gut-rasiert
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Autor Thema: Herstellung von Hobelklingen  (Gelesen 1729 mal)
herzi
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Beiträge: 6.422


« am: 11. Januar 2008, 15:39:38 »

Ja, wie werden eigentlich Hobelklingen hergestellt? Ich habe mal eine eMail an Feintechnik geschrieben und das war die Antwort des Geschäftsführers Heinz Dieter Becker:

Hallo, Herr xxx,

ich hoffe, daß Sie mit den Erklärungen eines Kaufmannes leben können.
Grundsätzlich gilt:

- die Kontur der Klinge wird aus einem Bandstahl gestanzt. Dieser muß
zu diesem Zweck noch "weich" sein, da hartes Material splittert oder
zumindest zu einer hohen Werkzeugabnutzung führt.
- danach erfolgt der Härteprozeß in einem Härteofen bei ca. 1200 Grad
Celsius. Dieser führt nicht nur zu der von Ihnen bemerkten Härte und
Federkraft der Klinge. Eisen- und Crommoleküle werden so umgewandelt, daß
eine besonders feine kristalline Struktur entsteht, die wiederum ein
besonders sauberes Schliffbild der Schneide ermöglicht.
- trotzdem ist Ihre Bemerkung zur inneren "Weichheit" nicht völlig
falsch.
(ich hatte ihn gefragt ob Klingen durchgehärtet wären oder nur oberflächengehärtet und sozusagen eine "weiche" mittlere Schicht hätten, damit man sie noch biegen könne.) Die Klingen werden vor dem Schleifen ganz oder partiell noch
einmal bei niedrigerer Temperatur (ca. 300 Grad Celsius) "angelassen",
damit sie für eine Weiterbearbeitung nicht zu spröde sind.
- die Klingen sind immer durchgehärtet, haben aber durchaus - in der
Fläche - unterschiedliche Härtegrade, die durch den Anlaßprozeß
bestimmt werden.
- nach dem Schleifen erhält die Schneide noch eine Hartmetall- und
Teflonbeschichtung. Die eine sorgt für eine gute "Standzeit", die andere
für den Schneidkomfort.
- und über das Schliffbild der Schneide könnte man Bücher schreiben -
wenn wir nicht alle unsere kleinen Geheimnisse hätten. Aber soviel: Um
die Schneide machen wir uns im Molekularbereich Gedanken. Das
Rasterelektronenmikroskop reicht da nicht mehr aus, sich ein Bild zu
machen.

Vielen Dank für Ihr Interesse!

Heinz Dieter Becker
Geschäftsführer


Das hilft uns doch ganz schön weiter, oder? Danke an die Firma Feintechnik.
Auffallend ist, daß die Teflonbeschichtung nach dem Schleifen drauf kommt. Der Grat wird also dicker dabei.
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Gruß,
Stefan
Drei
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« Antworten #1 am: 11. Januar 2008, 16:03:21 »

Sehr interessant. Weiß jemand, auf welche Rockwellhärte die Klingen gehärtet werden?

Vor allem das mit der Beschichtung klingt für mich interessant weil widerspüchlich zur molekularen Sicht der Schneide.
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urza
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« Antworten #2 am: 11. Januar 2008, 18:45:06 »

Naja die beschichtung wird nur eni Paar Atome dick sein. Aber im angesprochenen Molekular bereich wuerde es die Schaerfe trotzdem stoeren. Ich denke die haben da noch ein kleines Geheimnis zum Auftragen.
Die Beschichtung vorm schleifen waere nich sinnvoll da beim Schleifen die Hardmetalschicht mit weggeschliefen wuerde, diese waere bestimmt nich im Sinne des Erfinders.

Jemand ne Idee um was fuer ein Hartmetal es sich handelt?
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„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie allgemeines Gesetz werde.“

    – Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, S. 421 [Reclam S. 68]
abc123
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« Antworten #3 am: 11. Januar 2008, 18:56:45 »

Weiß jemand, auf welche Rockwellhärte die Klingen gehärtet werden?

Dazu habe schon einmal lange recherchiert, mit mäßigem Erfolg. Direkte Angaben gibt es nicht, man kann aber einen Richtwert ableiten.

Hier ist mein Originalpost aus dem NRF:
"Gillette und Schick setzt für ihren Rasierklingenstahl ein Minimum von 620 HV (entspricht 55,5 hrc) voraus, ein indischer Stahlproduzent gibt für seinen Rasierklingenstahl ein Maximum von 670 HV (58 hrc) nach Härtung an."

