gut-rasiert
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Autor Thema: Messer unterm Mikroskop - Eieiei!  (Gelesen 3081 mal)
Serienchiller
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« am: 30. Januar 2010, 22:31:16 »

Hallo zusammen.

Ich hab jetzt seit ca. 2 Wochen ein Rasiermesser, aber so 100-Prozentig klappt es noch nicht damit. Um der Ursache des Problems ein bisschen näher auf den Grund zu kommen, hab ich mir im Internet ein Mikroskop bestellt, das heute gekommen ist. Und was soll ich sagen, nach einer kurzen Inspektion der Klinge bin ich schockiert! Der feine Grat, den ich normalerweise an der vordersten Kante der Facette erwartet hätte, fehlt. Dafür ist die Schneidekante stark zerklüftet und es sind winzige Stücke herausgebrochen (mit bloßem Auge nicht zu erkennen). Leider hat das mit dem Foto aufnehmen nicht funktioniert, deswegen musste ich eine Skizze anfertigen. Ich hoffe man erkennt, was ich meine.



Jetzt zu meiner Frage: Kriegt man das mit einem normalen Schliff bei einem der Klingenflüsterer hier aus dem Forum wieder hin oder muss da schon mehr Arbeit reingesteckt werden?

Und noch eine kleine Frage: Ich hatte ein kleines Malheur mit Rostumwandler. Die Klinge hat direkt an Scharnier Rost angesetzt, weil ich dort nicht so gut trocken wischen kann, also wollte ich dem Rost mit einem Tröpfchen Rostumwandler Einhalt gebieten. Leider ist dabei offenbar auch ein Teil über die Klinge gelaufen und hat da unschöne Flecken hinterlassen. Wie bekomme ich die am besten raus?

Ich würde mich über ein paar Einschätzungen freuen.

Lg, Serienchiller.
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kretzsche
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« Antworten #1 am: 30. Januar 2010, 23:05:23 »

Schick das Messer zu einem Klingenflüsterer, die Flecken kannst Du unter "Aha" verbuchen...

Uwe
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Lord Vader
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Dunkle Seite der Macht


« Antworten #2 am: 30. Januar 2010, 23:44:34 »

mit rostumwandler habe ich keine erfahrungen, aber ich könnte mir vorstellen, dass du die flechen mit politur (vor dem schärfen natürlich) wegbekommst.

nun zu der schneide. die kleinen ausbrüche sind kein großes problem, wenn du die klinge neu schärfst, dann sind die sofort weg. leider kast du kein originalphoto sonder nur eine skizze angefertigt. auf dieser sieht es so aus, als ob du vorne grobe kratzer und hinten feine kratzer hast. wenn das in der realität so ist, so könnte es ein, dass du die klinge nicht durchgeschärft hast. d.h. der feine stein hat nicht den vorderen schneidebereich erfasst, was vielleicht auch die miniausbrüche erklären würde. wenn du das messer nochmal selbst schärfen willst, auchte darauf, dass jeder stein seine kratzspuren bis in den vorderen bereich hinterlässt, bevor du auf den nächst feineren stein gehst.

im vorderen schneiden bereich sollte es nach den steinen noch keinen zweiten winkel geben (das mehrfache abkleben des rückens mal ausgenommen) sondern eine einzige gerade fläche. den zweiten winkel erzeugst du erst auf dem (pasten-)riemen. obs das jetzt ist, kann ich natürlich auch nicht sagen, da es ja nur eine skizze ist.

ansonsten gilt das, was auch mein vorredner gesagt hat. schickt das teil zu einem schärfguru.

ich wünsche viel erfolg!

lg

lord vader
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Serienchiller
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« Antworten #3 am: 31. Januar 2010, 01:44:50 »

Ich hab selber nichts an dem Messer gemacht (außer vor der Rasur abziehen). Schleifen wollte ich erst anfangen, wenn ich das ganze drumherum beherrsche. Das war ein Gebrauchtkauf, ich weiß also nicht genau wie und von wem es das letzte mal geschärft wurde. Ich hab aber den Eindruck, dass es etwas schärfer war als ich es bekommen habe. Kann das auch am falschen Abziehen liegen? Eigentlich halte ich mich dabei aber immer an die üblichen Regeln (Riemen straff spannen, wenig Druck, über den Rücken wenden).

