Mir hat es nicht mehr gefallen, wie mein Pinsel hing. Mein scharfes Teil lag nur gelangweilt da, anstatt sich aufgerichtet auf den nächsten Hautkontakt zu freuen. Da beschloss ich: Selbst ist der Mann! Ich brauch ein Brett! Und Handarbeit ist immer noch das Beste!
Und nun ist er fertig, mein Ständer:
Da ich empfindlich gegen kleinflächige Lichtblendungen bin, wie sie durch Reflektionen an glatten, gewölbten Oberflächen entstehen, machte ich die Rückseite zur Vorderseite, damit ich die Spiegelungen an den verchromten Hobeln nicht immer sehe. Außerdem musste diese Seite schraubenfrei sein. Kleben wollte ich nicht, damit ich einzelne Teile bei Bedarf reparieren kann.
Ich wollte auch noch ein paar Packungen Klingen unterbringen. Dazu benutzte ich die Abdeckung des Computer-Laufwerksschachts, die ich vor vielen Jahren durch einen DVD-Brenner ersetzte.
Eigentlich wollte ich den Klingenhalter kombiniert mit einem Griff befestigen, doch dieses blöde Kiefern-Leimholz begann zu splittern, als ich den Griff anschrauben wollte. Durch den RASUR-Schriftzug und den entstandenen Riss konnte ich den Griff nicht an einer anderen Stelle befestigen. Die Rückseite des Schriftzugs war nun verhunzt. Also schnitt ich ein schwarzes Papier zurecht und klebte es auf das Brett.
Für den Alaunstift bohrte ich ein Loch, aber durch den Klingenhalter kann ich den Alaunstift nicht mehr in sein Loch einführen. Egal, den Stift brauche ich ohnehin nicht, da die Hobelrasur von Anfang an viel besser läuft als befürchtet.
Schade irgendwie – dieses Loch feilte ich mangels passendem Bohrer passgenau auf, daher glitt der Stift langsam hinunter, anstatt nur ins Loch zu plumpsen.
Ich habe schon eine Idee für das Nachfolgemodell: Aus einem hölzernen, runden Wein-Probierflaschen-Tablett hergestellt, da passen noch viel mehr Hobel drauf - kreisförmig. Und auch Rasiermesser, eines Tages...