« Letzte Änderung: 11. Januar 2008, 19:13:57 von abc123 » Gespeichert
TomH
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« Antworten #4 am: 11. Januar 2008, 19:01:00 »

(...)
Jemand ne Idee um was fuer ein Hartmetal es sich handelt?

Na vielleicht aus diesem??
Sorry wenn falsch, bin leider kein Metallurge, ist mir nur gerade so in den Sinn gekommen...
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Schaumig
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« Antworten #5 am: 11. Januar 2008, 23:20:48 »

Mich würde in diesem Zusammenhang mal interesieren, ob die Schärfe einer Featherklinge wirklich einem knowhowvorsprung entspringt, oder es einfach unerwünscht ist der Klinge eine von vielen Kunden vielleicht als Überschärfe empfundene Schärfe angedeihen zu lassen.

Die Frage ist natürlich auch, ob man im ersten Falle eine ehrliche Antwort bekommen würde.

Glück auf
Schaumig
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herzi
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« Antworten #6 am: 12. Januar 2008, 08:05:52 »

Mir wurde mal gesagt, daß eine Überschärfe nicht erwünscht ist. Lieber eine Schärfe mit der jeder zurecht kommt. Man könnte die Klingen mehr schärfen, aber eine Rasur damit wäre dann sehr heikel.
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Gruß,
Stefan
henning
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« Antworten #7 am: 12. Januar 2008, 10:51:55 »

Da muß ein Hersteller natürlich vorsichtig sein und kann sich nicht wegen scharfer Sachen für ein paar Enthusiasten die Hauptkundschaft vergraulen. Eine spezielle, scharfe Serie, käme wegen der geringen Stückzahl gewiß zu teuer. Bei Personna, Astra, Rapira, Super+ Platinum, Derby und anderen, finde ich den nötigen Kompromiss aber sehr gelungen. Die Feather ist mir persönlich schon zu sehr im Bereich des heiklen.
Ciao
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Meine Empfindungen bezüglich der Eigenschaften von Messern, Hobeln, Klingen, Seifen, Cremes und Pinseln sind nicht unbedingt übertragbar und keinesfalls als allgemeingültig anzusehen und können von anderen Anwendern durchaus gegenteilig erfahren werden!!!
urza
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« Antworten #8 am: 12. Januar 2008, 12:56:36 »

(...)
Jemand ne Idee um was fuer ein Hartmetal es sich handelt?

Na vielleicht aus diesem??
Sorry wenn falsch, bin leider kein Metallurge, ist mir nur gerade so in den Sinn gekommen...

Ich bin kein Chemieker, aber nach meinem Kenntnissstand ist Wolframcarbid kein Metal.

Hmm aber unter Wiki steht es auch als Hartmetall drin. . . So weit ich weis, bzw glaube zu Wissen sind metalle nur die Elemente die als Metal gelten bzw Legierungen daraus.
« Letzte Änderung: 12. Januar 2008, 13:09:32 von urza » Gespeichert

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Eugen Neter
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« Antworten #9 am: 12. Januar 2008, 13:22:01 »

Schaut mal hier: Edelstahl. Stichwort Martensitische Edelstähle.
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urza
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« Antworten #10 am: 12. Januar 2008, 19:52:47 »

naja es ist aber ein Unterschied zwichen einer Legierung mit Kohlenstoff und einer chemischen Verbindung mit Kohlenstoff.
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Barth
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« Antworten #11 am: 16. Januar 2008, 21:54:55 »

Das sind doch die mit den Croma-Klingen , oder ?

Also für mich waren die Dinger ein Grauen . . . da haben die bei meinen Päckchen bestimmt schärfen , härten + anlassen , Teflon und Hartmetall vergessen ! Ärgerlich Ärgerlich Ärgerlich Ärgerlich Ärgerlich Ärgerlich Ärgerlich Ärgerlich Ärgerlich Ärgerlich
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Was wohl passieren würde wenn man vorm Candyman stünde und 5 x  hintereinander -''Spiegel''- sagen würde . . .
srge01
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« Antworten #12 am: 06. Januar 2012, 12:10:49 »

http://www.youtube.com/watch?v=a4gTs_FRORE
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MrJelo76
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« Antworten #13 am: 06. Januar 2012, 14:37:51 »

danke für den Link.kannte ich noch nicht.war sehr interessant Daumen hoch
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wenn jemand zu Dir sagt"Zeit heilt alle wunden"hau im auf die fresse und sag"wart,is gleich wieder gut"!!!
srge01
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« Antworten #14 am: 06. Januar 2012, 15:56:25 »

War aber ganz einfach zu finden...
Es muss den gleichen Film auch in deutsch geben
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