Naja, ich werde das gute Stück jetzt wohl einsenden müssen und solange (*seufz*) zum Systemi greifen.

Wie ist das mit der Politur, was für eine Politur sollte ich da nehmen?
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redmatze
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« Antworten #4 am: 31. Januar 2010, 01:57:16 »

Zitat
Wie ist das mit der Politur, was für eine Politur sollte ich da nehmen

Wenns hartnäckig ist, dann empfehle ich Bindulin (blaue Packung, gibts im Bauhaus) zum Polieren, aber aufpassen: nicht auf die Ätzung der KLinge kommen( wenn vorhanden).Es gibt aber auch Elsterglanz,Ako Polish,Autosol,...

Und scharf bekommt man es auf jedenfall.
gruss

matze

ach so, mach doch mal ein Foto von dem Teil.
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Der Mund des Menschen, ist oft gefährlicher
als der Rachen eines Tigers.
lesslemming
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« Antworten #5 am: 31. Januar 2010, 10:58:25 »

Wie hast du denn die Skizze angefertigt?!?!  Schockiert


Das mit den Mikroausbrüchen ist kein Weltuntergang, so sieht eine schlecht geschärfte oder abgenudelte/verrostete Klinge manchmal aus.
Da muss man die Facette neu aufbauen, etwas schleifen und dann geht das wieder. Das wird jeder Klingenflüsterer hinbekommen =)
Ich bin sicher, der Unterschied wird dich aus den Socken hauen  Grinsend
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Serienchiller
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« Antworten #6 am: 31. Januar 2010, 23:25:42 »

Wie hast du denn die Skizze angefertigt?!?!  Schockiert

Mit Gimp einfach ein bisschen rumprobiert, bis es dem nahe kam was ich gesehen hab.

Zitat
Das mit den Mikroausbrüchen ist kein Weltuntergang, so sieht eine schlecht geschärfte oder abgenudelte/verrostete Klinge manchmal aus.
Da muss man die Facette neu aufbauen, etwas schleifen und dann geht das wieder. Das wird jeder Klingenflüsterer hinbekommen =)

Dann bin ich ja beruhigt.

Zitat
Wenns hartnäckig ist, dann empfehle ich Bindulin (blaue Packung, gibts im Bauhaus) zum Polieren, aber aufpassen: nicht auf die Ätzung der KLinge kommen( wenn vorhanden)

Würde die Ätzung dann verschwinden? Ich fürchte damit muss ich dann leben, der "schaden" erstreckt sich teilweise über die Ätzung.
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redmatze
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« Antworten #7 am: 31. Januar 2010, 23:52:39 »

Zitat
Würde die Ätzung dann verschwinden? Ich fürchte damit muss ich dann leben, der "schaden" erstreckt sich teilweise über die Ätzung.

Kann gut sein.Versuch macht klug. Foto wäre nicht schlecht, dann kann man mehr dazu sagen.
gruss
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kelte
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« Antworten #8 am: 01. Februar 2010, 09:16:49 »

An Serienchiller:
Welches Mikroskop hast Du für das Klingenbild verwendet?
Im Voraus danke für die Info.
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Serienchiller
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« Antworten #9 am: 01. Februar 2010, 19:39:16 »

Welches Mikroskop hast Du für das Klingenbild verwendet?

