So, nach der Geburtstagsfeier mit Messergeschenk habe ich es heute morgen gewagt und mich unter's Messer begeben


Damit und einem Video auf Youtube ging's los. Hmm, Messer wie genau halten …– aha ja so. Geht schon mal gut auf der Wange, dann die ersten Rundungen … nicht mehr so leicht. Hm. Keine Angst haben, weitermachen. Zwischendurch immer mal nachschäumen, mittlerweile hätte ich mich 2x mit dem Systemrasierer rasiert. Kinnrundung, Hals runter. Hrrr, das zieht. Messer wie noch mal halten? In dem Video sieht das anders aus, so kann ich das nicht. Also Freestyle, weiter geht's. Oberlippe, Nase, Unterlippe, Kinnspitze runter. Kleine rote Inseln tauchen auf, schnell drüberschäumen und weiter. Manchmal saugt sich das Messer richtig an die Haut. Das Messer wird schwerer, mein Mut verbraucht sich proportional zum Rasierschaum, es brennt, die roten Inseln bilden teilweise ganze Archipel, der rechte Arm wird schwerer und ich setze mal kurz ab. Blut fliesst wieder durch den Arm, ich schauen mir die roten Inseln an. Polynesien, denke ich mir, und mache einfach weiter. Meine Schokoseite links entpuppt sich schwerer messerasierend als mit dem Systemrasierer, alles Übungssache, also reiss dich zusammen. Ich bring's hinter mir, der Haaransatz an den Ohren gelingt mir perfekt. Auch nach dem Abwaschen, ein erster Respekt. Sieht gut aus, dafür, dass ich mit Einwochenbart angefangen habe, vor einer gefühlten halben Stunde.
Tüff drüber und den Alaunblock in's Gesicht, das Gefühl ermöglicht Einblicke in den Masochismus, das muss wohl so sein. Der rote Rasurbrand, der mich wie eine rot gescheckte Kuh im Gesicht aussehen lässt, ist hoffentlich nur dem ersten Mal geschuldet. Sieht nicht so prall aus. Das Gefühl der bestandenen Mutprobe bleibt bestehen und ich bin auf das nächste Mal gespannt.