unterschätzen, die tragen maßgeblich zur Schnitthaltigkeit bei. Zudem neigen sie im Gegensatz zu den meisten anderen nicht zur Seigerung ( Anreicherung an manchen Stellen) somit bleibt das Material schön homogen.

@Xizor: Ich würde dir den Rat geben, beginne mit dem Üben am Hals, da tut man sich anfangs mit der Handhabung am leichtesten.
Vorher heiß duschen oder baden und dann erst einschäumen/seifen hilft zusätzlich die Haare optimal weich zu bekommen. Das macht es am Anfang leichter. Ich würde dir beim Abziehen zu Diamantine Paste raten, mit der habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht danach natürlich noch übers blanke Leder ohne Paste. Womit man viel kaputt machen kann ist, wenn man die Klinge zu steil abzieht. Also lieber schön flach auflegen.
Wenn du willst schicke ich dir ein stück diamantine zu, so leicht bekommt man das Zeug gar nicht.
Eines ist ohnehin klar. Du hast Stahltechnisch gleich auf einem sehr hohen Level begonnen, ein so harter und verschleißfester Stahl ist zickiger als ein niedriger legierter mit geringerer Härte. Aber wenn du mal den Dreh raus hast  Teuflisch

mfg
Ulrik
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Ede_Wolf
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« Antworten #9 am: 13. August 2010, 11:42:33 »

Ein Hinweis noch (hab Erfahrung mit einem von Ulriks Küchenmessern): 64 HRC kosten elendig Mühe, bis sie richtig scharf sind. Aber wenn das einmal geschafft ist, bleibt die Schärfe bei sachgerechter Benutzung beinahe ewig erhalten.
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Tolpan
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Non scholae sed vitae discimus.


« Antworten #10 am: 13. August 2010, 13:30:33 »

Ein Hinweis noch (hab Erfahrung mit einem von Ulriks Küchenmessern): 64 HRC kosten elendig Mühe, bis sie richtig scharf sind. Aber wenn das einmal geschafft ist, bleibt die Schärfe bei sachgerechter Benutzung beinahe ewig erhalten.

Also mein Tritz Santoku spielt auch in dieser Härteliga und ich muß sagen, dass es mit dem richtigen Stein gar nicht so stressig ist.
(Ich benutze zum Nachschärfen: 3000er Chosera, BBB, Kiiro Suita) Man braucht halt als ersten Stein etawas mit ordentlichem Abtrag.
Die Schnitthaltigkeit bei solchen Stählen ist allerdings enorm.

Zurück zum Topic: Ich glaub' ich muss auch mal so ein RM haben  Grinsend

Gruß, Peter
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Iltis
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« Antworten #11 am: 13. August 2010, 14:55:39 »

Hallo Koraat,
Erstmal willkommen und ein Kompliment an dein Messerkunst - japanische Messer sind nicht wirklich mein Geschmack, aber deins gefällt mir gut, mit die Kontrast zwischen schmiederauhe und polierte Flächen. Auch der Aufbewahrungsetui finde ich sehr schick.
Mich wundert es, das du fürs Abziehen Diamantine empfehlst - meinst du für der Riemen oder als "Schleifpaste" auf ein Schleifbank? auf der Riemen ist es , m.E. zu grob.
Gruß
Iltis
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Koraat
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« Antworten #12 am: 13. August 2010, 15:56:01 »

Hallo,

ich muss gestehn ich bin auf dem Rasiermesser Sektor ja noch ganz neu. Lasse mich daher gerne wegen der Schleifpaste belehren. Man will ja immer dazulernen. Für mein persönliches Empfinden ging das Abziehen auf dem Leder mit Diamantine gefolgt von abziehen nur auf dem Leder blendend. Vorher habe ich mir Chromoxyd gearbeitet und war nicht so zufrieden. Vielleicht liegt es ja an der hohen Härte und Verschleißfestigkeit, dass selbst die "grobe" Diamantine nur wenig greift und daher gar nicht so grob wirkt.
Aber ist 1my nicht eh schon recht fein?
Ich bin beim schärfen dann zufrieden wenn ich ein normal starkes (kopf)haar in die Finger nehme und es ca. 5mm bis 1cm über dem Finger freistehend kappen/Spalten kann. Falls das zuwenig ist lege ich mir jederzeit noch weitere Pasten und Steine zu, ich will ja perfekte Rasiermesser ausliefern  Zwinkernd

mfg
Ulrik
 

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Iltis
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« Antworten #13 am: 13. August 2010, 16:50:26 »

Hallo Koraat,
Soweit ich es weiss, hat Chromoxid eine Korngrösse von 0,3 Mikron, mit ca. Mohs 8 ist es nich ganz so aggressiv wie Diamantine, aber um einiges feiner. Eisenoxid (Polierrot/Jewellers Rouge) ist noch etwas feiner (0,2), aber deutlich weicher (Mohs 5,5). Ich benutze Diamantine als Schleifpaste (seltsamerweise, mit Spiritus erst angemacht poliert es feiner als wenn man Wasser gleich nimmt), und Chromoxid, dann Eisenoxid. Nach ledern, erwarte ich, das ich ein Haar, auch bei deinen Abstand sauber kappen kann.
Gruß
Iltis
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Dimitri
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« Antworten #14 am: 13. August 2010, 17:11:32 »


@Xizor: Ich würde dir den Rat geben, beginne mit dem Üben am Hals, da tut man sich anfangs mit der Handhabung am leichtesten.

fang lieber mal mit der Backe/Wange an. Am besten auf der Seite mit der Du das Messer auch hältst (SOll heißen: Rechtshänder--> rechte Backe; Linkshänder...)

@Koraat: wirklich schönes Messer Daumen hoch. Hoffe wir werden hier in nächster Zeit mehr von Dir lesen bzw. sehen.
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Grüße,
Dimitri
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