Dieses hier: http://www.dealextreme.com/details.dx/sku.1328

Deutlich besser als es auf den ersten Blick aussieht, das Bild ist auch bei 100facher Vergrößerung gestochen scharf (zumindest in der Mitte des Bildes). Auch sonst fast keine Abbildungsfehler, ich bin extrem zufrieden damit, vor allem zu dem Preis.

Die Lieferung dauert bei diesem Shop allerdings sehr sehr lange (kann schonmal 3-4 Wochen dauern). Dafür gibts keine Versandkosten und keinen Mindestbestellwert.
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astra
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« Antworten #10 am: 01. Februar 2010, 19:54:36 »

Das Bild hast du aber doch gezeichnet oder?
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Serienchiller
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« Antworten #11 am: 01. Februar 2010, 20:17:09 »

Ja, es ist kein Foto sondern eine Skizze die ich mit Gimp gemacht habe. Fotos kann man durch dieses kleine Taschenmikroskop nicht wirklich machen. Jedenfalls nicht mit meiner Kamera.
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strawinski
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« Antworten #12 am: 29. Januar 2012, 18:28:32 »

ich will nochmal den alten Threat aufwärmen. seit kurzem prüfe ich die schneide nach dem 100er stein immer mit dem Taschenmikroskop. Ich bin oft zienlich erschüttert darüber welche nicht sichtbaren Ausbrüche doch noch existieren, die man selbst mit ner 30er Lupe nicht sichtbar sind.
Die Frage ist ob es sich später bei der Rasur auswirken wird.
Ich selbst schleife sie immer komplett raus, weil ich denke, das es doch wichtig ist sie zu entfernen.
villeicht kann doch mal ein älterer Schleifer dazu was schreiben.
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Iltis
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« Antworten #13 am: 29. Januar 2012, 19:22:02 »

...villeicht kann doch mal ein älterer Schleifer dazu was schreiben.

Da Messerschleifer bei uns ziemlich rar sind, nehme ich an, du meinst Schärfer. Ich persönlich verzichte auf jegliche optische Hilfe - ich schärfe solange auf der 1000er Stein bis das Messer Unterarmhaare mühelos abrasiert, wechsele dann auf ein GBB den ich mit mit immer verdünnte Schlamm benutze, bis ein "schleppende" HT möglich ist, Paste, Leder und fertig. Ist die Rasur dann unzufriedenstellend, experimentiere ich mit andere Abschlusssteine (MST Thüringer, Dragon's Tongue, Llyn Idwal). Es ist sehr lange, das ich der Schärfprozess von vorne ein 2. Mal anfangen musste. Bei sehr harte Stähle (z.B. T.I.) ist es fast unmöglich alle mit der 20X Lupe erkennbare Mikroausbrüche zu entfernen - Erfahrungsgemäss verschwinden sie mit dick angeriebenen GBB-Schlamm, und verursachen keine weitere Probleme. Wie gesagt, i.d.R. benutze ich inzwischen keine Lupe, es ist aber schon hilfreich, wenn man sich das Schärfen aneignen will. Ein Mikroskop halte ich für vielleicht interessant, aber völlig überflüssig.

Gruß

Iltis
« Letzte Änderung: 29. Januar 2012, 19:34:59 von Iltis » Gespeichert

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Izrahvil
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« Antworten #14 am: 29. Januar 2012, 22:52:41 »

...villeicht kann doch mal ein älterer Schleifer dazu was schreiben.

 Wie gesagt, i.d.R. benutze ich inzwischen keine Lupe, es ist aber schon hilfreich, wenn man sich das Schärfen aneignen will. Ein Mikroskop halte ich für vielleicht interessant, aber völlig überflüssig.


So sehe ich das auch. Die Lupe nehm ich selten wenn ich vorher ein Messer hatte das sehr rostig war um wirklich keine Ausbrüche zu hinterlassen. Ansonsten dürften ausreichend saubere Arbeit den Rest erledigen.
Ein Mikroskop hatte ich nie gehabt aber interessant wäre es schon.
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